Schlagwort-Archive: China

Wie gefährlich Gesichtserkennung für die Menschenrechte sind

Wir haben das Recht, uns frei und unerkannt im öffentlichen Raum zu bewegen. Doch automatische Gesichtserkennung macht es möglich, dass man uns auf der Strasse jederzeit persönlich identifiziert. Dies möchten wir mit einer Petition verhindern.In der Schweiz fehlen gesetzliche Schranken gegen Überwachung mittels automatischer Gesichtserkennung.

Biometrische Erkennungssysteme eröffnen Behörden und Privaten die Möglichkeit, im öffentlichen Raum eine Massenüberwachung durchzuführen – zu jeder Tages- und Nachtzeit, alles vollautomatisch. Da sich der Einsatz von Gesichtserkennungssystemen derzeit in Europa rasant ausbreitet, ist damit zu rechnen, dass bald auch in der Schweiz gesetzliche Grundlagen geschaffen werden, die die Verwendung dieser Technologien erlauben.

Neueste Recherchen zeigen, dass manche Polizeien bereits heute höchst umstrittene Gesichtserkennungssoftwares nutzen. Der Schritt zur flächendeckenden und permanenten Massenüberwachung liegt nahe.

Weltweit wehren sich Menschen gegen die Überwachung mit Gesichtserkennung und fordern den Schutz ihrer Rechte. Denn, wenn wir im öffentlichen Raum mittels Gesichtserkennungssystemen jederzeit identifiziert oder verfolgt werden, kommt dies einer Massenüberwachung gleich. Die Gefahr besteht, dass nicht nur Schwerverbrecher*innen ins Visier der Behörden geraten, sondern die gesamte Bevölkerung. Dies ist nicht mit unseren Grundrechten vereinbar. Eine solche Massenüberwachung verletzt die Privatsphäre und schreckt Menschen davon ab, grundlegende Rechte wie die Meinungs- oder Versammlungsfreiheit wahrzunehmen – Rechte, die in einer demokratischen Gesellschaft wie der Schweiz von zentraler Bedeutung sind. Doch derzeit fehlt eine gesetzliche Grundlage, die unsere Rechte schützt und unsere Selbstbestimmung gewährleistet.

Zusammen mit AlgorithmWatch CH und der Digitalen Gesellschaft setzen wir uns für den Schutz unserer Grundrechte und für eine selbstbestimmte Zukunft ein. In Zürich und Lausanne haben Politiker*innen verschiedener Parteien Vorstösse eingereicht, um ein Verbot auf kommunaler Ebene zu erwirken. Diese Vorstösse zeigen, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Aus diesem Grund lancieren wir die Petitionen zum Verbot von automatischer Gesichtserkennung.

Was ist automatische Gesichtserkennung?

Automatische Gesichtserkennung ist eine Form der biometrischen Überwachung. Biometrische Überwachungssysteme nutzen zur Identifikation sensible biometrische Daten, die beidem jedem Menschen einzigartig sind – Fingerabdrücke, Augenfarbe, die Stimme oder eben das Gesicht. Solche Technologien werden in der Schweiz bereits eingesetzt. Manche Länder gehen sogar noch weiter und verknüpfen die Überwachungskameras im öffentlichen Raum mit einer Software zur Gesichtserkennung. So wird es möglich, die Bilder in Echtzeit oder nachträglich auszuwerten und abgebildete Gesichter darauf zu analysieren und zu identifizieren. Das kommt einer Massenüberwachung gleich.

Was will unsere Petition genau?

Wir wollen Schranken setzen gegen diese neue Form der Massenüberwachung und eine öffentliche Diskussion zur Verwendung der Technologien starten. Konkret fordern wir ein kommunales Verbot der automatischen Gesichtserkennung und von anderen biometrischen Überwachungssystemen im öffentlichen Raum. Wir wollen diese Massenüberwachung verhindern, bevor es zu spät ist. Mit einem Verbot der automatischen Gesichtserkennung wahren wir unsere Grundrechte und setzen uns für eine selbstbestimmte Zukunft ein, in der Menschen und nicht Maschinen im Zentrum stehen.

Was ist so schlimm daran, wenn automatische Gesichtserkennung zur Verbrechensbekämpfung eingesetzt wird?

Straftaten müssen polizeilich und juristisch verfolgt werden können. Dem Staat stehen dafür bereits heute umfassende Mittel zur Verfügung, die er auf verhältnismässige Weise einsetzen kann. Mit dem Einsatz von automatischer Gesichtserkennung und anderen biometrischen Überwachungssystemen im öffentlichen Raum wird dieses Gebot der Verhältnismässigkeit verletzt. Denn alle von uns würden permanent überwacht und persönlich identifiziert, auch wenn wir keiner Straftat verdächtigt werden. Eine Massenüberwachung mit automatischer Gesichtserkennung und anderen biometrischen Überwachungssystemen verletzt die Privatsphäre aller und schreckt Menschen davon ab, grundlegende Rechte wie die Meinungs- oder Versammlungsfreiheit wahrzunehmen. Das gefährdet unsere demokratische Gesellschaft und beschneidet unsere Freiheit. Zudem erkennen Gesichtserkennungssysteme oft Frauen und People of Color schlechter, als andere. Das führt dazu, dass diese Menschen öfter verwechselt werden, dass es also zu sogenannt «falsch positiven» Treffen kommt – was gravierende Auswirkungen haben kann, wenn sie aufgrund eines solchen vermeintlichen Treffers irrtümlich verdächtigt oder gar festgenommen werden. Die automatische Gesichtserkennung macht zwar langsame Fortschritte, wird jedoch nie fehlerfrei funktionieren. Um gefährliche Massenüberwachung und falsche Verdächtigungen durch eine Maschine zu verhindern, braucht es ein Verbot von Gesichtserkennungstechnologien. Nur so wahren wir unsere Grundrechte und legen den Grundstein für eine selbstbestimmte Zukunft.

Ist automatische Gesichtserkennung nicht bereits heute verboten?

Nein. Obwohl biometrische Daten laut Datenschutzgesetz zu den besonders schützenswerten Personendaten gehören, gibt es kein explizites Verbot zu deren Verwendung. Das bedeutet zwar, dass es auch keine umfassende Erlaubnis gibt – eine gesetzliche Grundlage wäre für den Einsatz nötig. Trotzdem wird die Technologie bereits heute verschiedentlich eingesetzt wird. In anderen Ländern Europas wird die automatische Gesichtserkennung bereits zur Durchführung einer Massenüberwachung im öffentlichen Raum eingesetzt. (Siehe hier und hier) Diese Entwicklungen lassen befürchten, dass auch bei uns bald ein solch grossflächiger Einsatz gesetzlich erlaubt wird.

Könnte ich mich nicht mit einer medizinischen Schutzmaske gegen automatische Gesichtserkennung schützen?

Die neusten automatischen Gesichtserkennungssysteme werden dazu trainiert, auch Gesichter unter medizinischen Schutzmasken zu erkennen. Die Masken bieten daher keinen Schutz vor einer Massenüberwachung. Zudem ist eine weiterreichende Verhüllung des Gesichts in der Schweiz seit dem 7. März 2021 verfassungsrechtlich verboten. Darum braucht es ein umfassendes Verbot der automatischen Gesichtserkennung.

Die Rolle aller Medien und Quellen kritisch hinterfragen und Konsequenzen ziehen

VORWORT                                                                   

Das Buch des Zürcher Foto-Journalisten Gerd Michael Müller nimmt Sie ab den wilden 80er Jahren mit auf eine spannende Zeitreise durch 30 Länder und 40 Jahre Zeitgeschichte mit Fokus auf viele politische und ökologische Vorgänge in Krisenregionen rund um den Globus. Er beleuchtet das Schicksal indigener Völker, zeigt die Zerstörung ihres Lebensraumes auf, rückt ökologische Aspekte und menschenliche Schicksale in den Vordergrund, analysiert scharfsichtig und gut informiert die politischen Transformationsprozesse. Müller prangert den masslosen Konsum und die gnadenlose Ausbeutung der Ressourcen an, zeigt die Auswirkungen wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Prozesse auf und skizziert Ansätze zur Bewältigung des Klimawandels. Pointiert, hintergründig, spannend und erhellend. Eine Mischung aus globalen Polit-Thrillern, gehobener Reiseliteratur, gespickt mit sozialkritischen und abenteuerlichen Geschichten sowie persönlichen Essays – den Highlights und der Essenz seines abenteuerlich wilden Nomaden-Lebens für die Reportage-Fotografie eben. Nach der Lektüre dieses Buchs zählen Sie zu den kulturell, ökologisch sowie politisch versierten Globetrotter.

Wer nach draussen geht, begreift schnell, dass er sich warm anziehen muss. Wut, Hass und Denunziation beherrschen das Debatten-Klima, verhindern einen echten Diskurs und führen zur Lagerbildung und Wagenburg-Mentalität. schüren den Zwiespalt und verhindern den nötigen Dialog. Ein vernünftiger Austausch zwischen den Pole-Positionen kommt kaum mehr zustande, ein Diskussionsfortschritt und Bereicherung für beide Seiten fallen unter den Tisch. Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Diskreditierung von anders denkenden Menschen als billiger Ersatz für eine seriöse, fundierte und lösungsorientierte Politik verwendet wird. Anstatt uns immer mehr mit allem Lebendigen zu verbinden, haben wir unsere kognitiven Fähigkeiten sukzessive von allem Lebendigen getrennt. Mit den Smart Phones, PCs und Laptops. Augenfällig ist, dass sich die Sichtweise auf ein Display und 35 cm Horizont reduziert hat und die meisten ständig auf dem Smart Phone herum wischen, statt einem interessanten Dialog ins Auge zu sehen oder ein wenig zu flirten. Interessante Begegnungen im Öffentlichen Verkehr sind dadurch weitgehend verloren gegangen und das ist ja nur die Spitze des Eisberges.

Im Gegensatz zur Pandemie, haben wir die negativen Auswirkungen der Digitalisierung noch immer nicht im vollen Ausmass erkannt und das geniale und fortschrittliche Potential der Technologien und des Internets nicht in den Dienst der Gesellschaft und Menschheit gestellt, sondern Tech-Giganten bedingungslos zu unsere Ausbeutung, Versklavung und Entmenschlichung überlassen und machen bei dem tragischen Spiel munter mit. Die schrittweise Abkopplung von allem, was uns als Menschen und das Menschsein an sich ausmacht, die ständig künstliche Verführung von Apps und Algorithmen, die unser Leben diktiert, da unterscheiden sich die wenigsten mittlerweile von Spielsüchtigen, Tabletten- oder Alkoholsüchtigen, ja gar von Fixern. Eigentlich unterscheiden wir uns in der Masse gesehen, nicht mehr von digitalen Zombies und kaum mehr allzu sehr von Robotern, die entweder nach „Schema F“ funktionieren oder ausgemustert werden.

Was wäre, wenn die nächste globale Pandemie ein weltumspannender Cyberangriff auf das Internet wäre. Dann würde die Welt buchstäblich still stehen, dafür aber Millionen von Leuten durchdrehen. Wer noch Zugang zu seinen simplen, leben-digen Grundbedürfnissen hat und mit all seinen Fasern, ungebrochener Neugier und Freude am Austausch mit fremden Personen wird abgeschreckt. Wo ist da die Freiheit geblieben? Wir brauchen eine vernünftige globale Einkommens- und Sozialpolitik und keine Wirtschaftswachstums-Politik auf Gedeih weniger und Verderben für alle. Die meisten sozialen Medien, allen voran «Facebook» und «Twitter» sind wie «Höllenmaschinen zur Destabilisierung ganzer Gesellschaften».

Die USA und Donald Trump haben es gerade bewiesen und auf die Spitze getrieben, aber der disruptive SM-Dämon ist rund um die Welt im Dauereinsatz und dirigiert die Regierungen und die Gesellschaft vor sich her. Sie sind medienmächtig aber nicht medienmündig geworden – und die meisten von uns ebenfalls nicht im Gebrauch dieser perfiden Techno-Tools, welche die Gesellschaft spalten. Die heuchlerischen und verantwortungslosen Netzfürsten verfolgen eine „kafkaeske-Zensur-Politik“: Welche Wirklichkeits- und Diskursverzerrungen werden hier propagiert oder unterdrückt? Wo liegen genau die Grenzen des Vertretbaren? Wie werden Zielkonflikte, politische Einflussnahme und Machtmissbrauch eingeschränkt und verhindert?

Ganz einfach, es müssten für alle verbindliche und exakt formulierte Ethik-Standards und journalistische Grundlagen, was Faktentreue und Quellenangabe anbelangt eingeführt sowie die volle Transparenz bei den Filtereinstellungen und der „Weltsicht“ der Plattform hergestellt werden. Doch das wichtigste ist, dass die Unternehmen ausreichend besteuert werden, um tatsächlich einen sozialen Beitrag zum Weltgeschehen zu leisten und nicht nur Marc Zuckerberg, Jeff Bezos und einige andere zu Multimilliardären zu machen. Kein Mensch sollte eine oder mehrere Milliarden allein besitzen. Milliardäre müssten meiner jeden Cent über eine Milliarde an die Gesellschaft zurückgeben. Doch: Die Oligarchie des globalisierten Finanzkapitals will die NGOs zum Schweigen bringen und Aussenminister Ignazio Cassis will die Entwicklungsorganisationen an die kurze Leine nehmen und ihnen die Beiträge kürzen, dabei ist es nur folgerichtig wenn sich zivile Organisationen im Kampf gegen Ungerechtigkeit und Ungleichheit auch politisch einsetzen. Die NGOs müssen in der Lage sein, das Übel an der Wurzel zu packen und auf ziviler Ebene gegen das Elend und die Ausbeutung vorzugehen.

Zwei Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, 62 UN-Staaten praktizieren Folter, Millionen von Menschen und Kindern verhungern, obschon die Welt genügend Nahrungsmittel für alle produzieren könnte. Für den Neoliberalismus ist die kannibalistische Welt- und Wirtschaftsordnung und der Egoismus der Motor der Geschichte. Für AntikapitalistInnen und soziale Bewegungen ist jeder Mensch vom Wunsch nach Solidarität, Reziprozität und Komplementarität mit den Aermsten Menschen beseelt und der Gedanke an eine gerechtere Welt keine Utopie sondern eine Notwendigkeit an der stetig gearbeitet werden muss. Ist es vermessen, von einer post-kapitalistischen Welt zu träumen und dieses Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. „Wenn das menschliche Bewusstsein endlich von der kapitalistischen Entfremdung menschlicher Werte befreit ist, beginnt der Transformationsprozess der neuen Ordnung im Rahmen der Achtung aller wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte und Werte beruhen wird.

Alles Wichtige ist unkäuflich, alles käufliche ist unwichtig. Verzicht schafft Freiraum. Wer kaum Geld braucht, muss auch nicht viel verdienen und kann sich sinnvollerem zuwenden, als Sklavenarbeit zu verrichten. Nach wie vor fehlt es am ideellen Überbau – jeder schaut für sich, Egoismus und Selbstdarstellung florieren. Viele frönen einem oberflächlichen, konsumorientierten und sinnentleertem Dasein nach.

Es gibt Neo-Asketiker, pragmatische Idealisten, robuste Materialisten und überbordende Kapitalisten. Aus der Befreiung von gesellschaftlichen Zwängen folgt ein Turbo-Individualismus, der die ideellen Grundlagen und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft torpediert und auf Mitgefühl, Solidarität und Ehrbarkeit verzichtet. Nach der Emeritierung der Religion und Politik verlieren die Götter des Kapitalismus ihren Glanz und falls vorhanden ihre sinnstiftende Kraft. Mehr Schein als Sein war lange das Motto.

Der Lack ist ab und der Glanz des ungezügelten Kapitalismus verblasst im Spannungsfeld zwischen Turbo-Kapitalismus und sozialer Marktwirtschaft. Vieles steht derzeit auf dem Prüfstand: Das Menschenbild, die Geschlechterrollen, die Weltordnung und die Wirtschaftsordnung, der Generatio-nenvertrag und der Wohlfahrtsstaat. Wir befinden uns im Fegefeuer der Paradoxien. Die Spaltung und Fragmentierung hat die Gesellschaftsordnung zerrüttet und daran ist mitunter die Digitalisierung schuld. Sind wir jetzt soweit, dass wir die verlorenen Werte durch noch mehr Gesetze und staatliche Zwangs-massnahmen  ersetzen und die Gesellschaft und den Staat vor überbordenden Zeitgenossen und -genossinnen und uns zugleich vor den Übergriffen und eingriffen des Staates schützen und die Grund- und Freiheitsrechte mehr und mehr aufgeben. Sie sind jetzt schon so löchrig wie ein Emmentaler Käse.

Vor 20 Jahren fanden die Terrorattacken vom 11. September auf die Twin Towers des World Trade Centers in New York statt. Diese veränderten die Welt grundlegend und lösten den “Kalten Krieg” mit der Sowjetunion ab, wobei die NATO Bündnispartner sich sofort mit bedingungsloser Solidarität den USA anschlossen und zum ersten Mal in der Nato-Geschichte den Bündnisfall ausrief. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion stand der US-Sicherheitsapparat ohne nennenswerten Feind da.

Der «War on Terror» hat der Kriegsmaschinerie wieder kräftig Auftrieb und grosse Militär-Budgets bescheert. Der Krieg im Irak und in Afghanistan waren die Folge und Europa hat munter mitgemacht – auch im Wissen um die Foltergefängnisse der USA in Afghanistan, im Irak, im Ostblock und auf Guantanamo. Bei den US-Entführungs- und Folterflügen hat auch die Schweiz mitgeholfen und eine humanitär gesehen ein katastrophale Rolle gespielt. Deutschland steht nicht besser da und die Briten machen sowieso was die Amis wollen.

Da es international keine völkerrechtlich anerkannte Definition von Terrorismus gibt, haben die Staaten den Begriff immer weiter ausgedehnt, den Sicherheitsapparat zu einem Präventivüberwachungsstaat hochgefahren und aufgebläht und mittlerweile ist jeder und jede eine verdächtige Person. Unter Terrorismus fallen heute Delikte, die nichts mit politischer, umstürzlerischer Gewalt zu tun haben. So auch im neuen Schweizer «Polizeimassnahmengesetz PMT», in dem schon die Verbreitung von Furcht und Schrecken als Terror gilt. Wo sind da all die Freiheits-Trychler, Urgesteine, Corona-Leugner und Freiheitskämpfer geblieben? Unsere Rechte wurden seit zwei Jahrzehnten laufend beschnitten und die Bevölkerung hat alle Verschärfungen und Einschränkungen abgenickt. Es ist ein Trauerspiel und eine Heuchelei sondergleichen.

Im Strafrecht hat eine Verschiebung in den präventiven und damit in den privaten Bereich stattgefunden. Die vorsorgliche Überwachung hat dramatisch und unverhältnismässig zugenommen. Nach 2015 beschloss auch die Schweiz eine Anti-Terror-Strategie und verschärfte das Nachrichtendienstgesetz, wobei nun zwangsrechtliche Massnahmen aufgrund von Vermutungen, vagen Indizien und undurchsichtigen Algorythmen bei der Rasterfahndung zulässig sind und das perfide ist, dass nun auch Überwachungsmassnahmen auf «gewalttätigen Extremismus» ausgedehnt wurden, auch dies eine vage juristische Umschreibung, wer, was, wann als «extrem» eingestuft wird.

China: Uno muss wegen Gräueltaten in Xinjiang handeln

Peking: Tianammen-City, not really a place of heavenly peace

Amnesty International fordert die Uno auf, die schweren Menschenrechtsverletzungen gegen muslimische Minderheiten in China zu untersuchen. Mehr als 323’000 Menschen weltweit haben einen Aufruf zur Freilassung der Hunderttausenden Inhaftierten in Xinjiang unterzeichnet.

Die internationale Gemeinschaft muss die anhaltenden gravierenden Menschenrechtsverletzungen in Chinas uigurischer autonomer Region Xinjiang scharf verurteilen und den Weg für Gerechtigkeit und Rechenschaftspflicht ebnen, schreibt Amnesty International heute in einem offenen Brief an die Uno-Mitgliedstaaten.

Der Aufruf erfolgt, nachdem 323‘832 Menschen aus 184 Ländern und Gebieten die Petition der Organisation unterzeichnet haben, in der die chinesischen Behörden aufgefordert werden, die Hunderttausende von Männern und Frauen der muslimischen Minderheit freizulassen, die in Xinjiang willkürlich festgehalten und massenhaft interniert, gefoltert und verfolgt werden. Die weltweite Petition ist Teil einer laufenden Kampagne von Amnesty International, die ein Ende der schweren Menschenrechtsverletzungen in Xinjiang fordert.

«Hunderttausende von Menschen haben unsere Petition unterzeichnet, um ihre Empörung über Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Xinjiang zum Ausdruck zu bringen.» Agnès Callamard, Generalsekretärin von Amnesty International

«Weltweit haben Hunderttausende von Menschen unsere Petition unterzeichnet, um ihre Empörung über Verbrechen gegen die Menschlichkeit und andere schwere Menschenrechtsverletzungen an Muslim*innen in Xinjiang zum Ausdruck zu bringen», sagte Agnès Callamard, Generalsekretärin von Amnesty International. «Jede Unterschrift ist eine direkte Aufforderung an China, die systematische Verfolgung dieser Menschen unwillkürlich einzustellen.»

«Die chinesische Regierung muss sofort alle willkürlich in den Lagern und Gefängnissen inhaftierten Personen freilassen, das System der Internierungslager auflösen und die systematischen Angriffe gegen die überwiegend muslimischen Volksgruppen in Xinjiang beenden.»

Rechenschaftspflicht für Menschenrechtsverletzungen

Im Juni 2021 veröffentlichte Amnesty International einen Bericht, in dem dokumentiert wird, wie Uigur*innen, Kasach*innen und andere überwiegend muslimische ethnische Minderheiten in Xinjiang systematischen staatlich organisierten Masseninhaftierungen, Folter und Verfolgung ausgesetzt sind, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen.

Die chinesische Regierung hat sich völlig unwillig gezeigt, die tatsächliche Situation in Xinjiang anzuerkennen, die Menschenrechtsverletzungen zu beenden, unparteiische und gründliche Untersuchungen durchzuführen und den mutmasslichen Verantwortlichen den Prozess zu machen.

Die Uno-Gremien und die Mitgliedstaaten haben nur langsam auf die Menschenrechtsverletzungen reagiert. So ging letzte Woche eine weitere Sitzung des Uno-Menschenrechtsrats zu Ende, ohne dass formelle Massnahmen ergriffen wurden.

Amnesty International ruft die Uno-Mitgliedsstaaten daher auf, die schweren Menschenrechtsverletzungen Chinas in Xinjiang aufs Schärfste zu verurteilen und einen robusten, unabhängigen, internationalen Untersuchungsmechanismus einzurichten, um die Rechenschaftspflicht sicherzustellen.

«Trotz zunehmender Beweise für schwere Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen nach internationalem Recht in den letzten vier Jahren sind die Vereinten Nationen und ihre Mitgliedsstaaten ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden, China zur Rechenschaft zu ziehen», sagte Agnès Callamard. «Die internationale Gemeinschaft muss aufhören, so zu tun, als ob der Albtraum für Muslim*innen in Xinjiang von selbst enden würde. Es wurde bereits zu viel Zeit vergeudet.»

Climate change: How do we meet the epochal challenge?

Airshot of Hardy Reef, Great Barrier Reef, Brisbane, Queensland

FOREWORD

The author, Gerd Michael Müller, born in Zürich in 1962, traveled as a photo-journalist to more than 50 nations and lived in seven countries, including in the underground in South Africa during apartheid. In the 80 years he was a political activist at the youth riots in Zürich. Then he was involved in pioneering Wildlife & eco projects in Southern Africa and humanitarian projects elsewhere in the world. As early as 1993, Müller reported on the global climate change and in 1999 he founded the «Tourism & Environment Forum Switzerland». Through his humanitarian missions he got to know Nelson Mandela, the Dalai Lama and other figures of light. His book is an exciting mixture of political thriller, crazy social stories and travel reports – the highlights of his adventurous, wild nomadic life for reportage photography.

(please note that translation corrections are still in progress and images will follow soon)

Policy failures: „Chronology of good intentions“ and decades of failure         

2021 showed again, the Corona Pandemic is Pipifax in comparison, what rolls on mankind and in the soon 50 year old knowledge about the harmful CO2 emissions for our planet, is merrily continued, more and more thoughtlessly consumed, resources wasted, fauna and flora and the habitat of millions of people destroyed. Already President Nixon warned in the 70s of the dramatic consequences (one of his few rays of hope) and the first „IPPC“ report of 1990 warned of the consequences of our unbridled overexploitation. There is no need to be a crazy doomsday prophet anymore, today’s scientific findings and the knowledge of how lamely we react to the threat allow no other conclusion than that our species has reached the end age. According to the Intergovernmental Panel on Climate Change, there are two horror scenarios: One is a two-meter rise in sea level by the end of the century, depending on how fast the Antarctic ice sheet continues to melt. Another is the collapse of the Atlantic Overcurrent Current (AMOC), which has already weakened. It distributes cold and warm water in the Atlantic and influences, for example, the monsoon in Africa and Asia, which is important for billions of people. The collapse of the Gulf Stream would also have a serious impact on Europe. If emissions remain the same until 2050, the temperature at the end of this century would be 2.1 to 3.5 degrees above pre-industrial levels. If CO2 emissions were to double by mid-century, the temperature could rise by up to 5.7 degrees. And unfortunately, this is how things will continue. After all, the U.S. government’s Energy Information Administration (EIA) calculated in 2019 that CO2 emissions will rise from around 36 billion metric tons a year today to more than 42 billion metric tons by 2050 as a result of the industrialization of many countries, which is only just beginning. China produces the most greenhouse gas, about a quarter of the total, ahead of the U.S. at 18 percent and the EU at 17 percent. The proportion of CO2 emissions that are absorbed in sinks such as forests or oceans and do not remain in the atmosphere is about 44 percent, according to the report.

In 1997 the third report of the „IPPC“-climate council came out and what was outlined and proved there, exceeded all the horror scenarios and the extent of destruction by far that I had already noticed since 1993! The report should change also my activity lastingly. From then on, I refrained from the many air and long-distance trips and concentrated more on local destinations that could be reached by train. In 1999, I founded the „Tourism & Environment Forum Switzerland“ in Samedan together with Gisela Femppel, an editor of the „Südostschweiz“ and with my professional colleague Heinz Schmid, which was also supported by the famous tourism director of St. Moritz, Hansruedi Danuser. The NGO was domiciled at Samedan Airport, because at that time I was living up there in the fantastic Upper Engadin, during the winter of the century and the following two years, because I had moved from Zurich to the Engadin with my girlfriend Eve, an enthusiastic snowboarder, after the separation from the mother of my daughters. In the Engadin high valley I could regularly roam on horseback through the snow-covered forests of the alpine slopes and for the first time in my life also ride through the drifting snow and the untouched white splendor.

For the „Tourismus & Umwelt Forum Schweiz“ (Swiss Tourism & Environment Forum) I created a web portal that linked scientific facts, environmentally relevant NGO projects, responsible authorities such as the „Bundesamt für Umwelt“ (BUWAL), international organizations and critical media reports with sustainable travel offers and tips for environmentally conscious travelers. For three years I served as managing director and president for this environmental organization and set some accents in Graubünden with traveling exhibitions on the topic of „Climate Change in the Alps“ with a „Rail-Expo“ traveling exhibition of the Rhaetian Railway, three rail cars that were stationed in Davos, St. Moritz, Samedan, Pontresina and six other alpine locations in Graubünden and sent out the first warning signals. Members of the „Tourism & Environment Forum“ at that time were the „BUWAL/FLS“, the Swiss National Park, the „Biosphere Reserve Entlebuch“, the „Research Institute for Leisure and Tourism“ of the University of Bern and the „Europa-Institut“ in Basel, but also the newly launched car rental company „Mobility“ and „Toyota“ with the first hybrid vehicle, the „Prius“, along with some transport associations, hotels and media. Three train wagons were stationed at the train stations in six Graubünden locations for 14 days each. In addition, we organized a live concert to kick off each exhibition. The „Tourism & Environment Forum“ was also present at the annual vacation fairs in Zurich and Berne with presentations and exhibitions. Travel more consciously, experience more, destroy less, was the motto for travelers, in order to bring about the necessary CO2 reduction measures and an energy transition at home as well, was the goal.

„This was the first long-term institutional „Corporate Social Responsibility“ commitment of my own press agency in this country! After all, I had already been privately and journalistically involved in a number of wildlife projects and humanitarian missions abroad. At that time, I published numerous environmentally critical publications and commentaries, such as „A Requiem for the Coral Reef“ in the „Mittelland-Zeitung“ or „In the diver’s paradise Maldives, a time bomb is ticking“. In the commentary I wrote the following: „It is not El-Nino who is to blame. It is the human being who progresses too far. Alarm bells are ringing around the globe. Central America has been devastated and set back decades. The coral world in the equatorial belt is threatened or already largely destroyed, the oceans polluted, the animal world wiped out here and there, the Alps built up and spoiled“. In 1997, in response to the IPPC climate report, I wrote in „Südostschweiz“ about climate change in the Alps under the title „Keiner kommt ungeschoren davon – Alpen von der Klimaerwärmung besonders hart betroffen“.

In the magazine „Touring“ and in the „Brückenbauer“, both media with million reader public appeared further critical reports of me, which resounded far beyond Switzerland, since I interviewed the „UNEP“ director Klaus Töpfer, the head of the UN environmental organization as well as with Michael Iwand, at that time director environmental management with „TUI“ (tourism union international) and Iwand Widerpart of the „German environmental assistance“ and the nature protection federation and at the ITB the largest tourism trade fair in Berlin intervened to take the topic on the agenda. Prof. Hansruedi Müller of the „Research Institute for Leisure and Tourism“ (FIF) also pleaded for „more heart-liners than hard-liners“. From this and the following experiences and examples, one can confidently say that the „Corporate Responsibility Initiative“ accepted by the people and the popular majority rejected by the cantons will now also lead to much more paper without effect and will remain toothless. Once again, Switzerland and the corporations that dominate it have failed to live up to their global responsibilities. To our shame and against our belief in progress, we have not come one step further in the last 30 years. On the contrary. The footprint has become larger and we have made it to 4th place of the environmental offenders.

So I addressed this urgent climate appeal to the Swiss politicians and population more than 30 years ago and to the „world public“ at the „ITB“ in Berlin and already stated at that time: „The drastic trail of devastation left by industrialized man and the (un)civilized tourist is mostly carried out on the hump of the 3rd world nations and is becoming more and more dramatic. But we here in the Alps are also particularly affected by climate change. The temperature rise is expected to be much higher than the world average and the glaciers are melting just like the biodiversity. We can no longer stand idly by and watch this happen, I said to myself, and from then on I also gave up a car or a motorcycle and committed myself to the expansion of the rail infrastructure and bicycle paths. Also in my function as president of the Swiss Tourism & Environment Forum. I gave critical speeches about my own travel industry, which was urged to do more for the environment and against the enormous damage caused by air traffic and excessive mass tourism, which won me more enemies than friends. Tourism propagandists were not happy to see the global impact of their business model increasingly criticized. I emphatically challenged the travel agency association to do more than just pay the usual lip service. But what happened was that, in the words of Greta von Thunberg, „When there’s a fire, people often rub up against the fire alarm instead of putting out the fire.“ I too felt like saying „I want you to panic“ inside.

Authorities everywhere were then, as now, in a state of enforcement emergency. Whether it is compliance with the Clean Air Ordinance, noise levels to protect the public, international agreements to reduce CO2 emissions, or the fulfillment of declarations of intent and objectives such as „Agenda 21“, the „Charta of Lanzarote“, or the „Declaration of Crete“, wherever we look, we find that none of the objectives have come close to being met. „The crux is that while the need for environmentally and socially responsible tourism is undisputed, still not much is happening,“ which I criticized harshly in the presentations and reports at the time as president of the „Tourism & Environment Forum.“ The tour operators, above all the three big ones „Kuoni Reisen“, „Hotelplan“ and „Tui Reisen“ hardly cared about water and energy supply and waste management on site, which led to devastating pollution of beaches and seas especially on the Maldives and other islands. An investigation by the „Higher School of Tourism“ (HFT) concluded at the time that the „Declaration of Crete remained a dead paper tiger“! And the greenwashing continued unchanged but inflationary from then on. We have already reached certain climate tipping points in some places around the world, some scientists agree. The precious, vital treasures of our earth are disappearing at the speed of light. Every four seconds, forests the size of a soccer field are cut down around the world – including or primarily for soy or palm oil plantations. The destruction of rainforests by slash-and-burn in the Amazon, Congo, and Indonesia

account for eleven percent of global CO2 emissions! Biodiversity is declining rapidly, with up to 150 plant and animal species disappearing from the earth every day. The more natural habitats shrink, the greater the risk of viruses spreading from animals to humans. Corona is the most recent example. Ebola, dengue, Mers, Sars, Zika, all these viruses have also been proven to be due to climate change and dwindling biodiversity. That’s why we need to be much more determined to protect natural habitats and crack down on wildlife trafficking and wildlife markets.

Laos 2013: River trips in the Golden Triangle and the Mekong Delta

Laos: Around 2000 Monks are collecting food in Luang Prabang every early morning

FOREWORD

The author, Gerd Michael Müller, born in Zürich in 1962, traveled as a photo-journalist to more than 50 nations and lived in seven countries, including in the underground in South Africa during apartheid. In the 80 years he was a political activist at the youth riots in Zürich. Then he was involved in pioneering Wildlife & eco projects in Southern Africa and humanitarian projects elsewhere in the world. As early as 1993, Müller reported on the global climate change and in 1999 he founded the «Tourism & Environment Forum Switzerland». Through his humanitarian missions he got to know Nelson Mandela, the Dalai Lama and other figures of light. His book is an exciting mixture of political thriller, crazy social stories and travel reports – the highlights of his adventurous, wild nomadic life for reportage photography .

First it shoots through the multifaceted jungle face and bizarrely rugged riverbed landscapes, then it meanders another 1000 kilometers through rice-growing flatlands and finally fans out into a delta with 4000 tropical islands. The Mekong is the lifeblood of Indochina and the pulsating lifeline for seven million Laotians. What could be more natural than to explore the charms of Laos on a hotel boat and to drift downstream, contemplating the hustle and bustle of Laotian life. To slow down from the hustle and bustle of everyday life, to look calmly over the iridescent green tones of the jungle or to glide over the shining company-ment and to let the soul dangle.

A trip on the Mekong River near the Golden Triangle is still an adventure today and just as exciting as it was in the days of the first Western explorers, the Frenchmen Lagrée and Garnier, who took two years for their expedition (1866-68). They were still struggling up the river in small outrigger boats against the wild rapids. Numerous jagged rocks, huge sandbanks, rocky gorges, narrow bends and the strongly varying water level, which can rise by several meters within hours, require extreme caution and precise knowledge of all dangerous places from the ship’s captains. At night, the upper reaches of the Mekong River are closed to navigation. It would be too dangerous in the darkness on the river. These are the pitfalls in the dry season. In the rainy season, on the other hand, the river swells rapidly by up to 20 meters.

Then logs weighing tons often shoot downstream at breakneck speed. Even on our short trip, the water level rose by three meters within two days. This was due to heavy rainfall in China and the opening of a dam. No wonder the upper course of the Mekong is one of the most beautiful but also one of the wildest river upper courses in the world. Our captain manages indeed, and sometimes resembling a small miracle, even on the way back downstream in the wake of the rapids, to curve around all the dangerous cliffs and skillfully weave through the narrow passages with the jagged rocks. In the dry season, the bizarre rocky outcrops rise up to above the deck of the boat. In the rainy season, they disappear below the surface of the water.

The river trip begins in the cultural heart of Laos, in the historic center of the city of Luang Prabang, which is situated in the protection of the spur between the Mekong and its tributary Nam Khan in northern Laos at an altitude of about 300 meters and is a trading center for rice, rubber and teak wood and handicraft products made of wood, textiles and paper. Since an international airport was built here, it is also the starting point for tourists coming from Vietnam or Bankok. The number of tourists in the old royal city of Laos is manageable. Between the many backpackers mingle more and more jetsetters who want to see the quiet beauty of Luang Prabang before it gets loud and crowded as in Cambodia or Vietnam.

In 1995, Luang Prabang was declared a Unesco World Heritage Site. 32 Buddhist monasteries and all of the French colonial architecture in the city were listed and have since been restored. Restrictive urban planning is also in place to prevent violations of the unique art-historical character of the city center. Luang Prabang’s urban history is inextricably linked to the history of Laos‘ origins. The political decline of the Sukhothai kingdom in northern Thailand in 1345 and the shift of the political center in Siam to Ayyuuhaya in 1351 also accelerated the need for a political unification process east of the Mekong River. 1365 is generally cited as the founding year of Lang Chang (the Land of a Million Elephants) under Fa Ngum. As a vassal of the Khmer Empire, Fa Ngum had received the Buddha statue Phra Bang as a coronation gift from Angkor. This was venerated in Luang Prabang, which was the capital of the kingdom of Lan Chang between 1354 and 1560, as a sacred statue with a function of legitimizing the rule.

Around 1356, Luang Prabang became a place of pilgrimage for the Phra Bang Buddha statue. Under King Setthatirat, many Buddhist monasteries were built in Luang Prabang in the 16th century. In the course of the Buddhist missionary work, among others, Wat Pasman was built on the site of today’s Wat That Luang as the oldest sacred building in the city. A considerable loss of power for Luang Prabang meant the transfer of the capital to Vientiane, which King Setthatirath had arranged in 1560 out of fear of attacks from Burma. Nevertheless, Luang Prabang remained the cultural center of the country. For more than three centuries, it became a pawn in the struggle between Thai and Burmese for political supremacy between the Irrawaddy and Mekong rivers.

When Laos came into the crosshairs of the power-political rivalry between France and England around 1886, France hoped to reach southern China by sailing up the Mekong River, but the Mekong proved to be unnavigable throughout. Nevertheless, the French were interested in political control of Laos as a strategic safeguard for their colony of Vietnam. Cleverly tactical, France took advantage of the distress in which the Laotians found themselves in the face of raids by Chinese gangs in 1887 and unceremoniously declared the region of Luang Prabang a protectorate of its colony Union Indochinose (1893-1954). In contrast to Vietnam, Laos was not of economic importance to France. Until the middle of the 20th century, Laos and thus also Luang Prabang were strongly influenced by cultural and architectural influences of the colonial power France. Even before France’s devastating defeat at Điện Biên Phủ in 1954, Laos was granted political independence in 1953.

Despite the International Laos Conference in Geneva in 1962, at which the country was granted neutrality, military supplies for the Viet Cong in South Vietnam during the Indochina War passed through Laotian territory along the so-called Ho Chi Minh Trail. Heavy bombing by the U.S. Air Force was the result. The CIA inflicted death and devastation on Laos on an unbelievable scale during the Vietnam War (1965 – 1975); the Americans bombed Laos with over two million tons (fragmentation and napalm bombs as well as the nerve agent „Agent Orange“). More bombs fell on Laos than on Germany and Japan combined in World War 2. Nevertheless, the GI’s did not find the Ho Chi Mingh Trail. The peace-loving Laotians have a 200-year history of conflict with foreign aggressors. Every year, hundreds of people are seriously injured by mines. Defusing squads, mostly women, still search the ground for bombs. The city of Luang Prabang was largely spared the fighting, although units of the communist Pathet Lao organization entrenched themselves north of the city in the Pak-Ou Caves area. In 1975, communist units captured the city.

Luang Brabang is home to over 2500 monks who make pilgrimages through the streets of Luang Prabang every morning shortly after sunrise in their orange robes, taking mild offerings in their pots from the faithful and tourists. Mostly elderly women and tourists, let the procession of monks pass by kneeling and donating to each a handful of rice, some fruits, candies, a few banknotes or other things to live on. What cultural sites and religious treasures are there to discover here? First, there is the Royal Palace (Ho Kham), built between 1904 and 1909, now the National Museum, where the throne of the rulers of the Lan Chang period stand. Then the Vat Xienthong (also Wat Xieng Thong) – a temple complex on the Mekong River, built in 1560 under King Setthathirath and restored in 1960-1962. It was the only temple in the city to survive the looting of 1887 intact. The architectural style with the roof reaching almost to the ground is typical for northern Laos.

A gem is also Vat Visounarath (also called Wat Visoun or Wat Visounarath) is a temple complex located on the southeastern side of Phousi Mountain. King Visounarath founded the monastery in 1512, which was destroyed by Chinese hordes in 1887. Most of the complex was rebuilt in the 20th century. The sim (Lao term for the main building of a wat)from 1898 contains Khmer-style window columns. Inside, since 1942, there is a museum with numerous Buddah statues especially in the rain calling gesture typical of Luang Prabang (standing with overlong arms pointing down parallel to the body).

In addition, there are two other temples: That Makmo (the Watermelon Stupa) donated by Phantin Xieng, the wife of King Visounarath, in 1504, the stupa was rebuilt in 1932, with the precious grave goods transferred to the royal palace. And the Vat Sop stupa in the northeast of the old city, founded as early as 1480 as the funeral temple of King Chakkrapat. Behind Vat Sop, on the street called Thanon Vat Sop, there is a typical Lao Baan residential quarter, where you can get an impression of the everyday life of the locals. Last but not least: Mount Phousi (130 meters high, 328 steps), the topographic accent and spiritual center opposite the Royal Palace with a magnificent view of the city area, the Mekong River as well as the forested mountain landscape in the surrounding area. Then head to the night market at the foot of Phousi in Thanon Sisavangvong, the main street of the old city, handmade textiles, sou-venirs and food are offered daily between the Royal Palace and the cross street Thanon Setthathirat from 6 pm. Many of the women traders belong to the Hmong people, who are known for their high-quality weaving, embroidery and sewing.

In Laos, beyond Theravada Buddhism, there is also ancestor worship and animism, which are still widespread among the many ethnic minorities (Hmong, Khmu, Akha or Lanten) in the mountainous regions in the inadequate north bordering China and Burma. The Hmong, for example, are archaically structured opium clans with magical spirit worlds and mythical powers, who to this day believe in their spirit world, with which they have a lively connection through their opium and canabis consumption. The opium farmers live in the isolated highlands of the Golden Triangle completely self-sufficient and reject any government, as well as modern living structures to this day. They live in dark huts without electricity or heating in the most remote highland regions of Laos, as they did hundreds of years ago, and engage in skirmishes with Laotian government soldiers. But the latter are just as unable to secure the Laotian border as the Vietnamese allies, who engage in skirmishes with the Chinese. The Chinese often get the short end of the stick and are said to have three times as many casualties. The Thais also repeatedly tried to invade Laos and were repulsed by the Vietnamese. Since the generals in Hanoi made it clear to Bankok that they would advance right up to Bankok next time, there has been calm on this front.

The Hmong allied with the Americans in the Vietnam War and supplied the CIA with thousands of tons of raw opium annually for their costly war. Rumor has it that the CIA packed 150,000 tons of raw opium per year into empty ammunition crates and flew them directly to Mexico on the doorstep of the United States using Air America pilots and private charters from the Corsican mafia in Laos, which was heavily involved in the international drug trade. The CIA thus not only financed its dirty war, which cost a billion dollars a day toward its end, but also fueled the opium trade and drug consumption of quite a few U.S. citizens and Mexicans. The irony of history: The top Hmong general lived in Washington and enjoyed the protection of the U.S. government, otherwise he would have long since landed in The Hague. The Hmong exodus has resulted in over 150,000 U.S. emigrants in San Diego. Furthermore, many Hmong also live in French Guiana and are therefore Europeans with French passports.

Laos magical Mekong meander and the 4000 islands.

Afterwards, we will descend by plane from Luang Brabang to the commercial metropolis of Pakse in the south of the country, where the second part of the river journey in the Mekong Delta begins. Here the river landscape looks quite different. Wide river streams, flat land mostly overgrown with rice paddies or sand islands and here and there extensive hill ranges far away on the horizon. The trip is very leisurely and more focused on the life on board. You sunbathe on deck and read a book or listen to music and let the world just glide by. That was then the less exciting but all the more leisurely and relaxing river trip. But also here in the south there is a large temple complex called Vat Phou. However, it is a temple complex built by the Khmer. Not quite as impressive as Ankor Wat in Siam Reap, the capital of Cambodia, which I also visited and was impressed by the colossal Khmer cultural strongholds.

But in the morning we are greeted by elephants taking a dip in the Mekong River. Before they either set off on a tourist safari, silently stalking through the dense jungle along the impressive river landscape, carrying enthusiastic backpackers on their backs, or are needed for work assignments around the village. They are the strongest builders‘ helpers, replacing the crane and the tractor. Under the shouts of the Mahuds, the elephants skillfully pile up the huge logs that they had previously placed in the right position.

In Laos there are also still numerous wild elephants in the inaccessible regions of the north. To this day, between 40 and 60 new species of animals are also discovered there every year. A new species of deer and the largest spider in the world are also among the most amazing discoveries. Unfortunately, due to the destruction of the habitat of flora and fauna, a large number of animal and plant species are threatened with extinction here as well. In 1996, 68 species of mammals, birds reptiles and fish were considered endangered. However, about 14% of the territory is now protected. Forests are threatened primarily by logging, clearing for arable land, and fuel production, with about 8% of the country’s energy needs met by wood. Annual forest loss is estimated at about 300,000 hectares.

Another tourist highlight is the picturesque karst and river landscape around Vang Vien. The Boracay of Indochina, where backpackers get high on grass and opium, is halfway to Laos‘ capital Vientiane, which like Luang Brabang is known as the city of a thousand temples. Here, the sacred That Luang stupa with its chunky gold-plated tower towers above all other religious structures, while on the lowlands near Pakse, Laos‘ economic center, the intricate ruins of ancient Khmer temples can be seen at Vat Phou, the largest Khmer complex outside Cambodia.

In the lowlands of the Mekong near Pakse, where the Mekong Islands await their guests, lie the 4000 tropical islands on the lower reaches of the Mekong. On the largest of them live 30,000 Laotians, who intensively use the fertile alluvial soil for agriculture and also engage in lively fishing. Rice cultivation, fishing and agribusiness have been the most important resources of the country, from which the lowland Laotians have lived quite well. On the smallest Mekong islands and alluvial dunes, on the other hand, there is hardly room for two herons or a palm tree. The Mekong River has already reached a considerable width here and fans out into a wide delta.

So it is no wonder that the market of Pakse, the largest goods transfer point in all of Indochina is. It is unbelievable what there is to see and taste here. Gigantic the abundance and mountains of rice, vegetables, salads, spices, fruits and fine fresh Mekong fish. There are thousands of frogs jumping around in bowls, there are grilled rats and snakes, small puffer fish and all kinds of other specialties. You, dear reader, should see this with your own eyes. After a side trip to the Kuang Si waterfalls, we return to the capital of Laos, Vientianne.

Gesichtserkennung verletzt das Recht auf Privatsphäre

Wenn Menschen einen öffentlichen Platz betreten, werden ihre Gesichter in immer mehr Ländern automatisch erfasst, gescannt und von einem Algorithmus verarbeitet. Dies verletzt das Recht auf Privatsphäre. Ausserdem wird Gesichtserkennungstechnologie vor allem gegen marginalisierte Bevölkerungsgruppen eingesetzt. Daher fordert Amnesty International mit der internationalen Kampagne «Ban the Scan» ein Verbot dieser Technologie.

Eine steigende Anzahl von Ländern setzt Gesichtserkennungstechnologie zur Überwachung des öffentlichen Raumes ein. Wir leben bereits in einer Zeit potenziell vollständiger Überwachung der elektronischen Kommunikation. In manchen Ländern müssen Menschenrechtsverteidiger*innen zusätzlich etwa mit verwanzten Wohnungen und dem gezielten Ausspähen ihrer elektronischen Geräte rechnen. Gesichtserkennung schliesst den für viele Menschen letzten überwachungsfreien Rückzugsraum – die öffentlichen Strassen und Plätze. In Kombination mit Informationen aus der Kommunikationsüberwachung kann dies ein vollständiges Bild unseres gesamten Alltags ergeben.

Obwohl Gesichtserkennungstechnologie zu Identifikationszwecken für legitime Ziele eingesetzt werden kann – etwa dafür, Straftäter*innen oder vermisste Kinder zu finden – kann sie im öffentlichen Raum nach Auffassung von Amnesty International nicht verhältnismässig eingesetzt werden, da sie alle vorbeikommenden Menschen erfasst und analysiert, ohne einen individualisierten begründeten Verdacht. Dies verletzt das Recht auf Privatsphäre. Es gefährdet die Rechte auf Versammlungsfreiheit und freie Meinungsäusserung, da es Menschen davon abhalten kann, an Protesten teilzunehmen.

Gesichtserkennungssysteme leisten zudem Rassismus Vorschub, da People of Color häufig am stärksten von ihrem Einsatz betroffen sind. Diese Personengruppen erfahren ohnehin bereits Diskriminierung und Menschenrechtsverletzungen durch die Ordnungskräfte. Schwarze Menschen laufen darüber hinaus am stärksten Gefahr, von Gesichtserkennungssystemen fälschlich identifiziert zu werden. Auch Frauen sind häufiger von Fehlidentifizierungen betroffen.

«Es besteht die Gefahr, dass die Gesichtserkennungstechnik von Strafverfolgungsbehörden auf der ganzen Welt gegen marginalisierte Gemeinschaften eingesetzt wird. Von Neu-Delhi bis New York setzt diese invasive Technologie unsere eigene Identität gegen uns ein und untergräbt unsere Menschenrechte», so Matt Mahmoudi, Experte für künstliche Intelligenz und Menschenrechte bei Amnesty International.

«Die Menschen in New York sollten in der Lage sein dürfen, ihren alltäglichen Tätigkeiten nachzugehen, ohne von Gesichtserkennungssystemen beobachtet zu werden. Andere US-amerikanische Grossstädte haben die Gesichtserkennung bereits verboten, und New York muss diesem Beispiel folgen.»

Millionen Bilder zusammengetragen

Für die Entwicklung von Gesichtserkennungstechnologie werden unter anderem Millionen Bilder ohne die Einwilligung der Betroffenen aus Social-Media-Profilen und Ausweisdokumenten, darunter Fahrausweisen, zusammengetragen. Somit können dann Bilder aus Überwachungskameras von der Software auf bestimmte Gesichtsmerkmale analysiert und mit der Datenbank gesammelter Bilder abgeglichen werden.

Während andere Städte in den USA wie z. B. Boston, Portland und San Francisco den Einsatz von Gesichtserkennung bei der Polizeiarbeit bereits verboten haben, setzt die Polizei in New York diese Technologie nach wie vor ein, um Menschen, die keinen Gesetzesverstoss begangen haben, einzuschüchtern und zu schikanieren – wie beispielsweise 2020 während der Proteste der Bewegung von Black Lives Matter.

Filmtipp zum Thema: «Coded Bias»

Der Dokumentarfilm «Coded Bias» lief am Zurich Film Festival 2020 in der Reihe «Border Lines», die jeweils von Amnesty International präsentiert wird. «Coded Bias» ist jetzt auf Netflix zu sehen.

Hausverwaltung setzt Technologie ein

Der diskriminierende Einsatz von Gesichtserkennungstechnologie beschränkt sich nicht nur auf die behördliche Verwendung gegen friedliche Protestierende. In New York besteht zudem die Gefahr, dass Vermieter*innen die Technik dazu einsetzen, um People of Color auszuspionieren. Im Jahr 2019 wollte die Hausverwaltung eines Hochhauskomplexes in Brooklyn Gesichtserkennungstechnologie in dem Gebäude installieren. Bewohner*innen, die sich dagegen wehrten, wurden mit der Wohnungskündigung bedroht und aufgefordert, ihre Kampagne einzustellen.  Die Bewohner*innen gaben jedoch nicht auf und gingen gerichtlich gegen die Verletzung ihres Rechts auf Privatsphäre vor. Erst dann liess die Hausverwaltung von dem Plan ab, Gesichtserkennungstechnik in dem Gebäude zu installieren. Amnesty International fordert ein komplettes Verbot der Nutzung, Entwicklung und Herstellung sowie des Verkaufs und Exports von Gesichtserkennungstechnik, wo diese zum Zweck der Massenüberwachung durch die Polizei oder andere staatliche Stellen eingesetzt werden soll.

Neue Amnesty-Kampagne

Am 26. Januar 2021 startete eine Kampagne von Amnesty International gegen den Einsatz von Gesichtserkennungssystemen, einer Form der Massenüberwachung, die rassistischer Polizeiarbeit Vorschub leistet und das Recht auf friedlichen Protest bedroht. Die Amnesty-Kampagne Ban the Scan ist an eine Internetseite gekoppelt, auf der die Bewohner*innen von New York gemäss dem Gesetz zur öffentlichen Darlegung der eingesetzten Überwachungstechnologien (Public Oversight of Surveillance Technologies (POST) Act) Kommentare über den polizeilichen Einsatz von Gesichtserkennungstechnologie hinterlassen können. Später können zudem Anträge unter dem Informationsfreiheitsgesetz gestellt werden, um zu erfahren, wo die Gesichtserkennung vor Ort eingesetzt wird.

Interview: Patrick Walder von Amnesty International über die Gefahren der Gesichtserkennung https://www.youtube.com/embed/pVPfdiuK4UM Teilen

Alerts «Überwachung und Privatspäre»

Hier können Sie «Alerts» abonnieren: Sie erhalten von uns ein E-Mail, sobald wir zum Thema Überwachung und Privatsphäre eine neue Mitteilung, einen Bericht oder andere Neuigkeiten veröffentlichen. Sie können den Alert jederzeit wieder abbestellen.

Schweizer Agrarhandelsplatz hat massive Menschenrechtsprobleme

Acht Jahre nach dem bahnbrechenden Rohstoffbuch über „unsere“ Öl- und Kohlehändler publiziert Public Eye eine Pionieranalyse der Schweiz als Drehscheibe im globalen Agrarrohstoffhandel. Demnach wird heute die Hälfte des weltweiten Getreides, 40 Prozent des Zuckers und jede dritte Kakao- sowie Kaffeebohne über am Genfersee oder in der Zentralschweiz domizilierte Firmen gehandelt. Deren zunehmende Marktmacht und ihre Ausdehnung in den Anbau von Agrarrohstoffen hat Hungerlöhne, Landraub oder Korruption zur Folge. Immer wieder kommt es auch zu undurchsichtigen Deals wie dem Public Eye vorliegenden „Memorandum of Understanding“, mittels welchem der Kanton Genf 2017 COFCO, den staatlichen Agrarhandelsarm von China, nach Genf lockte.
Unter Ausschluss der Öffentlichkeit hat sich die Schweiz in den letzten Jahrzehnten zum führenden Handelsplatz für Agrarrohstoffe entwickelt. Von den rund 500 zwischen Genfer- und Zugersee domizilierten Rohstoffhändlern haben sich etwa 150 entweder auf Landwirtschaftsprodukte spezialisiert oder führen diese zumindest im Portfolio. Glencore und Trafigura sind inzwischen – auch dank Public Eye – keine Unbekannten mehr, doch wer hat schon von ADM, Bunge, Cargill oder gar COFCO gehört? Dabei erzielen diese Handelsriesen fast ebenso grosse Umsätze und verschulden in der Produktion von Soja, Kaffee, Baumwolle oder Zucker auch diverse Menschenrechtsverletzungen. Die Lieferketten der ehemals reinen Handelshäuser reichen mittlerweile «vom Acker bis auf den Teller», und viele besitzen gar eigenes Anbauland.

Damit mutieren sie zunehmend zu «Global Value Chain Managers». Ihre Marktmacht und Gewinnoptimierung führen vielerorts zu Menschenrechtsverletzungen. Entlang globaler Wertschöpfungsketten bestimmen die Handelskonzerne, was unter welchen Bedingungen angebaut und wie viel dafür bezahlt wird. Den Menschen, die diese Produkte anbauen, fehlen hingegen jegliche Mittel zur Durchsetzung fairer Vertrags- und Arbeitsbedingungen. Diese Asymmetrie hat gravierende Folgen, die von Zwangs- und Kinderarbeit über Gesundheitsgefahren durch Pestizide und die Zerstörung von Lebensgrundlagen durch Abholzung oder Landaneignungen bis hin zu Steuervergehen und Korruption reichen. Mehrere Dutzend Fälle betreffen Schweizer Agrarhändler.

Dies zeigt der Bericht «Agricultural Commodity Traders in Switzerland: Benefitting from Misery?». Die Pionieranalyse durchleuchtet die Strukturen und Aktivitäten von 16 Branchenführern, die entweder ihren Hauptsitz oder zentrale Handelsabteilungen in der Schweiz haben und durch Zukäufe oder Fusionen zu integrierten Agrarkonglomeraten geworden sind. Zu den Faktoren, welche die Schweiz auch für diese Branche attraktiv machen, gehören neben der fehlenden Regulierung bezüglich Transparenz und Menschenrechtsschutz im Ausland auch diskrete Steuerdeals. Ein solcher steht auch im Zentrum des von Public Eye mittels Öffentlichkeitsrecht erwirkten «Memorandum of Understanding» (MoU) zwischen dem Kanton Genf und der COFCO-Gruppe, Chinas grösstem und staatlich kontrollierten Lebensmittelkonzern mit Hauptsitz in Peking. Dort unterzeichnete der umstrittene Genfer Staatsrat Pierre Maudet am 13. Mai 2017 ein MoU, welches COFCO die «aktive Unterstützung im Dialog mit unseren Steuerbehörden» zusichert. Im Gegenzug eröffnete COFCO seinen globalen Handelshauptsitz in Genf.

Die Ansiedlung des mit fast 40 Milliarden Franken Umsatz bereits fünftgrössten «Schweizer» Agrarhändlers unterstreicht nicht nur die handelspolitische und geostrategische Bedeutung des Schweizer Rohstoffplatzes. Der Aufstieg via Genf von Akteuren wie COFCO, deren undurchsichtige Geschäfte und diversen Menschenrechtsverletzungen besonders hellhörig machen müssten, zeigt, dass Transparenz und eine Sorgfaltsprüfungspflicht, wie sie die Konzernverantwortungsinitiative verlangt, auch in diesem Sektor nötig ist. Die Schweiz als Sitzstaat vieler der weltweit wichtigsten Agrarhändler ist hier besonders gefordert. Quelle: Public Eye

Hotellerie nähert sich 2017 ihren Rekordjahren

Neuchâtel, 22. Februar 2018 (BFS) – 2017 verzeichnete die Schweizer Hotellerie 37,4 Millionen Logiernächte. Das ist beinahe so viel wie in den Rekordjahren 1990 und 2008 und entspricht gegenüber 2016 einem Wachstum von 5,2% (+1,9 Millionen). Die ausländischen Gäste generierten 20,5 Millionen Logiernächte und damit 6,1% mehr (+1,2 Millionen). Die Logiernächtezahl der Schweizer Gäste erhöhte sich um 4,2% (+675 000) auf 16,9 Millionen und erreichte den bisher höchsten Stand. Dies geht aus den definitiven Ergebnissen des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor.

Mit Ausnahme des Monats Februar (-36 000 Logiernächte / -1,2%) wurde 2017 gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode in allen Monaten eine Zunahme verbucht (um die Auswirkungen von Ostern zu beseitigen, wurden die Resultate der Monate März und April gemeinsam betrachtet). Am stärksten war das Wachstum im Juni (+306 000 / +9,8%), gefolgt von Ostern (+267 000 / +4,9%) und dem Monat Juli (+218 000 / +5,4%).

Rekordnachfrage von inländischen Gästen, starke Zunahme der Gäste aus Amerika und Asien

2017 belief sich die inländische Gesamtnachfrage auf 16,9 Millionen Logiernächte (+675 000 / +4,2%) und erreichte damit einen bisherigen Höchststand. Die ausländische Nachfrage verzeichnete mit 20,5 Millionen Logiernächten ebenfalls einen Anstieg (+1,2 Millionen / +6,1%).

Nach rückläufigen Zahlen im Jahr 2016 zog die asiatische Nachfrage wieder an (+588 000 Logiernächte / +12,8%). Die stärkste Zunahme dieses Kontinents verzeichneten die Gäste aus China (ohne Hongkong) mit einem Plus von 148 000 Logiernächten (+13,1%). Ein vergleichbarer Aufwärtstrend war auch bei der Nachfrage aus Indien (+140 000 / +23,4%), der Republik Korea (+118 000 / +34,7%) und Japan (+47 000 / +13,1%) zu beobachten. Die Golfstaaten hingegen registrierten mit einem Minus von 39 000 Logiernächten (-4,1%) den stärksten Rückgang aller Herkunftsländer.

Der seit 2012 verzeichnete Aufwärtstrend bei der Nachfrage aus dem amerikanischen Kontinent setzte sich fort (+307 000 Logiernächte / +12,3%). Mit 212 000 zusätzlichen Logiernächten (+11,5%) verbuchten die Vereinigten Staaten das stärkste absolute Wachstum aller ausländischen Herkunftsländer und erreichten damit den höchsten Stand seit 2000.

Der europäische Kontinent sorgte für 255 000 zusätzliche Logiernächte (+2,2%). Den grössten Beitrag leisteten die Gäste aus Belgien (+49 000 / +9,1%). Dahinter folgen Deutschland (+41 000 / +1,1%), das seit 2008 kein Plus mehr verzeichnet hatte, Spanien (+36 000 / +8,7%) und Russland (+29 000 / +8,8%). Die Nachfrage aus Italien (+7500 / +0,8%) erhöhte sich nur leicht und jene aus Frankreich blieb stabil (-200 / keine absolute Veränderung). Bei den Gästen aus dem Vereinigten Königreich wurden hingegen 18 000 Logiernächte weniger registriert, was einem Rückgang von 1,1% entspricht. Ozeanien verzeichnete ein Plus (+41 000 / +12,7%), Afrika ein Minus (-6500 / -2,3%).

Logiernächteplus in allen Tourismusregionen

Alle 13 Tourismusregionen wiesen im Jahr 2017 gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode eine Logiernächtezunahme auf. Bern Region registrierte mit einem Plus von 387 000 Logiernächten (+8,2%) den grössten Anstieg. An zweiter Stelle folgt Zürich Region (+340 000 / +6,0%), an dritter das Wallis (+255 000 / +6,9%). Dahinter kommen Graubünden (+226 000 / +4,9%) und das Tessin (+175 000 / +7,7%).

Stabile Aufenthaltsdauer

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag 2017 wie bereits im Jahr 2016 bei 2,0 Logiernächten. Ausländische Gäste blieben im Durchschnitt 2,1 Nächte und verweilten damit etwas länger als Schweizer Gäste (2,0). Graubünden verzeichnete mit 2,7 Nächten die längste Aufenthaltsdauer aller Tourismusregionen, gefolgt vom Wallis mit 2,3 Nächten. Am wenigsten lang blieben die Gäste mit 1,6 Nächten in der Fribourg Region.

Leichter Anstieg der Nettozimmerauslastung

Die Nettozimmerauslastung belief sich im Jahr 2017 auf 52,9% (2016: 51,3%). Unter den Tourismusregionen wies Genf mit 66,3% die stärkste Auslastung auf. Es folgt Zürich Region mit einer Auslastung von 64,6%. Die geringste Auslastung verzeichnete die Ostschweiz mit 39,7%.

Wissenschaftler warnen vor dem gläsernen Bürger

Einen Tag vor den Pariser Terroranschlägen veröffentlichten neun Wissenschaftler ein Digitales Manifest in der Online-Ausgabe von «Spektrum der Wissenschaften». Darin warnen sie vor dem gläsernen Bürger, der dazu dient, dass künstliche Intelligenzen  steuern, was wir wissen (dürfen), wie wir denken (sollen) und wir handeln. «Wir steuern auf eine von Algorithmen gesteuerte diktatorische Gesellschaft zu, welche die Demokratie in Gefahr bringt», warnt Dirk Helbing, promovierter Physiker und Professor für Soziologie an der ETH Zürich.

Allmytraveltips publiziert hier Auszüge aus dem Manifest der neun Wissenschaftler Dirk Helbing , Bruno S. Frey , Gerd Gigerenzer , Ernst Hafen , Michael Hagner , Yvonne Hofstetter , Jeroen van den Hoven , Roberto V. Zicari und Andrej Zwitter, welche das Digitale Manifest publiziert haben und fordert alle Leser/innen dazu auf das Referendum gegen das Nachrichtendienstgesetz (Büpf) zu unterzeichnen.

Die digitale Revolution ist in vollem Gange. Wie wird sie unsere Welt verändern? Jedes Jahr verdoppelt sich die Menge an Daten, die wir produzieren. Mit anderen Worten: Allein 2015 kommen so viele Daten hinzu wie in der gesamten Menschheitsgeschichte bis 2014 zusammen. Pro Minute senden wir Hunderttausende von Google-Anfragen und Facebookposts. Sie verraten, was wir denken und fühlen.

In zehn Jahren wird es schätzungsweise 150 Milliarden vernetzte Messsensoren geben, 20-mal mehr als heute Menschen auf der Erde. Dann wird sich die Datenmenge alle zwölf Stunden verdoppeln. Viele Unternehmen versuchen jetzt, diese „Big Data“ in Big Money zu verwandeln. In der Tat macht das Gebiet der künstlichen Intelligenz atemberaubende Fortschritte.

Die Fernsteuerung des Menschen ist in vollem Gange

Algorithmen können nun Schrift, Sprache und Muster fast so gut erkennen wie Menschen und viele Aufgaben sogar besser lösen. Sie beginnen, Inhalte von Fotos und Videos zu beschreiben. Schon jetzt werden 70 Prozent aller Finanztransaktionen von Algorithmen gesteuert und digitale Zeitungsnews zum Teil automatisch erzeugt. All das hat radikale wirtschaftliche Konsequenzen: Algorithmen werden in den kommenden 10 bis 20 Jahren wohl die Hälfte der heutigen Jobs verdrängen. 40 Prozent der Top-500-Firmen werden in einem Jahrzehnt verschwunden sein.

«Auf die Automatisierung der Produktion und die Erfindung selbstfahrender Fahrzeuge folgt nun die Automatisierung der Gesellschaft». (Dirk Helbing, ETH Zürich)

Fest steht: Die Art, wie wir Wirtschaft und Gesellschaft organisieren, wird sich fundamental ändern. Wir erleben derzeit den größten historischen Umbruch seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs: Auf die Automatisierung der Produktion und die Erfindung selbstfahrender Fahrzeuge folgt nun die Automatisierung der Gesellschaft.

Kürzlich lud Baidu, das chinesische Äquivalent von Google, das Militär dazu ein, sich am China-Brain-Projekt zu beteiligen. Dabei lässt man so genannte Deep-Learning-Algorithmen über die Suchmaschinendaten laufen, die sie dann intelligent auswerten. Darüber hinaus ist aber offenbar auch eine Gesellschaftssteuerung geplant. Jeder chinesische Bürger soll laut aktuellen Berichten ein Punktekonto („Citizen Score“) bekommen, das darüber entscheiden soll, zu welchen Konditionen er einen Kredit bekommt und ob er einen bestimmten Beruf ausüben oder nach Europa reisen darf. In diese Gesinnungsüberwachung ginge zudem das Surfverhalten des Einzelnen im Internet ein – und das der sozialen Kontakte, die man unterhält (siehe „Blick nach China“).

Darüber hinaus wird immer deutlicher, dass wir alle im Fokus institutioneller Überwachung stehen, wie etwa das 2015 bekannt gewordene „Karma Police“-Programm des britischen Geheimdienstes zur flächendeckenden Durchleuchtung von Internetnutzern demonstriert.

Programmierte Gesellschaft, programmierte Bürger

Heute wissen Algorithmen, was wir tun, was wir denken und wie wir uns fühlen – vielleicht sogar besser als unsere Freunde und unsere Familie, ja als wir selbst. Oft sind die unterbreiteten Vorschläge so passgenau, dass sich die resultierenden Entscheidungen wie unsere eigenen anfühlen, obwohl sie fremde Entscheidungen sind. Tatsächlich werden wir auf diese Weise immer mehr ferngesteuert. Je mehr man über uns weiß, desto unwahrscheinlicher werden freie Willensentscheidungen mit offenem Ausgang. Eines ist jedoch gewiss: Die Entwicklung verläuft also von der Programmierung von Computern zur Programmierung von Menschen.

Wer steuert was und mit welchem Ziel?

Was richtig und was falsch ist, stellt sich oft erst hinterher heraus. So wollte man während der Schweinegrippeepidemie 2009 jeden zur Impfung bewegen. Inzwischen ist aber bekannt, dass ein bestimmter Prozentsatz der Geimpften von einer ungewöhnlichen Krankheit, der Narkolepsie, befallen wurde. Glücklicherweise haben sich nicht mehr Menschen impfen lassen! Am Ende könnte es dafür aber mehr Hüftoperationen geben. In einem komplexen System wie der Gesellschaft führt eine Verbesserung in einem Bereich fast zwangsläufig zur Verschlechterung in einem anderen. So können sich großflächige Eingriffe leicht als schwer wiegende Fehler erweisen. Unabhängig davon würden Kriminelle, Terroristen oder Extremisten den digitalen Zauberstab früher oder später unter ihre Kontrolle bringen – vielleicht sogar ohne dass es uns auffällt. Denn: Fast alle Unternehmen und Einrichtungen wurden schon gehackt, selbst Pentagon, das Weisse Haus und der Bundestag.

«Hinzu kommt ein weiteres Problem, wenn ausreichende Transparenz und demokratische Kontrolle fehlen: die Aushöhlung des Systems von innen. Denn Suchalgorithmen und Empfehlungssysteme lassen sich beeinflussen». (Bruno Frey, Universität Basel)

Bei Wahlen wäre es daher im Prinzip möglich, sich durch Nudging Stimmen von Unentschlossenen zu sichern – eine nur schwer nachweisbare Manipulation. Wer auch immer diese Technologie kontrolliert, kann also Wahlen für sich entscheiden, sich sozusagen an die Macht nudgen.

Unter dem Stichwort Nudging versucht man, Bürger im großen Maßstab zu gesünderem oder umweltfreundlicherem Verhalten „anzustupsen“ – eine moderne Form des Paternalismus. Der neue, umsorgende Staat interessiert sich nicht nur dafür, was wir tun, sondern möchte auch sicherstellen, dass wir das Richtige tun, sagt Roberto V. Zicari (…)

Verschärft wird dieses Problem durch die Tatsache, dass in Europa eine einzige Suchmaschine einen Marktanteil von rund 90 Prozent besitzt. Sie könnte die Öffentlichkeit maßgeblich beeinflussen, womit Europa vom Silicon Valley aus quasi ferngesteuert würde. Auch wenn das Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 6. Oktober 2015 nun den ungezügelten Export europäischer Daten einschränkt, ist das zu Grunde liegende Problem noch keineswegs gelöst, sondern erst einmal nur geografisch verschoben.

Verrohung und Zersplitterung der Gesellschaft

Damit Manipulation nicht auffällt, braucht es einen so genannten Resonanzeffekt, also Vorschläge, die ausreichend kompatibel zum jeweiligen Individuum sind. Damit werden lokale Trends durch Wiederholung allmählich verstärkt, bis hin zum „Echokammereffekt“: Am Ende bekommt man nur noch seine eigenen Meinungen widergespiegelt. Das bewirkt eine gesellschaftliche Polarisierung, also die Entstehung separater Gruppen, die sich gegenseitig nicht mehr verstehen und vermehrt miteinander in Konflikt geraten. So kann personalisierte Information den gesellschaftlichen Zusammenhalt unabsichtlich zerstören. Das lässt sich derzeit etwa in der amerikanischen Politik beobachten, wo Demokraten und Republikaner zusehends auseinanderdriften, so dass politische Kompromisse kaum noch möglich sind. Die Folge ist eine Fragmentierung, vielleicht sogar eine Zersetzung der Gesellschaft.

Noch schwerer wiegt der Umstand, dass manipulative Methoden die Art und Weise verändern, wie wir unsere Entscheidungen treffen. Sie setzen nämlich die sonst bedeutsamen kulturellen und sozialen Signale außer Kraft – zumindest vorübergehend. Zusammengefasst könnte der großflächige Einsatz manipulativer Methoden also schwer wiegende gesellschaftliche Schäden verursachen, einschließlich der ohnehin schon verbreiteten Verrohung der Verhaltensweisen in der digitalen Welt. Wer soll dafür die Verantwortung tragen?

Die Einsichten des großen Aufklärers Immanuel Kant scheinen jedoch hochaktuell zu sein. Unter anderem stellte er fest, dass ein Staat, der das Glück seiner Bürger zu bestimmen versucht, ein Despot ist. Das Recht auf individuelle Selbstentfaltung kann nur wahrnehmen, wer die Kontrolle über sein Leben hat. Dies setzt jedoch informationelle Selbstbestimmung voraus.

«Es geht hier um nicht weniger als unsere wichtigsten verfassungsmässig garantierten Rechte. Ohne deren Einhaltung kann eine Demokratie nicht funktionieren. Ihre Einschränkung unterminiert unsere Verfassung, unsere Gesellschaft und den Staat» (Ernst Hafen)

Schließlich steht auch die Rechtmässigkeit personalisierter Preise in Frage, denn es könnte sich dabei um einen Missbrauch von Insiderinformationen handeln, betont Michael Hagner.

Hinzu kommen mögliche Verstöße gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz, das Diskriminierungsverbot und das Wettbewerbsrecht, da freier Marktzugang und Preistransparenz nicht mehr gewährleistet sind. Die Situation ist vergleichbar mit Unternehmen, die ihre Produkte in anderen Ländern billiger verkaufen, jedoch den Erwerb über diese Länder zu verhindern versuchen. In solchen Fällen gab es bisher empfindliche Strafzahlungen.

Außerdem gelten in der akademischen Welt selbst harmlose Entscheidungsexperimente als Versuche am Menschen und bedürfen der Beurteilung durch eine Ethikkommission, die der Öffentlichkeit Rechenschaft schuldet. Die betroffenen Personen müssen in jedem einzelnen Fall ihre informierte Zustimmung geben. Absolut unzureichend ist dagegen ein Klick zur Bestätigung, dass man einer 100-seitigen Nutzungsbedingung pauschal zustimmt, wie es bei vielen Informationsplattformen heutzutage der Fall ist.

Dennoch experimentieren manipulative Technologien wie Nudging mit Millionen von Menschen, ohne sie darüber in Kenntnis zu setzen, ohne Transparenz und ohne ethische Schranken. Selbst große soziale Netzwerke wie Facebook oder Onlinedating-Plattformen wie OK Cupid haben sich bereits öffentlich zu solchen sozialen Experimenten bekannt.

Anders und mit den Worten von Jeroen van den Hoven gesagt: Personalisierte Information baut eine „filter bubble“ um uns herum, eine Art digitales Gedankengefängnis. In letzter Konsequenz würde eine zentrale, technokratische Verhaltens- und Gesellschaftssteuerung durch ein superintelligentes Informationssystem eine neue Form der Diktatur bedeuten. Die von oben gesteuerte Gesellschaft, die unter dem Banner des „sanften Paternalismus“ daherkommt, ist daher im Prinzip nichts anderes als ein totalitäres Regime mit rosarotem Anstrich.

«In der Tat zielt „Big Nudging“ auf die Gleichschaltung vieler individueller Handlungen und auf eine Manipulation von Sichtweisen und Entscheidungen. Dies rückt es in die Nähe der gezielten Entmündigung des Bürgers durch staatlich geplante Verhaltenssteuerung». (Jeroen van den Hoven)

Kollektive Intelligenz benötigt einen hohen Grad an Diversität. Diese wird jedoch durch heutige personalisierte Informationssysteme zu Gunsten der Verstärkung von Trends reduziert.

Soziodiversität ist genauso wichtig wie Biodiversität.Auf ihr beruhen nicht nur kollektive Intelligenz und Innovation, sondern auch gesellschaftliche Resilienz – also die Fähigkeit, mit unerwarteten Schocks zurechtzukommen. (Gerd Gigerenzer).

Die Verringerung der Soziodiversität reduziert oft auch die Funktions- und Leistungsfähigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft. Dies ist der Grund, warum totalitäre Regimes oft in Konflikte mit ihren Nachbarn geraten. Typische Langzeitfolgen sind politische Instabilitäten und Kriege, wie sie in unserer Geschichte immer wieder auftraten. Pluralität und Partizipation sind also nicht in erster Linie als Zugeständnisse an die Bürger zu sehen, sondern als maßgebliche Funktionsvoraussetzungen leistungsfähiger, komplexer, moderner Gesellschaften.

Jetzt ist daher der historische Moment, den richtigen Weg einzuschlagen und von den Chancen zu profitieren, die sich dabei bieten. Wir fordern deshalb die Einhaltung folgender Grundprinzipien:

  1. die Funktion von Informationssystemen stärker zu dezentralisieren;
  2. informationelle Selbstbestimmung und Partizipation zu unterstützen;
  3. Transparenz für eine erhöhte Vertrauenswürdigkeit zu verbessern;
  4. Informationsverzerrungen und -verschmutzung zu reduzieren;
  5. von den Nutzern gesteuerte Informationsfilter zu ermöglichen;
  6. gesellschaftliche und ökonomische Vielfalt zu fördern;
  7. die Fähigkeit technischer Systeme zur Zusammenarbeit zu verbessern;
  8. digitale Assistenten und Koordinationswerkzeuge zu erstellen;
  9. kollektive Intelligenz zu unterstützen; und
  10. die Mündigkeit der Bürger in der digitalen Welt zu fördern – eine „digitale Aufklärung“.

Mit dieser Agenda würden wir alle von den Früchten der digitalen Revolution profitieren: Wirtschaft, Staat und Bürger gleichermaßen. Worauf warten wir noch?

Lesen Sie mehr: Eine Strategie für das digitale Zeitalter – der Aktionsplan

(Quellen: Spektrum der Wissenschaften, ETH Zürich)

Unterschreiben Sie jetzt das Reverendum gegen das Nachrichtengesetz

Weitere Berichte zu diesem Thema, die Sie interessieren könnten.

Allmytraveltips Datenschutz-Dossier

Wer sagt, dass ein Geheimdienst die Sicherheit der Bürger gewährleisten kann?

Wie der Geheimdienst mit Daten von unbescholtenen Bürgern dealt

Trojaner – Schadsoftware aus der Staatskasse

 

 

 

 

Beherbergungsstatistik im August 2015

Neuchâtel, 05.10.2015 (BFS) – Die Hotellerie verzeichnete in der Schweiz im August 2015 insgesamt 4,1 Millionen Logiernächte, was gegenüber August 2014 einer Abnahme von 3,6 Prozent (-152’000 Logiernächte) entspricht. Insgesamt 2,4 Millionen Logiernächte gingen auf das Konto der ausländischen Gäste. Dies entspricht einem Rückgang von 5,0 Prozent (-127’000 Logiernächte).

Die inländischen Gäste generierten 1,7 Millionen Logiernächte, was eine Abnahme von 1,5 Prozent bedeutet (-26’000 Logiernächte). Dies geht aus den provisorischen Ergebnissen des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor.

Von Januar bis August 2015 kumulierte sich die Zahl der Logiernächte auf 25,2 Millionen. Dies entspricht einer Abnahme von 0,5 Prozent (-117’000 Logiernächte) gegenüber derselben Vorjahresperiode. Die ausländische Nachfrage registrierte 14,0 Millionen Logiernächte und damit einen Rückgang von 1,6 Prozent (-228’000 Einheiten). Die Gäste aus dem Inland verzeichneten 11,2 Millionen Logiernächte und damit eine Zunahme um 1,0 Prozent (+111’000 Logiernächte).

Weniger europäische Gäste, mehr aus den übrigen Kontinenten
Im August 2015 verzeichneten die Besucherinnen und Besucher aus Europa (ohne Schweiz) einen Logiernächterückgang von 233’000 Einheiten (-15,2%) gegenüber August 2014. Deutschland verbuchte ein Minus von 110’000 Logiernächten (-20,2%) und damit die deutlichste absolute Abnahme aller Herkunftsländer. Es folgen die Niederlande mit einer Abnahme von 27’000 Logiernächten (-29,6%) und Russland mit einem Rückgang von 16’000 Logiernächten (-34,5%). Auch Belgien und Italien verzeichneten weniger Logiernächte (je -15’000 Einheiten / -16,9% bzw. -11,3%).

Bei den Gästen aus Asien resultierte ein Zuwachs um 92’000 Logiernächte (+12,8%). China (ohne Hongkong) legte um 58’000 Logiernächte (+38,2%) zu und wies damit das stärkste absolute Wachstum aller Herkunftsländer auf. Es folgen die Golfstaaten mit einem Logiernächteplus von 17’000 Einheiten (+5,5%), Indien (+9100 / +19,9%) sowie die Republik Korea (+6400 / +18,3%). Japan hingegen verzeichnete eine Abnahme um 8400 Logiernächte (-11,3%). Die Nachfrage aus dem amerikanischen Kontinent erhöhte sich um 12’000 Logiernächte (+4,9%). Mit 11’000 zusätzlichen Logiernächten (+6,2%) verzeichneten die Vereinigten Staaten die stärkste absolute Zunahme dieses Kontinents. Die beiden Kontinente Ozeanien und Afrika verzeichneten Steigerungen von 1500 (+4,5%) bzw. 760 Logiernächten (+3,2%).

Rückgang in fast allen Tourismusregionen
Elf der vierzehn Tourismusregionen verbuchten im August 2015 gegenüber August 2014 einen Logiernächterückgang. Graubünden verzeichnete mit einem Minus von 50’000 Logiernächten (-8,7%) den deutlichsten absoluten Rückgang. Das Tessin registrierte eine Abnahme um 46’000 Logiernächte (-13,0%) und das Wallis ein Minus von 26’000 Einheiten (-5,7%). Die Ostschweiz verbuchte 16’000 weniger (-6,8%). Lediglich die Region Zürich und das Genferseegebiet (Waadtland) konnten einen Logiernächtezuwachs verzeichnen; er betrug 18’000 Logiernächte (+3,1%) bzw. 2200 Logiernächte (+0,7%). Die Region Luzern / Vierwaldstättersee registrierte ein stabiles Resultat (+170 Logiernächte / keine relative Veränderung). (Quelle: BfS)