Archiv der Kategorie: Klimaschutz

Online Buchauszüge «Nomadenleben für die Reportage Fotografie» im Ueberblick

FA-18 military jets from Swiss Airforce escorting civil airplaine in the swiss alps

Zitat:   Nichts bewegt sich in deinem Leben, wenn du dich nicht selbst bewegst

 
Die Jugendunruhen zu Beginn der 80er Jahre                                                       

Ungehemmte Lust an der Befreiung von allen Zwängen                                     

Spirituelle Reisen in Spanien, Marokko, Portugal                                                          

Kontraste im Sengegal, in Polen und London                                                         

Südafrika: Im Kampf gegen die Apartheid im Untergrund    

Apartheid: Das rabenschwarze Kapitel der Schweiz             

1994: Mandelas Besuch in der Schweiz         

Im Strudel Schweizer Politskandale                                                                          

Mit Niklaus Meienberg in der Asylantenempfangsstelle                                        

Besuch bei den Bushmänner im Okavango-Delta

Die Buschmänner, deren Leben bald Geschichte ist                                              

Grenada 94: Auf dem Flugzeugträger US John Rodgers                                    

1993: Initant des Calypso & Steeldrum Festivals                                                  

Stets sozial engagiert und ökologisch interveniert                                                      

Soziales und politisches Engagement in der Schweiz                                               

Malediven 93: Die ersten Anzeichen des Klimawandels                                         

Borneo 96: Bei den handicapierten Orang Utans                                   

Mexico: Osterprozessionen und Indioaufstände

Kolumbien: Höllentrip in im Dienste der Swissair                                                     

Der Klimawandel das Tourismus & Umwelt Forum Schweiz  

Australien Offroad-Trips

Highlights in Brasilien                                                                                                  

Aegypten 2004: Bei den Beduinen im Sinai                                                              

Libanon 2006: In Beirut im Palästinenser-Flüchtlingscamp                                   

Iran-Schweiz: Zu Gast in der Iranischen Botschaft in Bern                                    

Indien: Kurz vor Moodys Wahl in Gujart                                                                   

Namibia: Interteam EZA-Einsatz und HIV-Projekt Oa Hera   

Print-Publikationsübersicht 

Auszüge aus dem noch unveröffentlichten Buch «Nomadenleben für die Reportage-Fotografie» des Zürcher Fotojournalisten Gerd Michael Müller

Im Strudel Schweizer Politskandale

Auszug aus der noch unveröffentlichten Autobiografie «Nomadenleben für die Reportage-Fotografie» des Zürcher Fotojournalisten Gerd Michael Müller     

Schweizer Atomkraftwerke abschalten: Zehntausende von AKW-Gegnern versammels sich in Döttingen im Kanton Aargau

VORWORT

Der Zürcher Autor, Gerd Michael Müller (Jg. 62) reiste als Fotojournalist durch mehr als 50 Nationen und lebte in sieben Ländern, darunter auch in Südafrika im Untergrund während der Apartheid. In den 80er Jahren war er Politaktivist bei den Zürcher Jugendunruhen und im «AJZ». Dann engagierte er sich für wegweisende Wildlife & Ökoprojekte im südlichen Afrika und humanitäre Projekte andernorts auf der Welt. Schon 1993 berichtet Müller über den Klimawandel und 1999 gründete er das «Tourismus & Umwelt Forum Schweiz». Durch seine humanitären Einsätze lernte er Nelson Mandela, den Dalai Lama und weitere Lichtgestalten kennen. Sein Buch ist eine spannende Mischung aus Politthriller, Reiseberichten und voll abgefahrenen Geschichten – den Highlights seines abenteuerlich wilden Nomaden-Lebens für die Reportage-Fotografie.

Mit enfant terrible Niklaus Meienberg im Asylantenzentrum

In den 80er Jahren hatte ich gute Jobs. Erst arbeitete ich bei der «Brauerei Hürlimann» im Export, dann bei einer Handelsfirma am Bahnhofplatz, der ich den gesamten Import von Getreidemehl aus Schweden vom Strassenverkehr auf die Bahn verlagerte und so nicht nur ein ökologisches Ziel umsetzte, sondern der Firma auch noch sehr viel Geld sparte, da die Bahnlösung auch noch erheblich günstiger war.

Dann kamen drei Reiseleiter-Einsätze für je drei Monate im Senegal, in Polen und in London. Später arbeitete ich beim «Media Daten Verlag», der die «Werbewoche» und das «Media Trend Journal» heraus gab. Dann wurde ich Anzeigenleiter der «Neuen Zürcher Zeitung» für die Bereiche Tourismus, Schulen und Institute und der «Swiss Review of World Affairs», dem englisch sprachigen Magazin der «NZZ». Und schliesslich produzierte ich die Wälzer „Portraits der Schweizer Werbewirtschaft“ bei einem weiteren Verlag. So rückte ich dem Journalismus immer näher und ich beschloss das Handwerk über eine PR-Ausbildung zu erlernen.

Im Oktober 1989 nahm ich an einem einwöchigen Journalismus-Workshop mit dem linken Journalisten, Schriftsteller und Historiker Niklaus Meienberg teil, der den «Villiger-Skandal im 2. Weltkrieg» aufdeckte. Dieser führte uns überraschend nach Kreuzlingen zur Asylantenempfangsstelle, bei der wir noch am Abend unserer Ankunft eine menschenunwürdige Situation vorfanden. Vor der geschlossenen Asylanten-Empfangsstelle hatten gut ein Dutzend frierender Flüchtlinge ein Feuer angezündet, um sich vor der bitteren Oktoberkälte zu schützen und aufzuwärmen. Sie seien von der Asylanten-Empfangsstelle ausgeschlossen worden, erklärten sie uns. Die Polizei war gerade dabei das Feuer zu löschen. Das brachte uns in Rage. Und Niklaus Meienberg kam so richtig in Fahrt. Der wortgewaltige Hühne orchestrierte eine Schandtirade feinster Didaktik. Aber Meienberg wäre nicht Meienberg, wenn den Worten nicht auch Taten folgen würden und so wies er uns an, die Flüchtlinge in die Jugendherberge zu verschieben, die gerade noch geöffnet hatte. Der arme Herbergen-Verwalter fiehl fast vom Stuhl als er das Dutzend Flüchtlinge vor sich sah mit einer Schar angehender Journalisten. Jetzt ging das Prozedere mit den Papieren und Identitäten los und konnte nach den ersten fünf Personen, weil hoffnungslos, abgebrochen werden.

Meienberg indes hatte schon am nächsten Morgen die halbe Deutschschweizer Presse auf den Plan gerufen und über die menschenunwürdigen Vorkommnisse und Praktiken vor der Flüchtlingsstelle («Strafaktion») hingewiesen. So sahen wir uns plötzlich im Presse-Trubel mit einer Schar Journalisten konfrontiert und belagerten so das Flüchtlingszentrum, bis wir mit dem Leiter der Empfangsstelle eine Aussprache hatten. Dann kamen die Politiker und Stadträte, die Mauerten, Peter Arbenz, der Flüchtlingsdelegierte der dem Empfangsstellenleiter einen Persilschein ausstellte, die kirchlichen Organisationen, die mehr Menschenwürde einforderten. Und so war die ganze Woche action. Der Kurs ging damit zu Ende, dass jeder am Freitag-Abend die Story über das Geschehen der letzten Woche schreiben konnte und Meienberg einen kurzen Kommentar dazu abgab.

Ich hatte das Glück, dass mein Beitrag und der eines anderen Schreibwerkstatt-Teilnehmers in der damals noch renommierten Weltwoche an meinem Geburtstag abgedruckt. Ein erster Einstieg war gelungen. Das spornte mich an, weiter in diese Richtung zu gehen.

Der «Fichenskandal» und die «P-26 Geheimloge»

Zwei FA-18 Militär-Jets beim Abfangmanöver einer Passagiermaschine über den Walliser Alpen. Bild: GMC/Gerd Müller

In diesem Jahr war ans Licht gekommen, dass sowohl die Bundesbehörden als auch die kantonalen Polizeikorps seit 1900 rund 900’000 Fichen angelegt hatten. Laut offiziellen Angaben waren mehr als 700’000 Personen und Organisationen erfasst. Der Beobachtungsradius erfasste zuerst ausländische Anarchisten, Schweizer Sozialisten und Gewerkschafter, unwillkommene politische Flüchtlinge und Ausländer, die ausgewiesen wurden. Mit dem Aufkommen des Antikommunismus wurden vor allem linksstehende Politiker und Mitglieder von Gewerkschaften überwacht. Offizielles Ziel der Fichierung war es, das Land vor aus dem Ausland gesteuerten subversiven Aktivitäten zu schützen.

Die Bekämpfung der Subversion war während des Kalten Krieges ein weitverbreitetes Schlagwort. Die Parlamentarische Untersuchungskommission PUK brachte zu Tage, wie weit dieser schwammige Begriff aufgefasst wurde. Wie aus den Unterlagen der Untergruppe Nachrichtendienst und Abwehr (UNA) hervorging, empfanden eifrige Staatsschützer „Alternative“, „Grüne“, Friedensbewegte, Drittwelt-Aktivisten, Frauenbewegungen und Fremdarbeiterbetreuer, Anti-AKW-Aktivisten, „Linke“ aller Art also per se, als potentiell gefährlich, denn sie könnten unterwandert, feindgesteuert oder manipuliert sein.

Auch ich bestellte meine Fiche, die dann doch überraschend detailliert war, was das Bewegungsprofil und die Kontakte angeht, aber ansonsten sehr belanglos war, bis auf die vielen schwarzen Stellen in dem 14 seitigen Protokoll, das wohl mehr die Spitzel-Identitäten verdecken und schützen sollten, als Staatsgeheimnisse, staatsfeindliche Aktivitäten oder Landesverrat der Überwachten zu Tage brachten. Es zeigte nur den blinden Eifer der Behörden und das traurige Abbild der Spitzel. Die wenigsten von uns waren Marxisten, Leninisten, Maoisten oder Kommunisten oder Staatsfeinde auch wenn das Motto: «Macht aus dem Staat Gurkensalat» skandiert wurden. Da wurde viel Staatspropaganda aufgefahren und mit Kanonen auf Spatzen geschossen, was sich letztlich aber an der Hartnäckigkeit der Ausläufer der „Bewegung» und ihren Forderungen als Bumerang erwies.

Dann gab es noch einen weiteren Politskandal: Die «P-26» Geheimloge (Projekt 26) war eine geheime Kaderorganisation zur Aufrechterhaltung des Widerstandswillens in der Schweiz im Fall einer Besetzung. Sie wurde 1979/1981 als Nachfolgerin des Spezialdienstes in der Untergruppe Nachrichtendienst und Abwehr (UNA) eingesetzt und 1990 nach der Bekanntmachung durch eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) durch Bundesrat Moritz Leuenberger aufgelöst. Für die P-26-Mitglieder war in Friedenszeiten keine Bewaffnung vorgesehen, doch darum scherte sich der illustre Geheimbund nicht. Vorgesehen war, dass sie Gruppe auf Befehl einer allenfalls im Ausland verbleibenden Exilregierung aktiv würde, um als Nachrichtenquelle zu dienen. Ein Kampfauftrag war nicht vorgesehen. Der war allein der Armee vorbehalten. Dennoch hortete die Organisation Waffen und legte Munitionsdepots an.

Seit 2021 ist die Schweizer Luftwaffe an 365 Tagen 24 h zur Sicherheit unseres Luftraums im Einsatz. Bild: GMC/Gerd Müller

Beruflich war ich zu Beginn der 90er Jahre mit meiner Public Relation Ausbildung und bei der PR-Agentur «Leipziger & partner» in Zumikon beschäftigt. Der Chef Dr. Emil Schreyger war Oberst im Militär und auch sonst ein kleiner Nazi. Also nicht mein Freund. Aber beruflich gesehen, war er ein Ass und ich profitierte viel von seinem Know How und den Kontakten zu Zivilorganisationen wie «Helvetas» und dem «Europa Institut». Bei der Zumikoner PR-Agentur organisierte ich u.a. das «Forum 91» und das «Colloquium Sicherheitspolitik & Medien» mit «NATO»-General Klaus Naumann, zwei hochpolitische Foren mit hochrangigen Militärs, Politiker, Wissenschaftler und Medienvertreter. Da prallten zwei Welten aufeinander: Hier der junge Freak, der Sympathie für die «Armee-Abschaffungs-Initative» hatte und sich der Rekrutenschule entzog, dafür aber gerne Zivildienst leistete. Auf der anderen Seite das bürgerliche Establishment, die Spitze der Schweizer Armee bis hin zum Gastreferenten, «NATO»-General Klaus Naumann, der nur von drei Kantonspolizisten eskortiert herein kam.

Damals spielte ich in Gedanken das militärische «Worst-Case Szenario» für die Schweiz durch, von dem die keine Ahnung hatten. Ein reales Bedrohungsszenario wäre gewesen, bei dieser Veranstaltung in der ETH Zürich eine Bombe platzen zu lassen und auf einen Schlag die Führung der Schweizer Armee auszuradieren. Ich hatte noch ein paar 35mm Flabgeschosse von der «Oerlikon Bührle»-Manufaktur, bei der ich einst in die Lehre ging. Ein Terror-Abwehrdispositiv für die hochkarätige Veranstaltung gab es damals noch nicht, ansonsten hätte ich es ja im Detail gekannt. Da habe ich gemerkt, dass man auch als Pazifist ein paar abgründig terroristische Ideen haben kann, wie es in Militär und Spionagekreisen eben branchenüblich ist.

Presseagentur-Gründung und die Zeit als Radio-Moderator

Als ich 1992das PR Diplom in der Tasche hatte, gründete ich meine Presse und Bildagentur «GMC», bezog mit einem «K-Tipp» Recherche-Journalisten und zwei Medienschaffenden aus dem Hotel/Gastrobereich Büros beim Klusplatz, baute die Kooperation mit der Tourismus-Fachzeitschrift «Travel Inside» und einigen Deutschschweizer Tageszeitungen und internationalen Bildagenturen aus und reiste in diesem Jahr zwei Mal in die Karibik, zuerst nach Kuba und für einen Segeltörn von Grenada nach Trinidad und Tobago. Wir wollten den Karneval erleben und konnten mit dem Boot dann tatsächlich mitten im Hafen im Stadtzentrum fahren, dort anlegen  und von so bequem zu den Paraden und dann wieder zurück aufs Boot gehen.

Port of Spain: Prächtige Kostümparaden mit gigantischen Auswüchsen bei der Parade in Trinidad. Bild: GMC/Gerd M.Müller

Der Karneval in Trinidad riss uns derart mit, dass wir ihn nach Zürich holen wollten. Und das gelang uns, dank dem Trinidader Percussionist an Bord des Segeltörns. Ralph Richardson und seine Frau Angie spielten beide leidenschaftlich Steeldrum und Ralph unterrichtete einige Steeldrum-Bands und Kinderbands in Zürich. So verpflichteten wir Mighty Sparrow, der achtfache «King of Calypso» zu einem Exklusiv-Galakonzert im Hotel International in Oerlikon. Dazu arrangierten wir ein Open-Air auf dem Marktplatz in Oerlikon mit acht Stelldrum-Bands am Vortag, einem Samstag. Dank der Kooperation mit der «BWIA», der «British West India Airlines», die damals neu nach Zürich flog, konnten wir während sechs Wochen vor dem Calypso & Steeldrum Festival karibische Spitzenköche nach Zürich einfliegen, mit allen frischen Zutaten und reichlich tropischer Dekoration, um im «Hotel International» in Oerlikon karibisches Flair, tropische Cocktails und leckere exotische Spezialitäten und Speisen anbieten.  

Durch das «Calypso & Steeldrum Festival» konnte ich nicht nur mit Roger Schawinskis «Radio 24» kooperieren und gab sowohl bei ihm zu einem einstündigen Interview und Sondersendungen zu Gast sondern auch bei «Radio DRS 3», welches eine einstündige Sendung über den Calypso aus Trinidad und Might Sparrow machte. Zudem war natürlich auch Frederic Dru von «Radio Tropic» daran interessiert, diesen Event so richtig zu zelebrieren. Letztlich nach dem Konzert von Mighty Sparrow liess sich das Schweizer Fernsehen für ihre erste Reisesendung die Karibik zum Thema nehmen und sie luden Mighty Sparrow dazu ein. Denn der «SRF»-Reise-Redaktor Kurt Schaad und der Musik-Redaktor waren an unserem Galakonzert gewesen. Wir waren also die Inspirationsquelle für die Reisesendung.

Inspiert vom Notting Hill Carnival in London 1986 reiste ich ein paar Jahre später nach Trinidad & Tobago: Bild: GMC

Erfreulich war aber auch, dass ich bei «Radio Tropic» als Allrounder auf freiwilliger und unentgeltlicher Basis zu arbeiten begann und dann sehr schnell meine eigenen Reise-Sendungen mit den allierten Airlines und Reiseveranstaltern produzierte und dabei völlig freie Hand hatte. Das war eine geniale Erfahrung und ich habe zweistündige Spezialsendungen über Australien, Afrika und die Karibik gemacht.

Ein oder zwei Jahre später hatte ich dann die Gelegenheit beim «Radio Kanal K» ebenfalls Sendungen zu produzieren. Der als Untergrund Musik- und Kulturradio bekannte Sender im Kanton Aargau liess ebenfalls sehr viel Spielraum zu. Und so machte ich zur Verblüffung aller ein hochkarätiges Interview mit vier kantonalen Parteipräsidenten zur heiss debattierten Asylanten-Initiative der SVP. Mit dabei waren u.a. Gerry Müller, der später Stadtpräsident von Baden.

Der nächste Protagonist ist mein Lieblingsfeind Andreas Glarner von der SVP aus der Aargauer Gemeinde Arni. Schliesslich noch der kantonale FDP und CVP-Präsident. Eine reine Männerrunde also. Das war mein erstes derartiges und hochkarätiges Interview mit vier Spitzenpolitikern zu einem der heissesten Themen im Inland dazumal. Und ich glaube, ich habe es brilliant gemeistert und eine sehr engagierte und kontroverse Diskussion entfacht. Mein beruflicher Status als Fotojournalist und Radioproduzent sowie das veritable Bild- und Presseagenturnetzwerk liessen meinen Wert bei den Fluggesellschaften in die Höhe schnellen. Für Reisen nach Afrika rief ich die «SAA» South African Airways, in die Karibik flog ich mit der «BWIA», British West India Airlines, nach Brasilien mit der «TAM», zu den französischen Übersee-Territorien und in die Südsee die «AOM» und nach Asien «Singapore Airlines» und «Malaysia Airlines» von denen ich regelmässig die Flugtickets gratis erhielt, da ich hernach in mindesten sieben, oft mehr Tageszeitungen die Reportagen publizierte und auch für viele Hochglanz-Magazine arbeitete. Das war eine fantastische Zeit.

Ab den 90er Jahren veröffentlichte ich jahrelang regelmässig Reisereportagen, Aviatik-und Wirtschaftsberichte in den wichtigsten überregionalen Tageszeitungen «Aargauer Zeitung», «Der Bund», «Neue Luzerner Zeitung», «Solothurner Zeitung», «Südostschweiz» sowie im «Facts» in der «SonntagsZeitung» bevor ich mich ab 1997 auch auf Wellness, Beauty und Lifestyle-Features spezialisierte, die in Hochglanzmagazinen wie «Relax & Style», «World of Wellness», «Wellness Live», «Wellness Magazin» (D) erschienen. Auch im «Globo (D)», im «Medico Journal Reisen & Kultur», im «Animan», und im «Spiegel» wurden Reportagen von mir publiziert.

Politische Feier der Kommunistischen Partei und Ehrung von Sardar Vallabhbhai Patel in Ahmedabad

Auszug aus der noch unveröffentlichten Autobiografie «Nomadenleben für die Reportage-Fotografie» des Zürcher Fotojournalisten Gerd Michael Müller      

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Kenya: Nach ethnischen Konflikten in der IKRK-Mission in Eldoret im Rift Valley

Auszug aus der noch unveröffentlichten Autobiografie «Nomadenleben für die Reportage-Fotografie» des Zürcher Fotojournalisten Gerd Michael Müller

Nach den ethnischen Unruhen im Rift Valley wollte ich mir selbst ein Bild machen und fuhr mit dem IKRK rum. Bild: GMC

VORWORT

Der Zürcher Autor, Gerd Michael Müller (Jg. 62) reiste als Fotojournalist durch mehr als 50 Nationen und lebte in sieben Ländern, darunter auch in Südafrika im Untergrund während der Apartheid. In den 80er Jahren war er Politaktivist bei den Zürcher Jugendunruhen und im «AJZ». Dann engagierte er sich für wegweisende Wildlife & Ökoprojekte im südlichen Afrika und humanitäre Projekte andernorts auf der Welt. Schon 1993 berichtet Müller über den Klimawandel und 1999 gründete er das «Tourismus & Umwelt Forum Schweiz». Durch seine humanitären Einsätze lernte er Nelson Mandela, den Dalai Lama und weitere Lichtgestalten kennen. Sein Buch ist eine spannende Mischung aus Politthriller, Reiseberichten und voll abgefahrenen Geschichten – den Highlights seines abenteuerlich wilden Nomaden-Lebens für die Reportage-Fotografie.

Zwe Rot-Kreuz Fahrzeuge fahren zur einer von zehn Rot Kreuz Holzwerkstätten für den Wiederaufbau der Bauernhäuser

2008 kam ich nach Kenya, besuchte erst die Region beim Samburu Nationalpark und war im «Joys Camp» stationiert. Es war eine schöne entspannte Reise  Dann ging die Reise nach Mombasa, um die Touristenenklave kennenzulernen und traf dort im «Haller Park» ein, der von einem Schweizer renaturierte Wildlife-Reservat. Das war sehr beeindruckend. Von den Chimpansen über Krokodilie und Riesenschildkröten gab es fast alles. Schulkinder kamen in Scharen. Für sie war es nicht nur ihr Ausflug in den Zoo sondern auch eine Lektion über Wildtierschutz und die Bedeutung ihrer Oekosysteme, sprich ihrer Umwelt und dem Verhalten der lokalen Bevölkerung. vorbildlich.

Die Reise führte weiter zum «Ol Pejeta Rhiino & Chimpanzee Sanctuary» in der Nähe des Mount Kenya. Wie der Name schon sagt wurden dort vor allem Rhinozerosse vor Wilderern geschützt und eine grosse Chimpansen-Kolonie gehegt und gepflegt. Zum ersten Mal berührte ich dort die Panzerhaut eines Nashorns, als ich ehrfürchtig neben einem dieser Bullen und dem Landrover stand und hoffte, dass mich das zwei Tonnen Muskelpaket als harmlosen Spatzen betrachtete. So geschehen.

Eine von zehn Rot-Kreuz-Holzwerkstätten für den Wiederaufbau der Bauernhütten von vertriebenen Flüchtlingen. Bild: GMC

Nachdem ich meine Wildlife-Neugier gestillt hatte, kam wieder die humanitäre Mission dran. Zurück in Nairobi ging ich zum «IKRK»-Hauptsitz und machte ein Interview mit dem Stellvertretenden Generalsekretär James Kisia über die Lage der Flüchtlinge im Rit Valley nach den blutigen Unruhen und ethnischen Vertreibungen. Und ein weiteres Interview mit dem Tourismusminister, Najib Balala, den ich auch auf die Konflikte ansprach und der zwar überrascht aber sehr souverän darauf reagierte.

Schliesslich flog ich nach Eldoret hoch und ging zum lokalen «ICRC» Red Cross Commitee. Mit den dortigen Mitarbeitern fuhr ich drei Tage lang in den  die Flüchtlingscamps herum und sah mir die Wiederaufbauprojekte an. Es schien mir noch ein langer Weg zurück zur Normalität zu sein und das Elend in den Flüchtlingslagern mit insgesamt über 100000 Personen war bedrückend.

Ich war froh, dass meine nächste Mission wieder im Bush mit den Wildtieren statt fand. Denn von Nairobi, reiste ich via Johannesburg, Gabarone und Maun wieder einmal ins Okavango Delta und zwar zu den renommierten «Wilderness Wildlife Fund (WWF) Bush-Lodges und besuchte dort auch die HIV-Foundation «Children in the wilderness».

Auszug aus dem Buch «Highlights of a wild life» des Zürcher Fotojournalisten Gerd M. Müller

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Kenya Red Cross Mission Eldoret: Dirty roads and sometimes bloody work. bad condition and trouble-shooting everywhere

IN EIGENER SACHE: IHR BEITRAG AN HUMANITAERE UND OEKO-PROJEKTE

Geschätzte Leserin, werter Leser

Der Autor unterstützt noch immer zahlreiche Projekte. Infolge der COVID-19 Pandemie ist es aber für den Autor selbst für und zahlreiche Projekte schwieriger geworden. Die Situation hat sich verschärft. Für Ihre Spende, die einem der im Buch genannten Projekte zufliesst, bedanke ich mich. Falls Sie dies tun wollen, melden Sie sich bitte per Mail bei mir gmc1(at) gmx.ch. Vielen Dank im Namen der Hilfsprojekt-Empfänger/innen.

Highlights in Brasilien und Amazonas Expedition

Im Bundesstaat Maranhao gibt es endlose Dünenlandschaften mit Süsswasserseen. Bild: Gerd M. Müller

Auszug aus der noch unveröffentlichten Autobiografie «Nomadenleben für die Reportage-Fotografie» des Zürcher Fotojournalisten Gerd Michael Müller

VORWORT

Der Zürcher Autor, Gerd Michael Müller (Jg. 62) reiste als Fotojournalist durch mehr als 50 Nationen und lebte in sieben Ländern, darunter auch in Südafrika im Untergrund während der Apartheid. In den 80er Jahren war er Politaktivist bei den Zürcher Jugendunruhen und im «AJZ». Dann engagierte er sich für wegweisende Wildlife & Ökoprojekte im südlichen Afrika und humanitäre Projekte andernorts auf der Welt. Schon 1993 berichtet Müller über den Klimawandel und 1999 gründete er das «Tourismus & Umwelt Forum Schweiz». Durch seine humanitären Einsätze lernte er Nelson Mandela, den Dalai Lama und weitere Lichtgestalten kennen. Sein Buch ist eine spannende Mischung aus Politthriller, Reiseberichten und voll abgefahrenen Geschichten – den Highlights seines abenteuerlich wilden Nomaden-Lebens für die Reportage-Fotografie.

DIe Aussicht von meinem Hotelzimmer an der Beira Mar beim Hafen und nahe der Praia do Futuro. Bild: GMC

2003  wurde ich für drei Monate als Resident Manager für ein Schweizer Reiseunternehmen in Fortalezza im Nordosten Brasilien stationiert und hatte eine verdammt gute Zeit. Relativ wenig Gäste, also keinen Stress, ein Hotelzimmer direkt an der Beira Mar, das ist wie in Rio an der Copacabana. Und ein gutes Fahrzeug, mit dem ich bis nach Jericoacoara zu den fantastischen Sanddünen kam und im Süden bis nach Moro Branco und nördlich von Ceara bis Jericoacoara fuhr.

Das war so der Aktionsradios, aber das brasilianische Lebensgefühl hat mich schon auf früheren Reisen sehr angezogen. Zuvor war ich schon in Rio de Janeiro, in Salvador de Bahia, auf der Ferieninsel Buzio und habe auch eifrig portugiesisch gelernt. Da ich recht gut spanisch sprach, viel mir der Einstieg leichter und die Sprache gefällt mir viel besser.

Auch die Musik Alle Latinamerikanischen Klänge verzaubern mich: Vom Tango in Argentinien über den «Bossa Nova» eines Gilberto Gil in Brasilien oder den Volkstanz «Forro», wie in Fortalezza, vom «Salsa» und «Son» auf Kuba zum «Merengue» auf der Dominikanischen Republik, all diese Musikstile und Tänzformen sprechen mich an. Die Erotik ist beispielslos verführerisch. Und die Frauen ebenso. „Mamma mia. Einfach scharf und zuckersüss zugleich“.

Eine Leidenschaft von mir. Ich war überall auf der Welt mit Pferden oder Dromedaren unterwegs.Nicht immer allein.

Ich verstand nie ganz, was soviele Schweizer Männer nach Thailand zog. Vielleicht unterschätze ich die Verführungskunst der Asiatinnen komplett, aber mir sind halt latinamerikanische und afrikanische Kulturen näher. Und da Fortalezza sozusagen das Bangkok Brasiliens ist und wöchentlich dutzende, vollbesetzte Billig-Charter-Flüge von Amsterdam und Rom einflogen und die Prostitution anfachten, kam auch ich so aus purer Langweile zu meinen feurigen Bekanntschaften und paradiesischen Amouren. So müsste es immer sein. Leider musste ich das Paradies wie vorgesehen nach drei Monaten verlassen und der nächste Einsatz hätte krasser und karger nicht sein können. Ein Kulturschock stand mir bevor. Wohin sollte die Reise nun gehen? In den Sinai. Und zwar für sechs Monate. Oh je.

Doch bevor ich Sie mit auf die Reise in den Sinai nehme und dann noch in den Libanon, möchte ich vorwegnehmen, dass ich nach Aegypten gleich wieder nach Brasilien zurückkehrte und weitere vier Monate dort lebte und 6000 Kilometer im Off-Roader bis zum Amazonas und zurück legte.

6000 Kilometer Off-road Trip von Fortalezza bis Manaus und retour

Unbeschreiblich schön diese Sanddünen-Landschaft an der brasilianischen Küste im Norden. Bild: Gerd M. Müller

Als ich meinen Reiseleiter-Einsatz im Sinai endlich beendet hatte, wollte ich gleich wieder nach Brasilien zurück. Zuvor sah ich noch meine Kinder in Zürich nach einen halben Jahr kurz wieder, dann war ich wieder weg. Roberta, also die Mutter meiner Kinder hatte damals eine Krise mit dem Verlust ihres Freundes und einer Fehlgeburt und wollte mir aus heiterem Himmel plötzlich das Besuchsrecht verweigern.

Statt zu Prozessieren und hernach einen Scherbenhaufen zu haben, teilte ich mir mit, dass wenn Sie meine Kinderbetreuung für überflüssig hält, ich wohl endlich mal wieder länger ins Ausland gehen könne. Und siehe da, es dauerte keine zwei Wochen und ich hatte den Job als Resident Manager in Fortalezza.

Also zurück in Fortalezza lebte ich erst Mal zwei Monate im Favela Serviluz nahe der Praia do Futuro bei einem Freund. Ich hatte ein simples Zimmer in seinem Backstein-Häuschen und mir war da ganz wohl. Bald kannte ich viele Leute und die Nachbarn im Favela kannten mich, sodass ich keine Probleme hatte mich dort frei zu bewegen. Es war eine gemütliche Hänger-Zeit, denn ich hatte im Sinai und schon zuvor in Brasilien gute Devisengeschäfte mit den Touristen gemacht. Das war eigentlich immer eine erträgliche Neben-Einnahmequelle bei dem Job. In Polen bin ich so ja fast Zloty-Millionär geworden.

Dann besuchte mich eine Freundin aus der Schweiz und wie mieteten uns einen Highlux, um entlang der brasilianischen Küste von Fortalezza bis nach Manaus hochzufahren und im Inland die Rückreise zu vollziehen. Das sind gut 6000 Kilometer, die ich in 11 Tagen zurücklegte. Ehrlich gesagt, war die Reise im Offroader fast bequemer auf der Asphaltstrasse, die mit Löchern, die bis zu einem halben Meter tief waren, völlig übersät war. Die Strasse sah aus wie nach einem flächendeckenden Bombenbangriff. Dort gewöhnte ich mir an, permanent auf den Geröllstreifen rechts der Fahrbahn zu fahren. Da kommt man viel schneller vorwärts und wirbelt kräftig viel Staub auf. Das ist schon von weitem zu sehen.

Die Reise verlief über Jericoacoara, eine fantastische Dünnenlandschaft, die aber im nächsten Bundesstaat Maranhao noch übertroffen wurde von den Seen in den Sanddünen-Landschaften. Eine wahnsinnig faszinierende Gegend finde ich. Mir gefallen Wüsten besser wie Urwälder. Man kommt einfach besser voran. Im 4×4 wenigstens. Doch auch hier, wäre ich ohne die Hilfe der Einheimischen Fischer arg gestrandet. Es mussten zahlreiche Flüsse überquert werden und zumeist ging das ganz gut.

Doch dann kamen wir zu einem Fluss, der auf unserer Seite erst sehr breit und seicht war, dann gab es ein kleines sandinselchen vor der Stelle, wo der Fluss eine enge, reissende Mündung wie in einem Trichter durchfloss. Das konnte ich aus 40 Metern gut sehen. Das war eine sehr gefährliche Stelle. Wenn ich nicht mit Vollgas, die letzten acht bis zehn Meter würde durchqueren können. Also fuhr ich mit viel Schub durch die breite, seichte Stelle auf die Insel zu geriet bei der Insel ins Stocken und dadurch kam ich mit wenig Schwung im reissenden Durchfluss an und zwar mit der Motorhaube im 45 Grad winkel zu dreiviertel im Wasser feststeckend.

Nur dank einem Boot im Strömungskanal, das den Wagen ein wenig anhob und einem Auto, das uns von hinten mit dem Drahtseil über die seichte Flussstelle zurück zog, schaften wir es aus dem Fluss herauszukommen. Glück gehabt, dass dort in der Nähe Fischer waren und nach drei, vier Stunden auch noch ein Fahrzeug kam.

Ein anderes Mal, da war ich gerade in der brütenden Mittagshitze allein unterwegs und im tiefen Sand stecken geblieben. Es dauerte vier Stunden und unendlich viele Ruckelstösse für ein paar Zentimeter weiter, bis ich wieder weiter fahren konnte. Der Sand war glühend heiss und ich Schaufelte wie ein Verrückter. Ich dachte wirklich nicht, dass ich es noch schaffen würde, nachdem ich nach zwei Stunden schon komplett fix und fertig war und eine Pause einlegen musste.

MS Bremen Cruise von Iquitos (Peru) via Manaus nach Kuba  

Amazonas Cruise mit der MS Bremen und Wissenschaftler und Umweltexperten an Bord. Bild: Gerd M. Müller/GMC

Im Jahr 2006 hatte ich die einmalige Gelegenheit, an einer exklusiven Schiffsreise auf der «MS Bremen» teilzunehmen, die von der peruanischen Stadt Iquitos am Oberlauf des Amazonas bis nach Manaus fuhr mit Wissenschaftler, Natur- und Umweltexperten an Bord. Dank den Dingis konnte man so vom Schiff aus in die verschlungenen Seitenarme reinfahren und erfuhr viel über den Urwald und die Indios, die in diesen abgelegenen Öko-Refugien lebten. Abends gab es dann immer Vorträge und statistische Fakten zum Verlust der Biodiversität, von der schwindenen Fauna und Flora und den mit der globalen Erwärmung an diesem Ort verbundenen Auswirkungen, welche das Weltklima beeinflussen.

An Bord waren  Dr. John H. Harwood, Neotropikaner Amanzonas und Biomassen-Experte (INPA), Prof. Dr. Lothar Staeck von der Techischen Universität in Berlin, Experte für Biologier und Artenvielfallt, Dr. Harmut Roder, Historiker und Museumswissenschaftler und Lehrbeauftragter der Hochschule in Bremen, Dr. Thomas Henningsen, Experte für Meeresbiologie und Flussdelphine sowie Kampagnenleiter für die Bereiche Wälder und Meere bei Greenpeace Deutschland sowie Frau Dr. Claudia Roedel, Espertin für Biologie und tropische Ökologie. Also ein nahmhaftes Expertenteam. Das hat man nicht immer.

Hier sind wir beim Zusammentreffen der beiden grössten Flüsse die sich zum Amazonas Strom vereinigen. BIld: GMC

Eigentlich wollte ich ja in Iquitos an Bord der «MS Bremen» gehen und zwar von Cachamarca im Hochland von Peru bei den Inka-Thermalquellen via Lima kommend. Doch ich machte zum ersten Mal im Leben einen Terminfehler, mit drastischen Folgen. Die «MS Bremen» hatte schon vor Stunden abgelegt. Ohne mich. Nun stand ich da und versuchte während drei Tagen irgendein Boot zu chartern um dem Luxusdampfer hinterher zu fahren. Nichts ging. Als ich dann endlich auf einem kleinen Boot mit nach Manaus reisen konnte, dauert es schliesslich eine Woche, bis ich die «MS-Bremen» eingeholt hatte. Auf dem Boot wurde ein Rucksack von mir gestohlen und der Grenzübertritt von Peru nach Brasilien war abenteuerlich. Wir kamen in finsterster Nacht an der Grenze an. Dort gab es keine Hütte zum Schlafen. Auf der anderen Seite in Brasilien schon. Wir fanden einen alten Mann, der uns rüberfuhr und am nächsten Morgen wieder in Brasilien abholte und mit uns nach Peru zurückpaddelte, da wir einen ordentlichen Grenzübertritt machen mussten, um nicht illegal in Brasilien anzukommen.

Brazil: Die Landschaft an der Grenze der Bundesstaaten Maranhao und Piaui nahe Chaval. Bild. Gerd M. Müller/GMC

Nachdem die Operation Grenzübertritt gelungen und ich endlich 1000 Kilometer und sechs Tage später abgebrannt und am Ende meiner Kräfte von der Bootsfahrt an Bord der «MS Bremen» war, entspannte ich mich Mal auf dem Luxusdampfer und wurde wahrlich köstlich verpflegt. Nicht nur mit wertvollen Informationen und super Vorträgen, sondern auch mit fantastischen Büffets und niveauvollem Unterhaltungsangebot.

Zudem lernte ich die einzigen jüngeren Gäste an Bord kennen. Ein Anwalt aus München mit seiner noch jüngeren Frau. Und die hatten ein Kilo Koks im Gepäck und rupften das ganze Zeug bis zur Ankunft in Kuba in drei Wochen durch. Hin und wieder gab es auch für mich einen Schnupf und das war wahrlich ganz geiles Zeug. Kein Vergleich zu was in Europa letztlich auf der Strasse gehandelt wird. Also ein echt purer Genuss hochwertigsten Stoffes. Also dieser Anwalt machte so eine Reise viermal jährlich und pulverte dann irgendwie München voll. Was Anwälte nicht so alles tun? Anyway, wir hatten eine sau gute Zeit.

Körperkult und Keuschheit

Bei den Fremdenlegionären im Survival Camp

French Guyane: The headquarter of the 9th Marine-Infanterie-Regiment of France in the capital city Cayenne. Bild: GMC

Bevor wir Kuba ansteuerten war ein Zwischenstopp auf Französisch Guyana angesagt. Ich kannte das französische Departement doutre Mer schon. Vor Jahren besuchte ich die «ESA»-Raumfahrtstation in Kourou und fuhr sowohl nach Cayenne als auch auf die Teufelsinsel. Damals war ich mit einer kleinen Schweizer Journalisten-Truppe hier und nutzte die Zeit nach Ihrer Abreise um in das Survival Camp «CISAME» zu gehen und dort eine Woche den Ueberlebenskampf im Urwald üben. Das Camp hatten Ex-Söldner der Legion etrangere, also der Fremdenlegion gegründet. Zuerst um dort selbst das Ueberleben im Urwald zu trainieren, dann um Westlern dieses Existenzialisten-Abenteuer anzudienen.

The Centre Spacial of the European Union Space Mission in Kourou, South America: A huge transporter for the space shuttle

Und wahrlich, so ein «Survival Trip» wird dein Leben verändern. Und wenn du ihn überlebt hast, gehst du wie ein Bergsteiger und Marathonläufer die Dinge im Leben an. Nun hatte ich ja schon im Bush in Botswana und Südafrika mein Survival Training gehabt. Aber hier im Dickicht bei schweisstreibender Hitze und Feuchtigkeit war das ganz anders. Und dann das Lernen wie man Fallen errichtet und die Beute verspeist. Eine kurze Einführung über all die Gifttiere, von denen es hier nur so wimmelt. Tja und dann hiess es «tschüss» von unseren Instruktoren und: «versucht es Mal, für eine Woche hier im Urwald autark zu überleben». Eine echte Herausforderung, der ich nicht ganz gewachsen war.

French Guyane: Two monkey’s riding on a Tapir Bild: Gerd M. Müller/GMC Photopress

Tröstlich war, dass ich zuvor in der letzten Nacht, als meine Berufskollegen und ich Nachts spät betrunken durch die leeren Gassen von Cayenne stolperten und von drei oder vier Personen überfallen wurden. An einer kleinen Kreuzung sah ich plötzlich aus allen Richtungen Gestalten heran huschen und warnte meine Freunde. Beim Umdrehen erhielt ich eine Ladung Tränengas ins Gesicht und sah nichts mehr. Doch drehte ich mich mit geballten Fäusten und hochgezogenen Knien rasch um mich, drosch auf alle rein und verschaffte mir eine Lücke aus dem Kreis der Angreifer, sodass ich Vollgas flüchten konnte. Wir kamen mit dem Schrecken davon.

Doch fahren wir noch ein Stück weiter mit der MS Bremen von Französisch Guyana. Diesmal liegt die grösste Strecke übers Meer vor uns. Diese war ganz ruhig. Keine Welle zu sehen. Spiegelglatt das Meer und endlos der Horizont. Schön am Morgen bei Sonnenaufgang und noch schöner Abends bei Sonnenuntergang. Ansonsten aber langweilig, wenn man sich nicht den gesellschaftlichen Auftritten hin gab. Das Koks half perfekt über die Langeweile hinweg und reichte bis Kuba. Dort trennte ich mich von dem Münchner Pärchen und ging wieder meine eigen Wege.

French Guyane: The former political prison on devils island near Cayenne and Kourou

Zum ersten Mal bin ich per Schiff in Havanna angekommen und das ist schon ein ganz anderer Anblick. Viel besser als die der Bucht gegenüberliegenden Burg.

Blick:    Ein Land zum Abheben   

Mittelland Zeitung:  Guayana: Wo Europa im Amazonas ausufert

Auszug aus dem Buch «Nomadenleben für die Reportage-Fotografie» des Zürcher Fotojournalisten Gerd M. Müller

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IN EIGENER SACHE: IHR BEITRAG AN HUMANITAERE UND OEKO-PROJEKTE

Geschätzte Leserin, werter Leser

Der Autor unterstützt noch immer zahlreiche Projekte. Infolge der COVID-19 Pandemie ist es aber für den Autor selbst für und zahlreiche Projekte schwieriger geworden. Die Situation hat sich verschärft. Für Ihre Spende, die einem der im Buch genannten Projekte zufliesst, bedanke ich mich. Falls Sie einen Beitrag spenden wollen, melden Sie sich bitte per Mail bei mir gmc1(at) gmx.ch. Vielen Dank im Namen der Empfänger/innen.

Die Buschmänner, deren Leben im Einklang mit der Natur bald Geschichte ist

Auszug aus der noch unveröffentlichten Autobiografie «Nomadenleben für die Reportage-Fotografie» des Zürcher Fotojournalisten Gerd Michael Müller

Botswana: Zwei Naro-Bushmen bei der Jagd mit den Pfeilbogen, die nach Bedarf auch vergiftet werden. Bild. Gerd M. Müller

VORWORT

Der Zürcher Autor, Gerd Michael Müller (Jg. 62) reiste als Fotojournalist durch mehr als 50 Nationen und lebte in sieben Ländern, darunter auch in Südafrika im Untergrund während der Apartheid. In den 80er Jahren war er Politaktivist bei den Zürcher Jugendunruhen und im «AJZ». Dann engagierte er sich für wegweisende Wildlife & Ökoprojekte im südlichen Afrika und humanitäre Projekte andernorts auf der Welt. Schon 1993 berichtet Müller über den Klimawandel und 1999 gründete er das «Tourismus & Umwelt Forum Schweiz». Durch seine humanitären Einsätze lernte er Nelson Mandela, den Dalai Lama und weitere Lichtgestalten kennen. Sein Buch ist eine spannende Mischung aus Politthriller, Reiseberichten und voll abgefahrenen Geschichten – den Highlights seines abenteuerlich wilden Nomaden-Lebens für die Reportage-Fotografie.

Von den Tsodillo Hills im Nordwesten Botswana’s überfliegen wir den Garten Eden der Kalahari, das Okavango-Delta mit seinem opulenten Farbenspektakel samt abwechslungsreicher Fauna und Flora und sind zwei Stunden später mit der Propeller-Maschine mitten in der Zentral-Kalahari gelandet. Hier tauchen wir für ein paar Tage in das Bushmen-Leben der Ureinwohner ein.

Nahe Ghanzi öffnet uns Neetljie (Njoki) Bower von der Grassland Safari Lodge das Tor zur Buschmänner-Welt. Ihre Familie ist seit 1890 hier in der Gegend sesshaft und die junge Mutter als auch ihre beiden blonden Töchter sprechen die Klicklaut-Sprache der Naro-San perfekt. Sie sind mit den Bushmen aufgewachsen.

Botswana: Ein junger San röstet eine Melone über dem Feuer. Bild: Gerd M. Müller/GMC Photopress

Neetljie bringt mich zu einer Naro-Bushmen-Sippe und erklärt mir an zwei Tagen, die Pflanzenwelt der San und ihre Verwendung als Nahrung oder für medizinische Zwecke. Die letzten der noch rund 16‘000 Ureinwohner Afrikas leben zurückgezogen in der Zentral-Kalahari im Süden des Okavango-Deltas oder bei den Tsodillo-Hills noch immer ihre eine Jahrtausende alte Jäger- und Nomadenkultur, die es in wenigen Jahren schon nicht mehr geben wird.

Mit dem Untergang der San geht auch ein hierzulande eher unbekanntes Stück Geschichte Afrika’s verloren. „Lange kann es nicht mehr dauern, bis wir von der Mutter Erde endgültig verschwunden sind, sinniert Suruka, ein junger San vor sich hin. „Das Schicksal unseres Volkes ist besiegelt. Der Sternenhimmel zeugt von Vergänglichem und Ewig währendem“, fährt Suruku gedankenverloren fort. Und wie vergänglich ein Stück Menschheitsgeschichte dazu ist – vielleicht bald einmal auch die unsrige Geschichte ist, fällt mir dazu spontan ein. Schliesslich sind fast alle Hochkulturen nach spätestens 2000 Jahren untergegangen. Nicht nur unser Resourcenverbrauch ist beängstigend, auch die sich häufenden Pandemien fallen auf. Da könnte noch mehr auf uns zukommen.

Die Naro-Bushmen nahe Ghanzi in der Central Kalahari zeigen und üben ihr Kampftalent. Bild: Gerd M. Müller/GMC

Eros-Prinzip: Die San kennen weder Besitz noch Gier.

Alles gehört der Mutter Natur, das ist die Kultur der Buschmänner und Frauen. Die San sind meisterhafte Spurenleser, berüchtigte Jäger, begnadete Bogenschützen und wahre Ökologen. Nichts wird verschwendet. Alles gehört Mutter Natur und Erde. Keiner besitzt irgendetwas. Alles, was gebraucht oder erlegt wird, wird geteilt, erklärt und Neltjie, was die Bushmänner-Sippe uns erzählt. Für die San ist alles Geist und Materie – göttlich zugleich.

Das ist das Bushmen-Lebensprinzip. Auch Eros-Prinzip – das alles mit allem verbindet, genannt. „Da wir Buschmänner kein Privateigentum, weder Zäune noch Grenzen kennen, unser Leben von der Wanderung der Tiere und der Gezeiten abhängt und wir nach dem Prinzip leben, das die Natur allen Menschen gehört und sie sich nur das nehmen , was sie brauchen, hat man uns wie Freiwild gejagt, vertrieben und erschossen, erzählt uns Suruka auf der Fahrt über die Sümpfe.

Auch Fairness spielt eine grosse Rolle in den Bushmen Sippen. Bild: Gerd M. Müller/GMC Photopress

In der Tat gab es sogar Lizenzen für das Töten von Buschmännern. Sie wurde gejagt wie wild. „Nach und nach wurden wir in die Wüste gedrängt und haben uns ihr angepasst. So haben wir mit Wasser gefüllte Straußeneier im Sand vergraben und Wasserdepots in der Wüste angelegt, an Orten, die über kein Grundwasser verfügen. So wurden wir zu Überlebenskünstler in der Wüste“, schließt Suruka seinen Diskurs über die letzten trüben 300 Jahre Bushmen-Geschichte. Doch kommen wir noch zu ein paar Köstlichkeiten aus der Bushmen-Küche.

Ein Bushmen-Leckerbissen: Trüffels frisch über dem Feuer leicht geröstet Doch noch sind die zähen Naro-Bushmen hier in Ghanzi in der Zentral-Kalahari quicklebendig. Die kleinwüchsigen, zähen Jäger mit der orange-pfirsichfarbenen Haut und den kurzen pechschwarzen Locken, zeigen uns, wie sie ihr Feuer noch mit den Brennstäben entfachen, ihre Giftpfeile mit der tödlichen Substanz einer, die es nur zur Regenzeit gibt, Raupe anfertigen, um damit das Wild zu erlegen.

„Nicht die Pfeilspitze sondern der nur Schaft wird mit dem tödlichen Gift bestrichen, um die Verletzungsgefahr zu verringern“, erklärt uns ein anderer Naro-Bushmen und zeigt uns, dass die Pfeilspitzen sind so konstruiert, dass im Fell des Tiers stecken bleiben, der Schaft jedoch abfällt und wiederverwendet werden kann. Auch die Dosis wird je nach Tier exakt gewählt. Die Buschmänner verschwenden nichts, auch keinen Gift-Tropfen. Das vergiftete Fleischstück wird später herausgeschnitten und den Geiern überlassen. Tierisches Eiweiss ist eine wichtige Nahrungsquelle für die Buschmen.

Die erlegte junge Oryx-Antilope ist daher ein Glücksfall, für die sich sonst nur von Tsi-Bohne, Mongongo-Nüssen, Melonen, Wurzeln und Früchten im Bush ernähren. So spendet der Boscia albitruna Früchte, die mit Wasser vermischt einen Jus geben oder auch so verzehrt werden können. Geröstet schmecken sie dann wie Kaffebohnen. Auch der Traubenbusch (Grewia flava) gibt viel her: Die Früchte sind essbar oder für ein Bier-ähnliches Getränk geeignet. Sie spendet auch Zucker und die Stäbe, die zum ausgraben der Wurzeln und als Gehstock gebraucht werden.

Mit dem Bushmännern auf Pirsch in der Central Kalahari, da fühlte ich mich sehr sicher aufgehoben. Bild: GMC

Der Kalahari taaibos (Rhus tenuineruis) hat die richtigen Blätter, damit das Wasser frisch in den Strausseneiern bleibt, die in der Wüste als Wasserdepot vergraben wurden. Als Snack rösten die San die Bohnen der Tylosema esculentu oder eine Citerillus lanchus.

Auszug aus dem Buch «Nomadenleben für die Reportage-Fotografie» des Zürcher Fotojournalisten Gerd M. Müller

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Zu den Print Publikationen über die Buschmänner und Frauen:

Okavango Delta: Grandioses Wüsten-Biotop unter Wasser                                                     

HIV-Kinder- und Oekoprojekte in 7 afrikanischen Ländern                                                     

L&G: Paradiesische Landschaft – gefährdetes Leben              

Mittelland ZeitungAfrikas Ureinwohner sterben aus                                                                                                            

Basler Zeitung:   Die Okavango-Sümpfe – bedrohtes Paradies in der Wüste                                                     

Brückenbauer:   Okavango-Delta, der Garten Eden der Kalahari                                 

AT/BT:    Botswana: Biotop in der Wüste                                                                                        

IN EIGENER SACHE: IHR BEITRAG AN HUMANITAERE UND OEKO-PROJEKTE

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Stets sozial und ökologisch engagiert und interveniert

Auszug aus der noch unveröffentlichten Autobiografie «Highlights of a wild life» / «Obszessives ADHS-Leben» des Zürcher Fotojournalisten Gerd Michael Müller

Botswana: Berührende und bewegende Momente in meinem abenteuerlichen Leben. Hier in der Kalahari. Bild: GMC

VORWORT

Der Zürcher Autor, Gerd Michael Müller (Jg. 62) reiste als Fotojournalist durch mehr als 50 Nationen und lebte in sieben Ländern, darunter auch in Südafrika im Untergrund während der Apartheid. In den 80er Jahren war er Politaktivist bei den Zürcher Jugendunruhen und im «AJZ». Dann engagierte er sich für wegweisende Wildlife & Ökoprojekte im südlichen Afrika und humanitäre Projekte andernorts auf der Welt. Schon 1993 berichtet Müller über den Klimawandel und 1999 gründete er das «Tourismus & Umwelt Forum Schweiz». Durch seine humanitären Einsätze lernte er Nelson Mandela, den Dalai Lama und weitere Lichtgestalten kennen. Sein Buch ist eine spannende Mischung aus Politthriller, Reiseberichten und voll abgefahrenen Geschichten – den Highlights seines abenteuerlich wilden Nomaden-Lebens für die Reportage-Fotografie.

93/94: IKRK-Einsätze im ANC-IFP Bürgerkrieg

Nach dem das Apartheid-Regime durch den UNO-Boykott und den südafrikanischen Widerstand zusammenbrach, kam es zu einem erbittertem Machtkampf zwischen dem «ANC» (African National Congress) und Buthelezi`s «IFP» (Inkhata Freedom Party). Der Bürgerkrieg forderte X-tausend Opfer und machte Zehntausende zu Flüchtlingen. Eine weitere Tragödie, denn zuvor hatte das weisse Regime im Zuge der Rassentrennung Millionen von schwarzen Menschen wie Vieh zwangsumgesiedelt.

1993 begleitete ich einen Freund von mir, der als IKRK-/Rotkreuz Südafrika-Delegierter in Johannesburg stationiert war und öfters in die Flüchtlingslager reiste, um die Lage zu sondieren, den Opfern zu helfen und so die Friedensbemühungen zur Stabilisierung des Landes im Hinblick auf eine demokratische Verfassung und Regierung der Regenbogen-Nation zu unterstützen. Wir fuhren zu den damaligen Hotspots «Margate», «Ladysmith», «Muzi» und «Ninkie» sowie nach «Jabu» und «Mandla» und protokollierten die abgebrannen Häuser und die Toten, führten Gespräche mit Hinterbliebenen und versuchten zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln. Eine schwierige, fast aussichtslose Aufgabe.

ICRC-Delegierte beim Rapportieren der Bürgerkriegs-Greueltaten in Ladysmith. Bild: GMC/Gerd Müller

Im Rahmen meines humanitären Engagements in Südafrika konnte ich auch das Poolsmore Gefängnis in Kapstadt – in dem Nelson Mandela in den letzten Jahren seiner Haft verbrachte – mit einem kanadischen UN-Gesundheitsinspektorenteam besuchen. In dem für 3000 Häftlinge konzipierten Gefängnis waren rund 7000 Häftlinge inhaftiert. Fast 30% waren damals HIV-positiv. Viele wurden jahrelang ohne Anklage festgehalten. Etliche verstarben. Es waren schlimme Zustände, die wir da antrafen. Und ein Esslöffel Kostprobe in der Gefängnisküche reichte, dass ich hernach Staphylokokken/Streptokokken hatte. Pädagogisch befremdend war auch, dass es im Kinderspielzimmer einzig eine Plastik-Schusswaffe hatte.

Zulu Heiler und Bantu-Schriftsteller Credo Vusama Mutwa

Der zweithöchste südafrikanische Zulu Heiler (sangoma) Credo Vusama Mutwa mit seinem 25 kg schweren Halsband.

Zu dieser einmaligen Mission stiess ich aufgrund einer spirituellen Kapazität in Südafrika. Der Zulu-Sangoma (Heiler), Bantu-Schriftsteller & Historiker Credo Vusama Mutwa. Ihn lernte ich im «Shamwari Game Reserve» kennen zusammen mit Dr. Jan Player, dem Rhinozeros-Retter und «Wilderness-Leadership-School»-Gründer. Die ganze Nacht über erzählte mir der unglaublich gebildete Mensch die spirituellen Geheimnisse und ethnischen Zusammenhänge, die kulturellen Eigenschaften und Besonderheiten der Bantu-Völker von Nord- bis Südafrika.

Es war faszinierend und sehr lehrreich. Leider war ich mit meiner zweieinhalb jährigen Tochter und ihrer Mutter unterwegs, hatte noch einige Pläne, Termine und Treffen bezüglich meiner anderen Wildlife und Ökoprojekte und konnte hernach nicht einfach hier bei Credo bleiben und ihm beim Projekt «Kaya Lendaba» helfen. Er wollte hier ein Multikulturelles Dorf bauen, in dem alle südafrikanischen Ethnien vertreten sein würden.

Es sollte als Leuchtpfahl für die Wiedervereinigung der Regenbogennation dienen und helfen, die Konflikte zu beenden. Auch hätte ich gerne die Ausbildung zu einem «Sangoma» gemacht, da Credo mir die Qualifikationen und die geistig-spirituelle Welt zutraute. Das erfüllte mich mit Stolz und wäre ein Traum und wohl auch eine wegweisenden Weiche in meinem Leben gewesen.

Wegbegleiter wegweisender Wildlife & Ökoprojekte

Ein abenteuerliches Highlight: Die Elefantenpopulation im Okavango Delta in Botswana hautnah. BIld. GMC/Gerd M. Müller

Bleiben wir vorerst beim «Shamwari Game Reserve» nahe Port Elisabeth und dem «Addo Elephant Park». Dies war eines der wegweisenden und in der südlichen Hemisphäre einmaligen Tierschutz und Wildlife-Wiederansiedelungsprojekte. Dazu wurde ehemaliges Farmland renaturiert und in Bush umgewandelt, dann wurden nach und nach die «Big FIve» dort wieder angesiedelt.

Zu Beginn der 90er Jahre hat Adrian Gardiner, der Besitzer, die ersten fünf schwarzen Nashörner vom «Natal Parks Board für eine halbe Million Euro gekauft und an der Garden Route nahe des Addo Elephant Parks und Port Elisabeth wieder angesiedelt. Bei meinem ersten Besuch wurden das Farmland renaturiert und ich erinnere mich an die selbst gebauten Feuertöpfe und Kaminschlots, mit denen jeder einzelne Baumstrunk ausgeräuchert wurde. Nach kurzer Zeit ist aus der damals 1200 ha grossen Farm ein Wildtierschutzgebiet von über 20000 ha mit einem Wildtierbestand von über 10000 Wildtieren geworden. Das war 2006.

Neben dem «Long Lee Manor House» hat das «Shamwari Game Reserve» fünf weitere exklusive Lodges geschaffen. Neben dem «Eagles Crag» und der «Bushmen River Lodge» auch noch die «Lobengula Spa Lodge». Im November 2005 erhielt Adrian Gardiner zum sechsten Mal die internationale Auszeichnung am «Word Travel Market in London (WTM) als weltbester privater Tierpark mit den höchsten ökologischen Anforderungen. Zudem wurde das «Shamwari Game Reserve» auch als «zweitwichtigstes Projekt der südlichen Hemisphäre» eingestuft und mit dem «British Airways for tomorrow-Award» ausgezeichnet.

Ich begleitete dieses und auch andere Ökoprojekte wegweisende Wildlife Projekte in Südafrika und Botswana fast ein Jahrzehnt lang, berichtete immer wieder über die Fortschritte und Hindernisse, weil ich jedes Jahr vor Ort war, da ich auch immer die «INDABA», die südafrikanische Tourismusfachmesse in Durban besuchte. Auch beim «Londolozi Game Reserve» der Varty Brothers, die spektakuläre Tierfilme drehten, war ich von Anbeginn dabei und hatte den richtigen Riecher.

The Shamwari Game reserve was voted more than seven times as the world best safario and eco-tourism-game reserve

Und dies an den verschiedensten Orten in der ganzen Welt. Auch in Australien mit der «Daintree Forest Lodge» und in Botswana mit der «Wilderness Leadership School» lag ich bei den absoluten Top Performers der damaligen Zeit. Hinzu kamen das «Mara Mara», «Sabi Sabi» Game Reserves. Deshalb erhielt ich dann auch vom südafrikanischen Fremdenverkehrsamt unter hiesiger Führung von Alex Jochheim und über den Botschaftskontakt den Auftrag Südafrika in der Schweiz mit PR-Kampagnen zu vertreten, wodurch ich auch noch an das «SAA»-Mandat via Gaudenz Thoma heran kam. Und in der Folge zwei Reiseführer über Südafrika schrieb.

Kenya: Als die Unruhen im Rift-Valley ein wenig abnahmen, reiste ich nach Eldoret und nahm an einer ICRC Mission teil.

Ob es sich nun um «Ökotourismus – und seine soziale Bedeutung» (Bund), um einen aufrüttelnden Bericht und erfolgreiche Spendenaktion für die «Orang Utan im Regenwald von Borneo bedroht» (im «Brückenbauer»), um die «Rettung der Wale» (in der «SonntagsZeitung») oder die «Klimakatastrophe in den Alpen» (in der «Südostschweiz») geht, stets hatte ich meine markante Nase im (Gegen-)wind und war meiner Zeit oft weit voraus. So auch bei der «Swissair» deren Untergang, deren Ende ich schon 1997 im «Bund» mit dem Bericht «Wird die Swissair überleben?» vorwegnahm.

Der Klimawandel wurde zum Thema

Auch beim Klimawandel, der heute immer noch ein ungelöstes brandaktuelles Thema und das grösste Problem auf unserem Planeten ist, könnte ich heulen über all die irrelevanten Labels, CO2-Kompensationen, politischen Bekenntnisse, leeren Versprechen und Todsünden wie die Billig-Airlines und die «SUVs» die in den letzten 20 Jahren – wohlwissend um den schlechten Zustand des Planeten-, getätigt wurden. Die Billig-Airlines verurteilte ich damals aufs schärfste. Die Generation «Easy Jet» war mir zu wieder.

In Europa habe ich nie ein Flugzeug genommen. Da war die Bahn angesagt. Natürlich kann man mir zu Recht vorwerfen, dass ich als Reisejournalist mit meinen Reisereportagen den globalen Flugverkehr angekurbelt habe. Das kann ich nicht bestreiten. Doch habe ich mir immer die Mühe genommen, ökologisch nachhaltige Projekte und umweltverträgliches Reisen zu fördern. Und als Konsequenz auf den IPPC-Bericht habe ich das «Tourismus und Umwelt Forum Schweiz gegründet».

Hardy Reef/Australien: Das grösste submarine Bauwerk der Welt ist durch den Klimawandel bedroht. Bild: Gerd Müller/GMC

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IN EIGENER SACHE: IHR BEITRAG AN HUMANITAERE UND OEKO-PROJEKTE

Geschätzte Leserin, werter Leser

Der Autor unterstützt noch immer zahlreiche Projekte. Infolge der COVID-19 Pandemie ist es aber für den Autor selbst für und zahlreiche Projekte schwieriger geworden. Die Situation hat sich verschärft. Für Ihre Spende, die einem der im Buch genannten Projekte zufliesst, bedanke ich mich. Falls Sie einen Beitrag spenden wollen, melden Sie sich bitte per Mail bei mir gmc1(at) gmx.ch. Vielen Dank im Namen der Empfänger/innen.

Asien-Highlights: Philippinische Geistheiler und Matriarchate

Auszug aus der noch unveröffentlichten Autobiografie «Nomadenleben für die Reportage-Fotografie» des Zürcher Fotojournalisten Gerd Michael Müller

Malediven: Aufgrund des Klimawandels und des steigenden Meeresspiegels werden die Inseln mit Sand aufgeschüttet

VORWORT

Der Zürcher Autor (Jg. 62) reiste als Fotojournalist durch mehr als 70 Nationen und lebte in sieben Länder, darunter auch in Südafrika im Untergrund während der Apartheid. In den 80er Jahren war er Politaktivist bei den Zürcher Jugendunruhen und dann im Autonomen Jugendzentrum (AJZ) tätig. Dann engagierte er sich für wegweisende Wildlife & Oekoprojekte im südlichen Afrika und weltweit. Schon 1993 berichtet Müller über den Klimawandel und 1999 gründete er das Tourismus & Umwelt Forum Schweiz. Durch seine humanitären Einsätze lernte er Nelson Mandela, den Dalai Lama und weitere Lichtgestalten kennen. Sein Buch ist eine spannende Mischung aus Politthriller, Reiseberichten und voller abgefahrenen Geschichten – den Highlights seines abenteuerlich wilden Lebens eben.

Malediven 93: Erste Anzeichen des Klimawandels werden sichtbar

Malaedives: people are pulling a freight ship towards the Island Makafushi to sink it and create a new environment for marine live

Via Sri Lanka gelangte ich in die Malediven und besuchte zuerst die Touristeninsel «Ihuru». Wie eine leuchtend weisse Perlenkette heben sich die knapp 1800 Korallenatolle vom tiefblauen Indischen Ozean ab. Ein Mosaik aus Licht und Farbern umspielt die von Norden nach Süden  über sieben Breitengrade hinweg versprengte Inselkette. Von türkisblauen Lagunen und kran´zzförmigen Riffen umsäumte Eilande, welche sich aus der Tiefe des Meeresbodens erheben und dessen opulente Unterwasserpracht nach oben kehren.Die Aussenriffe schirmen das oft nur wenige Zentimeter über die Wasseroberfläche ragende Atoll gegen die Brandung ab. Farbenprächtige Korallengärten beherbergten damals eine ungeheure Artenfülle. Eine Bilderbuchidylle von Meer, Sonne und Palmenstrand und abgeschiedener Inselromantik sowie ein Eldorado für Taucher und Wassersportler.

Die Schattenseiten: Ein fragiles Ökosystem, das auch durch den Tourismus gefährdet ist. Das aber durch die globale Klimaerwärmung und durch den Anstieg des Meeresspiegels in seiner Existenz bedroht ist und wohl unwiderruflich dem Untergang geweiht ist. Und die Abfallberge, die die Touristen auf den Inseln und auf der nahe Male gelegenen Müllinsel zurücklassen.

Maledives: A shipwreck near the the island Makafushi in the Indian Ocean ready to be sunken for creating a new coral reef friendly maritime environemt

Auf Ihuru sah ich schon damals, wie die einheimischen Fischer Schiffsladungen von Sandsäcken heranführten und am Strand Wälle gegen die Erosion bauten. Das führte mir also schon vor fast 30 Jahren vor Augen, dass es einen Klimawandel gab, der damals noch unter dem «El Nino-Effekt» heruntergespielt wurde. Über die damalige Erkenntnis, dass der Meeresspiegel ansteigen werde, schrieb ich mehrere Berichte und Kommentare. Da schon zeichnete sich die globale Erwärmung ab, die dann vier Jahre später im ersten «IPPC»-Bericht ausführlich dargelegt wurde.

Der «El nino Effekt» zerstörte 1993  die submarine Korallenwelt der Malediven dramatisch. Sie bleichten aus und starben ab. Zum Glück erlebte ich die unglaubliche Farbenpracht noch bei meinen ersten Tauchgängen auf «Ihuru» und «Rihiveli» sowie auf den Schwesterinseln «Dighofinolu» und «Veliganda Hura». Drei Jahre später reiste ich dann ins Ari Atoll auf die Insel Makafushi und nahm an einer Frachterversenkung teil, mit der wieder ein künstliches Korallenriff geschaffen werden sollte. Doch das alles sind Tropfen auf einen heissen Stein und so werden die Malediven wieder in den Fluten versinken.

Maledives: A shipwreck near the the island Makafushi in the Indian Ocean ready to be sunken for creating a new coral reef friendly maritime environemt

1992 an der Konferenz in Rio für nachhaltige Entwicklung war der Tourismus noch kein Thema. Das änderte sich zwar danach rasch einmal durch das globale Wachstum. 1994 publizierte das «World Travel and Tourism Council» (WTTC) und die «World Tourism Organization» (WTO) gemeinsam mit dem «Earth Council» die «Agenda 21 für die Reise und Tourismusindustrie» und wandten sich mit einem Appell an die Vereinten Nationen, die Agenda 21 besser zu verankern.

Doch erst im April 1999 legte die Kommission ein erstes Vier-Jahresprogramm über «Tourismus und Nachhaltige Entwicklung» vor. In der Zwischenzeit entstand eine Flut von Öko-Gütelsiegel und Öko Zertifizierungen und auch die CO2-Kompensationsmodelle wie  «My Climate» beim Fliegen, die alle eine Art ökologische Unbedenklichkeitsbescheinigung ausstellen, was natürlich keineswegs der Fall ist. Das beste beziehungsweise übelste Beispiel ist die Schweiz. Sie weist eine gute Klimabilanz auf, aber nur, weil wir all unsere dreckigen Prozesse ins Ausland verlagert und den CO2-Ausstoss kompensieren. In Tat und Wahrheit ist unser Fussabdruck der viertgrösste weltweit. So kann das Wachstum und der Konsum micht mehr weitergehen.

Links zu einigen Publikationen über die Malediven

Solothurner Ztg.: Ein Requiem aufs Korallenriff                                                                                                                   

AT/BT:    Die Ökozeitbombe tickt und tickt

                                                                                                            

Solo                                     Ein Requiem aufs Korallenriff                                                                                                                       

St. Galler Tagblatt:   Vom Anfang bis zum Ende in nur 100 Jahren                                                                                                                          

Philippines 95: Unglaubliche Geistheiler-Fähigkeiten

Unglaublich abr wahr: Operation mit blossen Händen ohne Narkose und Schmerzen für die Patientin. Bild: Gerd Müller

Bei meiner zweiten Reise in die Philippinen ging es mir unter anderem darum eine Schiffsreise in Palawan von Busuanga Island aus durch die Coron Inseln zu machen und später einen philippinischen Geistheiler in Luzon zu finden. Denn vor einem halben Jahr hatte ich zufällig Kontakt zu einem jungen knapp 25 jährigen Heiler, der in die Schweiz und nach Deutschland reiste und offensichtlich schon Kultstatus hatte. Jedenfalls warteten gewiss drei Dutzend Personen auf eine kurze Session mit dem philippinischen Geistheiler.

Der Reihe nach fanden sich die Personen in einem abgedunkelten Raum ein und sagten dem in Trance befindlichen Geistheiler kurz ihr Anliegen, worauf er sie untersuchte und abtastete und so abartig merkwürdige Dinge vor meinen Augen tat, wie das Körperöffnen mit der Fingerspitze an gewissen Stellen, worauf die Fleischwunde aufklaffte und er mit den Fingern darin eintauchte. Doch seine Finger entmaterialisierten sich unter der Hautoberfläche und verschmolzen mit dem Gewebe. Es waren keine Fingerspitzen oder kuppen mehr zu sehen, nur der Rest über der Hautoberfläche. Als er die Finger herauszog, verschloss sie die klaffende Wunde und zurück blieb eine leicht gerötete Stelle an der Hautoberfläche. Der absolute Wahnsinn. So etwas habe ich noch nie und nur einmal danach bei einem anderen Geistheiler hier in Luzon gesehen.

Mit blossen Händen dringt der Geisheiler in den Körper ein. Unter der HAutoberfläche entmaterialisieren sich seine Finger und verschmelzen mit dem Gewebe. Bild: Gerd M. Müller/ GMC Photopress

Das spirituelle Handwerk faszinierte mich derart, dass ich mich ohne zu zögern auch in eine Session begab. Mein Anliegen war der starke chronische Husten infolge des Rauchens und Kiffens. Also drang er erst mit der Hand in meinen Kehlkopf ein, dann als er in meine Brust eindrang, spürte ich einen leichten Spreizdruck auf den Rippen aber nicht schmerzhaft. Und zum Schluss drang er auch noch in meine Bauchhöhle ein. Da konnte wieder zuschauen wie seine Finger in der klaffenden Wunde verschwanden.

Einfach Unglaublich die Fähigkeiten dieses jungen spirituellen Geistheiler, der seine Magie direkt von der „Maria Jungfrau“ gespendet erhält, wie er mir sagte. Aber das verrückteste ist, dass sich mein Husten augenblicklich in Luft auflöste, meine Lungenfunktion beträchtlich besser war und dieser Zustand gewiss drei vier Monate anhielt, derweil ich weiter sündigte und meine Joints paffte. Auch Roberta, die Mutter meiner Tochter, die einen PAP3 Befund in der Schwangerschaft hatte und deshalb den Heiler aufsuchte, regenerierte sich und ihre Krebszellen, nach dieser Session. Kein Mensch würde mir die Story glauben, wenn ich nicht auch noch ein paar Beweisfotos dieser OP-Schnitte und manuellen spirituellen Eingriffe hätte. 

Wunder oder fauler Zauber: Philippinischer Heiler bei der Arbeit, Krebsgeschwüre zu entfernen. Bild: Gerd M. Müller/GMC

Also wollte ich mehr über die sagenumwobenen spirituelle Heilermethoden der philippinischen Geistheiler in auf der Insel Luzon in Erfahrung bringen und fuhr dort hin. Nach längerem Herumfragen fand ich dort dann einen weiteren Geistheiler, der auch westliche Touristen behandelte. Es hatte sich ähnlich, wie bei Ayurveda in Indien, in einigen Kreisen bei Kranken herumgesprochen, dass vielleicht Hoffnung bestand, so geheilt zu werden.

Bei dem Heiler in Luzon nahm ich an einer Elektro-Kabel-Session teil, bei der die Teilnehmer sich im Kreis die Hände gaben und dann an einen niedrigen Voltanschluss unter Strom gesetzt wurden. Auch der hiesige Geistheiler öffnete die Körper mit seinen Händen und wurstelte darin herum. Manchmal zog er kleine Gewebeteile heraus uns schmiss sie in einen Plastikeimer neben dem Untersuchungsbett. Das seien Metastasen gewesen, erklärte er mir.

Zu gern hätte ich ja die Gewebeproben mitgenommen und untersuchen lassen. Hier bei diesem Geistheiler war ich irgendwie nicht ganz so überzeugt, ob es sich hier nicht um ein Hokuspokus handelte. Denn es gab natürlich auch Mitläufer, die versuchten mit dem Ruf der Geistheiler Geld mit westlichen Touristen zu machen. Der junge Philippino, der in der Schweiz war, geniesst aber meinen Respekt und mein Vertrauen. Schliesslich konnte ich die Wirkung der aussergewöhnlichen Behandlung selbst bei einigen Personen verifizieren. 

Inhaftiert und dann zur Persona non grata erklärt. Waren die Amis im Spiel?

Am Schluss dieser Philippinen Reise erlebte ich noch eine ungemütliche Ueberraschung. Ich wurde am Flughafen bei der Ausreise verhaftet. Angeblich weil ich den Namen einer ausgeschriebenen Person habe, die in den Philippinen ausgeschrieben war. Ich wurde schon bei meiner ersten Einreise von den Grenzbeamten über meinen Namen und meine Herkunft ausführlich befragt, doch die liessen mich dann problemlos einreisen.

Ich musste den Tourismusminister bemühen, auf dessen Einladung ich in den Philippinen war, um nach zwei Tagen Inhaftierung frei zu kommen. Wäre er nicht gewesen, hätte ich nach Manila reisen und mich im Justizministerium präsentieren müssen. Das blieb mir erspart und damit dies allen anderen Touristen in der Schweiz auch erspart würde, falls Ihnen dies passiert, publizierte ich die Telefonnummer des Justizministers in der Zeitung mit dem Verweis, in so einem Fall solle man sich doch direkt an den Chef der Behörde wenden. Dieser Hinweis in den Medien wurde nicht goutiert. Mehr noch.

Ein paar Jahre später bei einer weiteren Presseeinladung in die Philippinen wurde ich dann plötzlich wieder ausgeladen und auch meine Bemühungen bei der philippinischen Botschaft in Bern blieben erfolglos, obschon ich denen alle Passauszüge mit meinen Auslandreisen zugesandt habe. Als der philippinische Militärattache sich mit einem abschlägigen Bescheid bei mir meldete und mich zur Persona non grata stempelte, wusste ich, dass die Amis und die US-Behörden dahinter steckten. Die hatten nun detailliert Kenntnis von meinen Kubareisen und in den Ostblock. Damit war ich definitiv auf dem «NSA» und «CIA»-Radar angelangt.

Links zu einigen Philippinen-Reportagen

Südostschweiz: Inselparadies für Abenteurer                                                                                                                        

AT/BT : Paradiese kurz vor dem Auftakt zum Massentourismus                                                              

Der Bund: Paradiese kurz vor dem Massentourismus                                                                                                                  

Neue Luzerner Ztg. Inselparadies für Abenteurer                                                                                                                        

Südostschweiz: Inselwelt vom Feinsten                                                                                                                                    

Vietnam: Schmuggel ins Sperrgebiet und matriarchalischer Todeskampf           

Als ich in Vietnam, also in Saigon spät Abends ankam, waren die unerträglich schwüle Hitze und der ohrenbetäubende Moped-Lärm meine ersten Eindrücke von der quirligen Metropole. Irritiert war ich, als die weibliche Restaurant-Bedienung nahe des Hotels, mich beim Essen füttern wollte. Ich weiss bis heute nicht, wo und weshalb das Sitte ist. Schon um 06.00 Uhr war ich wieder auf den Beinen mit dem Motorrad und es verging keine Stunde da sah ich schon den ersten Unfall mit zwei Toten Lastwagenchauffeuren. In Vietnam gab es unheimlich viele Strassenverkehrsopfer. Kein Wunder, es gab auch keine Regeln und war das grösste Verkehrs Wirrwar, das ich je gesehen hatte. Autos gab es damals fast keine aber Millionen von Mopeds. Wollte man die Strasse als Fussgänger überqueren, musste man sich einfach mit viel Gottvertrauen und einem guten Karma in den Verkehrsstrom reindrängen und hoffen, dass der Moped-Schwarm ausweichen kann. Das gelang erstaunlich gut und so gelangte ich zu dem Schweizer, der in Saigon schon ein paar Jahre lebte und der einen vietnamesischen Journalisten kannte, der mich in das Matriarchat an der chinesischen Grenze führen konnte.

Dieses Gebiet, in dem seit Jahrhunderten einige strikt matriarchalisch organisierte Dorfgemeinschaften befanden,.war allerdings als militärisches Sperrgebiet für Ausländer gesperrt. Also verfrachten mich die lokalen Journalisten in den Kofferraum ihres Wagens, mit dem wir durch die Sperre fuhren. So kam ich denn mit Hilfe des Schweizers, des Journalisten aus Saigon und der lokalen TV-Journalisten in eines dieser Dörfer und staunte nicht schlecht über die dortigen Sitten.

Die Frauen verrichteten die Landarbeit zum Teil mit ihren Kindern, handkehrum betreuten viele Männer Kleinkinder und unterrichteten Sie. Wenn sich zwei Frauen um einen Mann stritten, mussten sie im Wald ihre Köpfe unter Wasser pressen und die die den längeren Atem hatte, gewann. Das Erbe wurde immer mütterlicherseits weitervererbt.

Als mich die TV-Crew wieder unentdeckt aus dem militärischen Sperrgebiet herausgeschmuggelt hatten, lud ich sie auf einen Drink ein. Stattdessen setzten sich alle zusammen um einen runden Tisch und holten ein grosses Einmachglas mit Beerenschnaps hervor. Die Sitte verlangte nun, dass ich mit jedem anstossen und einen Schluck trinken sollte. Dass ich dabei sechs Mals so viel Schnaps innert kürzester Zeit zu mir nehmen musste, als jeder von ihnen, war beabsichtigt und gehörte wohl zu einem spassigen Ritual mit einem Ausländer, das ich eine Weile mit spielte und dann ziemlich betrunken davon wankte.

Auszug aus dem Buch «Nomadenleben für die Reportage-Fotografie» des Zürcher Fotojournalisten Gerd M. Müller

Zur Publikationsübersicht nach Ländern

IN EIGENER SACHE: IHR BEITRAG AN HUMANITAERE UND OEKO-PROJEKTE

Geschätzte Leserin, werter Leser

Der Autor unterstützt noch immer zahlreiche Projekte. Infolge der COVID-19 Pandemie ist es aber für den Autor selbst für und zahlreiche Projekte schwieriger geworden. Die Situation hat sich verschärft. Für Ihre Spende, die einem der im Buch genannten Projekte zufliesst, bedanke ich mich. Falls Sie einen Beitrag spenden wollen, melden Sie sich bitte per Mail bei mir gmc1(at) gmx.ch.

Vielen Dank im Namen der Empfänger/innen.

Publikationsübersicht nach Ländern

Hier finden Sie einige Publikationen des Fotojournalisten Gerd M. Müller. Einige Reportagen sind allerdings (noch) nicht verlinkt. Wir bitten Sie, dies zu entschuldigen.

ALGERIEN

Wüstenabenteuer: Im Land der versteinerten Träume (Vita Bella)                                    

AMAZONAS CRUISE

AmazonasCruise mit der MS-Bremen (Relax & Style)                    

 

ARGENTINIEN/PATAGONIEN

Fast bis ans Ende der Welt  (St. Galler Tagblatt)

Argentinien: Das unberührte Ende (Basler Zeitung)

Pampa, Packeis und paarende Wale (Neue Luzerner Zeitung)

 

AUSTRIA

Steirische Wohlfühloasen der Extraklasse (Wellness Magazin)      AUT_Steiermark_WM /

 

AUSTRALIEN

Australiens Top Spa’s und Gourmet-Lokale (Relax & Style) 

Die Opalschürfer von Coober-Pedy (Neue Luzerner Zeitung)

Die Hoffnung lebt im Untergrund (Solothurner Zeitung)                                   

Weltnaturerbe Fraser Island (Vita Bella)

Den Buckelwalen nah  (Vita Bella)   AUS_Whale_VB

Downunder kannst du was erleben (Vita Bella)

Australien-Spezial                                                                           

Australiens Lockruf zieht Schwärme nach Downunder                

Melbourne zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürt

 

BRASILIEN

Abenteuer von den Anden bis zum Amazonas (Der Bund) BRA_AbenAmazon_Bund
Körperkult und Keuschheit BRA_KoerperkultKeusch
Abenteuer Amazonas (Seereisen-Magzin)    BRA_AmaSeereiseMag1
Zwischen Strandleben und Götterwelt

 

BOTSWANA

Paradiesische Landschaft – gefährdetes Leben

Afrikas Ureinwohner sterben aus (Mittelland Zeitung)

Die Okavango-Sümpfe – bedrohtes Paradies in der Wüste (Basler Zeitung)                                 

Okavango-Delta, der Garten Eden der Kalahari (Brückenbauer) 

Botswana: Biotop in der Wüste (AT/BT) 

Die Buschmänner sterben aus (Der Bund)   

Okavango Delta: Grandioses Wüsten-Biotop unter Wasser

HIV-Kinder- und Oekoprojekte in 7 afrikanischen Ländern

 

BORNEO/MALAYSIA

Die Kopfjäger lassen grüssen (Südostschweiz)                                 

Können die Touristen die Orang Utan retten? (Brückenbauer)                    

CAMBODIA

Ankor Wat (Brückenbauer)        

CANADA

Kanadas Westen nicht nur für schnelle Touristen (Basler Zeitung)               CAN_ADAWestCoast_BAZ

Deutschland/Germany

Gutedeltraubenkur in Badenweiler (Relax & Style)                                               

Hotel Bareiss in Beiersbronn  (Relax & Style)              

Süddeutschland’s schönste Golfplätze (Relax & Style)

Bayern’s schönste Golfplätze    (Relax & Style)

Die 3 fantastischen B’s in Baden-Baden
Dresden: Bunte Szenenkultur für Junggebliebene (Der Bund)     DE_DresdenSzene_Bund

 

Dominikanische Republik

Das Mallorca der Karibik ist eine Perle (Der Bund)                                              

Santo Domingo will Mittelpunkt der Welt werden    (Sonntags Zeitung

FRANKREICH/FRENCH GUYANE / POLYNESIEN

Reisetipps Cevennen  (On Trip)                          

Langedoc-Roussillon (Die Südostschweiz)

Langedoc-Roussillon: Ausflippen im Land der Wölfe                    

Heideland statt Heidi-Land

Süsee/Frz. Polynesien: Tahiti & Bora Bora

Südsee: An der Pforte zum Paradies (Brückenbauer)                      POLY_PforteZumParadies_BB

Polynesien: Himmel auf Erde (Der Bund) 

Südsee: Eintauchen ins Paradies   (Aargauer Zeitung)

Südsee der Himmel auf Erden (Vita Bella) 

Frz. Guyana/French Guyane

Guayana: Wo Europa im Amazonas ausufert (Mittelland Ztg.)                        

Dorado  (St. Galler Tagblatt) GUY_Kourou

Land zum Abheben  (Sonntags Blick) 

Wo Europa ausläuft, verdampft und verschwindet (Basler Zeitung)

Ein Land zum Abheben (Blick)                        

 

Grossbritannien/UK

Karneval in Trinidad: Lebenslust und Protest (Brückenbauer)                       

 

Holland/Netherlands: Amsterdam City-Porträt

 

Indien/India

Ayurveda: Am Puls des Lebens   (Wellness live) 

Im Reich der liebenden Hände (Wellness Magazin)

Ayurveda: Im Reich der Liebenden Hände (World of Wellness) 

Am Puls einer faszinierenden Medizin (World of Wellness)    

Sri Lanka’s schönste Ayurveda-Resorts (World of Wellness)

Sri Lanka’s beste Ayurveda-Resorts (World of Wellness)

Ayurveda: Auf dem Weg zum Gleichgewicht (Südostschweiz)

Hyppokrates war der erste Ayurveda-Apostel (Fitness Tribune)                     IND_AyurvedaFT97

Pancha Karma: Muter aller Kuren (Fitness Tribune)                        IND_Ayurveda_FT98                       

Ayurvedischer Genuss ohne Reue (Fitness Tribune)   IND_FT97

Wellness in der Ayurveda Heimat (Wellness live)                            

Hyppokrates war auch ein Ayurveda-Apostel (Wellness live)    

Wellness in der Ayurveda Heimat Indiens   (Wellness live)              

Wellness in der Ayurveda-Heimat (Wellness live)     

 

INDONESIEN/LOMBOK

Das Sasak-Reich tritt aus dem Schatten der Götterinsel (Der Bund)

Trekking auf den Mount Rinjani auf Lombok (Tages Anzeiger)

Lombok – die Alternative zu Balis Komerz (Basler Zeitung)      

Das Sasak-Reich tritt aus dem Schatten der Götterinsel (Aargauer Zeitung)               

KENIA

Kenia kommt wieder auf die Beine             KEN_ya_ST

KOLUMBIEN

Tempi passati am Amazonas (Airport Magazin)

Abenteuerlich von den Anden bis zum Amazonas (Der Bund)

 

KUBA

Die Insel der Idealisten, die sich von Hoffnung (AT/BT)                                     

Zu wenig zum Leben, zuviel zum Sterben (Der Bund)                                              

Kuba-Krise im Touristenparadies (SoZ)      

Lebensfreude in der Karibik (Unterwegs) CUB_Unterwegs

Zuckerinsel im sozialistischen Dollarrausch (Bund)        

Die Gesetze der Strasse (Globo)                    

Kuba’s Koloniale Pracht (Relax & Style)                          

Auf nach Varadero – es eilt! (St. Galler Tagblatt)

Ana Fidelia Quirot: Der Sport heilt alle Wunden (Blick)                                     

 

Komoren

Die Parfuminseln tauchen aus der Versenkung empor (Der Bund)

 

LIBANON

Südostschweiz

LAOS

MAURITIUS

Zuckerinsel im Tropenmeer(Wellness live)  MAU_306_RS

Weisse Strände, tiefblaues Meer (Wellness live)  MAU_Constance_WL

Villenparadies am Palmenstrand (World of Wellness)   MAU_Taj_WOW

Aphrodite und Adonis im Spa Paradies(…)  Mau_ritius

 

MALEDIVEN

Vom Anfang bis zum Ende in nur 100 Jahren (St. Galler Tagblatt)              

Ein Requiem aufs Korallenriff (Solo)           

Die Ökozeitbombe tickt und tickt (AT/BT)                     

 

MALAYSIA

Ritz Carlton, Kuala Lumpur (Excellence Inter) MY_RitzCarlton_EXE

MEXICO

Kreuzweg im Kreuzfeuer der Religionen (AT/BT)

Kreuzweg durch die Bergwelt Oaxacas (Der Bund)

Von Göttern inspiriertes, von Gott beselltes Indio-Reich (AT/BT)

Zukunftsprojekt ohne die Sünden der Vergangenheit (SoZ)

Mexicos wilder Süden (BB)

L’Etat rebelle du Chiapas (Contruire)

Kreuzweg der Religionen (NLZ)                     

Lockruf eines geschmähten Kontinents (SoZ)

Kreuzweg der Religionen (SHN)

 

MADEIRA

Excellence International

 

PHILIPPINES

Inselparadies für Abenteurer (Südostschweiz)

Paradiese kurz vor dem Auftakt zum Massentourismus  (AT/BT)

Inselparadies für Abenteurer    (Südostschweiz)

Paradiese kurz vor dem Massentourismus (Der Bund)  PHI_PHIL1_BUND

Inselparadies für Abenteurer (NLZ)

Inselwelt vom Feinsten (Südostschwei)

 

SCHWEIZ

Frost erhitzt die Gemüter. Kuoni Kos Debakel (Sonntags Zeitung                CH_ErhitzeGemüter_SOZ
Für die Höchsten das Grösste (Sonntags Zeitung)  CH_Lü_SOZ
Auch Mann liebt es auf die sanfte Tour (Sonntags Blick)  CH_MenSPA_Sobli
Keiner kommt ungeschoren davon (Suedostschweiz)  CH_Klima_SO
Swissair: Personelle Probleme schon vor dem Start (Facts)  CH_ErhitzeGemüter_SOZ
Von der Marktgasse an den Malecon (Der Landbote)   CH_CU_Auswanderer_LB
Das Blaue vom Himmel geschworen (Neue Luzerner Zeit. )  CH_BlauevomHimmel
Wie vermeidet man Ferienfrust?  (Der Bund) CH_keinFerienfrust_Bund
Ani Roth Pianistin (Suedostschweiz)   CH_AnyRoth_SO
Entwickungszusammenarbeit: Helfen ist nichts für Abenteurer (Südostschweiz) CH_EZA_SO
Konzentration im Reisebusiness  (Südostschweiz)  CH_KonzentrationReisemarkt
Zur Abschreckung drei Nächte draussen (Weltwoche) CH_Asyl_Weltwoche
Aufbruch zu neuen Horozonten (Der Bund ? )   CH_AufbruchneueUfer
Schweiz: Bahn macht gegen Billigflieger mobil (Pressetext) CH_BahnversusBilligflieger_PT
Trügerische Wachstumseuphorie CH_Wachstumsprognose
Cresta Palalce in (Relax & Style)
Singapore Airlines: Im Himmelbett um die Welt reisen    (Relax & Style)             CH_FIRSTCLASS_RS
Waldhaus Flims: Ein grosser Entwurf Lichtjahre weg (Relax & Style)             CH_WaldhausFlims_RS
Tourismus & Umwelt Forum: Begegnungen auf Reisen   (Eviva)  CH_EVIVAbericht
Online-Reisen: Schweiz strebt eine Mrd. Umsatz an (Pressetext)                  CH_StrebtMrdUmsatz_PT
50 Jahre Jubiläum Zürich Airport
Wird die Swissair überleben?  (Der Bund)                     
Machtprobe im Reisemarkt (Aargauer Zeitung)   MachtpokerTravelmarket
Flugreisen: was gilt beim Gepäck  CH_Gepaecklimits_TAGI

 

SRI LANKA

Die Ayurveda-Insel (R&S) SRI_LANKA_RS             

Die Perle des Orients nach dem Bürgerkrieg (Südostschweiz)                        SRI_LANKAPerledesaOrients     

Ayurveda-Resort Vergleich (World of Wellness) SRI_LANKAyurResortWoW

Hinter dem Checkpoint liegt das Paradies (Tagi)                                                     

 

SUEDAFRIKA

Das Shamwari Game Reserve braucht Platz (Travel Inside)  ZA_Shamwari

Tierparks so gross wie die Schweiz (SoBli) ZA_SobliRSA / ZA_SobliTitel

Der Kleine Kosmos am Kap(Sonntags ZeitungZA_KOSMOS_SOZ

Bushmen-Medizin am schönsten Ende der Welt (Wellness live)  ZA_SPA2_WL

Wein, Wildlife & Welness(World of Wellness ZA_AfrikaSPA_WoW

Demokratie in den Untergrund   (Wochenzeitung)  ZA_WOZ   

Ökopioniere und sozial Engagierte  (Relax & Style)

Sanfter Tourismus ist von grosser sozialer Bedeutung   (Der Bund)

Der neue Feind heisst Kriminalität  (AZ) 

Beim Büffel auf den Baum  (Südostschweiz)

Guerrissseurs Africaines  (OnTrip)

Bien-êtra, dégustation de grand cru et vie sauvage (View)

Das schöne Ende des Kontinents (Neue Luzerner Zeitung)

Auch die Wüste wird erobert (Landbote)

Nächster Halt am Zebrastreifen (Reiseplaner)

African Healer (On Trip)   (On Trip)  

Südafrika steht ein Bombenjahr bevor (Tages Anzeiger)

Alle 40 Minuten wird ein Mensch getötet (Tages-Anzeiger)

Vom ANC-Aktivist zum Tourismuspromotor (Travel Inside)

(Vita Bella)  ZA-SüdafrikaVita

(Wellness Magazin)  ZA_Südafrika_WM

 

TRINIDAD & TOBAGO

Modeblatt     T&T_CARNIVAL-MODEBLATT

TUERKEI

Planet Kappadokien (Tourbillon)              

VIETNAM

Asiens Tigerstaat auf dem Sprung   (Relax & Style)

Die starken Frauen von Lang Bien  (Modeblatt)

Vietnam entwickelt sich schneller als ein Polaroid  (View)

Vietnam zwischen Coca Coola und Ho Chi Min  (Neue Luzerner Zeitung)

Ein letzter Spaziergang vor dem Vergessen   (BaZ)

Vom Fieber des song voi ergriffen (…)                           

Honda ist wichtiger als Ho Chi Minh (Der Bund)

Ausländische Medien:

Bild Zeitung

Welt am Sonntag

Bund hat Massnahmen zum Schutz vor Naturgefahren verstärkt

Bern, 18.12.2020 – Der Bundesrat hat an der Sitzung vom 18.12.2020 einen Bericht zum Stand der Umsetzung von Massnahmen gegen Naturgefahren zur Kenntnis genommen. Der Bericht zeigt auf, dass diese Massnahmen in den letzten vier Jahren gestärkt wurden. Dies beispielsweise dank einer neuen Karte, die dazu dient, Hochwasserschäden durch Oberflächenabfluss abzuwenden.

2016 hat der Bundesrat 67 Massnahmen zur Verbesserung der Sicherheit vor Naturgefahren beschlossen. Ein Viertel dieser Massnahmen ist inzwischen umgesetzt, wie ein Bericht über den Stand der Arbeiten aufzeigt. Der Bundesrat hat am 18.12.2020 vom Bericht Kenntnis genommen.

Geringere Schäden dank Vorsorge

Neu gibt es eine «Gefährdungskarte Oberflächenabfluss», die gemeinsam von Bundesbehörden und Versicherungen erarbeitet wurde. Sie schliesst eine wesentliche Lücke in den Gefahrengrundlagen. Die Karte zeigt, wo Regenwasser bei starken Niederschlägen nicht versickern kann und oberirdisch abfliesst. Oberflächenabfluss verursacht bis zu 50 Prozent der Hochwasserschäden und trat in den letzten Jahren vermehrt auf. Die Karte dient Kantonen, Gemeinden und Privaten, diese Schäden mit geeigneten Schutzmassnahmen abzuwenden. Mit dem Klimawandel ist mit heftigeren und häufigeren Niederschlägen und somit auch mit mehr Oberflächenabfluss zu rechnen.

Zudem hat der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein die Naturgefahren Hochwasser, Rutschungen, Murgänge, Steinschlag, Lawinen, Schneedruck, Hagel und Erdbeben in die Baunorm SIA 261/1 aufgenommen oder überarbeitet. Diese Norm ist eine wichtige Grundlage für Fachleute: Sie zeigt auf, wie diese Naturgefahren bei der Planung und Berechnung von Bauten und Anlagen zu berücksichtigen sind.

Die neue Informationsplattform «Schutz vor Naturgefahren» der wichtigen Akteurinnen und Akteure im Bereich Gebäudeschutz (Vereinigung Kantonaler Gebäudeversicherungen VKG, Schweizerischer Versicherungsverband SVV, Hauseigentümerverband Schweiz HEV, Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein SIA, Verband Schweizerischer Kantonalbanken VSKB, Schweizerischer Gemeindeverband SGV) enthält alle Informationen zum Gebäudeschutz, darunter drei Filme für Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer über erfolgreichen Objektschutz.

Für ein Ereignis gewappnet sein

Neu unterstützt der Bund die Kantone und Gemeinden mit einem Leitfaden, um Einsatzpläne zu erstellen und umzusetzen. Feuerwehr, Polizei und Zivilschutz benötigen solche Einsatzpläne, um Personen zu schützen und um Schäden an Gebäuden und Infrastrukturen zu vermindern. Einsatzpläne regeln, welche Interventionen im Ereignisfall notwendig sind.

Der nächste Bericht zum Stand der Umsetzung der Massnahmen des Integralen Risikomanagements von Naturgefahren in der Schweiz ist für 2025 vorgesehen.

Schutz vor Naturgefahren als Daueraufgabe
Aufgrund der zunehmenden Nutzung des Lebensraums sowie des Klimawandels steigen die Risiken von Naturgefahren wie Hochwasser, Bergstürze oder Lawinen trotz aller Schutzanstrengungen. Der Bund will mit den im Bericht «Umgang mit Naturgefahren in der Schweiz» aufgeführten Massnahmen die Risiken auf ein akzeptables Mass begrenzen. Ziel der Anstrengungen aller Akteurinnen und Akteure dieser Verbundaufgabe ist, einen sicheren Lebens- und Wirtschaftsraum Schweiz zu erhalten.

Nachhaltiges Palmöl aus Indonesien: Vernehmlassung zur Verordnung eröffnet

Bern, 18.12.2020 – Das umfassende Wirtschaftspartnerschaftsabkommen zwischen den EFTA-Staaten und Indonesien (CEPA) hält fest, dass nur nachhaltiges Palmöl von den Palmölkonzessionen der Schweiz profitieren kann. Der Bundesrat hat am 18. Dezember die Vernehmlassung zur Verordnung über die Einfuhr von nachhaltig produziertem Palmöl aus Indonesien zum Präferenz-Zollansatz eröffnet. Die Verordnung setzt die entsprechende Bestimmung des CEPA um.

Die Schweiz hat Indonesien im CEPA moderate Zugeständnisse für Palmöl gewährt. Diese bestehen hauptsächlich aus sorgfältig abgestimmten Kontingenten für rohes Palmöl, Palmstearin und Palmkernöl im Umfang von insgesamt 10’000 Tonnen, die über fünf Jahre schrittweise auf insgesamt 12’500 Tonnen erhöht werden. Innerhalb dieser Kontingente werden die Zölle nicht eliminiert, sondern lediglich um rund 20 bis 40 Prozent gesenkt.

Die Zugeständnisse für Palmöl sind im Abkommen an eine Reihe von Bedingungen geknüpft. Insbesondere muss das präferenziell importierte Palmöl die Nachhaltigkeitsziele von Artikel 8.10 des CEPA zur nachhaltigen Bewirtschaftung des Pflanzenölsektors erfüllen. Damit die Rückverfolgbarkeit von nachhaltig produziertem Palmöl gewährleistet ist, darf dieses ausserdem nicht in grossen Tanks, sondern ausschliesslich in Behältnissen von maximal 22 Tonnen transportiert werden. Im Gegensatz zu dieser Bedingung müssen die Bedingungen von Artikel 8.10 CEPA im innerstaatlichen Recht konkretisiert werden. Zu diesem Zweck hat der Bundesrat die zur Vernehmlassung vorgelegte Verordnung erarbeitet.

Die Verordnung sieht vor, dass Importeure, welche präferenziell Palmöl aus Indonesien importieren wollen, einen Nachweis erbringen müssen, der die Einhaltung der Nachhaltigkeitsziele aus Art. 8.10 des CEPA belegt. Als Nachweis sind vier etablierte Zertifizierungssysteme zugelassen. Diese wurden im Rahmen einer vergleichenden Studie als die besten auf dem Markt verfügbaren Zertifizierungssysteme für Palmöl identifiziert. Ein Importeur, welcher gemäss einem dieser Systeme zertifiziert ist, kann beim SECO ein Gesuch um Genehmigung des Nachhaltigkeitsnachweises einreichen. Bei Genehmigung dieses Gesuchs kann er unter Berücksichtigung der anderen Bedingungen in der Folge präferenziell Palmöl aus Indonesien importieren und verpflichtet sich bei der Zollanmeldung, dass auch die Ware jeder individuellen Sendung durch das jeweilige Zertifizierungssystem zertifiziert ist. Im Rahmen von Nachkontrollen besteht die Möglichkeit, die tatsächliche Zertifizierung der Ware der einzelnen Sendung zu überprüfen.

Durch die Abstützung auf die besten existierenden Zertifizierungssysteme kann eine möglichst strikte Umsetzung der im Abkommen vereinbarten Voraussetzungen erreicht werden. Zudem werden die globalen Bemühungen für eine nachhaltige Palmölproduktion unterstützt.

Der Bundesrat eröffnet die Vernehmlassung zu dieser Verordnung im Bewusstsein, dass deren Inkrafttreten vom Ausgang der Volksabstimmung vom 7. März 2021 über das CEPA abhängt. Wird das CEPA vom Stimmvolk gutgeheissen, tritt die Verordnung zusammen mit dem Abkommen in Kraft. Sollte das Stimmvolk das CEPA an der Urne ablehnen, würde die Erarbeitung dieser Verordnung entsprechend hinfällig.

Die Vernehmlassungsfrist dauert bis zum 1. April 2021.

Die Vernehmlassungsunterlagen können über die folgende Internetadresse bezogen werden: http://www.admin.ch/ch/d/gg/pc/pendent.html