Archiv der Kategorie: Naturschutz

Naturschutz-Projekte

Gletscher in Echtzeit beobachten

Heisse Sommer lassen Gletscher schmelzen. Das verändert nicht nur das Landschaftsbild und damit die Karten der Schweiz, sondern betrifft auch sensible Bereiche der Gesellschaft. Ein neues, dynamisches Gletscherinventar macht den Einfluss des Klimawandels und die Veränderung der Landschaft sichtbar.

Von:  Markus Gross

Gletscherbeobachtung im Bann von mehreren Walliser Viertausendern. (Bild: GLAMOS)

Es war im Jahr 2001, dass die Schweizer Gletscher zum letzten Mal etwas an Masse zulegen konnten. Seither sterben die 1500 Gletscher, nicht nur in der Schweiz, einen langsamen aber unaufhaltsamen Tod. Doch wie schnell sie wirklich schwinden und wie sich das auf Landschaft, Mensch und Tier auswirkt, war bisher nur partiell nachvollziehbar. Dank dem Projekt Glacier Monitoring Schweiz (GLAMOS) wird sich das bald ändern. Das Schweizerische Gletschermessnetz erstellt im Auftrag von verschiedenen Bundesämtern ein umfassendes Inventar der heimischen Gletscher – in einem bisher nicht dagewesenen Detailierungsgrad.

Doch wozu braucht eine aussterbende «Spezies» ein derart detailliertes Inventar? Für den GLAMOS-Geoinformatiker und ETH-Mitarbeiter Yvo Weidmann ist das keine Frage: «Die Gletscherschmelze beeinflusst die Abflussmenge in unseren Flüssen und ist damit relevant für Naturgefahren und die Katastrophenprävention, die Energieversorgung, den Verkehr, den Tourismus, Baustellen und nicht zuletzt für die Gletscherforschung.»

Heute werden im Rahmen von GLAMOS rund 100 Gletscher überwacht, wobei insbesondere deren Veränderung in Bezug auf Eisdicke und Länge gemessen werden. Künftig wird die Veränderung der Ausdehnung von rund 1500 Gletscher erfasst. Dadurch können die Forschenden in Zukunft die Veränderung ihrer Ausdehnung haargenau verfolgen.

Von der Karte zum 3D-Landschaftsmodell

Möglich gemacht hat das neue Inventar ein Paradigmenwechsel beim Bundesamt für Landestopografie: Mit grossem Aufwand wandelt die Swisstopo seit einigen Jahren die bisherigen Karten in ein digitales, dreidimensionales Landschaftsmodell um. Die bisherigen Karten zeigen – vereinfacht gesagt – was wo ist. Für die Gletscherforschung war diese einfache Aufsicht kein brauchbares Modell.

Gletscher können von Schutt bedeckt sein. Das ist für die Glaziologie relevant. «Es ist möglich, dass ein grosser Teil der Gletscherzunge mit Schutt bedeckt ist und der sichtbare Eiskörper nur einen Teil des tatsächlichen Gletschers darstellt», präzisiert Weidmann. Eine rein kartografische Abbildung der sichtbaren Eisfläche greife darum im wahrsten Sinne des Wortes zu kurz.

Die farbigen Linien zeigen an, wo der Rand des Aletschgletschers einst lag (rote Linie 1850, grün=1973, blau=2010). (Grafik: Swisstopo/GLAMOS)

Aus Eisfeldern werden Gletscher

Im topografischen Landschaftsmodell entfällt diese Limitierung. Die digitale Darstellung erlaubt es, verschiedene Schichten entlang topografischer Regeln zu kombinieren. Wald und Gewässer können sich so zwar berühren, nicht aber überlagern. Geröll kann auf Eis liegen. Und flüssiges Wasser – etwa im Fall von Gletscherseen – kann auf Eis vorkommen. Am Computer können Schichten entfernt oder hinzugefügt werden, wodurch ein umfassendes Landschaftsbild für alle möglichen Bedürfnisse entsteht.

Erstmals erfasst Swisstopo Gletscher im neuen Landschaftsmodell zusätzlich nach glaziologischen Regeln. So kann es beispielsweise vorkommen, dass sich auf einem Bergkamm zwei Gletscher berühren, die sich ansonsten auf gegenüberliegenden Bergflanken befinden und unterschiedliche Fliessrichtungen haben. Aus kartografischer Sicht handelt es sich dabei um eine einzige grosse Eisfläche. Aus Sicht des Glaziologen sind es jedoch zwei «Individuen», die abgesehen von der Berührung am Bergkamm wenig gemeinsam haben und einander nicht beeinflussen.

«In Zukunft wird die Geschichte eines Gletschers über eine eindeutige Nummer nachverfolgbar», erklärt Yvo Weidmann. «Wenn dann ein Gletscher mit zwei Einzugsgebieten in zwei verschiedenen Tälern soweit abschmilzt, dass daraus zwei eigenständige Gletscher werden, dann erhält einer davon eine neue Nummer.» Diese Inventarnummern helfen nicht nur dabei, die Gletscher zu identifizieren, sondern auch, ihren Lebenslauf zu dokumentieren.

Ein Modell mit nie gekannter Präzision

Verknüpfen nun die Forscher das Inventar mit glaziologischen Berechnungsmodellen, können sie aufzeigen, wieviel Wasser welcher Gletscher wann liefert.

Je mehr Daten in das Modell einfliessen, desto präziser wird die Grundlage für Prognosen. GLAMOS erreicht damit eine nie dagewesene Präzision. Die Flugzeuge von Swisstopo erfassen jeden Quadratmeter der Schweiz im Abstand von vier bis sechs Jahren. Die dabei gemachten 3D-Bilder erlauben es, Höhenunterschiede auf einem Raster von zwei mal zwei Metern mit einer Genauigkeit von rund 50 Zentimetern festzuhalten. Sinkt eine Schotterfläche vor einer Gletscherzunge zwischen zwei Messungen deutlich ab, so befindet sich darunter wahrscheinlich Eis. Mit jeder weiteren Messung wird das wahre Ausmass unserer Gletscher besser dokumentiert.

Ein Datenschatz wird gehoben

Das erste vollständige Gletscherinventar stammt aus dem Jahr 1973. Später wurde ein zweites für das Jahr 1850 aufgrund von Schätzungen, Karten und Moränen rekonstruiert. Weitere Bestandsaufnahmen folgten um 2000 und 2010. All diese Inventare waren wichtig für die Forschung, wurden aber nach eigenen Regeln und unterschiedlichen Methoden erfasst, was sie schwierig vergleichbar macht.

Ab 2019 verfügt die Schweiz nun erstmals über ein Gletscherinventar, das dynamisch weiterentwickelt wird und alle vier bis sechs Jahre komplett erneuert vorliegt. Übrigens: Die Kosten für das neue Gletscherinventar sind überschaubar, weil GLAMOS auf die bestehenden Datenschätze zugreift, sie aufbereitet, verknüpft und für ein breites Publikum nutzbar macht.

Augenfälliger Gletscherschwund im Engadin, August 2018: Die Verbindung zwischen Morteratsch- und Pers-Gletscher ist abgeschmolzen. (Bild: Peter Rüegg)

Was ist GLAMOS?

Das Schweizerische Gletschermessnetz dokumentiert langfristige Gletscherveränderungen in den Schweizer Alpen. Es wird gemeinsam von der Expertenkommission für Kryosphärenmessnetze (EKK) mit der Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) der ETH Zürich sowie den Universitäten Fribourg und Zürich betrieben. Die Aufnahmen sind durch die finanzielle Unterstützung vom Bundesamt für Umwelt (BAFU), Meteo Schweiz im Rahmen von GCOS und der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) gesichert und werden massgeblich durch das Bundesamt für Landestopographie unterstützt.

Sommerserie

Im Rahmen einer Serie präsentiert ETH-News während der Ferienzeit regelmässig Beiträge zu Forschung und Innovation, welche etwas mit der schönsten Zeit des Jahres zu tun haben.

Bisher erschienen:

11.07. Schwitzen für ein kühleres Singapur

18.07. Wissenschaftler für einen Tag

30.07. Kochen, auch wenn es windet

08.08. Den perfekten Schatten programmiert

17.08. Vom Kiefernzapfen zum adaptiven Schattenspender

Quelle: ETH, Zürich / Swiss Federal Institut of technology

Bundesrat veröffentlicht Länderbericht der Schweiz für die UNO über die Umsetzung der Agenda 2030

Mitte Juli wird die Schweiz ihren Fortschrittsbericht zur Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung vor der UNO in New York präsentieren. Heute hat der Bundesrat diesen Bericht verabschiedet. Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft wurden zwar konsultiert, davon ist jedoch so gut wie gar nichts in den Bericht eingeflossen. Namentlich fehlt eine ernsthafte Analyse, wo es in der Schweiz Handlungsbedarf gibt bei der Umsetzung des globalen Rahmenwerks für nachhaltige Entwicklung. Auf diese Fragen wird ein Bericht der Plattform Agenda 2030 Antworten geben, der am 3. Juli veröffentlicht wird.

Die Weltgemeinschaft hat 2015 unter aktiver Mitwirkung der Schweiz die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Auch der Bundesrat anerkennt diese explizit als neuen universellen Referenzrahmen für den Beitrag der Schweiz zur Förderung des menschlichen Wohlergehens, einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung sowie zum Schutz der Umwelt – sowohl weltweit als auch im eigenen Land.

Über 170 Akteure aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft haben in einer aufwändigen Online-Befragung Herausforderungen und Chancen des Schweizer Beitrags zur Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen und 169 Unterzielen evaluiert. Die Bundesverwaltung setzte eigens eine hochrangig besetzte Begleitgruppe ein, um diesen Prozess zu begleiten. Doch das Resultat dieser Vorarbeit spiegelt sich im Bericht kaum wieder: Auf gerade einmal 24 Seiten will der Bundesrat im Juli der UNO die Schweizer Aktivitäten zur Umsetzung der Agenda 2030 darlegen.

Für die zivilgesellschaftliche Plattform Agenda 2030 – ein Zusammenschluss von mehr als 40 Organisationen aus den Bereichen Umwelt, Entwicklungszusammenarbeit, Menschenrechte, Frieden, Gewerkschaften und kollaborativer Wirtschaft – ist dieser Bericht klar ungenügend. Namentlich hat es der Bundesrat verpasst, wesentliche Lücken bei der Schweizer Umsetzung der Agenda 2030 zu identifizieren, und es fehlen jegliche Hinweise, ob und wie der Bundesrat die notwendigen politischen Massnahmen einleiten will. Ebenso wenig gibt der Bericht Auskunft darüber, welche Bundesstelle die Kompetenz haben soll, die Umsetzung der Agenda 2030 voranzubringen und zu überprüfen.

Offen bleibt auch die Frage, warum der Bundesrat die oft erwähnte «umfassende Bestandesaufnahme», die seinem sehr spärlichen Bericht zugrunde liegen soll, nicht mitveröffentlicht.

Die Resultate der zivilgesellschaftlichen Bestandsaufnahme werden anlässlich einer Medienkonferenz am 3. Juli präsentiert. Die Analyse der Plattform Agenda 2030 wird das Engagement der Schweiz in weit weniger rosigem Licht erscheinen lassen als der Bericht des Bundesrats.

Für weitere Informationen:

Eva Schmassmann (Präsidentin Plattform Agenda 2030, Alliance Sud): 076 458 89 52
Friedrich Wulf (AG Umwelt der Plattform Agenda 2030, Pro Natura): 061 317 92 42 bzw. 079 216 02 06

 

Agenda 2030: Bund unterstützt Initiativen der Kantone und Gemeinden

Ittigen, 15.02.2018 – Das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) und die Eidgenössische Migrationskommission (EKM) unterstützen im Rahmen des Förderprogramms Nachhaltige Entwicklung 18 Projekte von Kantonen und Gemeinden, um die Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung zu erreichen.

Das diesjährige Förderprogramm Nachhaltige Entwicklung hat zum Ziel, kantonale und kommunale Initiativen zu unterstützen, welche die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung lokal umsetzen. Die von den UNO-Mitgliedstaaten im September 2015 verabschiedete Agenda 2030 beinhaltet 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG). Diese können bis 2030 nur erreicht werden, wenn alle Akteure – etwa Unternehmen, die Wissenschaft, die Zivilgesellschaft, Kantone und Gemeinden sowie Bürgerinnen und Bürger – sich dafür einsetzen. Das vom Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) und der Eidgenössischen Migrationskommission (EKM) unterstützte Förderprogramm trägt dazu bei, die SDG zu erreichen. Ein Fokus liegt auf einem partizipativen Ansatz, da die nachhaltige Entwicklung nur dann erfolgreich umgesetzt werden kann, wenn alle eingeladen sind, sich einzubringen.

Das ARE und die EKM haben aus rund sechzig eingegangenen Dossiers 18 Projekte ausgewählt, die die Projektträger bis Ende 2018 umsetzen werden. Dabei handelt es sich vornehmlich um strategische Vorhaben zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklung auf kommunaler und kantonaler Ebene. Insbesondere wollen zwei Kantone und neun Gemeinden die Agenda 2030 in ihren politischen Lenkungsinstrumenten verankern. Während Lugano beispielsweise erstmals eine Nachhaltigkeitsstrategie erarbeitet, unterzieht Yverdon-les-Bains ihre Strategie einer Überarbeitung. Ein weiteres innovatives Projekt entwickeln die Kantone Freiburg, Genf, Waadt sowie Wallis zusammen mit Coord21, einem Verein von Körperschaften und öffentlich-rechtlichen Institutionen aus der Romandie. Ziel dieses Projekts ist es, Kantone und Gemeinden zu befähigen, die Agenda 2030 auf kommunaler und kantonaler Ebene umzusetzen. Winterthur wird zudem ein Netzwerk von über 70 lokalen Organisationen unterstützen, die ihre Aktivitäten auf die Ziele der Agenda 2030 ausrichten; so soll etwa ein gemeinsamer Auftritt aufgebaut werden. Die Gemeinde Wittenbach (SG) teilt mit den anderen im Förderprogramm aufgenommenen Projekten den Grundsatz, alle Betroffenen einzubinden, tut das aber besonders ambitioniert: Die Gemeinde führt eine Umfrage über den Zufriedenheitsgrad ihrer Einwohnerinnen und Einwohner durch, will eine Reflexionsgruppe zu den Ergebnissen dieser Umfrage aufbauen und öffentliche Anlässe durchführen, an denen die Einheimischen dazu aufgerufen sind, Ideen zur Weiterentwicklung von Wittenbach einzubringen.

Insgesamt werden 2018 vier kantonale Projekte (Aargau, Basel-Stadt, Genf, St. Gallen) und 13 kommunale Projekte (Binningen, Glarus Nord, Ittigen, Lausanne, Lugano, Montreux, Nyon, Thalwil, Val-de-Ruz, Winterthur, Wittenbach, Yverdon-les-Bains, Zürich) sowie das erwähnte gemeinsame Vorhaben mehrerer Westschweizer Kantone (FR, GE, VD, VS) und Gemeinden unterstützt.

Förderprogramm Nachhaltige Entwicklung
Seit 2001 hat das ARE im Rahmen des Förderprogramms Nachhaltige Entwicklung rund 400 Projekte zu Themen wie öffentliche Beschaffung, sozialer Zusammenhalt, nachhaltige Quartiere oder Ernährung unterstützt. Das Programm fügt sich in die Umsetzung der Strategie Nachhaltige Entwicklung des Bundesrates für die Jahre 2016-2019 ein. Es wird seit 2016 gemeinsam vom ARE und dem Programm «Citoyenneté – mitreden, mitgestalten, mitentscheiden» der EKM finanziert. Die Projekte verfolgen einen partizipativen Ansatz.

Bundesrat schafft die Voraussetzungen für grenzüberschreitenden Nationalpark

Bern, 21.02.2018 – Der Bundesrat hat am 21. Februar 2018 einen Staatsvertrag mit Italien sowie Anpassungen in der Pärkeverordnung (PäV) genehmigt. Beide Geschäfte sind formelle Grundlagen für die Schaffung eines neuen Nationalparks. Ob ein solcher im Tessin entstehen soll, entscheidet die lokale Bevölkerung an einer Volksabstimmung.

Im Kanton Tessin planen acht Gemeinden einen neuen Nationalpark gemäss Natur- und Heimatschutzgesetz (NHG). Dieses Projekt des Locarnese schliesst aus einem natur- und kulturräumlichen Selbstverständnis mit dem Valle dei Bagni auch italienisches Staatsgebiet mit ein. Ein Teil des Projekts würde somit in Italien zu liegen kommen. Der Bundesrat hat am 21. Februar 2018 einen Staatsvertrag genehmigt, der die zukünftige grenzüberschreitende Zusammenarbeit regelt. Der Vertrag tritt in Kraft, sofern die beteiligten Tessiner Gemeinden dem neuen Nationalpark in einer Volksabstimmung zustimmen und der Bund dem Park anschliessend das Label Park von nationaler Bedeutung verleihen kann.

Ebenfalls in der Sitzung vom 21. Februar 2018 hat der Bundesrat die Pärkeverordnung (PäV) angepasst. Damit schafft er rechtlich die Möglichkeit, dass Nationalpärke über die Landesgrenze hinaus errichtet werden können. Die Anforderungen für die Verleihung des Parklabels werden mit der angepassten Verordnung nicht verändert.

Mit diesen Entscheiden des Bundesrats sind alle im Kompetenzbereich des Bundes liegenden Voraussetzungen geschaffen, damit die lokale Bevölkerung in Kenntnis aller Fakten über das Nationalpark-Projekt des Locarnese abstimmen kann.

Pärke in der Schweiz

Der Bund anerkennt das Potenzial des Nationalpark-Projekts im Locarnese. Auf Gesuch des Kantons Tessin und der Parkträgerschaft unterstützt er dieses Projekt seit 2011 beratend und mit Finanzhilfen. Es wurde in einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen der Parkträgerschaft aus den acht Gemeinden, den „Patriziati“, dem Kanton Tessin und dem Bund entwickelt. Die Pärkepolitik der Schweiz beruht auf den Prinzipien, dass ein Park aus einer regionalen Initiative entsteht und die lokale Bevölkerung zustimmt. Der Bund fördert die Pärke von nationaler Bedeutung mit Finanzhilfen, der Verleihung des Parklabels und der Möglichkeit, Parkprodukte zu zertifizieren.

Standortpolitik mit Scheuklappen und keine Gewissensbisse

Der Bundesrat empfiehlt die Konzernverantwortungs-initiative zur Ablehnung. Damit verpasst er die Gelegenheit, die grossen Herausforderungen im Bereich Wirtschaft und Menschenrechte ernsthaft anzugehen. Die Initiative verlangt, dass Schweizer Konzerne die Menschenrechte und die Umwelt respektieren.

In dem im Dezember 2016 publizierten Nationalen Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte unterstreicht der Bundesrat seine Erwartung, dass „in der Schweiz ansässige und/oder tätige Unternehmen […] ihre menschenrechtliche Verantwortung gebührend wahrnehmen». Trotzdem enthielt der NAP keine einzige verbindliche neue Massnahme zur Umsetzung dieses Ziels. Nun empfiehlt der Bundesrat auch die Konzernverantwortungsinitiative ohne vertiefte Diskussion zur Ablehnung. Offenbar ist er nicht bereit, den Worten auch Taten folgen zu lassen und internationale Entwicklungen nachzuvollziehen oder gar zu antizipieren. International herrscht von OECD bis UNO Konsens, dass von Unternehmen heute ein proaktiver Umgang mit menschenrechtlichen und ökologischen Risiken erwartet wird und dafür Sorgfaltsprüfungen durchzuführen sind. Die Konzernverantwortungsinitiative schlägt vor, dieses Instrument gesetzlich zu verankern.

Die Nachbarsländer sind der Schweiz bereits heute deutlich voraus: Frankreich steht kurz vor der Verabschiedung eines Gesetzes, das eine Sorgfaltsprüfungspflicht vorsieht. Die italienische Regierung hat im Dezember angekündigt, juristische Abklärungen zur Einführung einer Sorgfaltsprüfungspflicht vorzunehmen. Und Deutschland wird ab 2018 systematisch überprüfen, dass bis 2020 mindestens 50% der grossen deutschen Firmen menschenrechtliche Sorgfaltsprüfungen etabliert haben und anderenfalls gesetzliche Massnahmen in Betracht ziehen.

Die Scheuklappenpolitik des Bundesrates hat nicht nur für die Opfer von Menschenrechtsverletzungen durch Schweizer Konzerne gravierende Folgen. Auch die zahlreichen Unternehmen, die heute schon Wert auf eine faire und sozial nachhaltige Geschäftstätigkeit legen, leiden darunter. Für sie wären allgemeinverbindliche Vorgaben des Bundes nötig, um für alle Unternehmen die gleichen Voraussetzungen zu schaffen.

Die grundlegende Frage nach einem gesetzlichen Rahmen, in dem sich multinationale Konzerne bewegen sollen, stellt sich immer dringender. Die breite Koalition hinter der Konzernverantwortungsinitiative, bestehend aus 80 Organisationen der Zivilgesellschaft, freut sich auf die nun bevorstehende Diskussion im Parlament und die Abstimmungskampagne. Das Interesse an der Thematik im Parlament ist rege: Nach der Publikation des Nationalen Aktionsplanes für Wirtschaft und Menschenrechte, wurden gleich fünf Interpellationen mit Nachfragen zum NAP eingereicht. Auch in der Bevölkerung ist das Problembewusstsein gross, wie eine repräsentative Demoscope-Umfrage vom Juni 2016 zeigt: 90 Prozent der Befragten wollen, dass Schweizer Konzerne verpflichtet werden, Menschenrechte und Umwelt auch im Ausland zu respektieren.

Die Konzernverantwortungsinitiative gibt dem Parlament und der Bevölkerung die Chance, die Untätigkeit des Bundesrates zu korrigieren und einen Schritt in Richtung eines zukunftsorientierten, nachhaltigen und gerechteren Wirtschaftsstandortes Schweiz zu machen.


Weitere Informationen

Die Konzernverantwortungsinitiative
Kontakt
Seraina Patzen
Koordination Koalition Konzernverantwortungsinitiative
076 349 07 22

2017: Nachhaltigen Tourismus für Entwicklung fördern

  Der Tourismus hat sich zu einer wichtigen transformatorischen Kraft entwickelt. ©UNO

Der Tourismus hat sich zu einer wichtigen transformatorischen Kraft entwickelt. ©UNO

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat das Jahr 2017 zum «Internationalen Jahr des nachhaltigen Tourismus für Entwicklung» erklärt. Ziel ist es, die Entscheidungsträger und die breite Öffentlichkeit für den Beitrag des nachhaltigen Tourismus zur Entwicklung zu sensibilisieren. Die Weltorganisation für Tourismus koordiniert die verschiedenen globalen Initiativen. Die DEZA unterstützt mehrere vielversprechende Projekte in Osteuropa.

«Jedes Jahr reisen über eine Milliarde Touristen um die Welt. Der Tourismus ist zu einer wichtigen transformatorischen Kraft geworden, die im Leben von Millionen Menschen viel bewirkt», erklärte der UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon anlässlich des Welttourismustags 2015, der wie jedes Jahr am 27. September begangen wurde.

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat dies zur Kenntnis genommen und 2017 zum «Internationalen Jahr des nachhaltigen Tourismus für Entwicklung» ausgerufen. Damit anerkennen die führenden Politiker der Welt, dass ein gut konzipierter und gut organisierter Tourismus zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Entwicklung beitragen kann. Im Rahmen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung will die UNO die Umstellung auf Politiken, Geschäftspraktiken und Verhaltensweisen fördern, die zu einem nachhaltigeren Tourismus für die Entwicklung beitragen.

Das internationale Jahr bildet eine einmalige Gelegenheit, um auf die grosse Wirkung und das Potenzial des Tourismus zur Förderung der Nachhaltigkeit hinzuweisen. In Bezug auf die Schaffung von Arbeitsplätzen gehört der Tourismus zu den dynamischsten Sektoren weltweit. Die Branche bietet vielen lokalen Gemeinschaften eine Existenzgrundlage und trägt damit zur Armutsbekämpfung sowie zur Integration der schwächsten Bevölkerungsschichten bei. Die Sensibilisierung und die Mobilisierung der Tourismuskreise sowie das Engagement für eine rationellere Verwendung der natürlichen Ressourcen können einen wesentlichen Beitrag zum Schutz der Biodiversität leisten. Der Tourismus kann auch den Frieden fördern, indem er die Verständigung zwischen den Völkern verbessert, das reiche Erbe der verschiedenen Zivilisationen bekannt macht und alle dazu einlädt, die den einzelnen Kulturen innewohnenden Werte zu schätzen.

Die DEZA engagiert sich aus der Perspektive der Entwicklung für den nachhaltigen Tourismus. Sie unterstützt etwa den «Arbeitskreis Tourismus und Entwicklung», ein Schweizer Forschungszentrum, das sich für das Recht der Gastländer auf Teilhabe an der Entwicklung des Tourismus und auf Schutz ihres Kultur- und Naturerbes einsetzt. Der Arbeitskreis informiert Reisende sowie Verantwortliche der Tourismusbranche und ‑politik über die Auswirkungen des Tourismus und sensibilisiert sie für einen intelligenten, umweltverträglichen und fairen Tourismus, von dem auch die Gastländer profitieren. Die DEZA setzt sich hauptsächlich im Rahmen ihrer Ostzusammenarbeit aktiv für einen nachhaltigen Tourismus ein.

UNO-Weltdatenforum: Aktionsplan zur Rolle der Statistik für nachhaltige Entwicklung

Neuchâtel/Bern, 19.01.2017 – Vom 15. bis 18. Januar fand im südafrikanischen Kapstadt das erste UNO-Weltdatenforum statt. Zum Abschluss wurde ein globaler Aktionsplan präsentiert, an dessen Entwicklung die Schweiz aktiv mitgearbeitet hatte. Die Schweiz wurde von einer gemischten Delegation aus dem Bundesamt für Statistik (BFS) und dem Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) vertreten.

Hauptthema des Forums war die Rolle von öffentlicher Statistik und Daten für die Umsetzung und das Monitoring der Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals SDGs), die von den UNO-Mitgliedstaaten im September 2015 im Rahmen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verabschiedet worden waren.

Am letzten Tag des Forums, an dem sich mehr als 1400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus über 100 Ländern trafen, wurde ein globaler Aktionsplan (Cape Town Global Action Plan for Sustainable Development Data) vorgestellt. Er umfasst insgesamt sechs Bereiche, in denen bis 2030 substantielle Fortschritte erzielt werden sollen. Dazu gehören unter anderem Innovationen und die Modernisierung der Statistiksysteme oder der Aufbau von Partnerschaften. Zu diesen Bereichen wurden jeweils Implementierungsschritte definiert, welche die Umsetzung in den nächsten Jahren steuern werden. Der Aktionsplan streicht die Wichtigkeit der Statistik im Umsetzungsprozess und bei den regelmässigen Überprüfungen heraus. Der Aktionsplan wurde unter aktiver Mitarbeit der Schweiz entwickelt und soll im März 2017 offiziell von der UNO-Statistikkommission verabschiedet werden.

Der Direktor des Bundesamts für Statistik (BFS), Prof. Dr. Georges-Simon Ulrich, und Botschafter Michael Gerber, Sonderbeauftragter für globale nachhaltige Entwicklung, übernahmen aktive Rollen an den Veranstaltungen des Forums. Damit wurde das internationale Schweizer Engagement und Profil im Zusammenhang mit der Umsetzung der Agenda 2030 gestärkt.

Das BFS und das EDA arbeiten bereits seit der Entstehung und Verhandlung der Agenda 2030 eng zusammen. Dadurch konnte die Schweiz die internationale Diskussion zum Nachvollzug und zur Überprüfung der Ziele für nachhaltige Entwicklung von Anfang an entscheidend mitprägen.

Wallpaper-Werkschau über ein Viertel Jahrhundert Fotojournalismus

Fotojournalist Gerd Müller beim Besuch einer thailändischen Schule in Sukothai. Bild: GMC

Der Zürcher Fotojournalist Gerd Müller zeigt in Kirchdorf (AG) im März eine „Wallpaper-Werkschau“ seiner Reportagen und Bilder aus über 90 Ländern – darunter auch aus dem Untergrund zu Zeiten der Apartheid und des Bürgerkrieges in Südafrika. Seine Begegnungen mit Nelson Mandela, Buschmännern, Aborigines, philippinischen Geistheilern, Kopfjägern, Amazonas- und Mixteken-Indios sowie seine Reportagen über exotische Refugien aller Art sind eine spannende Zeit- und Weltreise.

Begonnen hat Müller‘s journalistische Karriere im Untergrund von Südafrika zu Apartheid-Zeiten. Er berichtete für die „WOZ“ über die staatliche Repression, rabiate Zensur und die unmenschlichen Passgesetze. Später begleite Müller einen Schweizer IKRK-Delegierten im Bürgerkrieg und besuchte mit UN-Inspektoren das berüchtigte Pollsmoor Jail, in dem auch Mandela seine letzten Haftjahre verbrachte. Der 54 jährige Zürcher begegnete Nelson Mandela gleich zwei Mal. „Das waren Schlüsselerlebnisse“, wie Müller sagt.

Bei einem einwöchigen Reportage-Workshop mit dem Schriftsteller Niklaus Meienberg über die Asylanten-Empfangsstation in Kreuzlingen, stachen die Jungjournalisten schon in der ersten Nacht in ein Wespennest und erlebten eine Woche lang ein unglaubliches Medienspektakel mit Dementis von Stadtrat, Migrationsamt, Zivilschutz und Kirchen über das Gerd Müller hernach in der damals noch renommierten „Weltwoche“ eine Zusammenfassung der Ereignisse publizierte.

 

Der Zürcher Fotojournalist und Umweltaktivist nahe einer Riesenschildkroete im Haller Park in Mombasa. Bild: GMC

Bei seinen spannenden und kritischen Reisereportagen hat Müller stets auch über soziale Themen sowie Tier- und Umweltschutzaspekte berichtet und früh auf die drohenden Gefahren der Klimaerwärmung hingewiesen. Darüber hinaus hat er sich drei Jahre lang (1999 bis 2002) als Initiator und Präsident des „Tourismus & Umwelt Forum Schweiz“ dafür engagiert, „dass in der Reisebranche ein Umdenken und bei der Bevölkerung eine Sensibilisierung stattfindet“. Der Menschenrechtsaktivist hat sich stets auch für die Rechte der Ureinwohner eingesetzt.

Fotojournalist und Umweltaktivist Gerd Müller kennt keine Berührungsängste - auch wenn es sich um ein Rhinozeros handelt

Müller kennt keine Berührungsängste. 

Ein Teil seines Lebenswerks mit vielen Reportagen und Bildern stellt Müller nun im „Haus der Reportagefotografie“ in Kirchdorf* (AG) aus. Die „Wallpaper Werkschau“ über „25 Jahre Fotojournalismus“ zeigt das ganze Spektrum von Reisereportagen über alle fünf Kontinente hinweg. Hinzu kommen Aviatik- und Wirtschaftsberichte, Lifestyle und Luxusreportagen sowie die Publikationen in der Klima-, Ntur- und Umweltschutzecke. Der Besuch der „Wallpaper-Werkschau“ ist somit eine fantastische Reise rund um die Erde durch Raum und Zeit und zudem auch ein veritables Stück Mediengeschichte. (Reportagen sehen)

Das „Haus der Reportagefotografie“ befindet sich am Kirchweg 89 in 5416 Kirchdorf (AG) und ist vom 13.3. bis 25.3. täglich jeweils von 13.00 – 18.00 Uhr geöffnet. Ein Videoclip führt Sie kurz durch die „Wallpaper-Werkschau“ (folgt in Kürze) im Haus der Reportagefotografie in Kirchdorf.

Jazzgitarrist Nic Niedermann begleitet die Weltreise musikalisch

Nic Niedermann spielt an der Vernisage am 12.3.17 um 18.00 Uhr in Kirchdorf World Music . Bild: z.V.g.

Geboren 1963 und seit 1975 Autodidakt auf der Gitarre, gründete der in Kirchdorf aufgewachsene Nic Niedermann 1989 das Gitarrenduo Tonic Strings. Mit ihrem virtuosen Latin- und Gypsy-Jazz  feiern sie bis heute grosse Erfolge mit vier CD‘s- und Tourneen durch die ganze Welt.

Nic Niedermann spielte u.a. mit Eric Assante, Meistertrommler aus Ghana, Tobias Morgenstern, Akkordeonist aus Berlin, Daniel Küffer, Schweizer Jazzsaxofonist und schrieb Kompositionen für das Theater «Claque» in Baden («Hinterhof») und das Zirkustheater «Kran» («Palais de foux»). Von 1998-2001 war er musikalischer Lei-ter des Musikclub «Subton» in Baden und organisierte 80 Konzerte mit Musikern aus Jazz, Pop, Ethno, Klassik.

Seit 2014 ist Nic Leiter der Konzertreihe „Afterwork Live Musik“ im Club Joy des Grand Casino Baden. Er spielt ausserdem in der Band „forjoy“, einer Galaband und „Rotosphere“, einem Hammondtrio für Jazz und Blues. (Mehr dazu …) Für die Vernissage mit dem Konzert ist eine Anmeldung an gmc1@gmx.ch notwendig.

Wallpaper-Werkschau Flyer (S.1)  |  Vernissage Flyer Wallpaper Werkschau (S. 2)

Bilder von der Werkschau:  Asien  |  Apartheid  |  Klima + Nachhaltigkeit  | Sinai + Libanon  |  Tourismus & Umwelt Forum  Humanitäres  | Ayurveda in Indien  |  Lifestyle & Luxus  |  Karibik 

Video von Nic + Toni’s Auftritt im Musikrestaurant Prima Vista in Baden  (folgt in Kürze)

Kontakt für Medienrückfragen:

Gerd M. Müller, GMC Photopress, Flühgasse 63, 8008 Zürich, gmc1@gmx.ch, Mobil-Nr. 076 612 1962

Pressemitteilung  |  Pressemitteilung 2  |  Müllers Biografie  |  Nic Niedermann’s Biografie  | 

GMC’s Agentur- und Medienpartner

Die Schweiz engagiert sich für die Stärkung eines nachhaltigen Tourismus in der Antarktis

Bern, 04.03.2016 – Der Bundesrat hat am 4. März 2016 den Eidgenössischen Räten die Botschaft zur Ratifikation des Umweltschutzprotokolls zum Antarktis-Vertrag übermittelt. Dieses internationale Übereinkommen stärkt den Schutz der antarktischen Umwelt sowie den Forschungs- und Innovationsstandort Schweiz und bringt ein nahezu unberührtes Ökosystem mit dem Tourismus in Einklang. Ein Genehmigungsverfahren gewährleistet, dass wissenschaftliche und private Expeditionen Flora und Fauna nicht beeinträchtigen.

In Anbetracht der globalen Nutzung der Antarktis als gemeinschaftlich verwaltetes Gebiet, an das völkerrechtlich keine Hoheitsansprüche gestellt werden können, war es notwendig, einen gemeinsamen Nenner zum Umfang des Schutzes der antarktischen Umwelt festzulegen. Die Vertragsstaaten des Antarktis-Vertrages schufen 1991 mit dem Umweltschutzprotokoll ein effektives Instrument, um die Interessen der Nutzung durch den Menschen und die Wahrung der Natur in Einklang zu bringen.

Das internationale Übereinkommen umfasst verbindliche Umweltstandards. Zentral ist das Genehmigungsverfahren, welches jeder Mitgliedsstaat etablierten muss. Vorgängig zu jeder relevanten Tätigkeit, seien es private oder von öffentlich-rechtlichen Institutionen geplante Expeditionen, führen sie ein Bewilligungsverfahren durch. Je nach Intensität der geplanten Tätigkeiten muss der Antragsteller eine mehr oder weniger umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung erstellen. Zur innerstaatlichen Durchführung des Umweltschutzprotokolls ist ein Umsetzungsgesetz erforderlich, welches die Einzelheiten des staatlichen Genehmigungsverfahrens regelt.

Mit der Ratifikation trägt die Schweiz zu einem effektiven Schutz des antarktischen Gebietes bei. Gleichzeitig wird die gut etablierte schweizerische Polarforschung in der internationalen Zusammenarbeit mit anderen forschenden Mitgliedsstaaten unterstützt. Der Werkplatz Schweiz erhält einen geregelten und vorteilhaften Zugang, um Präzisionstechnologie sowie feinmechanische Instrumente in extremen Verhältnissen zu testen. Und schweizerische Tourismusunternehmen profitieren dank dem innerstaatlichen Genehmigungsverfahren von einer breiten internationalen Akzeptanz ihrer Tätigkeiten.

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Futtermittel: viele nicht konforme Deklarationen

Posieux, 25.02.2016 – Agroscope hat den Auftrag, die in der Schweiz in den Handel gebrachten Futtermittel für Nutz- und Heimtiere (Petfood) zu kontrollieren. Im vergangenen Jahr wurden 1‘480 Proben erhoben und analysiert. 70% davon waren konform. Dieser Anteil wird als zu tief erachtet.

Im Rahmen der amtlichen Futtermittelkontrolle erhob Agroscope im Jahre 2015 1‘314 Proben von Futtermitteln für Nutztiere, d.h. der Lebensmittelgewinnung dienende Tiere, sowie 166 Proben von Futtermitteln für Heimtiere, insbesondere Hunde- und Katzenfutter. Inspektionen wurden in mehr als 400 Produktions- oder Handelsbetrieben durchgeführt.

30% nicht konforme Futtermittel für Nutztiere

Knapp 70% der untersuchten Nutztierfutter gaben keinerlei Anlass zu Beanstandungen. 170 Futtermittel (13%) wurden leicht beanstandet, hauptsächlich aufgrund von Etikettierungsfehlern, und 233 Proben (ca. 18%) führten zu schwereren Beanstandungen. Die festgestellten Nicht-Konformitäten waren hauptsächlich Abweichungen von den deklarierten Gehalten und wichtige Etikettierungsfehler. Einzelne Proben führten auch zu Beanstandungen und weiteren Abklärungen aufgrund von Kontaminationen mit Salmonellen oder mit Futtermittelzusatzstoffen. Agroscope stellte zudem Pestizidrückstände bei Bio-Futtermitteln fest und musste diese zu konventionellen Futtermitteln deklassieren.

Gleichbleibende Situation bei den Heimtierfuttermitteln

Von den 166 bei Herstellern und Importeuren sowie Wiederverkäufern erhobenen Proben von Heimtierfuttermitteln gaben rund 63% (105 Proben) keinerlei Anlass zu Beanstandungen. 58 Proben (35%) wiesen von der Deklaration abweichende Gehalte ausserhalb der gesetzlichen Toleranzen auf, 32 davon zudem Mängel in der Deklaration. Zu Beanstandungen mit finanziellen Konsequenzen gaben lediglich zwei Proben Anlass aufgrund der Überschreitung des Höchstgehalts an Ambrosiasamen. Beide Produkte wurden vom Markt genommen.

GVO unter Beobachtung

Von den insgesamt 1‘314 Nutztierfuttermittelproben wurden 118 Einzelfuttermittel und 282 weitere Produkte (hauptsächlich Mischfuttermittel) auf gentechnisch veränderte Organismen (GVO) untersucht. Eine Probe gab Anlass zu Beanstandung und führte zu vertieften Abklärungen. (Quelle: Agroscope)