Ausfuhr von Kriegsmaterial im Jahr 2018 um 14% gestiegen

Bern, 26.02.2019 – Schweizer Unternehmen haben 2018 gestützt auf Bewilligungen des SECO für 509,9 Millionen Franken Kriegsmaterial in 64 Länder exportiert. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer Zunahme um 14 Prozent und einem Anteil von 0,17* Prozent an der gesamten Warenausfuhr der Schweizer Wirtschaft. Die Zunahme ist insbesondere auf die erstmalige Berücksichtigung des Reparaturverkehrs in den Ausfuhrzahlen zurückzuführen.

Die gesamte Warenausfuhr** aus der Schweiz ist 2018 gegenüber dem Vorjahr um rund 3 Prozent höher ausgefallen. Auch die Kriegsmaterialausfuhren verzeichneten im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme, und zwar um 63,1 Millionen Franken auf 509,9 Millionen Franken. Dies entspricht einer Veränderung gegenüber 2017 um rund 14 Prozent. Damals wurde Kriegsmaterial für 446,8 Millionen Franken exportiert.

Die Zunahme ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass seit dem 1. Januar 2018 die Statistiken auf der Grundlage einer neuen Datenbank erstellt werden, welche den Reparaturverkehr und die temporären Ausfuhren mitberücksichtigt. Vor 2018 stammten die Zahlen zur Kriegsmaterialausfuhr von der Eidgenössische Zollverwaltung (EZV), welche diesen Warenverkehr nicht berücksichtigt, da es sich dabei zollrechtlich nicht um Handelswaren handelt.

Grösster Abnehmer ist Deutschland
Grössere Geschäfte in der Berichtsperiode waren die Ausfuhr von gepanzerten Radfahrzeugen nach Dänemark (59 Millionen), die Lieferung von gepanzerten Radfahrzeugennach Rumänien (22,5 Millionen) sowie Exporte der Schweizer Armee im Zusammenhang mit der Liquidation von Panzern in Deutschland (9 Millionen) und «Sidewinder» Raketen in den Vereinigten Staaten von Amerika (8 Millionen).

Rund 80 Prozent (2017: 53 Prozent) des ausgeführten Kriegsmaterials waren für die 25 Länder des Anhangs 2 der Kriegsmaterialverordnung (KMV) bestimmt, die allen vier internationalen Exportkontrollregimen für die Kontrolle strategisch sensibler Güter angehören (Gruppe der Nuklearlieferländer, Australiengruppe, Raketentechnologiekontrollregime, Wassenaar Vereinbarung)*** .

Aufgeteilt nach Kontinenten machten die Exporte nach Europa 75,6 Prozent (2017: 49,8 Prozent) aller Ausfuhren aus, nach Amerika 12,5 Prozent (14,3 Prozent), nach Asien 11,6 Prozent (28,5 Prozent), nach Afrika 0,2 Prozent (7,3 Prozent) und nach Australien 0,1 Prozent (0,1 Prozent).

Die fünf Hauptabnehmerländer waren Deutschland mit Lieferungen im Wert von 118,0 Millionen Franken, gefolgt von Dänemark mit 73,5 Millionen Franken, den USA mit 51,9 Millionen Franken, Rumänien mit 22,5 Millionen Franken und Italien mit 19,6 Millionen Franken.

Betrachtet man die Kategorien von Kriegsmaterial (Anhang 1 der KMV), dann entfielen im Jahr 2018 34,0 Prozent auf Munition und Munitionsbestandteile für Waffen jeglichen Kalibers (Kat. KM3) und 24,5 Prozent auf Panzerfahrzeuge (Kat. KM6). 10,4 Prozent entfielen auf Bestandteile für Kampfflugzeuge (Kat. KM10), 10,1 Prozent auf Waffen jeglichen Kalibers (Kat. KM 2) und 6,8 Prozent auf Feuerleiteinrichtungen (Kat. KM5).

Die restlichen 14,2 Prozent verteilten sich auf 8 weitere Kategorien.

Rückgang der Bewilligungen bei den besonderen militärischen Gütern
Das SECO veröffentlicht ebenfalls eine Statistik zu den besonderen militärischen Gütern des Anhangs 3 der Güterkontrollverordnung (bspw. Störsender, ballistischer Schutz, Nachtsichtgeräte, Simulatoren). Der Gesamtwert der nach den Kriterien der Güterkontrollgesetzgebung neu erteilten Einzelbewilligungen belief sich 2018 auf 25 Millionen Franken (2017: 71 Mio.). Im Zolltarif besteht im Gegensatz zum Kriegsmaterial keine Aufschlüsselung für besondere militärische Güter; daher können keine Daten über die tatsächlich ausgeführten Güter erhoben werden.

* Aufgrund der Berücksichtigung des Reparaturverkehrs und der temporären Ausfuhren lässt sich dieser Wert nicht mit den Werten vor 2018 vergleichen.
** Gesamter Aussenhandel, d.h. inkl. Edelmetalle, Edel- und Schmucksteine sowie Kunstgegenstände und Antiquitäten.
*** Argentinien, Australien, Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Grossbritannien, Irland, Italien, Japan, Kanada, Luxemburg, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, USA.

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Über gmc

1992 gründete der Zürcher Fotojournalist Gerd Müller die Presse- und Bildagentur GMC Photopress und reiste hernach als Agenturfotograf und Fotojournalist in über 80 Länder. Seine Reportagen wurden in zahlreichen Reise- und Spa-Magazinen publiziert.

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