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Kaum PC-21-Flugbetrieb während touristischer Sommersaison

Patrouille Suisse Staffel am Züri-Fäscht. Swiss Army PC-7 Airshow above Zürichs Sky

Patrouille Suisse Staffel am Züri-Fäscht. Swiss Army PC-7 Airshow above Zürichs Sky. Bild: GMC Photopress/Gerd Müller

Bern, 09.07.2015 – Die Schweizer Luftwaffe reduziert den Flugbetrieb mit dem Trainingsflugzeug Pilatus PC-21 während der touristischen Sommer-Hochsaison weitgehend. Die sechswöchige Flugpause in den Trainingsräumen Jura/Chasseral, Hohgant und Speer dauert vom 20. Juli 2015 bis am 28. August 2015.

Seit dem Jahr 2013 verzichtet die Luftwaffe jeden Sommer während sechs Wochen darauf, die tiefen Trainingsräume Jura/Chasseral, Hohgant und Speer zu nutzen. Damit werden diese Regionen während der touristischen Sommer-Hochsaison von Emissionen entlastet. Möglich wird dies durch eine Kombination verschiedener Massnahmen. Vom 20. Juli bis am 31. Juli fliegt die Pilotenschule zwar ab dem Militärflugplatz Payerne, die Übungen werden aber primär im Luftraum über Frankreich geplant. Vom 31. Juli bis am 7. August findet ein Besuch bei der Pilotenschule der britischen Royal Air Force in Valley (GB) statt. Die Schweizer Pilotenschüler trainieren dabei mit ihren PC-21 das Organisieren von Auslandflügen und das Navigieren im Ausland. Es finden in dieser Zeit folglich keine Flüge mit Pilatus PC-21 über der Schweiz statt. Vom 10. bis am 28. August stehen dann die Sommerferien der Pilotenschule auf dem Programm. Der ordentliche Flugbetrieb mit den PC-21 in den Schweizer Lufträumen wird am 31. August wieder aufgenommen.

Die Schweizer Luftwaffe verfügt über acht Flugzeuge vom Typ PC-21 der Pilatuswerke in Stans. Sie werden für die Weiterausbildung der Jet-Pilotenschüler eingesetzt. Von diesem modernen Propellerflugzeug wechseln die angehenden Kampfpiloten direkt auf die Boeing F/A-18C/D Hornet. Mit der Einführung dieses weltweit einzigartigen Ausbildungsablaufs im Jahr 2008 konnte die Schweizer Luftwaffe den Treibstoffverbrauch und den CO2-Ausstoss gegenüber den zuvor eingesetzten Northrop F-5 Tiger auf einen Zehntel reduzieren und die Betriebskosten halbieren.

Methanfresser leben vom Sauerstoff der Nachbarn

Dübendorf, 03.03.2015 – Seen, die in der Tiefe ohne Sauerstoff sind, stossen kaum klimawirksames Methan aus. Doch anders als bisher angenommen, sind offenbar nicht Archaeen oder ohne Sauerstoff lebende Bakterien für den Methanabbau zuständig. Eine neue Studie im Tessiner Lago Cadagno zeigt, dass dafür Proteobakterien verantwortlich sind, die Sauerstoff benötigen. Diesen beziehen sie von benachbarten Algen, die den Sauerstoff in der Photosynthese herstellen.

Süsswasserseen – auch Stauseen in warmen Breitengraden – tragen im Unterschied zu den Meeren signifikant zum Ausstoss des Treibhausgases Methan bei. Das Methan stammt vom Abbau des auf den Grund gesunkenen organischen Materials. Obwohl die von Seen bedeckte Fläche weltweit ungleich kleiner ist als die der Ozeane, ist der Methanausstoss der Seen vielfach grösser.  Unter den Seen ihrerseits tragen vor allem diejenigen viel zum Methanausstoss bei, die gut durchmischt sind. Saisonal oder dauernd geschichtete Seen mit sauerstofffreiem Wasser in der Tiefe stossen dagegen wenig Methan aus. Bisher ging man davon aus, dass in ihnen dieselben Methanabbau-Prozesse ablaufen, wie im Meer. Jetzt zeigt eine soeben publizierte Studie[i] aus dem Tessiner Cadagno-See, dass das nicht so ist.

Ein Team von Forschenden der Eawag (CH) und vom Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie in Bremen (D) wies im Lago Cadagno in der sauerstofffreien Zone zwar einen fast vollständigen Methanabbau nach, fand jedoch keine der bekannten anaeroben Methan abbauenden Bakterien. Auch Archaeen, welche im Meer massgeblich für den Methanabbau verantwortlich sind, wurden keine gefunden. Hingegen enthielten die Proben aus rund 12 Metern Tiefe eine reichhaltige Bakteriengemeinschaft von sauerstoffzehrenden Proteobakterien – bis zu 240‘000 Zellen pro Milliliter.

«Wir fragten uns natürlich, wie diese aeroben Bakterien im sauerstofffreien Wasser leben können», sagt  Erstautorin Jana Milucka vom Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie. Dazu haben die Wissenschaftler unter anderem das Verhalten der Bakterien in Laborversuchen getestet: Ein Methanabbau fand immer nur dann statt, wenn den Proben entweder Sauerstoff zugegeben wurde oder sie dem Licht ausgesetzt waren. So kamen die Forschenden darauf, dass die Bakterien ihren Sauerstoff von benachbarten Kieselalgen (Diatomeen) beziehen, die ihn über Photosynthese produzieren. Analysen unter dem Fluoreszenzmikroskop zeigten, dass die Methan oxidierenden Bakterien aus der Familie der Methylokokken in nächster Nähe mit den Algen vorkommen und so wohl noch besser von deren Sauerstoff profitieren können (Quelle: Eawag: Wasserforschungs-Institut der ETH).

Das Klimagas Methan wird also dank der Zusammenarbeit von Bakterien und Algen noch im See abgebaut und gelangt nicht in die Atmosphäre. Diese Art von Methanabbau war aus dem Süsswasser bisher nicht bekannt. «Für Seen, die sauerstofffreie Schichten haben oder auch für gewisse Zonen in den Meeren müssen wir wohl die Lehrbücher korrigieren», sagt Projektleiter Carsten Schubert von der Eawag. Relevant dürfte der Trick der methanabbauenden Bakterien überall dort sein, wo ausreichend Licht bis zu den sauerstofffreien Tiefen vordringt. In der Schweiz ist das laut Schubert in den meisten Seen der Fall. Noch nicht veröffentlichte Untersuchungen im Rotsee bei Luzern zeigen jedenfalls denselben Ablauf. Die weitere Forschung konzentriert sich jetzt auf tiefe Seen, in denen nach ersten Untersuchungen andere Prozesse ablaufen.

[i] Methane oxidation coupled to oxygenic photosynthesis in anoxic waters; Jana Milucka, Mathias Kirf, Lu Lu, Andreas Krupke, Phyllis Lam, Sten Littmann, Marcel MM Kuypers and Carsten J Schubert; ISME Journal (International Society for Microbial Ecology), advance online publication, February 13, 2015; dx.doi.org/10.1038/ismej.2015.12; oder:

Klimaschutz-Technologiefonds des Bundes startbreit

Bern, 31.10.2014 – Ab 1. November 2014 ist der Technologiefonds, ein klimapolitisches Instrument des Bundes, operativ. Innovative Unternehmen können beim Fonds eine Bürgschaft beantragen. So will der Bund Innovationen fördern, die Treibhausgase oder den Ressourcenverbrauch senken oder den Einsatz erneuerbarer Energien begünstigen.

Der Technologiefonds ist im CO2-Gesetz verankert. Bis 2020 sind jährlich maximal 25 Millionen CHF aus den Einnahmen der CO2-Abgabe für den Technologiefonds zweckgebunden. Ab 2015 können Unternehmen durch Darlehensbürgschaften aus dem Fonds unterstützt werden, wenn sie neuartige klimafreundliche oder ressourcenschonende Produkte und Verfahren entwickeln und vermarkten.

Dies können beispielsweise innovative Technologien in der Gebäudetechnik und in der Mobilität sowie für umweltschonende Heizung, Kühlung, Energieerzeugung, -speicherung und -management sein oder auch solche zur Reduktion von Emissionen in industriellen Produktionsprozessen oder in der Land- und Forstwirtschaft. Verbürgt werden bis zu drei Millionen CHF für eine Laufzeit von maximal 10 Jahren. Bei positiver Beurteilung erhalten die Unternehmen eine Zusicherung. Die Bürgschaft wird Banken oder anderen geeigneten Darlehensgebern gewährt.

Finanzierungslücke überbrücken

Der Technologiefonds unterstützt marktfähige Innovationen, die ohne die Bürgschaft nicht realisiert würden. Er überbrückt die Finanzierungslücke im Innovationszyklus während der Vermarktungsphase. Der Fonds hilft insbesondere Schweizer KMU, zu guten Bedingungen an Fremdkapital zu gelangen. Er wirkt komplementär zu den bestehenden Förderinstrumenten des Bundes wie zum Beispiel der Förderung von Umwelttechnologie und Energieforschung oder den Unterstützungsangeboten der Kommission für Technologie und Innovation KTI.

Einreichen der Bürgschaftsgesuche ab 1. November 2014

Für die Prüfung der Gesuche und die Begleitung der Bürgschaften wurde im Rahmen eines WTO-Verfahrens Emerald Technology Ventures zusammen mit South Pole Carbon zur externen Geschäftsstelle bestimmt (vgl. Kasten). Die Geschäftsstelle prüft die Bürgschaftsgesuche und unterbreitet sie einem Bürgschaftskomitee, das sich aus Vertretern des Bundes und der Privatwirtschaft zusammensetzt. Das BAFU entscheidet über die Gesuche per Verfügung.

Bürgschaftsgesuche können bei der Geschäftsstelle bereits ab 1. November 2014 eingereicht werden.
Die Geschäftsstelle des neuen Technologiefonds 

Emerald Technology Ventures

Emerald Technology Ventures ist ein global führender Investor in den Bereichen Energie, Wasser, neue Materialien und industrielle IT Lösungen. Im Jahre 2000 gegründet, hat Emerald bis heute in mehr als fünfzig Jungunternehmen aus drei Wagniskapitalfonds investiert und ist ein Open Innovation Partner für zahlreiche multinationale industrielle Konzerne. Emerald unterhält Büros in Zürich (Schweiz) und Toronto (Kanada) und verwaltete seit der Gründung Vermögenswerte von über 660 Millionen USD.

South Pole Carbon

South Pole Carbon bietet Lösungen und Dienstleistungen im Nachhaltigkeitsbereich an. Das Unternehmen ist darauf spezialisiert, Marktmechanismen zu entwickeln, die den Kampf gegen den Klimawandel voranbringen. Das Unternehmen, mit Hauptsitz in Zürich, betreibt 17 Niederlassungen weltweit. South Pole Carbon wurde 2014 zum vierten Mal in Folge zum Best Project Developer Environmental Finance gewählt.