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Leseproben und Kapitelauszüge aus dem Buch

Auszug aus dem Buch von Gerd M. Müller. Das ganze Manuskript ist als E-Book Version verfügbar und die Leseproben finden Sie hier.

Vorwort

Das Buch des Zürcher Foto-Journalisten Gerd Michael Müller nimmt Sie ab den wilden 80er Jahren mit auf eine spannende Zeitreise durch 30 Länder und 40 Jahre Zeitgeschichte mit Fokus auf politische Skandale und ökologische Vorgänge in Krisenregionen rund um den Globus. Er beleuchtet das Schicksal indigener Völker, zeigt die Zerstörung ihres Lebensraumes auf, rückt ökologische Aspekte und menschenliche Schicksale in den Vordergrund, analysiert scharfsichtig und gut informiert die politischen Transforma-tionsprozesse. Müller prangert den masslosen Konsum und die gnadenlose Ausbeutung der Ressourcen an, zeigt die fatalen Auswirkungen wirtschaftlicher Ausbeutung, gesellschaftlicher Fahrlässigkeit und poli-tische Ignoranz auf und skizziert Ansätze zur Bewältigung des Klimawandels. Pointiert, hintergründig und erhellend erzählt Müller anhand seiner persönlichen Erlebnissen aus seiner investigativen Reise und Reportagetätigkeit für nahmhafte Medien rund 30 Länder.

Die Jugendunruhen und Politskandale in den 80er Jahren

Police forces are checking a group of young people while a demonstration is going on in Zürich City. © GMC

Die Reise rund um den Globus zu verschiedenen Konfliktherden und kulturellen Highlights beginnt in meiner Heimatstadt Zürich. 1980 war das Jahr, das die biedere Gesellschaft in der Schweiz aufrütteln und im Laufe der 80er-Jahre umpflügen sollte, denn es rollte ein Tsunami auf das konservative Bürgertum und die politische Klasse zu. Im Mai desselben Jahres begannen die «Opernhauskrawalle» als Auftakt zu den nachfolgenden «Zürcher Jugendunruhen». Auslöser dafür war die latente Unzufriedenheit der Jugend mit den wenigen ihnen zur Verfügung stehenden Einrichtungen und Freiräumen.

Das manifestierte sich am augenfälligsten Beispiel der bevorstehenden Abstimmung über einen städtischen Subventionsbeitrag von 60 Mio. Franken an das Opernhaus und im Gegenzug dazu keine 10‘000 Franken für die «Rote Fabrik», damals das einzige Ju-gendkulturzentrum der Stadt Zürich. Es war die Zeit der Rebellion, der freien Entfaltung, der Politisierung, der Sex- und Drogenorgien und Strassenschlachten, musikalisch untermalt von den «Rolling Stones», «Doors» oder «Deep Purple», die eben-so zu unseren Musikgöttern zählten wie Bob Dylan, Janis Joplin und Jil Scott Heron. Nichts war mehr wie früher und es gab auch kein zurück!

Als Mitte der 1970er die «Punks» erst in New York, dann die Punkszene in London aufkam, schwappten die Ausläufer auch auf die Schweiz über. Bald entwickelten sich in lokale Szenen, allen voran in Zürich. Es war auch die Zeit der Anarchisten und Utopisten. Wir debattierten und kritisierten heftig, stritten und solidarisierten uns mit den unterdrückten Völkern. Im Strudel dieses explosiven Befreiungsversuchs und des grenzenlosen Lebens wurden rauschende Partys ohne Ende gefeiert, doch immer mehr harte Drogen, wie Heroin, Kokain und Amphetamine kamen dazu. …

Zufällig fuhr ich am Samstag-Nachmittag dem 30. Mai 1980 mit dem Tram beim Zürcher Opernhaus vorbei, exakt in dem Moment, als Hundertschaften von Polizisten aus dem von Demonstranten blockierten Opernhaus-Eingang herausquollen und auf die am Boden liegenden Personen (die sogenannten «Kulturleichen») einschlugen. Sie malträtierten Frauen und Männer gleichermassen. Die nackte Staatsgewalt und brutalen Szenen verschlugen mir und anderen Passanten den Atem und liessen die Wut in unseren Bäuchen explodieren. Sogleich stieg ich aus dem Tram, da brannten schon die ersten Container und die Scharmützel mit der Polizei begannen. Als die Polizisten sogleich mit aller Härte vorgingen und mit Tränengas und Gummi-geschossen um sich schossen, als auch Wasserwerfer einsetzten, eskalierte die Situation innert wenigen Stunden, da sich an diesem frühen Samstagabend viele Jugendliche infolge des Bob Marley Konzert im Hallenstadion auf dem Heimweg befanden und dann in die Innenstadt strömten. Viele nahmen spontan an den Protesten teil, die sich schon nach kurzer Zeit zu veritablen Strassenschlachten ausgeweiteten.

Von da an hatte die Polizei für drei, vier Tage nichts mehr unter Kontrolle und die Strassenkämpfe entluden sich mit voller Wucht. Der Kantonspolizeiposten am Limmatquai wurde umzingelt, zwei der Polizeifahrzeuge brannten völlig aus und auch der Eingang zum Rathaus sah dementsprechend übel aus. Die Luft im Niederdorf war geschwängert mit beissenden Tränengasrauchschwaden, dichter, als London im November-Nebel. Das Ausmass der Zerstörung war unfassbar, ebenso die Ohnmacht der Sicherheitskräfte, als sich der jahrelang aufgestaute Frust der Jugendlichen und Alt-68iger in blanke Wut verwandelte, mit dem die Demonstranten den Opernhausbesucher die einseitige Subventionspolitik aufzeigen wollten. Der ersten Krawallnacht folgten einige weitere Strassenschlachten im Lauf dieses Jahres, in der sich die «Bewegig» der Autonomen jeweils Mittwoch’s in den Volksversammlungen (VV’s) im Volks-haus oder vereinzelt auch auf dem Platzspitz formierten. Fast jeden Samstag waren Demonstrationen angesagt, regelmässig verbarrikadierten die Geschäfte im Niederdorf um 14.00 Uhr ihre Schaufenster mit Brettern, weil die Proteste weiterhin an Fahrt aufnahmen und sich bis hin zu Grossdemonstrationen mit fast 20‘000 Personen formierten. Die Forderung der Jungend war schlicht und einfach: „Wir wollen ein autonomes Jugendzentrum“, ein «AJZ» muss her! Und zwar „subito!“

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Legal? Illegal? „Scheissegal!“ das war das Motto der rebellischen Jugend

Am Zürichsee-Ufer wurde weit verbreitet oben ohne gebadet und die Frauen genossen die Freiheit und die Freuden der neuen Unabhängigkeit, die Ihnen die Pille und damit die Möglichkeit zur autonomen Schwangerschaftsverhütung verschaffte voll auszuleben, was sich auch in ungehemmter Sexualität und Polygamie oder in Form der ersten Schwulen- und Trans-Parties ausdrückte. Es war damals unter uns kein Verbrechen und weder für Frauen noch für Männer verpönt, mit Dutzenden von Partner Sex zu haben und im Verlauf eines Jahres verschiedene Partnerschaftsmodelle auszuprobieren. «Sex, Drugs & Rock & Roll» oder lieber «Amore et Anarchia»?

Nun, warum die Qual der Wahl? Am besten alles zusammen! Jede Art von Ein-schränkung wurde abgelehnt, Hedonismus pur war das Ziel und die Zeit der Paradiesvögel war angebrochen. Wir wollten uneingeschränkt auf allen Ebenen experimentieren und die freie Liebe ausprobieren, derweil unverheiratete Paare damals ge-setzlich noch nicht einmal zusammen leben durften. So prüde war Zürich und die ganze Schweiz damals. Umso erstaunlicher war es, dass die Mädels nur so dahin schmolzen wie Eiscreme oder selbst das Zepter übernahmen, heftig flirteten und auf einen One Night Stand aus waren. Jedenfalls wurde man damals als junger Mann hin und wieder hemmungslos von Frauen angemacht, die nur ein Ziel hatten, die Lust und das Bett zu teilen und alle möglichen Sachen auszuprobieren.

Eine ebenso aphrodisierende wie inspirierende Zeit, die bis heute ihres gleichen sucht! Die Frauen waren für uns Lichtgestalten, viele von ihnen sehr feministisch selbstbewusst und experimentierfreudig. „Emanzipation, ja klar, sagten wir uns und führten endlich auf politischem Weg das Frauenstimmrecht ein. One (wo)man, one vote“, das galt bei der Jugendbewegung für Männer und Frauen gleichermassen. Es gab sehr viele Aktivistinnen, die sich entweder Gehör verschafften oder einfach taten, was sie wollten und wie sie es wollten und es störte sich aus unseren Kreisen niemand daran. Wir, also auch die Männer, schminkten uns gegenseitig und liefen öfters mit schwarz geschminkten Lippen, farbenfroh bemalten Gesichter und flatternden Haaren durch die Strassen zur «Roten Fabrik“, ins «Drahtschmidli» oder ins «AJZ».

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Im Strudel Schweizer Politskandale

Police observation a demonstration in Zürich City from Urania bridge down to the street. © GMC

Im Jahre 1990 war ans Licht gekommen, dass sowohl die Bundesbehörden, als auch die kantonalen Polizeikorps rund 900‘000 «Fichen» über politisch verdächtige Personen angelegt hatten. Laut offiziellen Angaben waren mehr als 700‘000 Personen und Organisationen erfasst, also über ein Zehntel der Bevölkerung wurden als subversiv eingestuft. Der Beobachtungsradius zielte zuerst auf ausländische Anarchisten, Schweizer Sozialisten und Gewerkschafter, Schriftsteller, unwillkommene politische Flüchtlinge und Ausländer, die oft wieder ausgewiesen wurden. Mit dem Aufflammen des Antikommunismus wurden vor allem linksstehende Politiker und Gewerkschafts-Mitglieder überwacht. Offizielles Ziel der «Fichierung» war es, das Land vor aus dem Ausland gesteuerten subversiven Aktivitäten zu schützen.

Die Bekämpfung der Subversion war während des Kalten Krieges ein weitverbreitetes Schlagwort. Die Parlamentarische Untersuchungskommission «PUK» brachte zu Tage, wie weit dieser schwammige Begriff aufgefasst wurde. Wie aus den Unterlagen der «Untergruppe Nachrichtendienst und Abwehr» (UNA) hervorging, empfanden eifrige Staatsschützer auch „Alternative“, Anti-AKW-Aktivisten, „Grüne“, Friedens- und Drittwelt-Aktivisten, als potentiell gefährlich einzustufen seien, denn sie könnten kommunistisch un-terwandert, feind- oder fremdgesteuert oder sonst wie manipuliert sein. So bestellte auch ich meine «Fiche» beim Polizei und Justizministerium, die dann doch detaillierter als angenommen ausfiehl, was das Bewegungsprofil und die Kontakte angeht, aber ansonsten sehr belanglos war, bis auf die vielen schwarzen Stellen in dem 14 seitigen Protokoll, das wohl mehr die Spitzelidentitäten verdecken und schützen sollte, als Staatsgeheimnisse, staatsfeindliche Aktivitäten oder einen «Landes-verrat» des Überwachten zu Tage gebracht hätte.

Es zeigte den blinden Eifer der Behörden und das traurige Abbild ihrer Spitzel. Die wenigsten von uns waren Marxisten, Leninisten, Maoisten oder Kommunisten oder Staatsfeinde auch wenn das Motto: «Macht aus dem Staat Gurkensalat» skandiert wurden. Da wurde viel Staatspropaganda aufgefahren, um mit Kanonen auf Spatzen zu schiessen. Aber ein «Ticket nach Moskau einfach», haben wir «Chaoten» trotzdem nie erhalten. …

Dann gab es noch einen weiteren Politskandal: Die «P-26» Geheimloge (Projekt 26) war eine geheime Kaderorganisation zur Aufrechterhaltung des Widerstandswillens in der Schweiz im Fall einer Besetzung. Sie wurde 1979/1981 als Nachfolgerin des Spezialdienstes in der Untergruppe Nachrichtendienst und Abwehr (UNA) eingesetzt und 1990 nach der Bekannt-machung durch eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) durch Bundesrat Moritz Leuenberger aufgelöst. Für die P-26-Mitglieder war in Friedenszeiten keine Bewaffnung vorgesehen, doch darum scherte sich der illustre Geheimbund nicht. Vorgesehen war, dass sie als Gruppe auf Befehl einer allenfalls im Ausland verbleibenden Exilregierung aktiv würden, um als Nachrichtenquelle zu dienen, ein Kampfauftrag war nicht vorgesehen, denn der war allein der Armee vorbehalten. Dennoch hortete die Untergrund-Organisation Waffen und legte grosse Munitionsdepots an.

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Die Schweiz als Apartheid-Gehilfe der Buren

FA-18 der Schweizer Luftwaffe begleiten eine Passagiermaschine über die Walliser Alpen. © GMC

Peter Regli war so eine Kultfigur der «Kalten Krieger» und als Chef des schweizerischen Nachrichtendienstes 1991 bis 1999 eine illustere, zwielichtige Geheimdienst-Figur. Er organisierte in den frühen 1980er Jahren geheime Pilotenaustausche mit dem Apartheidregime. Laut dem ehemaligen Geheimdienstchef Südafrikas, Chris Thirion, vereinbarten die Geheimdienste der Schweiz und Südafrikas 1986 auch einen Know-how-Austausch über C-Waffen. Am 25. Januar 1988 traf der Leiter des südafrikanischen ABC-Waffen-Programmes, Wouter Basson, der später als «Doktor Tod» in die Geschichte einging, sowie Polizeigeneral Lothar Neethling sich mit Vertretern des «AC-Laboratoriums Spiez» in Bern zusammen. Unter dem «Project Coast» wollte der Militärarzt Basson mit B- und C-Waffen damals mögliche Aufstände der schwarzen Bevölkerung im Keim ersticken.

„Eine grauenhafte Vorstellung, dass die Schweiz bei diesem teuflischen Plan im geheimen mitgewirkt hat und an der Vernichtung von zehntausenden von Schwarzen hätte beteiligt gewesen sein können. Quellen aus dem «NDB»-Umfeld führen zu den geheimen Sitzungen des «Club de Berne». Diese informelle Organisation wurde während des Kalten Kriegs 1971 in Bern gegründet. Sie vereinigt die Chefs aller Geheimdienste und der Bundespolizeien aus etwa zehn Ländern wie Deutschland, den USA, Grossbritannien und der Schweiz und ist auch heute noch operativ tätig. Zu den Gründungsmitglie-dern zählte auch die Schweiz. Initiator des «Berner Clubs» war der italienische Geheimdienstchef Umberto Federico d’Amato. Ziel war es damals, ein gemeinsames Chiffrier-System aufzubauen, das auch gute Dienste bei der Abhörung fremder Nationen und 2020 zur «Crypto-Affäre» führte.. Mitte der 70er Jahre erhielt der «Club» eine aktive Rolle beim Vorgehen gegen linke Terrororganisationen wie die «RAF», die Rote Armee Fraktion in Deutschland oder die «Roten Briga-den» in Italien. Nach den Terroranschlägen vom 11.September hat der «Club» eine verstärkte Bedeutung als Gremium der politischen Konsultation zwischen Geheim- und Staatsschutzdiensten erhalten.

2001 initiierte der «Club» die «Counter Terrorism Group» (CTG). Diese soll angeblich seit 2016 ein europäisches Geheim-dienstzentrum in Den Haag leiten. Seit 2016 laufen Sondierungen mit «Europol», da die «CTG sich mit den polizeilichen Strukturen der EU oder einzelner Mitgliedstaaten vernetzen wollte. 2017 bezeichnete der deutsche Abgeordneter Andrej Hun-ko den «Berner Club» und dessen informellen Zusammenschluss «CTG» als „kaum kontrollierbar. Er kritisierte auch die zunehmende Vergeheimdienstlichung der Polizeiarbeit. In Deutschland kam es 2018 anlässlich der Kontroverse um die Äus-serungen von Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maassen zu Ausschreitungen in Chemnitz. Seine Rede vor dem «Berner Club» am 18. Oktober 2018 hatte seine Versetzung in den einstweiligen Ruhestand zur Folge.

Durch die Teilnahme am «Club de Berne» erhielt Regli Informationen der «CIA» und vom «Mossad». Doch Regli ist dabei zu weit gegangen, «indem er ein zu hohes Risiko einging, die Sicherheit des Landes und die internationalen Verpflichtungen sowie Neutralität der politischen Schweiz zu gefährden. Dass Regli sich mit «CIA und «Mossad austauschen konnte, hat auch mit anderen Per-sonen zu tun, die ihm den Rücken frei hielten und Türen öffnete, wie der Leiter des internen Nachrichtendiensts «DAP». Urs von Daeniken und sein Vorgesetzter, Peter Huber, beide Mitglieder im «Club de Berne». Sie fielen nach der «Fichenaffäre» 1989 in Ungnade und wurden aufgrund des öffentlichen Drucks kaltgestellt.

Die 80er Jahre waren also geprägt von grossen politischen Umwälzungen, die die Jugendbewegung ausgelöst hatte und so eine ganze Generation politisiert hat, denn die innenpolitischen Umwälzungen hatten auch viel mit der internationalen Lage zu tun. Mit den Schematas des Kalten Krieges, dem Vietnam-Krieg, dem Sechs Tage Krieg und Einmarsch Israels in den palästinensischen Gebieten, den Befreiungsbewegungen in Lateinamerika wie den Sandinisten in Nicaragua, den Tupamors oder dem «Sender Luminoso» in Peru sowie der Kampf der «Roten Armee Fraktion» (RAF) in Deutschland und der «Roten Brigaden» in Italien. Dadurch befeuert waren die jungen Aktivisten auch geneigt, die Armee abzuschaffen und die AKWs ab-zuschalten (mitunter eine Reaktion wegen des Reaktorunfalls von Tschernobyl). Wir schauten also weit über den Tellerrand hinaus und solidarisierten oder engagierten uns mit den Sandinisten in Nicaragua, die sich von Diktator Somoza verab-schieden wollten und mit den Palästinänsern. Auch die imperialistischen Scharmützel der USA in Kuba, auf Grenada und in Panama brachten uns in Rage und so ist es kein Wunder, dass wir in die Welt hinaus zogen, um Neues zu entdecken und altes abzuschaffen.

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Von einer Guardia Civil Spezialeinheit überfallen

Lassen sie mich an dieser Stelle kurz das Lanzarote-Abenteuer mit einem Einsatz der Guardi Civil Anti-Terror Sondereinheit auf unserem Boot erzählen. Wir, eine handvoll Leute, lebten Ende der 70er Jahre in Playa Blanca auf der Kanarischen Insel Lanzarote an Bord eines Segelschiffes, das einem Schweizer gehörte, der in den USA lebte und erst vor wenigen Tagen hier eingetroffen war. Ein französischer Skipper, ein marokkanischer Bootsjunge, ein Brite und der amerikanische Freund des Schweizer Bootseigners hatten das Boot von Frankreich hierher gebracht. Dann kam es zum Streit zwischen dem Bootseigner und dem Skipper am Abend zuvor über das Honorar der Yachtüberführung von Südfrankreich bis hier hin und die längere Wartezeit in Playa Blanca. Der Streit eskalierte, erst wollte der Franzose das Boot versenken, was die Crew zum Glück ver-hindern konnte, dann zischte der Franzose wutentbrannt ab und wir dachten schon „das wars“.

Doch der „fiese Kerl“ rächte sich an uns, in dem er der Guardia Civil einen anonymen Anruf vom Flughafen Arecife vor seiner Abreise gab und ihnen mitteilte, wir hätten Waffen und Drogen an Bord. Sodann wurden wir am Morgen nach der Abreise des Skippers um 05.30 Uhr aus dem Tiefschlaf gerissen, weil plötzlich eine Herde Elefanten auf das Boot stampfte, dann waren militärische Befehle zu hören und als ich als erster meinen Kopf aus der Lucke rausstreckte, schaute ich in vier Maschinenpistolen rein, keinen halben Meter vor meiner Nasenspitze. Da gefror jegliche Bewegung und Erregung sofort ein. Ich erstarrte und durfte dann aussteigen, danach auch all meine Bootsfreunde. Ein halbes Dutzend schwerbewaffneter Elitesoldaten der Guardia Civil standen um uns herum. Nach sechs Stunden war die Durchsuchung des Segelbootes ergebnislos abgeschlossen und unsere Qual ausgestanden. Die Sondereinheit zog wieder ab. Wir waren erleichtert, doch der Tag war noch nicht zu Ende und hielt noch eine Überraschung für uns bereit.  …

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Senegal 86: Zwischen den Fronten und in der Welt der Hexen und Heiler

Die Desertifizierung schreitet im Sengegal fort und führt zu Verlust von Acker und Weideland. © GMC

Der Senegal ist eine Welt der Geister, Hexen, Heiler und Wahrsager. Alles ist sehr mystisch angehaucht. Es werden Flüche ausgesprochen und Leute verhext und irgendwie fürchtet sich jeder davor. Daher tragen auch alle einen Boubou, einen Glücksbringer, der sie schützen soll. Auch der Kleiderkult ist legendär. Die schönsten, sehr farbenprächtigen Kleider und Kostüme werden in Dakar feilgeboten. Die bunt bemalten Pirogen, die Einbaumboote reihen sich am Strand im Getümmel der Fischer und Händler auf. Als Transportmittel gibt es Minibusse, die in alle Richtungen fahren und überall anhalten, wo ein Fahrgast ein- oder aussteigen möchte.

Dakar ist eine äusserst pulsierende Metropole. Tag und nachts, denn erst ab den Abendstunden ist die Temperatur angenehm, derweil sie über Mittag bis auf 40 Grad ansteigt. 1986 wurde ich als Stations- und Reiseleiter erst drei Monate im Senegal, dann in Warschau in Polen (also im damaligen Ostblock) und zuletzt in London für weitere drei Monate eingesetzt. Beim ersten Resident Manager Einsatz im Senegal war Flaute angesagt (sowie in Covid-Zeiten), denn damals war «AIDS» gerade erst auf dem Radar aufgetaucht und noch rätselte die Medizin darüber, woher das Virus kam und wie es übertragen wird. Daher war nicht viel los im «Club Aldiana» nahe M’Bour, hier an der Küste rund vier Stunden Autofahrt südlich von Dakar. Durch die «AIDS»-Krise, die den Afrika-Tourismus drastisch reduzierte, hatte ich Zeit für eine kurze Reise in den Süden Senegals in die Casamance und durchquerte dabei auch Gambia. In einem kleinen Kaff mietete ich einen Bungalow und lief mit meiner Kamera in der Wildnis nahe der Grenze rum und wurde unvermittelt im Gestrüpp von einer Soldatentruppe des Militärs von Guinea-Bissau angehalten und stundenlang verhört. Da der Kommandant nur portugiesisch sprach, dauerte es eine Weile, bis ich erfuhr, dass es einen Konflikt wegen des Öl-Vorkommens im Grenz-gebiet zwischen den beiden Ländern gäbe und ich erinnerte mich an einen TV-Beitrag vor wenigen Tagen, dass sich exakt zu diesem Zeitpunkt die Streitparteien in Genf zu Verhandlungen trafen. Dies war mein Rettungsanker und Trumpf, als Schweizer in dieser prekären Situation. So versuchte ich dem Kommandanten klar zu machen, dass es nicht ratsam wäre, wenn sie mich gefangen nähmen und damit die Verhandlungen in Genf gefährdeten. Das verstand er und liess mich dank einer verhältnismässig grosszügigen Geldspende unbeschadet von Dannen ziehen. Erleichtert lief ich in die Casamance, also in den Senegal zurück.

Dort angekommen, hatte ich kein Bargeld mehr, um die Miete für die Lodge zu zahlen. Dazu musste ich erst eine Tagesreise entfernt nach Zuiginchor reisen, um den Reisecheck zu wechseln. Also erzählte ich dem Hotelier vom Grenzerlebnis und meiner Spende, bei der die Miete drauf ging und lief dann erschöpft zum Bungalow, um erst einmal schlafen zu gehen. Doch es dauerte nicht lange, dann fuhren zwei Militärjeeps vor meiner Hütte vor und acht waffenstarrende, senegalesische Soldaten, stiegen aus. Sie hätten Befehl, mich zum Militärgouverneur zu eskortieren“, sagten sie zu mir. „Was ist denn jetzt schon wieder los?“, dachte ich und versuchte den Adrenalinschub zu bremsen. Eine halbe Stunde später sass ich vor dem Militärkommandanten, der mich über den Grenzvorfall ausfragte. Er habe vom Vermieter davon Kenntnis erhalten und möchte mehr dazu wissen. „Scheisse“, dachte ich mir, heute ist aber ein anstrengender Tag, geht nun die Kriegs-Diplomatie wieder von vorne los? Jetzt gilt es, möglichst alles runter zu spielen und so wenig wie möglich zu sagen, dachte ich mir. Das übte ich dann gute vier Stunden lang mit dem senegalesischen Kommandanten, worauf ich fix und fertig war. An einem Tag zwei Militär-verhöre bei verfeindeten Staaten, das war schon eine Härteprobe spezieller Güte.

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Warschau 86: In Pole-Position hinter dem Eisernen Vorhang

Vom Einsatz im Senegal ging es nach nur einem Tag Aufenthalt in Zürich gleich nach Polen weiter. Bei meiner Ankunft in Warschau, wo 14 Tagen zuvor ein Verkehrsflugzeug der «LOT» abgestürzt war und dabei rund 140 Menschen starben, kon-nte ich mit einem älteren Mann sprechen, der Englisch verstand und mir bei den Zoll- und Einreiseformalitäten für die 70 Fluggäste aus dem Westen behilflich war. Als ich mich bei ihm für seine Hilfe bedankte und nach seinem Namen fragte, ant-wortete er: „Mein Name ist Henry Zwirko. Wie bitte, entfuhr es mir, dies war doch der Name, der auf dem besagten Zettel stand, den mir der letzte Gast im Senegal überreicht hatte. Das konnte doch kein Zufall sein, dachte ich intuitiv, war aber mit den Pässen und Einreisepapieren beschäftigt, was sich noch stundenlang hinziehen könnte, da ich ja Neuling hier hinter dem «Eisernen Vorhang» in Warschau angekommen war. Doch das Prozedere wurde durch den Mann der sich als eben dieser Henry Zwirko vorgestellt hatte, mit wenigen sanften, aber entschiedenen Worten an den Grenzbeamten, erheblich abgekürzt und wir konnten alle rasch ungehindert die Grenzkontrolle passieren.

„OK“, dachte ich mir, der Mann ist in der Tat vielversprechend. Kein Wunder reicht sein Einfluss weit, schliesslich ist er ja polnischer Kabinetts-Minister und sein Vater ein Kriegsheld des 2. Weltkrieges. Soviel wusste ich schon über ihn. Aber dass ich diesen besonderen Mann gleich bei meiner Ankunft in Warschau treffen würde, war schon sehr unheimlich. Später bestätigte sich meine Vermutung, dass der VR-Präsident dem Treffen ein nachgeholfen und mir damit das Tor zu einer aussergewöhnlich verschlossenen Welt eröffnet hat, um die mich viele Geheimdienstler zu dieser Zeit inklusive unsere Spionageabwehr sicher beneidet hätten.

Keine zwei Wochen nach meiner Ankunft in Warschau und einer ersten Rundreise in Polen nach Krakau und Zakopane, trafen die Leichenspezialisten und Forensiker aus dem Ausland ein, um den Flugzeugabsturz vor drei Wochen zu untersuchen. Daraufhin wurde unsere ganze Reisegruppe (stets so um die 50 bis 70 Personen) von einer Stunde auf die andere aus dem einzigen Mittelklassehotel, dem «Forum» in Warschau, rausgeschmissen. Fortan mussten wir für die nächsten 14 Tagen mit lausigen, heruntergekommenen Hotels auskommen und manchmal zu Dritt ein Hotelzimmer oder zu zweit ein Doppelbett teilen. Dann hatte ich genug von dem Desaster und liess die lokalen Gäste mit dem bündelweise verfügbaren Dollarschmiermittel aus den Hotels rausschmeissen, in dem ich das Doppelte oder Dreifache des Zimmerpreises auf den Tisch legte und mietete mir die Luxussuite im Fünfsterne-Hotel. Daraufhin ging die Post ab.

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«London 87: Die ersten Kontakte zu «ANC»-Exilanten»

1979 kommt es zum Massaker in Soweto, als am 16. Juni 15‘000 Schüler dagegen protestierten, fortan in Africaans unter-richtet zu werden. 575 Menschen starben bei dem Aufstand, der sich über Monate hinzog. Die Schweizer Banken ver-doppelten ihr Kreditvolumen. 1980 erklärt der reformierte Weltbund» die Apartheid zur Häresie. Dies liessen die Schweiz und den Schweizer Geheimdienst kalt. Peter Reggli richtet unbeeindruckt von den Sanktionen den Pilotenaustausch mit südafrikanischen Kampfpiloten in die Wege, der Bundesrat wurde darüber aber erst 1986 orientiert. Die Summe der Kredit-vergaben der Schweizer Banken an das Apartheid-Regime vervierfachte sich. Jahr um Jahr um 100 Prozent. Infolge der internationalen Ächtung des Apartheid Regimes profitierte die Schweiz von der Menschen verachtenden, rassistischen Politik der Weissen am Kap. Die «ILO» forderte die Weltkonzerne auf, sich aus Südafrika zurückzuziehen und kritisierte die «SBG» namentlich als Sanktionsbrecherin. Nichts desto trotz erhält das südafrikanische Regime 1985 von Schweizer Banken weitere 75 Millionen Franken an Krediten zur freien Verfügung. 1986 wird der Ausnahmezustand über das hochverschuldete Land verhängt und über 10‘000 Menschen wurden verhaftet, 1800 von ihnen kamen dabei um. „Der Frieden wurde zur Bedrohung der öffentlichen Sicherheit“, sagt Erzbischoff Desmond Tutu, als das Kirchenblatt, die «New Nation» geschlossen wurde.

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Als 1987 die USA Firmen bestrafen wollte, die sich nicht an die Sanktionen hielten, kam Südafrikas Präsident Peter Botha und sein Aussenminister nach Zürich um sich mit «SBG»-Vizedirektor Georg Meyer und den Vorstand der «Vereinigung Schweiz-Südafrika» zu treffen, wo ihnen an Ort und Stelle ein „Orden der guten Hoffnung“ und weitere 70 Millionen über-geben wurde. Und 1989 kommt Südafrikas Regime dank Robert Jeker auch noch zu einer Verschnaufpause bei der Rück-zahlung der offenen Kredite über acht Milliarden Franken. Dies war die Ausgangslage damals, die mich bewog, in Südafrika für einen Augenschein und weitere Recherchen in den Untergrund zu gehen. Die Beziehungen der Schweiz zu Südafrika waren politisch, militärisch und rüstungsindustriell in den 1980er Jahren am intensivsten, als die Durchsetzung der südafri-kanischen Politik der Rassentrennung (Apartheid) am stärksten und von schweren Menschenrechtsverletzungen sowie offener Gewaltanwendung begleitet war.

Die Schweizer Industrie hat das Waffenembargo, das die Uno über Südafrika ver-hängte, in grossem Stil unterlaufen. Der Austausch nachrichtendienstlicher Informationen trug direkt zur Anbahnung von Rüstungsgeschäften, der Bekämpfung von Apartheidgegnern und zur politischen Propaganda zugunsten der südafrikanischen Regierung bei. Die Schweizer Industrie gehörte zu den Stützen des geheimen südafrikanischen Atomwaffenprogramms. Die «Gebrüder Sulzer AG» und die «VAT Haag» lieferten wichtige Komponenten zur südafrikanischen Urananreicherung, die für die sechs von Südafrika hergestellten Atombomben das notwendige spaltbare Material bereitstellte. Damit war die Schweiz ohne Zweifel in mehrfacher Hinsicht eine Stütze der Apartheidregierung. Wie kam es dazu?

Im Kampf gegen die Apartheid im Untergrund

Hunderttausende wurden vertrieben: Die Umsiedlungspläner des rassistischen Apartheidregimes.

Durch die Jugendunruhen der frühen 80er Jahre politisch sensibilisiert, als AKW-Gegner, Pazifist, und Dienstverweigerer auf der politisch linken Seite angelangt sowie durch die berufliche Tätigkeit während der Lehre bei der «Oerlikon Bührle Waf-fenschmiede für das Geschehen auch in humanitärer Hinsicht auf Südafrika fokussiert, beschloss ich also durch die in Lon-don geknüpften Kontakte zu ANC-Exilanten und die durch die «Anti Apartheid-Bewegung» (AAB) in der Schweiz erhaltenen Verbindungen Ende 1986 nach Johannesburg zu fliegen mit dem Ziel, die angespannte Situation und die menschen-unwürdigen Zustände selbst vor Ort kennenzulernen. Ich kam just zu dem Zeitpunkt in Südafrika an, als die «New Nation», eines der letzten liberalen, kritischen Blätter der katholischen Bischofskonferenz unter Desmond Tutu verboten und geschlossen wurde und führte mit dem soeben entlassenen Chefredaktor Gabu Tugwana ein letztes Interview, das damals in der «WOZ» (Wochenzeitung) erschien und war somit der erste ausländische Journalist, der das Dekret des verhassten Innenministers sah und fotografierte. Das Apartheid-Regime zensurierte oder verbot viele Zeitungen, bis alle möglichen kritischen Stimmen verstummt waren.

Die Ausgaben für die Innere Sicherheit, das heisst für die Aufrechterhaltung des rassistischen Apartheidsystems verschlang über 20 Prozent des Bruttoinlandproduktes. Dann getraute ich mich, mit dem Vororts-Zug von Down town Johannesburg nach Soweto, also in die schwarzen Townships zu fahren, damals eine äusserst gefährliche Sache. In Soweto angekommen, war man als Weisser zu dieser Zeit ziemlich allein und auffällig unterwegs. Zum Glück hatte ich lange Haare und sah weder wie ein Bure noch wie ein Engländer aus, was wohl viele davon abhielt, mich in den Town Ships umzulegen. Da wuchs dann doch eher die Neugier, was ich hier zu suchen hätte und so konnte ich sie dank meinen in London und Zürich geknüpften «ANC»-Kontakten beruhigen, sodass sie mir vertrauten und mich in die Town Ships einführten.

Einige Wochen lebte ich bei einer achtköpfigen Familie in einer kleinen Bretterbude umgeben von zehntausenden weiteren Bretterbuden ohne Licht, Strom oder Wasseranschluss.  Ziel war es, die Lebensbedingungen der Schwarzen und ihren Alltag im Rahmen der rassistischen Gesetze am eigenen Leib zu spüren und mit eigenen Augen zu sondieren. Bald war es mir mög-lich, mich mit meinen schwarzen Freunden in Soweto frei und sicher in der näheren Umgebung zu bewegen. Und so erschrak ich selbst höllisch, wenn ich plötzlich wieder vor einem Panzerfahrzeug der «SADF» (South African Defence Force) stand und Schusswaffen auf mich gerichtet waren und einer der Bewaffneten von oben runter rief; „What are you doing here? Beim ersten Treffen fiel mir nichts Besseres ein, als dieselbe Frage an ihn zu richten, nur noch einen Unterton schärfer. „What the hell are you doing here?“ und zog behutsam meinen Schweizer Pass hervor, was half, die angespannte Situation zu entschärfen und sie liessen mich dann jeweils unbeschadet laufen.

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Mandelas Freilassung und sein Besuch 1993 in der Schweiz

Zürich-City: Nelson Mandela’s speach on his first foreign visit in Switzerland after elected as president and for the nobel prize at the Dolder Hotel in front of the swiss economy-elite. © GMC

Aus dieser ersten Reise entstand eine tiefe Verbindung mit dem Land, dass ich über 20 Mal besuchte und dabei Nelson Mandela zwei Mal traf. Das erste Mal kurz nach seiner Freilassung hier in Soweto, das zweite Mal, als Präsident von Süd-afrika und frisch gekürter Nobelpreisträger im Zürcher «Dolder Hotel» vor der «class politique» und wirtschaftlichen Elite (Nationalbankpräsident und Bankenvertreter), als Mandela über seine Vision eines neuen Südafrikas als „Regenbogen-nation“ sprach. Auch ich war zu diesem historischen Treffen eingeladen und machte ein paar Bilder von Mandela. Als er sich nach seiner Ansprache beim Apéro unter die Menge mischte, hielt ich mich diskret im Hintergrund auf. Doch offensichtlich hatte Mandela ein gutes Gedächtnis und sehr aufmerksame Augen, vielleicht erinnerte er sich sogar, wo und wann in Soweto ich in der Menge der Schwarzen kurz nach seiner Freilassung als einziger Weisser stand. Auf jeden Fall veranlasste ihn das, auf mich zuzutreten und mich darauf anzusprechen, ob wir uns schon mal getroffen hätten. Da war ich erstaunt! Als ich ihm antwortete, „ja in Soweto“, reichte er mir beide Hände. Das war sehr berührend! Daraufhin starrten mich alle anwesenden Banker und Politiker im Raum an und fragten sich, wer wohl der langhaarige Freak hier sei. Das blieb zum Glück ein Geheimnis von mir, Mandela und der südafrikanischen Botschafterin in Bern, Frau Dr. Konji Sebati, bei der ich einst zu Gast in der Botschaft in Bern bei einem hochrangig besetzten Anlass war.

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IKRK-Einsätze im «ANC-IFP» Bürgerkrieg

© GMC

Ende 1993begleitete ich einen Freund von mir, der als IKRK-/Rotkreuz Südafrika-Delegierter in Johannesburg stationiert war, auf seiner Reise in die Flüchtlingslager, um die dortige Lage zu sondieren, den Opfern zu helfen und die Frie-densbemühungen zur Stabilisierung des Landes im Hinblick auf eine demokratische Verfassung und Regierung der «Regen-bogen-Nation» zu unterstützen. Wir fuhren zu den damaligen Hotspots «Margate» und «Ladysmith» und «Empendle» protokollierten die abgebrannen Häuser und die Toten, führten Gespräche mit Hinterbliebenen und versuchten zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln. Eine schwierige, wenn nicht fast aussichtslose Aufgabe. 1994 kam es zu einem weiteren interessanten Treffen, mit Miss South Africa Basetsana Kumalo und an ihrer Seite Kwezi Hani, die junge Tochter von Chris Hani, der gerade ermordet worden war. Chris Hani war Generalsekretär der South African Communist Party (SACP), ein hochrangiges Mitglied des «ANC» sowie Stabschef von dessen bewaffnetem Arm «Umkhonto we Sizwe» (MK). Das Treffen mit Hani und Basetsane fand in einem Spielcasino statt und wurde beobachtet. Es war ja auch eine brandheisse Zeit und die Bespitzelung politischer Akteure und deren Familien und Umfeld eine wohlbekannte Tatsache. Und so wurde auch ich zur Observationszielscheibe. Erst versuchte ein Schwarzer und später zwei Weisse Herren mich unauffällig diskret aber mit Nachdruck auszufragen und später versuchte eine weitere illustre Person mich in Gabarone, also in Botswana, in Südafrikas interne Machtkämpfe zu involvieren.

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2011: Gadaffis Milliarden in Zumas und Ramaphos Händen untergetaucht

Aziz Pahad wurde von Mandela 1994 als stellvertretender Aussenminister berufen und war von 1999 – 2008 für die Regierung tätig. Zuvor sammelte er für Mandelas Wahlkampf Spendengelder und erhielt auch von Gadaffi ca. 15. Mio. Der libysche Diktator unterstütze auch Tabo Mbeki. Doch dieser wollte Gadaffis Wunsch „König von Afrika“ zu werden nicht nachkommen und versagte ihm die Unterstützung, was dazu führte, das Gadaffi sich als nächsten Jacob Zuma kaufte und ihm zur Wahl zum südafrikanischen Präsidenten verhalf. Durch die jahrzehntelangen Beziehungen zum «ANC» plante Gadaffi, im Schlimmsten Fall einen Rückzugsort und Stützpunkt im Ausland zu haben von wo aus er die Konterrevolution starten konnte und dazu hatte er ein Teil seinen unvorstellbaren Vermögens von ca. 150 Milliarden Dollar (Forbes) am 26.12.2010 nach Johannesburg fliegen lassen.

Die Maschine landete am 2. Weihnachtstag auf dem verwaisten Militärstützpunkt Waterkloof. Angeblich gab es insgesamt 179 solcher Flüge von Tripolis, die allesamt von Militärpiloten ausgeführt wurden. Die Flugdaten wurden nach jeder Operation. Gelöscht. Der Wert der Fracht, die in ICRC Halbmond beschrifteten Containern mit lybischem Dialekt aus Syrte beschriftet betrug ca. 12,5 Mia. US Dollar. Nebst Bergen von Bargeld auch Tonnen von Gold und Diamanten. Der Serbe George Darmanovitch, ein als Zumas Handlanger bekannter Secret Service Agent fotografierte die Sendung bei der Ankunft in Johannesburg und bestätigte Rechercheuren, dass das Geld mit Last-wagen vom «ANC» abgeholt wurde. Er war offensichtlich ein wenig zu lautselig über den Inhalt und Umfang der Fracht. Jedenfalls wurde Dar-manovitch kurze Zeit später in Belgrad, wo er seine Familie traf, auf offener Strasse erschossen und seine beiden Killer fand man hernach ebenfalls nur noch alsLeichen.

Das war also eine Nummer zu gross für Darmanovitch und seine Mördergewesen. Ab diesem Zeitpunkt verschwanden Gaddafis Milliarden irgendwo in Südafrika und nur wenige wissen, wo sie sind. 2012 kamen die ersten Gerüchte auf, dass beträchtliche Vermögen des toten Diktators in Südafrika sind. Daraufhin kontak-tierte die lybische Übergangsregierung den Tunesier Eric Goaied, der ein enger Freund Gaddafis war. Er sollte in Südafrika nach den verschwundenen Vermögenswerten suchen. Unter anderem auch, weil die neue Regierung eine Armee auf-bauen und dazu über 200 Kampfhelikopter und G5 sowie anderes Kriegsmaterial für gut fünf Milliarden beschaffen musste, aber kein Geld hatte. Als die libysche Regierung, namentlich Taha Buishi den hohen Finderlohn (von 10 Prozent also 1, 25 Mia. Dollar) für die Rückführung der Gaddafi-Vermögen bestätigt hatte, lockte dies ein paar Schatzsucher auf den Plan, die sich diesen Deal nicht entgehen lassen wollten. …

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Gupta Leaks: Südafrika als Beute indischer Klepokraten“

Südafrika: Pollsmore Jail Kapstadt
Südafrika: Hier im Pollsmore Jail in Kapstadt sollten die Plünderer Südafrikas ihren Lebensabend verbringen

Mit Malusi Gigaba fing das Unheil an, als er in die Regierung kam und alle wichtigen Posten in den Staatsunternehmen sukkzessive mit Gupta-Vertrauten besetzte. Wo werden die meisten öffentlichen Gelder ausgegeben und wie kommen wir daran? Das war das Geschäftsmodel der drei indischen Brüder, die mit ihrem mausarmen Vater 1993 nach Südafrika kamen. Zuerst kam «Transnet» dran. «Transnet» verwaltet alle Flughäfen, Bahnhöfe und Transportfirmen. Malusi Gigaba setzte Brian Molefi als CEO und Arnosch Sinn als Finanzvorstand ein (2 Aufträge für Lokomotiven im Wert von 5 Mia. gingen an zwei chinesische Firmen) «Mc Kinsey» erhielt mehr als eine Milliarde für Berateraufträge von Salim Essa, Geschäftspartner der Guptas. 450 Mio. Provision sprangen für die Guptas beim Lokomotiven-Deal heraus. Gelder die über Offshore Firmen nach Hong Kong und in die Arabischen Emirate abflossen.

Dann kam Duduzane Zuma, der Sohn Zumas zum Zug. Er war eng mit den Guptas verbandelt und hat mit ihnen die Korruption perfektioniert und der Kleptokratie Vorschub geleistet. Auch Cyril Ramaphosas, einst ein Gewerkschaftsanführer, der durch die Lizenzen der Bergbau-Unternehmen am Ende der Apartheid zum  Milliardär wurde, wird Vizepräsident von Zuma und reist kurz darauf nach Russland für einen Atom-Deal und den Bau von acht Atomkraftwerken in Südafrika, die mehr als 100 Mia. US Dollar kosten würden, worauf die «Shiva» Uranmine von den Guptas gekauft wurde und Zumas Sohn einen Führungsposten zugeschanzt bekam. So brachten sie sich für den Atom Deal in Stellung, der den Geldregen noch vergrössern sollte. Und Russland wollte damit erreichen, dass Süd-afrika vom Geberland abhängig ist und der Zuma-Clan beabsichtigte sich mit Hilfe der Guptas einer noch grösseren Staatsplünderung zu verschreiben.

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1986-2006: Mit den Khoi-San durch die Kalahari gestreift

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Botswana darf für sich in Anspruch nehmen, alle Facetten eines funkelnden Diamanten zu besitzen mit seinem grandiosen Artenreichtum von Fauna und Flora im Okavango-Delta, das ihr Antlitz ständig ändert. Ein Augenschein als Zaungast im Garten Eden Afrikas, wo sich ein lebenswichtiges Geflecht von Wasseradern befindet, das grösstenteils ausgedorrte südliche Afrika vom Atlantik bis zum Indischen Ozean mit dem lebenswichtigen Elixier versorgt. Der Okavango, drittgrösster Fluss unter dem südlichen Wendekreis, entspringt dem regenreichen Hochland Angolas. Obschon es nur wenige Hundert Kilo-meter zum Meer wären, steuert der Strom nach 1600 Kilometern Irrweg auf die 800‘000 Quadratkilometer grosse Kalahari zu – und fächert sich im weltgrössten Binnendelta auf.

In Mändern dringen die Flussarme in die öde und dürstende Wüste vor und formen ein einzigartiges Biotop mitten in der Kalahari. Das weltgrösste Binnendelta hat inetwa die Grösse Schleswig-Holsteins. 95 Prozent aller Wasserreserven Botswanas stammen aus dem Okavango-Delta durch das jährlich mehr als 18,5 Milliarden Wasser fliessen, wobei der grösste Teil im Sand der Kalahari versickert. Blickt man von oben auf die urwüchsige Landschaft der Okavango-Sümpfe, die von einem Labyrinth aus Flussarmen, Sümpfen, Inseln, Steppen und Lagunen durch-zogen ist, so schillert die Kalahari bis zum Horizont mal goldgelb, dann wieder tiefgrün mit blauen Tupfern.

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Botswana: Two Naro-Bushmen are hunting in the Kalahri-desert. © GMC

In der Zentral-Kalahari leben damals rund 16‘000 Buschmänner und im gesamten südlichen Afrika schätzt man ihre Zahl auf rund 100‘000. Sie sind meisterhafte Spurenleser, berüchtigte Jäger, begnadete Bogenschützen – und wahre Ökologen. Sie leben nach dem Eros-Prinzip, das alles mit allem verbindet: «Alles gehört Mutter Natur und Mutter Erde. Keiner besitzt etwas. Alles wird geteilt», erklärt mir der junge Khoi-San Suruka die Weltanschauung der Kung-San am Fusse der Tsodillo-Hills, der vier heiligen, flüsternden Hügel mit den uralten Felszeichnungen, die ältesten von ihnen sollen über 30‘000 Jahre alt sein, womit wir vermutlich bei der Wiege der menschlichen Zivilisation angelangt wären. Und dann gibt es noch die Höhle der steinernen Pythonschlange, die nach Angaben von Wissenschaftlern vor rund 70‘000 Jahren bearbeitet wurde.

Um ihre Naturverbundenheit zu verdeutlichen, erzählen uns die kleinwüchsigen, zähen Menschen mit den kurzen, pechschwarzen Locken und pfirsichfarbenen Hauttönen. Sie bestreichen den Schaft ihrer Pfeile mit einem Gift, das sie aus Raupen gewinnen. Die Dosis des Gifts wird je nach Tier, das erlegt wird, exakt gewählt. Nichts wird verschwendet – nicht einmal ein Tropfen des Giftes. Das ist mit allen anderen Dingen so, die Bushmänner und ihre Frauen nehmen nur das, was sie gerade zum überleben brauchen. Graben sie eine Frucht oder ein Gemüse aus dem Boden, schneiden sie sie unten ab und lassen den Rest mit den Wurzeln in der Erde, damit wieder neue Triebe wachsen können.

Die San haben gelernt, auch in den unwirtlichsten und trockensten Regionen der Kalahari zu überleben. Diese Anpassungsfähigkeit wurde aus der Not geboren, wie uns Suruka weiter erzählt: „Als uns die Buren und andere weisse Herren bedrohten, vertrieben und töteten mussten wir in Gebiete ohne Wasser fliehen. Also füllten wir Strausseneier mit Wasser und vergruben sie im Wüstensand. So konnten wir auch da überleben. Unser Lebensrhythmus ist auf die Wanderung der Tiere und die Gezeiten abgestimmt und wir leben nach dem Prinzip, dass die Natur allen Menschen gehört und jeder sich nur das nehmen soll, was er braucht. Doch hat man unser Volk während Jahrhunderten wie Freiwild gejagt, vertrieben und getötet. Täter waren sowohl andere afrikanische Stämme als auch die europäischen Kolonialherren unter ihnen die Deutschen.

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Kenya: IKRK-Mission im Rift Valley nach den ethnischen Unruhen

One of 10 Kenya Red Cross timber sites for reconstruction Kenyan farmhouses. Eine von zehn Rot-Kreuz-Holzwerkstätten für den Wiederaufbau der Bauernhütten von vertriebenen Flüchtlingen. © GMC

Als ich 2008 nach Kenya kam, besuchte ich erst die Region beim Samburu Nationalpark und war im «Joys Camp» stationiert. Das Samburu-Nationalreservat ist ein 165 qkm großes Naturschutzgebiet im Zentrum Kenias. Das östlich davon gelegene Shaba-Nationalreservat gehört zum gleichen ökologischen Gebiet. Charakteristisch sind die hier sehr trockener Lebensräume für Oryxantilopen, Grantgazellen, zwei Dikdikarten und Grevyzebras. Auch typisch für die Region sind die Netzgiraffen, die sich durch ihre besonders kontrastreiche Färbung von anderen Giraffen-Unterarten unterscheiden. Weitere Huftierarten des Reservates sind Elenantilopen und Wasserböcke. Unter den Raubtieren sind Löwen, Leoparden, Geparden und Streifenhyänen hier vorhanden. Darüber hinaus zeichnete sich der Park einst durch grosse Elefantenherden und zahlrei-che andere Wildarten wie Wasserböcke und Nilkrokodile aus.Traurigerweise nehmen auch hier die Elefantenbestände ab.

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Bei den Wahlprognosen und vorläufigen Ergebnissen war Oppositionsführer Odinga noch knapp führend. Nachdem der amtierende Präsident Mwai Kibaki zum Gewinner der Wahl erklärt wurde, erhob sich Protest seitens der Oppositionspartei ODM. Ihr Präsidentschaftskandidat Raila Odinga erklärte, dass das Wahlergebnis gefälscht sei. Bei den anschliessenden Un-ruhen wurden schätzungsweise über 1.500 Menschen getötet und 623.692 Menschen, vor allem Angehörige der Kikuyu mussten vor den Gewalttätigkeiten fliehen. Schliesslich flog ich nach Eldoret und ging zum lokalen «ICRC Red Cross Commitee». Mit den dortigen Mitarbeitern fuhr ich drei Tage lang in den die Flüchtlingscamps herum und sah mir die Wiederaufbauprojekte an. Es schien mir noch ein langer Weg zurück zur Normalität zu sein und das Elend in den Flüchtlings-lagern mit insgesamt über 100‘000 Personen war sehr bedrückend.

Ein solches Ausmass hatte ich noch nie gesehen, auch nicht in Südafrika zur Zeit des ANC-IFP-Konflikts. Über 10 Millionen Kenianer hungerten und täglich starben Hunderte an Wassernot und Ernährungsmangel. 3,2 Millionen Menschen waren damals von akutem Wassermangel betroffen. Viele von ihnen mussten täglich bis zu 30 Kilometer für einen Eimer Wasser zurücklegen und diesen dann zurück tragen. Das sind einige der erschütternden Zahlen, die der Stellevertretende Generalsekretär des «IKRK» und «Red Cross Kenya» mir in seinem Büro in Nairobi präsentierte. Und über 100‘000 Personen harrten in Flüchtlingscamps aus.

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Namibia: Schweizer Entwicklungshilfe im Reich der Geparde

Der Farmer zog vier Geparde auf und hat ein inniges Verhältnis zu den Raubkatzen. © GMC

Durch die vielen Reisen und Konflikterfahrungen in zahlreichen Ländern wollte ich in die Entwicklungszusammenarbeit («EZA») einsteigen und via «Interteam» (einer Schweizer Hilfsorganisation) nach Namibia fliegen, um vor Ort ab 2011 sta-tionär drei Jahre im Bereich Tourismus und Entwicklungszusammenarbeit zu arbeiten. Konkret ging es um ein Projekt mit der lokalen halbstaatlichen Organisation «NACOBTA», welche die Ureinwohner ökologisch und nachhaltiger in die Touris-muswirtschaft integrieren wollte, um dort die indigen ansässigen Stämme an der wirtschaftlichen und nachhaltigen touristi-schen Entwicklung teilhaben zu lassen. Leider kürzten kurz vor dem Einsatz ein paar ausländische Hilfsorganisationen ihr Budget für «NACOBTA» und so wurde der «EZA»-Einsatz in Namibia gestrichen.

Dennoch wurde ich durch das «Inter-team NACOBTA»-Assessment neugierig auf das südwestafrikanische Land mit deutscher Kolonialvergangenheit und be-schloss dort hin zu reisen. Eine zentrale Herausforderung in den ländlichen Gebieten Namibias ist der Aufbau von Kapa-zitäten zur Bewältigung des Konflikts zwischen Mensch und Wildtieren. Die «Cheetah Foundation» (CFF) in Ojjowaringo hat mehrere Landschaften in Namibia identifiziert, die einen dringenden Fokus auf wissenschaftsbasierte Lösungen zur Eindämmung des Konflikts menschlicher Wildtiere (HWC) benötigen. Zu den wichtigsten Schwerpunktregionen gehören die Greater Waterberg Landscape, die Gobabis-Landschaft und weite Teile des Kalahari-Ökosystem.Die «Cheetah Foundation» ist eines der beeindruckenden Wildlife-Projekte in Namibia.

Es war das erste Mal, dass ich diese edlen, eleganten Raubkatzen in freier Wildnis und beim Jagen nach ein paar armen Kaninchen zu sah, die den Geparden als Frühstückshoppen zum Frass vorgeworfen wurden. Die Populationsstudie des CCF für namibische Geparde läuft seit 1990, wobei bis heute über 750 Gewebeproben und 1000 Kotproben gesammelt wurden. Diese Proben ermöglichen die Erfor-schung der namibischen Gepardenpopulationen über einen Zeitraum von 30 Jahren. Die Populationsüberwachung innerhalb des 50‘000 Hektar großen Wildschutzgebiets wird durch die Kombination mit genetischen Analysen über Mikrosatelliten-marker ermöglicht. Das erlaubt den CCF-Forschern und Wildhütern die einzelnen Geparden sowohl anhand von visuellen als auch genetischen Merkmalen zu identifizieren.

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Das dunkle Kapitel Deutschlands: Völkermord, Sklaverei, Landraub, Vergewaltigung

Namiba: Herero women working as souvenier traders in Windhoek, selling handicraft to tourists. © GMC

Ein kurzer Rückblick auf Namibias Geschichte: 1884 wird Afrika an der «Kongo Konferenz» in Berlin unter den europäi-schen Mächten und Kolonialherren aufgeteilt. Deutschland steigt zur Kolonialmacht auf, worauf Deutsch-Südwestafrika, das heutige Namibia, errichtet und zur Kolonie ausgebaut wurde. Bis 1914 kamen rund 15.000 weisse Siedler nach Deutsch-Südwestafrika, darunter mehr als 12.000 Deutsche. Die deutsche Kolonialverwaltung regierte das Gebiet mithilfe von Ras-sentrennung und Unterdrückung. Die Einheimischen wurden von den europäischen Siedlern als Menschen zweiter Klasse be-handelt und praktisch entrechtet. Einheimische Stämme wurden gezwungen, ihr Land zu räumen.

Das für die Nomadenstämme lebenswichtige Weideland und ihre angestammte Heimat ging so immer mehr in die Hände der Siedler über. Dies bedrohte vor allem die Lebensgrundlage der dort ansässigen Hirtenstamme der Herero und Na’ama’s. Sklaverei, Landraub, öffentliche Exekution, Zwangsarbeit, Vergewaltigung und Demütigung wurden zur Doktrin und zur qualvollen Tagesordnung für die geschundene Bevölkerung. Mit Samuel Maharero begann 1904 der Aufstand gegen die weissen Besatzer.

Das Na‘ama Oberhaupt, Capitain Hendrik Witboo war die Ikone des antikolonialen Widerstandes. Er warf dem Ovambo Führer vor, dass er mit der sogenannten „Schutzmacht“ der Deutschen kooperierte und so die Schleusen für die Eroberung öffnete. Erst nach 20 Jahren der Unterdrückung durch die «Herrenmenschen», wehrten sich die Völker Namibias zum ersten Mal geeint gegen ihre Unter-drücker.  Am 12. Januar 1904 fallen die ersten Schüsse gegen die Besatzer. Die Aufständischen belagerten Militärstationen, blockierten Bahnlinien und überfielen Handelsniederlassungen.

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Mexico: Von Göttern inspiriertes, von Gott beseeltes Reich

Mexico: Religious ceremony of the local Mixteces Indios in Zacantepec. © GMC

Glanzvoll erstrahlt Mexicos Antlitz, die Wiege archaischer Indio-Hochkulturen. Sowohl die antiken Tempelanlagen als auch die kontrastreichen, prächtigen Kolonialstädte Oaxaca und San Cristobal de las Casas ragen wie schillernde Juwelen aus der Sierra Madre heraus. In der Heimat der Tzotziles, Tzetales, Chamulas und Lacandonen, geben sich die Ureinwohner in etwa so urtümlich wie Walliser oder Bündner Bergler. Im Hochland von Mexico feiert eines der ältesten Völker Zentralamerikas, die Mixteken, jedes Jahr seine eindrücklichen Kreuzwegprozessionen. Die Zeremonie stellt eine seltsame Symbiose des Christentums und der Götterwelt der Mixteken dar. In tiefster Religiosität verehren die Indios sowohl Jesu Christi und Maria Jungfrau, die Virgen de Guadaloupe, als auch ihren charismatischen Helden Rey Condoy, der sie vor der Vernichtung und Unterdrückung bewahrte.

Das spärliche Kerzenlicht, die Kopal-Weihrauchschwaden und das am Boden sich ausbreitende, stark nach Fichtennadeln duftende Meer sowie die prächtig ausstaffierten Honoratioren mit ihren silberbeschlagenen Stöcken als Insignien ihrer Würde, verwandelten das Kirchenschiff in eine sehr spirituelle und mystische Welt. Ich selbst kam mir wie ein Ausserirdischer in dieser indigenen Gemeinde vor. Flackernde Kerzen erleuchteten all die ernsten von Entbehrungen gezeichneten Antlitze. Dann schulterten die Indio-Frauen die Virgen de Guadaloupe und die Männer eine Jesus Christi Statue auf ihre Schultern, worauf der ganze Indio-Tross den steilen Berg hochkletterte.

Sie teilten sich in zwei Gruppen auf und ich beschloss, mich dem Frauen Fackel- und Kerzenlichterzug anzuschliessen. Bei der siebten Kreuzweg-Station vereinigten sich die beiden Züge bei einer kleinen Lichtung auf einem Platz, um die Bannerträger und die vor ihren Weihrauchgefässen knienden Frauen. Jetzt hielt der Padre wieder eine Ansprache und just in diesem Moment riss der Himmel zum ersten Mal vollends auf und die Sonne schien wie ein göttlicher Bannstrahl auf die kleine Indio-Gemeinde gerichtet, so als würde sie diese Zusammenkunft speziell gesegnet werden. Ihre Gesänge versetzen mich in Trance und es war ausser-gewöhnlich, diese spirituelle Erfahrung als einziger „Gringo“ und Ausländer unter den Mixteken Indios zu erleben.

Andächtig und überwältigt von diesem authentischen Schauspiel tiefster indigener und ergreifender Emotionen, sind auch wir Teil dieser Welt geworden und verschmolzen sozusagen mit ihnen und ihren Ahnen. Dies müssen auch die Indios gespürt haben und schenkten mir ihr Vertrauen und zogen mich in ihren innersten Kreis rein. Als sich aus dem Kreis der Würdenträger einer der Bannerträger herauslöste und auf uns zukam, erschrak ich erst heftig, da ich im Geheimen versteckt Fotos von der Wiedervereinigung von Jesu Christi und der Maria Jungfrau gemacht hatte. Ich bekam Schiss, sie hätten mich beim Fotografieren erwischt und ich würde nun als Sühne-Opfer dargebracht und an einer der Lanze aufgespiesst. Die Furcht war nicht unbegründet, denn in Chiapas wurden schon Touristen umgebracht, die die einheimischen Indios fotografierten. Stattdessen wurde ich als Geste ihrer Gastfreundschaft mitten ins Zentrum der Prozession rein geholt und durfte einer der drei Bannerträger sein. Welch eine Geste und Ehre für mich, die mich sehr berührte.

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1994: Zeuge Zapatistischer Indio-Aufstände in Chiapas

Mexico: Chamulas indios Civil War
Mexico: Dem Kugelhagel entfliehend. Chamulas indios fleeing from shootings during the civil war. © GMC

Der Chiapas-Aufstand wurde vom «Ejercito Zapatista de Liberacion Nacional» (EZLN), einer sogenannt links-radikalen Bewegung ausgelöst, die sich gegen neue staatliche Auflagen im Bundesstaat Chiapas auflehnte und einer Neuauflage der mexikanischen Revolution sehr ähnelte. Die Maya-Indios litten unter dem Freihandelsabkommen der Globalisierung und der rassistischen Politik in der mexikanischen Verwaltung und dagegen wollten sie sich wehren, weil sie unterdrückt und von der Teilnahme am politischen Prozess ausgeschlossen wurden.

Der Konflikt begann, als im Januar 1994 eine «EZLN»-Offensive vier Städte rund um San Cristobal de las Casas besetzte, worauf das mexikanische Militär die Situation vor Ort mit Gewalt und Unterdrückung beenden sollte und dabei auch Foltermethoden einsetzte. 2001 machten die Zapatisten unter der Führung von MARCOS einen Marsch von Chiapas nach Mexico-Stadt und am 1. Januar 2003 nahmen sie San Cristobal de las Casas ein. Erst danach setzten sich mehr und mehr NGOs für Friedensverhandlungen ein und übten Druck auf die Regierung aus. Letztlich hat sich das Schicksal der Indio-Gemeinschaften aber nicht viel zum Besseren gewendet. Nachdem ich diesem brandgefährlichen Ort entflohen war, erlebte ich in Chiapas noch ein schweres Erdbeben und in Yucatan einen turbulenten Hurrikan. Also Mexico hat wirklich nicht mit Eindrücken gespart, das war schon immer ein höllisch heisses Land, mal ganz abgesehen von all den Drogenkartellen, die sich damals gerade bestialisch bekämpften.

Eindrücklich war die Flussfahrt durch den Sumidero-Canyon, an dessen glitschigen bis zu 1000 Meter hohen Felswänden sich geübte Kletter über den Köpfen ge-frässiger Krokodile emporziehen konnten und auch schon dutzende Geier auf allfällige Opfer warten. Auch die nebelver-hangenen Täler und zauberhaften See- und Flusslandschaften Lago Monte Bellos an der guatemaltekischen Grenze und die wildsprudelnden Kaskaden von Agua Azul zählten ebenso zu den Highlights dieser Reise. Ich vermied die touristischen Hochburgen, zog kleine verträumte Orte vor und besuchte viele mesoamerikanische Tempelanlagen– von Teotihuatlan über Monte Alban, Palenque, Chinchen Itza und Uxmal und war tief beeindruckt von der ausgeklügelten architektonischen Meis-terleistung der hiesigen indigenen Hochkulturen mit ihrem apokalyptischen Drogengenuss.

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Kuba 93: Bei den Sozialisten, die sich von Hoffnung ernähren

Havanna: Cuban people sitting on the street offering fruits. Infront a drunk old man is lying on the walkway.

1993, flog ich zum ersten Mal ins sozialistische Kuba. Es ging um ein Schweizer Filmprojekt über Fidel Castro und Geraldine Chaplin war die Türöffnerin zu den sozialistischen Machthabern. Es herrschte gerade die «Periodo especial en tiempo de paz» (die Zeit des Notstandes in Friedenszeiten), als Kuba nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem Mauerfall in eine extreme wirtschaftliche Krise stürzte und sich einem sanften Systemwechsel unterziehen musste.

Durch die «Dollarliberalisierung» im sozialistischen Karibikparadies, um von der Zuckerwirtschaft auf den Tourismus umzuschwen-ken, vollzog sich eine Revolution vom «sozialistischen Herz zum kapitalistischen Verstand». Die klassenlose Gesellschaft war nunmehr in zwei Lager aufgespalten: Die mit den grünen US-Scheinen («fulanos») und die mit den wertlosen Pesos, die «esperancejos», den Hoffenden eben. So hat die Jagd nach dem «fula» (schlechten Geld) kafkaeske Formen angenommen. Der Wandel war geprägt vom unbeirrten Willen, die sozialistischen Errungenschaften um keinen Preis aufzugeben. Und doch vollzog sich seit der Dollarliberalisierung ein dramatischer, unaufhaltsamer Wertewandel.

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Police-Headquarter in Havanna | Kuba: Polizeikaserne in Havanna © GMC

La Habana – die lateinamerikanische Prachtstadt des 19. Jahrhunderts bot ein Bild monumentaler Trostlosigkeit. Ganze Viertel sind einsturzgefährdet, der Malecon ein kilometerlanges, heruntergekommenes Kolonialstil-Ensemble, der Verfall der Altstadt war weit fortgeschritten trotz finanzieller Hilfe der Unesco, die Teile des städtebaulichen Ensembles bewahren, reno-vieren oder wieder aufbauen wollte. Die Zwei Millionen Metropole war ein augenfälliges Symbol dafür, dass das Land nach dem Mauerfall und Abzug der Sowjets in Trümmern liegt. Die maroden Ruinen der fünfstöckigen Kolonialstilgebäude wur-den unter lebensgefährlichen Bedingungen von Hand, Säule für Säule abgetragen bzw. zugespitzt, bis die Gebäudeteile zu-sammenkrachten. Seit die Wirtschaftshilfe und die subventionierten Treibstofflieferungen der Sowjetunion aus-blieben, ist der mercado negro, wo 85 Prozent aller Waren umgesetzt werden, zur Hauptschlagader Kubas geworden. Fast alles musste teuer importiert werden, selbst das Grundnahrungsmittel Reis.

Die Exporteinnahmen fielen von über acht Milliarden 1989 binnen drei Jahre auf knapp zwei Milliarden US Dollar. Rohöl war nur noch halb so viel verfügbar, das Transportsystem zu-sammengebrochen, die Elektrizitätsversorgung funktionierte nur stundenweise, denn die Versorgungslage war prekär, der Peso war wertlos und das Zeitalter die Dollar-Apartheid angebrochen. „Unser Geld ist wertlos und die Preise haben sich in-nert kürze verzehnfacht“, beklagt Ernesto Solano, ein Rentner, der mit 80 Pesos im Monat auskommen musste.

Trotz der miserablen Lage hat er seinen Humor nicht verloren und fasst die missliche Lage, der nun schon zwei Jahre andauernden «Periodo especial en tiempo de paz» in Anspielung auf die Durchhalteparolen „luchan y resistan“ (kämpfen und durchhalten) und „Es lebe die Revolution – durchhalten compãgneros mit einem Witz zusammen: Ein Kubaner kommt hungrig nach Hause und ruft seiner Frau zu, sie solle den mitgebrachten Fisch braten. „Wir haben kein Öl“, lautet ihre Antwort „und weder Gas zum Kochen noch Wasser oder eine Zitrone.“ So bleibt dem Mann nur eins, den Fisch resigniert wieder ins Meer zu schmeissen, worauf dieser glücklich schreit: „Es lebe die Revolution.“

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Grenada 92: Auf dem Flugzeugträger «US John Rodgers» zum Pressefrühstück

Die US John ROdgers vor der Grenadinischen Küste zum 9. Jahrestag der US-Invasion. © GMC

Im Jahr 1992 reiste ich gleich zwei Mal in die Karibik. Erst nahm ich an einem Segeltörn teil, der von Grenada nach Trinidad zum Karneval führte, dann reiste ich via Barbados in Grenada exakt zur Zeit an, als das neun jährige Jubiläum der „Befrei-ung“ oder auch „Besetzung“ Grenadas (je nach Standpunkt) durch US-Streitkräfte zelebriert wurde. In St. George, der Haup-tstadt Grenadas konnte ich an der offiziellen Zeremonie mit dem Ministerpräsidenten von Grenada, Nicolas Brathwaiter und dem US-Botschafter im Beisein von hochrangigen US-Militärs beiwohnen, worauf ich vom US-Botschafters zum exklusiven und ultimativen Pressefrühstück auf den vor Grenada stationierten Flugzeugträger «US-John Rodgers» eingeladen wurde.

Das wollte ich mir nicht entgehen lassen, schliesslich kann man nicht jeden Tag auf einem Kriegsschiff Frühstücken, das ein gewaltiges Vernichtungspotential besitzt. Am nächsten Morgen holte mich ein US-Marine-Boot am Strand ab und fuhr mich zum Kriegsschiff hinüber, das vor der Küste Grenadas ankerte. Erst konnte ich einen kleinen Rundgang machen und dann mit dem Kommandanten und seiner Presse-Adjutantin auf der Kommando-Brücke ein Gespräch über die US-Politik führen. Rückblickend war dieser Besuch keine gute Idee, weil ich mich seit diesem Vorfall auf dem Radar der US-Geheimdienste befinde und dies später auf den Philippinen zu spüren bekam. …

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Caribbean Islands: St. Georges, the capital of Grenada Island in the West Indies. © GMC

Die Invasion auf Grenada war wohl eine der wenigen US-Operationen, die erstens glimpflich für die Zivilbevölkerung abliefen und letztlich zu einer Stabilisierung führte. Auch die US-Invasion in Panama ist nicht allzu desaströs verlaufen, aber alle anderen Interventionen, Invasionen und Infiltrierungen seitens der USA vom Vietnam-Krieg über den Afghanistan-Ein-satz, die gescheiterte Schweinebucht-Invasion auf Kuba, der aussichtslose und vernichtende Irak-Krieg, der zum IS geführt hat oder auch der Sturz von Langzeit-Despot M. Gaddhafi in Lybien und das klägliche Versagen im Syrien-Krieg, zumeist sind die USA nach dem 2. Weltkrieg, ob als Aggressor oder Weltpolizist, kläglich gescheitert. Ein „failed state“ eben, mit un-übersehbaren Konsequenzen für die ganze Welt: Die Radikalisierung in der muslimischen Welt, die den Terror-Organisa-tionen Al Kaida und dem IS Auftrieb gaben oder auch der von den USA ausgerufene „War on Drugs“ war 50 Jahre lang ein Desaster und Heuchelei. …

1997: Höllentrip zu den Drogenkartellen Kolumbiens

San Augustin: Sturmgott Steinskulptur. © GMC

In Bogota traf ich meinen Berufskollegen, den Aviatik-Journalisten und Militärpiloten Hans-Jörg Egger. Zusammen flogen wir nun im Auftrag der Swissair von der Hauptstadt Kolumbiens in einer Woche in alle Richtungen. Zuerst nach Letica ins Dreiländereck Brasilien, Kolumbien und Peru im Süden des Landes mitten im Amazonas-Dschungel, dann nach Cartagena in die Kolonialperle, mit den prächtigen Kolonialstilbauten ähnlich wie in Havanna. Weiter ging es nach Cali, damals die Drogenhochburg von Pablo Escobar, ein weiteres Ziel war Villa Vicencio, auch als Drogenumschlagsplatz bekannt und schliesslich flogen wir bis zur Karibikinsel San Andres hoch, die vor der Küste Nicaraguas liegt. Der Zweck der Reise: Wir sollten für die Swissair VIP-Aktionärsreise ein Reise-Programm zusammenstellen und die besten Orte rekognoszieren, wo noch uralte Flugzeugtypen herumfliegen. Eine fantastische Aviatik-Oldtimer-Flugreise sollt es werden.

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Die Vorboten des Urwaldes beginnen keine 100 Kilometer von Bogota entfernt, doch um dorthin zu gelangen muss man die mörderische Passtrasse der Sierra Oriental in einer Höhe von 3700 Metern über Meer überwunden haben und dann die kur-venreiche Talfahrt auf engen Wegen entlang abgrundtiefer Schluchten bis auf Hundert Meter über Meer gemeistert und überlebt haben. Die Sonne senkt sich gerade am blutrot gefärbten Horizont über dem dampfenden Urwald, wo tropische Ge-witter kurz vor Einbruch der Dämmerung heftig auf den esmerald grünen Dschungel niederprasseln und die Fahrt auf der glitschigen Passstrasse zur Hölle machen.

In Villa Vicencio angekommen, besteigen wir nach einem Interview mit dem Flug-hafendirektor den silbernen Rumpf der DC-6, mit der wir mit lautem Propellergeheul alsbald durch den peitschenden Regen fliegen. Auch die Stirn des Piloten ist mit dicken Wasserperlen überzogen, denn es sieht für ihn nach schwierigen Flug- und Landebedingungen aus. Dröhnend kämpfen die Propellermotoren gegen die dichten, schnell vorbeisausenden Wolkenschwa-den an. Der Blick aus den kleinen runden Fenstern schweift über das grüne Urwaldmeer im Amazonasbecken, die mäan-drierenden Flussläufe und Inseltupfer. Dann beginnt der Sinkflug und wir setzen zur Landung an, worauf wir alsbald er-leichtert unbeschadet angekommen zu sein.

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Am Schluss unserer Kolumbien-Reise kamen wir beim Flughafen in Bogota wie immer in den letzten Tagen erst kurz vor Abflug an. Wir hatten uns daran gewöhnt, dass jeweils knapp 15 Minuten ausreichten um gerade noch einsteigen zu können. Das klappte bestens bei allen innerkolumbianischen Flügen doch der bevorstehende Flug nach Equador, war halt ein Aus-landflug. Daran und dass das Prozedere ja viel länger dauern würde, hatten wir nicht gedacht. Als wir am Schalter ankamen und erfuhren, dass das Boarding schon abgeschlossen war, zeigte ich den Check-in Schalter-Angestellten zwei Vi-sitenkarten und sagte: „Stop the airplaine, now immediately“ und rannte einfach durch das Gate vorbei an den überrumpelten Securities auf das Flugfeld hinaus. Ohne, dass auf uns geschossen, wurde rannten wir dem Flugzeug entgegen, das zur Start-bahn rollte. Gleichzeitig sahen wir aber auch ein Treppenfahrzeug auf das Flugzeug zu rasen und der Jet stoppte. Nach einigen Dutzend Metern hatten wir es geschafft und durften die Treppe hocheilen, worauf die Boardtüre geöffnet wurde und wir an Bord gehen konnten. „Wow, was für eine geile Action!“ Warum das Flugzeug stoppte, fragen sie sich? Nun, die eine Visitenkarte war die des kolumbianischen Luftfahrt-Ministers und die andere, die des Flughafendirektors von Bogota. Beide Personen hatten wir zuvor interviewt. Und so kam es also, dass für uns zwei Schweizer Journalisten in Kolumbien ein Verkehrs-flugzeug auf einem internationalen Flug auf der Rollpiste zum Abflug gestoppt wurde, damit die zwei VIPs einsteigen konnten.  

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Artensterben durch Raubbau: Amazonas Cruise mit Wissenschaftlern

Planetarisches Massensterben: In 30 Jahren haben wir 60 Prozent der Arten-Spezies ausgerottet. © GMC

Sein Name ist Legende und klingt so exotisch, wie der Mythos, der ihn umrankt: Der Rio Amazonas. Er ist der zweitlängste und wasserreichste Fluss der Erde, der mit den meisten Nebenflüssen, dem stärksten Wasserabfluss, dem grössten Einzugs-gebiet und gewaltigsten Delta. In abertausenden von Mäandern fliesst er majestätisch durch den facettenreichsten und opulentesten Regenwald der Erde, nährt, tränkt und erhält eine unermessliche Vielfalt von Fauna und Flora und ist gleichzeitig die Lebensader von Millionen von Menschen. Der Amazonas wird von den Indios „Marano“ genannt, der „den nur Gott allein enträtseln kann“ und er besteht aus einem bizarren Geflecht von über 1100 Flüssen, davon 20 länger als der Rhein. Doch erst nach dem encuentro dos aguas, dem Zusammenfluss des Rio Negro und Rio Branco bei Manaus, wird der Fluss Rio Amazonas genannt. Mit seinem Einzugsgebiet, dass mehr als sieben Millionen km2 gross ist und seiner täglichen Ablagerung von drei Million Tonnen Sedimenten im Delta, läuft der Amazonas allen anderen Strömen den Rang ab. Ein Fünftel des Süsswassers in den Weltmeeren wird vom König der Flüsse gespiesen. Über 30’000 Pflanzenarten, die auf drei Etagen übereinander gedeihen und mehr als 2000 Fisch- und Vogelarten leben in seinem Einzugsgebiet.

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French Guyane: Ara parrot in the amazon rain forest near Cayenne. © GMC

Eine Expedition in den Amazonas-Urwald ist sowohl eine Reise in eine exotische Welt voller überwältigender Flora als auch eine Begegnung mit einer artenüppigen Fauna – voll von Riesenschlangen, wie Anacondas und Phytons, Ameisenbären, Faultiere, Brüllaffen, Piranhas, scheuen Flussdelfinen, bunten Papageien (Aras) oder prächtigen Tucans sowie flinken Kolibris. Die Liste liesse sich, so scheint es, fast unendlich fortsetzen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Anzahl der vom Aussterben bedrohten Arten nimmt dramatisch zu. Experten zufolge ist er Regenwald unwiederbringlich zerstört, wenn 40 Prozent seiner Fläche vernichtet wurde. In den letzten 50 Jahren wurde bereits ein Viertel des Regenwaldes abgeholzt oder abgebrannt – mit katastrophalen Folgen für das Klima, die Umwelt, die Menschen und die Tiere. Die Ureinwohner in den Regenwäldern hatten über den Zeitraum der letzten 15‘000 Jahre kaum ein Prozent des Regenwaldes vernichtet. Eine einzige Menschen-Generation reicht also aus, um das ganze Ökosystem des Planeten Erde aus dem Gleichgewicht und die Men-schheit als solche in Gefahr zu bringen.

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Französisch Guyana: Ein Jaguar schaut und faucht. © GMC

In Brasilien gibt es heute noch rund eine Million Quadratkilometer Amazonas Regenwald, der nicht geschützt und nicht eingezont ist aber auch nicht den dort lebenden indigenen Stämmen gehört (da die in langwierigen Prozessen erst ihre jahrhunderte alte Legitimität beweisen müssen), damit ihr Land nicht dem Raubbau und der Investoren-Raubgier geopfert werden. Denn das gängige Prinzip verläuft folgendermassen: Die Gebiete werden illegal beschlagnahmt, abgebrannt oder gerodet und damit zerstört. In den Jahren danach wird dann versucht, die Landnahme auf diesem Gebiet durch die lukrative Viehwirtschaft zu legalisieren, was seit Präsident Bolsonaro ein Kinderspiel ist. Die Bodenspekulation wird durch interna-tionale Investoren angeheizt. In der Region werden in den nächsten Jahren rund 30 Milliarden US-Dollars in Strassenbau, Elektrizität und die Infrastruktur zur Erschliessung und Ausbeutung des Primärwaldes gesteckt.

92 Staudämme sind im Amazonas Gebiet geplant. Das sind verheerende Aussichten. Was für ein kapitalistischer Irrsinn. Zu allem Elend plant die Regierung von Jair Bolsonaro eine Eisenbahn fast 1000 Kilometer quer durch den Urwald und viele indigene Schutzgebiete zu bauen. Die Agrarlobby ist entzückt, verspricht das Infrastrukturprojekt des Ferrogrão doch in Zukunft tiefere Trans-portkosten bis zum Atlantik und damit höhere Gewinne. Das befeuert weitere Rodungen des Urwaldes mit desaströsen Fol-gen: Eine Studie der Ökonomen Juliano Assunçao, Rafael Araújo und Arthur Bragança hat ergeben, dass dadurch mit zu-sätzlichen Rodungen auf einer Fläche von 2050 Quadratkilometern zu rechnen ist, was rund 300000 Fussballfeldern ent-spricht. Durch das Abholzen dieses Urwaldes würden nicht nur rund 75 Millionen Tonnen Kohlenstoff produziert, sondern der zunehmende Verlust der grünen Lunge wird bald zum Kollaps des Klima- und Bewässerungssystems im gesamten Amazonas Becken führen.

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Borneo 96: Mit handicapiertem Orang Utan durch den Urwald pirschend

Malaysia: A handicaped young Orang Utan lying on the rainforest wood bridge at the reha center. © GMC

Der Orang Utan, auf malaiisch der „Waldmensch“, ist seit Mitte der 60er Jahre vom Aussterben bedroht. Trotz internationaler Artenschutzabkommen, damals noch äusserst restriktiven Handelsabkommen und den beiden Rehabilitationsstationen auf  Semengho in Sarawak und Sepilok in Sabah auf der malaiischen Insel Borneo sind die nahen Verwandten des Homo Sapiens akut gefährdet. Die Gier nach Tropenholz und Palmöl zerstören ihren Lebensraum, den Primärwald. Durch die Vernichtung ihrer Refugien sind sie heute in kleinen Gruppen isoliert.

Bekannt sind die Menschenaffen auch durch den Schweizer Umwelt- und Menschenrecht-Aktivisten Bruno Manser geworden. Manser lebte von 1984 bis 1990 auf Borneo, machte Aufzeichnungen über die Fauna und Flora des tropischen Regenwaldes und lernte die Sprache und Kultur der Penan kennen und lebte mit ihnen zusammen. 1990 musste er in die Schweiz fliehen, nachdem er von der malaysischen Regierung ausgewiesen und zur „unerwünschten Person“ erklärt wurde. Ein Kopfgeld von 50000 Dollar wurden auf ihn ausgesetzt. 1993 beteiligte sich Manser an einer Fastenaktion und. einem Hungerstreik vor dem Bundeshaus in Bern zum Protest gegen den Import von Tropenholz. Im Jahr 2000 reiste er trotz Einreiseverbot und ausgesetztem Kopfgeld vom indonesischen Teil Borneos (Kalimantan) über die grüne Grenze in das malaysische Sarawak zu den Penan und ward nie mehr gesehen. Seither gilt Bruno Manser als verschollen und wurde 2005 amtlich für tot erklärt.

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50 Years Merdeka of Malaysia: Celebration with Royals and Ministers in Kula Lupur City. © GMC

1996 unternahm ich eine Reise nach Malaysia zur Feier der 50 jährigen Unabhängigkeit von der britischen Krone und nach der Staatsfeier mit allen asiatischen Staatschefs, reiste ich erst mit dem Auto in ganz Malaysia herum und besuchte den Taman Negara Nationalpark im Regenwald. Nach dem Abstecher nach Langkawi flog ich nach Borneo und landete in Sarawak mit dem Ziel, die Situation der Waldrodung für die Palmölgewinnung, die dadurch bedrohliche Lage der Kopfjäger und der zerstörte Lebensraum der Orang Utan, zu erkunden.

Beim Lake Batang Ai in Sarawak auf Borneo startete ich die Expedition in den Regenwald und mietete einen Führer mit Einbaumboot, der mich zu den hier lebenden Iban Headhunters führen sollte. Nach zwei Tagesreisen vom Lake Batang Ai aus mit einem Kanu durch ein Meer aus abgeholzten, flussabwärts strömenden Tropenstämme paddelnd, landete ich in einem dieser abgelegenen Langhaus-Dörfer. Die Zeiten, in denen Eindringlinge mit dem parang, dem gefürchteten Langmesser enthauptet und die Trophäen in Form von geschrumpften Minischädeln an den Balken der Langhäuser aufgehängt wurden, sind Gott sei Dank vorbei. Die Langhäuser der Kopfjäger sind auf Stelzen gebaut, bis zu 100 Meter lang und haben einen durchgehenden breiten Gang der zu einer Längsveranda führt.

Leider erkrankte ich an Malaria. Von Fieberkrämpfen geschüttelt und schachmatt, lag ich drei Tage einer toten Fliege gleich im «Longhaus» der Kopfjäger herum, bevor ich mit dem Einbaum retour zu einem Dschungelcamp fahren konnte, das über eine Funkstation verfügte, um mit der Schweiz über die Funkverbindung und dem ans Funkgerät gehalten Telefonhörer, mit meiner Familie Kontakt aufzunehmen. Als zu Hause in der Schweiz das Tonbandgerät statt einer Verbindung zustande kam, sagte ich nur kurz, dass ich mich verabschieden wolle, weil ich die Nacht wohl nicht überleben würde. Danach legte ich mich von weiteren Fieberschüben durchgeschüttelt draussen unter den nächtlichen Sternenhimmel hin.

Ich wollte wenigstens im Freien sterben und nicht in der winzigen, stickigen Bretterbude, in der man mich einquartiert hatte. Was nun geschah war einzigartig und sollte meinen ausgeprägten Realitätssinn fundamental erschüttern. Ob es nur Halluzinationen waren oder ob ich tatsächlich von der Himmelfahrt zurückgeholt wurde, ist mir bis heute nicht klar. Jedenfalls hob mein Astralkörper ab und dann sah ich rein optisch schon die Sterne mit kometenhaft rasender Geschwindigkeit auf mich zukommen und fühlte mich schwerelos in den Orbit hoch gezogen und gleitete wie das Raumschiff «Enterprise», das mit Lichtgeschwindigkeit durch den Orbit düste, dem Sternenhimmel entgegen. Aber da die Sterne ja nicht auf mich zukommen können, wurde mir klar, dass ich wohl wie ein Engel abgehoben bin und nun dem funkelnden Firmament entgegen raste, es sei denn, mein fieberndes Hirn treibe seine Mätzchen und halluzinogene Vision mit mir.  

Mit Hilfe der Dschungelcamp-Bewohner kam ich nach zwei Tagen wieder auf die Füsse, reiste weiter nach Kota Kinabalu zur Orang Utan Rehabilitationsstation in Sepilok und kam gerade zur rechten Zeit an, als die Fütterung von einer Plattform zwei Kilometer weiter im Waldesinnern stattfand. Die Touristen-gruppen waren schon vor mir auf dem Holzsteg losmar-schiert, der gut zwei Meter über Boden in den Regenwald zur grossen Besucherplattform und den dahinter befindlichen zwei Fütterungsplätze in den Bäumen rein führte. Dann sah ich zu, wie die Babies ihre Nahrung bekamen und verschlangen und dann wieder in den Bäumen verschwanden. Nach der Fütterung wollte ich vor den anderen wieder in der Reha-Station sein und machte mich vor den anderen auf den Rückweg auf dem Steg.

Als ich an einem jungen handicapierter Orang Utan, mit einem abgehackten, aber schon verheilten Arm vorbeischleichen wollte, der rücklings auf dem Steg lag und so den Durchgang blockierte, packte er mich am Unterschenkel. Was sollte ich tun? Als ich seine Hand, die mein Bein umklammerte, sachte lösen wollte, packte er mich einfach am Handgelenk, worauf wir beide, der junge Orang Utan und der immer noch fiebernde und verschwitze Fotograf Hand in Hand durch den Urwald bis zur Station liefen. Er hätte mich gleich mit hinauf in die Baumkronen zu seinen Kumpanen mitnehmen können. Das ging zwar nicht, dafür hatte ich einen guten Auftritt in der Reha-Station, als wir Hand in Hand, wie alte Freunde dort eintrafen.

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Indonesien: Dramatische Abholzung und Artensterben in Kauf genommen

A man in a small boat ist trying to cruise on the river in Sarawak which is full of cut off timer trees. © GMC

Wie sieht die Situation heute aus? Der Lebensraum der Menschenaffen hat sich weiter drastisch reduziert und so ist auch ihr Bestand nicht gewachsen sondern wurde weiter dezimiert. Zwar haben Genomiker an Universität in Zürich kürzlich eine neue Art auf Sumatra entdeckt, den Tapanuli-Orang Utan, deren Refugium in den zerklüfteten Bergen der Region Batang Toru in Indonesien liegt. Die geschätzten 800 Primaten sind, wie auf Borneo auch hier in Indonesien von Waldrodungen für Palm-ölplantagen, Zersiedlung und von einem Staudamm-Projekt betroffen. Und nicht nur sie sterben lautlos aus. Auch viele andere Spezies gehen unter. Eine Million Arten sind in den nächsten Jahrzehnten vom Aussterben bedroht. Dies ist das ver-nichtende Fazit des «Weltbiodiversitätsrates» (IPBES) von 2019. Reptilien und Vögel haben es schwer, aber auch immer mehr Säugetiere sterben aus. 540 Landwirbelarten wurden im 20 Jahrhundert ausgerottet. Die meisten im asiatischen Raum.

Die Schweiz hat mit Indonesien ein umstrittenes Wirtschaftsabkommen abgeschlossen und setzt dabei im Abkommen auf «RSPO»-Standards, die in Zusammenarbeit mit Unternehmen, Umweltorganisationen und Hilfswerken entstanden war. Doch damit werden weder die Abholzung noch Staudamm-Projekte gestoppt und auch der Lebensraum der Orang Utan und vieler anderer Spezies ist weiterhin dem Untergang geweiht. Ein Abkommen mit Nachhaltigkeitszielen ist zwar ein kleiner Fort-schritt, ändert aber leider nichts an der Tatsache, dass der Raubbau weiter geht und es zu wenig Schutzgebiete gibt, denn der Bedarf an Palmöl ist extrem gestiegen und steigt weiter. Entsprechend wuchs auch die Anbaufläche, die durch die Rodung des Primärwaldes zustande kam.

Seit 2008 ist die Fläche dafür jährlich um 0,7 Millionen Hektaren angestiegen, eine Fläche viermal so gross wie der Kanton Zürich. Und der Bedarf wird sich bis 2050 voraussichtlich nochmals mehr als verdoppeln. Auf der Insel Borneo gehen 50 Prozent der Rodungen auf den Palmölanbau zurück. Im viel grösseren Indonesien sind es auch schon 20 Prozent. Sechs Prozent aller Tierarten befinden sich auf der Insel Borneo. Seit über 4000 Jahren werden die Regenwälder Borneos von den Indigenen bevölkert. Im Laufe der letzten 50 Jahren wurde knapp die Hälfte des Regenwaldes in Kalimantan, dem indonesischen Teil Borneos abgeholzt.

Es gibt Tausende von Landkonflikten von indigenen Gemeinden gegen grosse Holzunternehmen, doch der Staat und die Justiz machen es der Bevölkerung schwer, an ihre Rechte heranzukommen und ihr Land gegen den Raubbau zu verteidigen. Zwar gibt es seit 30 Jahren eine Konvention zum Schutz der Regenwälder, doch die wurde nie vom indonesischen Parlament ratifiziert und umgesetzt. Ausserdem ist zu beobachten, dass fast alle Politiker entweder ehemalige oder noch amtierende Holzindustrielle in Jakarta sind, wie Norman Jiwan von der NGO «TuK» berichtet. Und von der Palmölindustrie profitieren nur weniger als 30 der reichsten indonesischen Familien.

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Philippines 95: Unglaubliche Geistheiler-Fähigkeiten

© GMC

Bei meiner zweiten Reise in die Philippinen leistete ich mir erst eine Schiffsreise zur Erkundung der Insel Palawan, Busuanga Island und den Coron Inseln, um hernach philippinische Geistheiler in Luzon aufzusuchen. Denn ein halbes Jahr zuvor kam ein knapp 25 jähriger Heiler in die Schweiz und nach Deutschland, der offensichtlich schon Kultstatus besass. Jedenfalls warteten damals in Zürich gewiss drei Dutzend Personen auf eine kurze Session mit diesem Geistheiler. Der Reihe nach fanden sich die Personen in einem abgedunkelten Raum ein und erzählten dem in Trance befindlichen Geistheiler kurz ihr Anliegen, worauf er sie untersuchte, abtastete und so merkwürdige Dinge vor meinen Augen tat, wie das Körperöffnen mit der Fingerspitze an gewissen Stellen, worauf die Fleischwunde aufklaffte und er mit den Fingern darin eintauchte.

Den philippinischen Geistheilern wird nachgesagt, dass sie die Fähigkeit haben, ihre Finger beim Eintauchen zu entmaterialisieren, um so mit dem Körpergewebe zu verschmelzen. Als er seine Finger tief in das Fleisch reinschob, wurden sogleich unsichtbar unter der Hautoberfläche und verschmolzen mit dem Gewebe. Dabei waren keine Finger-spitzen oder -kuppen mehr zu sehen, nur der Fingeransatz über der Hautoberfläche blieb ersichtlich. Und als er die Finger herauszog, verschloss sie die klaffende Wunde sofort und zurück blieb eine leicht gerötete Stelle an der Hautoberfläche. „Der absolute Wahnsinn!“ So etwas habe ich noch nie zuvor und nur zwei Mal – bei zwei Geistheiler in Zürich und nun hier in Luzon gesehen. Seither nehme ich die Welt mit anderen Augen und Sensoren wahr.

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Am Schluss dieser Philippinen Reise erlebte ich noch eine ungemütliche Überraschung. Ich wurde am Flughafen bei der Ausreise verhaftet, weil ich den Namen einer Person habe, die in den Philippinen ausgeschrieben war. So musste ich den Tourismusminister, auf dessen Einladung ich in den Philippinen war, bemühen, um frei zu kommen und ausreisen zu dürfen. Wäre er nicht gewesen, hätte ich extra nach Manila reisen und mich im Justizministerium präsentieren müssen. Das blieb mir glücklicherweise erspart und damit so etwas anderen Touristen in der Schweiz auch erspart würde, publizierte ich die Telefonnummer des Justizministers in den Tages-Zeitungen mit dem Verweis, in so einem Fall solle man sich doch direkt an den Chef der Justizbehörde wenden. Dieser Hinweis in den Schweizer Medien wurde von der philippinischen Botschaft nicht goutiert. Mehr noch: Ein paar Jahre später bei einer weiteren Presseeinladung in die Philippinen seitens «Singapore Airlines», meinem wichtigsten Airline-Partner, wurde ich dann plötzlich wieder ausgeladen und zur Persona non grata erhoben.

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Indien 2006: Im Reich der liebenden Hände bei den Ayurveda Pionieren

The ancient Maharadja palace Kalari Kovilakom is one of the leading luxury ayurvedic healing resorts in Kerala. © GMC

1996 flog ich das erste Mal nach Indien und zwar nach Kerala an die Südspitze des Landes zu den aufstrebenden Ayurveda-Resorts und Kliniken. Ich hatte zuvor schon auf Sri Lanka mit der ayurvedischen Medizin hautnahen Kontakt aufgenommen und eine Pancha Karma Reinigungskur gemacht und auf der Tropeninsel sieben der damals Besten Ayurveda-Resorts besucht und sie miteinander verglichen. Die ayurvedische Medizin, die ich in Sri Lanka kennengelernt hatte, faszinierte mich derart, dass ich beschloss nach Kerala zu reisen und traf dort auf die südindischen Ayurveda-Pioniere, die «cgh earth group», die sich mit sehr exklusiven Resorts bereits einen Namen gemacht haben. Die ayurvedische Medizin wurde vor über 5000 Jahren von hochbegabten Indern in der Tiefe ihrer Meditation und Spiritualität entdeckt, aber infolge der Kolonialisierung und Berufsverboten der britischen Kolonialregierung über 50 Jahre lang unterbunden, bevor sie in den 90er Jahren ein Re-vival erlebte.

«Durch das Verbot ging viel Wissen verloren», sagt Dr. Jayawardhana von der Universität Colombo. Was vor tausenden von Jahren in Nordindien entwickelt wurde, ist ein ganzheitliches Natursystem, das Körper, Geist und Seele eine Einheit betrachtet, denn die Ayurveda-Philosophie geht davon aus, dass alle Materie, so auch der Mensch, auf die fünf Ele-mente Erde, Wasser, Luft, Feuer und Raum zurückzuführen sind. Ayurveda geht davon aus, dass in der Natur alles wächst, was es braucht um den Menschen gesund zu machen und zu erhalten. So werden Pflanzen, Mineralien, Aschen, salze, Rinden, Hölzer, Wurzeln und tierische Produkte gekocht und pulverisiert und dann zu Pillen, Salben und Ölen verarbeitet.

Das zartgelbe Sesamöl ist die Basis aller Massageöle. Es ist reich an ungesättigten Fettsäuren und macht spröde Haut weich und glatt. Dem Sesamöl mischt der Arzt oder die Arztin andere natürliche Zutaten bei, die spezifisch auf den jeweiligen Dosha-Typ abgestimmt sind. Das Öl kann somit optimal auf die individuelle Konstitution des Menschen einwirken. Keine andere Medizin der Welt weist ein derart allgemeingültiges, tiefgreifendes und ganzheitliches Reinigungssystem auf, wie die ayurvedische Medizin und die Pancha Karma Kur insbesondere. Sie ist die Mutter aller Kuren!

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Gujarat 2013: das Treffen mit Narenda Moodi in Ahmedabad

Press conference with Gujarats Tourism-, Transport-, Chief Minister Nahredra Modi at the Gujarat Travel Mart in Ahmedabad-City. © GMC

2013 wurde ich im März an der jährlich in Berlin statt findenen Tourismusfachmesse «ITB» in der Halle, wo sich Indien und die indischen Veranstalter präsentierten, auf eine Pressereise nach Gujarat angesprochen und gab den Initiatoren meine Visitenkarte. Schon zwei Monate später flog ich via Dehli nach Ahmedabad, die Hauptstadt des Bundesstaates Gujarat und traf dort zu meinem Erstaunen auf ca. 150 JournalistInnen und InfluencerInnen, die aus der ganzen Welt eingeflogen worden waren, um die touristischen Reize Gujarats kennenzulernen. Nachdem wir uns in verschiedene Interessengruppen aufgeteilt hatten, wurden wir fünf Tage lang durch die Gegend gekarrt und mit den touristischen Highlights vertraut gemacht.

Das war zunächst der Rani ki Vavstepwell bei der Stadt Patan am Ufer des Saraswati Flusses. Die zum Unesco Weltkulturerbe zählende Tempelanlage wurde im 11. Jahrhundert zu Ehren der Königstochter von Khengara von Saurashtra der Solanki Dynastie gewidmet. Die Tempelanlage war ein riesiger, achtstöckiger Wasserspeicher und enthält über fünfhundert Fresken  aus der damaligen und bis heute gültigen Hindu-Mythologie. Ein weiteres Highlight war der Sun Tempel in Modhera, auch diese Tempelanlage liegt am Ufer eines Flusses, dem Pushpavati-River.

Die heilige Stätte wurde zwischen 1026 und 1027 v. Chr. während der Ära von König Bhima I von der Chaulukya Dynastie gebaut. Die Tempelanlage besteht aus drei Kom-plexen: Dem Shrine Gudhamandapa, der Vereinigungshalle Sabhamandapa und dem Wasserreservoir Kunda. Dann ging die Fahrt im Jeep weiter und führte in ein unwirtliches, staubtrockenes Land zur Rann of Kutch, ein Salzwasser-Marschland an der Grenze zwischen Indien und Pakistan. Die Rann of Kutch ist in zwei Regionen unterteilt: Die Grosse und die Kleine Rann Kutch. Die grosse liegt in Pakistan, die Kleine Rann of Kutch grenzt südöstlich daran an und reicht bis zum Gulf of Kutch. 20,946 km2 der Kleinen Kutch sind geschütztes Gebiet mit einem Wildlife Sanctuary, welches schon 1973 etabliert wurde.

Am Schluss der Reise verbrachten wir noch eine Nacht im Maharadscha Palast in Poshina und bevor es in die Hauptstadt Gujarats Ahmedabad zurück ging, wo ich noch das Ghandi Museum besuchte und dann kam es zur Schlussveranstaltung des Journalisten-Events mit dem Auftritt von Narenda Moodi, von dem bis zur Stunde keiner der MedienverteterInnen etwas wusste. Erst als einige schwerbewaffnete Soldaten mit Minenspürgeräten und Suchhunden auftauchten, war klar, dass es in Kürze hohen Besuch gab. Dann fuhr eine kleine Eskorte vor und Narenda Moodi stieg im Beisein des Tourismusministers von Gujarat und einiger anderer Officials auf und machte allen seine Ambitionen auf das indische Präsidentschaftsamt klar, ein Ziel, dass er ja dann auch erreichte und seither Indien mit seinem Hindu-Nationalistischem Kurs spaltet.

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Ägypten 2004: Bei den Beduinen im Sinai zwei Terroranschläge miterlebt

Egypt: Two Bedouines at the Observation Point of the Multi National Forces and Peace Troops in the Sinai desert getting a food package. © GMC/Gerd M. Müller

2005 im Sinai, genauer gesagt in Sharm el Sheikh angekommen, sah die Situation als Resident Manager für einen Schweizer Tour Operator wiederum ganz anders aus,. dieser Einsatz war eine echte Herausforderung. Die Die ersten zwei Monate im Sinai lebte ich im «Radisson»Hotel“ mit allen touristischen Annehmlichkeiten, guter Infrastruktur und nettem Ambiente. Dann wurde ich in einen spartanischen Betonblock für die lokalen Reiseleiter in einer tristen Umgebung verfrachtet, worauf ich mir beim Generalgouverneur für die militärischen Sperrbezirke im Sinai (aufgrund der UN-Friedensmission nach dem Sechs-Tage-Krieg) eine Sondergenehmigung besorgte, damit ich auch Nachts in die Sperrgebiete in der Wüste ausserhalb von Sharm-el-Sheikh fahren durfte. Was wollte ich nachts dort? Nun, wie immer Zugang zum Lokalkolorit und zu den Ein-heimischen ausserhalb der Touristen-Hotspots. In diesem Fall Zugang zum Leben der Beduinen im Sinai und zu meinem Freund Faroud.

Bei Aussentemperaturen tagsüber bis über 50 Grad Celsius spielt sich das Leben in der Wüste nachts ab. Da ich Bekanntschaft mit Faroud gemacht hatte, der allein beim Schiffswrack «Maria Schroeder» im Nabq Nationalpark lebte, konnte ich ihn nun nach Feierabend in der Abgeschiedenheit der Wüste, dem touristischen Trubel entfliehend, treffen und ein paar spirituelle und poetische Stunden unter dem funkelnden Firmament verbringen. Die Fahrt zu ihm war gar nicht so einfach, denn die 35 km durch die Wüste und Sanddünnen hatten es in sich. Ich legte die Strecke mit dem Dienstfahrzeug, also einem herkömmlichen PKW zurück. In stockdunkler Umgebung hiess es dann mit viel speed über die Dünen zu fahren, ohne ins Stocken zu geraten, denn ohne 4-Rad Antrieb gab es hier normalerweise kein Durchkommen. Aber ich fand einen Weg und bretterte zwei Mal pro Woche nachts in die Wüste rein, um mit dem jungen Beduinen zu parlieren, zu philosophieren und die funkelnden Sterne ohne Lichtverschmutzung zu geniessen.

Zu jener Zeit, als ich im Sinai stationiert war, gab es zwei von insgesamt drei grösseren Terror-Anschlägen. Der erste war in Taba, der zweite und grösste Anschlag ereignete sich im Juli 2005 in Sharm-el-Sheikh und forderte 88 Menschenleben, und weit über 100 wurden verletzt. Der dritte Terroranschlag geschah am Abend des 24. April 2006 in Dahab, einem Taucher-Hotspot, bei dem drei Splitterbomben gezündet wurden. Die erste detonierte an einer belebten Kreuzung vor dem Supermarkt «Ghazala» gegenüber der Polizeistation. Zwei weitere explodierten kurze Zeit darauf an der Strandpromenade.

Bei dem Anschlag verloren um die 30 Menschen, fast alle Ägypter, ihr Leben. Viele weitere Personen wurden schwer verletzt. Das waren wir äusserst knapp einer Katastrophe davon gekommen, denn wir erinnern uns noch gut an die Terroranschläge vom 17. November 1997 in Luxor bei denen auch 36 Schweizer ihr Leben verloren Aber die Furcht war gross und die Sicher-heitsmassnahmen vor jedem Hotel rigoros. Jeder Wagen wurde bei der Einfahrt sorgfältig gespiegelt und gefilzt, bevor er in die Hoteleinfahrt reinfahren konnte. Röntgengeräte scannten jeden eintretenden Hotelgast.

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MIt einer Kamelkarawane entlang dem Gulf of Akaba auf der Sinaihalbinsel unterwegs. © GMC/Gerd Müller

Umso verrückter war eine Reise mit zwei Fahrzeugen und sieben Schweizer Touristen, die unbedingt mit mir einen Trip nach Cairo im Auto machen wollten und zwar quer durch den ganzen Sinai hindurch, von der Südspitze Sharm-el-Sheikh in einem Tag nach Cairo inklusive Rückfahrt mit insgesamt über 1000 km Strecke und gut 30 Militär-Strassensperren auf einer Wegstrecke. Mein einheimischer Co-Fahrer und ich haben das Kunststück bewältigt und für die Ochsentour 27 Stunden gebraucht. Drei Stunden länger, als geplant und zwar weil ich die vorletzte Militärsperre in meiner Müdigkeit nach über 24 Stunden am Steuer übersehen habe und mit ca. 70 Stundenkilometern durch die in Schlangenlinie aufgebauten Barrieren hindurch gebraust war – notabene ohne eine einzige zu streifen.

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Libanon 2006: Im Palästinenser-Camp «Schatila»

Photo-exposition from Tel Al Zatar massacre in Shatila, Beirut City. © GMC/Gerd M. Müller

Ich habe ja schon viele Konfliktregionen besucht und das selbst kritisch heisse Phasen erlebt, aber in die Hisbollah-Quartiere vorzustossen, habe ich mich ohne entsprechende Kontakte und Verbindungen oder eine ortsvertraute Person im Hintergrund dann doch nicht getraut. Doch um Kontakte zu knüpfen, war die Zeit bis zur Abreise innert wenigen Tagen zu knapp. Aus-serdem ist einer der wichtigsten Schutz-Faktoren in meiner Tätigkeit, nicht nur die Sprache der Bevölkerung zu sprechen, sondern wenn möglich gar nicht als Ausländer oder Fremdling erkannt zu werden.

Diese Trümpfe konnte ich hier nicht einsetzen. Während meines kurzen Aufenthaltes wurde ich alleine drei Mal an einem Tag von der libanesischen Armee angehalten und kurz verhört. In den Hisbollah Quartieren wurde es noch ungemütlicher. Fast an jeder dritten Ecke wurde man als Ausländer angehalten und gefragt, wer man sei und was man hier wolle. Die Hisbollah ist Irans wichtigster Verbündeter im Libanon und das nicht nur aus militärischer sondern auch aus politischer Sicht, denn die Hisbollah ist zusammen mit ihren Verbündeten die wichtigste politische Kraft im implodierten Land an der Levante.

Der Libanon dient dem Iran als militärische Front gegen Israel und das ausserhalb des eigenen Staatsgebietes, daher ist das Assad Regime in Syrien auch ein Verbündeter und Irans einziger strategischer Partner. Aufgrund der prekären Sicherheitslage und ohne lokale Kontaktpersonen sowie einen angemessenen Schutz zog ich mich aus diesem Quartier zurück und kam stattdessen im Palästinenser-Flüchtlingscamp Schatila an.

Dort zeigte mir ein palästinensischer Flüchtling die drei Massakerstätten. Als Massaker von Sabra und Schatila wird eine Säuberungs-Aktion bezeichnet, die von phalangistischen Milizen, also christlich maronitischen Soldaten verübt wurden und gegen die im Süden von Beirut lebenden palästinensischen Flüchtlinge gerichtet war. Im September 1982 – mitten im libanesischen Bürgerkrieg – wurden die beiden genannten Flüchtlingslager gestürmt, die zu jener Zeit von israelischen Soldaten umstellt waren und Hunderte von Zivilisten wurden von den christlichen, also phalangistischen Milizen massakriert.

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Der persische Mohn-Schah und seine diplomatischen Drogenprinzen

The Iranian embassador in Bern Alireza Salari invited Irans Foreign Minister Mohammed Dschawad Sarif and diplomats to the 35th year revolution celebration in the Iranian Embassy in Bern. © GMC

Humanitäre Gründe zählten im persischen Reich des Schah von Persien nicht. Als einer der gnadenlosesten Verfolger von Rauschgifthändlern hatte Mohammad Reza Pahlavi seit 1969 aufgrund seines Anti-Drogengesetzes weit über 100 Menschen wegen illegalen Besitzes von Drogen erschiessen lassen. Wer in Persien mit mehr als zehn Gramm Heroin oder zwei Kilogramm Opium erwischt wurde, war zum Tode verurteilt. Um so grösser war in der Schweiz das Unbehagen und poli-tische Dilemma beim Verlauf der Genfer Affäre, als ein Mitglied der Equipe des Schahs, der seinen Winterurlaub in St. Moritz abbrach, weil in Genf Richter und einzelne Behördenmitglieder verlangt hatten, die Immunität des in der Schweiz nicht akkreditierten Opium-Prinzen aufzuheben um ein Drogen-Strafverfahren einzuleiten. Immerhin war Persien für die Schweiz damals der dritt wichtigste Handelspartner in Asien und überdies einer der größte Waffenkäufer.

1969/70 setzten helvetische Kriegsmaterial-Produzenten für über 90 Millionen Franken Waffensysteme im Iran ab. Dem prominenten St. Moritzer Wintersportler Resa zuliebe durfte der prominenteste Anti-Schah-Agitator, Bahman Nirumand, in der Schweiz damals auch nicht öffentlich reden. Im selben Jahr, als der Schah damals die schärfsten Drogenprohibitionsgesetze der Welt erliess, hob Mohammad Reza Pahlavi ein aus 1955 datiertes Pflanzverbot für Opium-Mohn wieder auf und schwang sich so auf den Thron der Mohnblumen-Bauern: 12000 Hektaren Mohnkulturen gehörten ihm und seiner Familie. Laut der WHO in Genf konnte das aus dem kaiserlichem Mohn gewonnene Heroin und Opium nur zum kleinsten Teil medizinisch verwendet werden. So war Persien neben Afghanistan und der Türkei die Drehscheiben für den illegalen Handel. Uno-Drogenfahnder vermerkten damals eine weitere Auffälligkeit: Derweil alle Länder, die von ihnen beschlagnahmten Drogen vernichtet hatten, wurden von den 18,4 Tonnen beschlagnahmten Drogen, im Iran lediglich 329 Kilo vernichtet, 152 Kilo gingen an den legalen Handel. der restlichen 17 Tonnen liess der Schah über seine diplomatischen Kuriere in die ganze Welt verteilen.

Der Verdacht, dass persische Diplomaten für die Devisenkasse ihres Kaisers Heroin und Opiate schmuggelten, war nicht erst seit der Huschang-Affäre in Genf aufgetaucht. 1961, als das Mohnpflanzen im Iran verboten war, sollen auch die Zwillings-schwestern des Schahs, Prinzessin Aschraf, auf dem Genfer Flughafen Cointrin mit einem randvollen Koffer Heroin ertappt worden sein. Nur ihre diplomatische Immunität, so die «National-Zeitung», habe sie vor Strafverfolgung bewahrt. Wie sieht die Situation  heute aus?

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Der mörderische Gottesstaat und General Qassam Soleimanis Exekution

Berlin, 2009: Demo gegen die Wahlen im Iran, das Regime und die Menschenrechtsverletzungen. © GMC

Was „zum Teufel“ den iranischen Botschafter in der Schweiz, Alireza Salari, veranlasst hat, mich zur diplomatischen Feier aus Anlass des 35. Jahrestages der iranischen Revolution in die Botschaft in Bern einzuladen, weiss ich nicht. Ich erwartete einen kurzen Medientermin inmitten einer Schar JournalistInnen und ein paar Worte „zur Lage der Nation“. Doch es kam anders, ich war der einzige Medienschaffende und Pressefotograf unter einer handverlesenen Auswahl Nicht-Staatsgäste. Alle anderen gut 150 geladenen Gäste waren Diplomaten, Spione oder beides. Noch interessanter wurde es, als auch der iranische Aussenminister Mohammed Dschawad Sarif in der iranischen Botschaft in Bern erschien und von Alireza Salari enthusiastischbegrüsst wurde. Die Schweiz und die iranische Botschaft in Bern, als auch die akkreditierten Vertreter bei den Vereinten Nationen in Genf spielten eine wichtige Rolle in der Weltpolitik bei den diplomatischen Beziehenung zwischen dem Iran und der USA.

Wie bei Kuba auch, dient und tritt die Schweiz als neutrales Land und Vermittlerin der diploma-tischen Interessen dieser Länder untereinander auf. Die Atom-Verhandlungen mit dem Iran fanden zu jener Zeit auch in Montreux statt. So gesehen sind die Schweiz und die «UNO» in Genf die Drehscheibe für die diplomatischen Beziehungen der USA zum Iran und zu Kuba. Daher möchte ich einen Strippenzieher der iranischen Aussenpolitik vorstellen und seine Fähigkeiten sowie seinen grossen Einfluss auf das Weltgeschehen anschauen. Die Rede ist von General Qassam Soleimani, der «Che Guevara» der iranischen Revolution, der inetwa auch so endete, wie sein berühmter kubanischer Vorgänger, der dieselbe Idee hatte und die kubanische Revolution nicht nur in alle Länder Lateinamerikas exportierte, sondern auch soweit ging, dass er auch kommunistische oder marxistische Länder in Afrika unterstützte.

General Qassam Soleimani, Teherans langjährige graue Eminenz, wurde 1998 von Chomenei zum Chef der «Khuz»-Brigaden ernannt und koordinierte die Angriffe auf die israelischen Besatzer vom Libanon aus, bis diese zwei Jahre später abzogen. Der Einmarsch Israels im Libanon ist rückblickend ein schwerer Fehler, weil er den Iran dazu befeuerte, im Liba-non die Hizbollah aufzubauen und im Irak mit shiitischen Milizen, die Sunniten anzugreifen, wie der damalige iranische Vize-Aussenminister Hossein Amir-Abdollahian sagt. Soleimani war auch der Schöpfer der «Widerstandsachse gegen den Imperialismus» und der langjährige Chefstratege bei der iranischen Aussenpolitik, die darauf abzielte, „die Imperialisten im Ausland zu beschäftigen, die shiitische Gemeinschaft im ganzen Nahen Osten zu vereinen und die Glaubensgemeinschaft gegen die sunnitischen Machtansprüche zu verteidigen“.

Insbesondere der acht jährige Irak-Krieg, der über eine Million Iraner das Leben kostete und der israelische Einmarsch im Libanon, prägten den unter den «Revolutionsgarden» und «Khuz»-Brigaden, einer Sondereinheit gross gewordenen Soleimani. Der Iran hat vom Zusammenbruch des Iraks und von den Folgen des Arabischen Frühlings profitiert und seinen Einfluss in der Region massiv ausgebaut. Teheran wird dabei von drei wesentlichen Interessen getrieben: die drei Komponenten der iranischen Aussenpolitik sind ideologische, geopolitische und sicherheitspolitische Strategien. Ideologisch sieht sich der Iran als Schutzmacht unterdrückter Muslime im Kontext einer revolutionären Widerstandsmacht gegen Israel und die USA. Geopolitisch zielt der Iran darauf ab, Saudi Arabien die Stirn zu bieten, um seinen Einfluss in der Region auszuweiten. Die Rivalität wird in Syrien oder im Jemen ausgetragen.  

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Artensterben & Pandemien: Werden wir das überleben?

One third of the world jeetah population is living in Namibia. © GMC/Gerd M. Müller

In diesem Kapitel möchte ich mich detailliert über die wissenschaftlichen Erkenntnisse des SOS-Zustandes von Mutter Erde infolge des Klimawandels und die Folgen für die Weltbevölkerung auslassen, da ich mich seit gut 30 Jahren damit befasse und weltweit die dramatischen Auswirkungen gesehen habe. Am meisten haben mich die indigenen Völker rund um den Erdball mit ihrem Naturverständnis beeindruckt. Sie sind es, die oft zu den ersten Leidtragenden und Vertrieben gehören. Aber auch die junge und die nächsten Generationen werden fassungslos erkennen müssen, dass wir im Konsumrausch nach der Ölkrise 1975 und vor allem seit Beginn der 90er Jahre fast so viel Gas, Kohle und Öl verfeuert haben, wie in einer Million Jahre Erdgeschichte zuvor nicht. Und das, obschon die Sonne seit je her 10’000 Mal mehr Energie auf die Erd-oberfläche schickt, als der Mensch braucht und die Menschheit trotz umweltwissenschaftlichen Erkenntnissen und seit den 50er Jahren verfügbaren Fotovoltaik politisch nicht zu folgen und schon gar nicht adäquat zu handeln vermag.

Zur Sprache kommen auch all die Verursacher, die Öl, Kohle- und Gasindustrie, die trotz besseren Wissens seit 50 Jahren mit milliarden-schweren Desinformations-Kampagnien ihre desaströse Daseinsberechtigung auf Kosten der Gesellschaft, Natur und Geo-sphäre legitimiert– leider bis heute mit Erfolg. Es ist nicht ausgeschlossen, dass mit dem grossen Artensterben auch unsere Spezies ausgerottet und der Mensch zur planetarischen Geschichte wird. Mehr als 2000 Milliarden Tonnen CO2 hat die Menschheit in die Erdatmosphäre gepustet. Es verbleiben noch 350 Mia. Tonnen CO2-Ausstoss, um das Klimaziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu beschränken und gut 1100 Tonnen um die Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Eine Analyse des Wissenschaftsmagazins «Nature» kommt zum Schluss, dass alle weltweit vorhandenen Anlagen im Laufe ihrer normalen Lebensdauer noch rund 700 Mia. Tonnen CO2 ausstossen werden. Also besteht wenig Hoffnung, dass wir über-haupt das Zwei Grad Ziel erreichen werden“, sagt auch Walter Rüegg, der 15 Jahre lang als Kern- und Teilchenphysiker an der «ETH» und dann 30 Jahre für «ABB» tätig war.

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Schmetterlingseffekt: Hedge Fonds sind die Treiber von Kriegen und Klimawandel

Viele schöne Worte – wenig konkrete Taten: Bonn, 28.05.08 Foto: v.l.n.r.: Srgjan KERIM, PräŠsident der UN-Vollversammlung, Bundeskanzlerin Angela MERKEL, Kanadas Premierminister Stephan Joseph HARPER, EU-PrŠsident Jose Manuel BARROSO und Umweltminister Sigmar GABRIEL

Gut 500 Firmen mit weit über 10‘000 Angestellten arbeiten in der Schweiz in der Rohstoffbranche, die mit March Rich ihren ersten berüchtigten Protagonisten hatte, der es zu zweifelhafter Berühmtheit brachte, als er zum ersten Mal in den 70er Jahren in die Schlagzeilen geriet. Der in Belgien geborene US Bürger sorgte dafür, dass der Rohstoffhandel in der Schweiz bedeutend wurde. Seine skrupellosen Öldeals mit Südafrika und dem Iran unter Umgehung internationaler Sanktionen wäh-rend der Apartheid verhalfen dem „Vater des Schweizer Erfolgsmodels“ zu immensem Reichtum und brachte ihn auf die Liste der meistgesuchten Verbrecher in den USA, bis Bill Clinton, der Gottvater der Neoliberalen ihn 2001 begnadigte. Wir erinnern uns, dass Clinton und Greenspan auch die Liberalisierung der Nahrungsmittel-Märkte vorantrieben und damit die Hedge-Fond Plage auslösten.

Zurück in die Schweiz. Hierzulande gehörten Christoph Blocher und Martin Ebner zu den skrupellosesten Liberalisierer in den 90er Jahren. Von den «Bloomberg» Journalisten Javier Blas und Jack Farchy wissen wir, dass Ebner zu den Rettern von Marc Richs Imperium gehörte und auch der «Glencore»-Chef Ivan Glasberg seine Sporen in Johannesburg in Südafrika abverdiente und viel von seinem Meister bei den illegalen Öl-Deals und der Umgehung von Sanktionen gelernt hat, auch wenn er in der Kohleabteilung tätig war. Tiefe Steuern, die zentrale Lage in Europa, der stabile Schweizer Franken und der Zugang zum internationalen Finanzsystem sowie die schwache Regulierung boten in den letzten Jahrzehnten in der Schweiz einen frucht-baren Boden für Unternehmen, welche die Ressourcen weltweit ausbeuten und kaum Steuern bezahlen. Aus «Glencore‘s» Umfeld gingen andere erfolgreiche Rohstoffhändler wie «Vitol» hervor, das dem Inselstaat Cuba zu Öldeals verhalf und dafür den Zucker zu günstigen Preisen abnahm, als Kuba zahlungsunfähig war.

Die Schweizer Rohstoffhändler kontrollieren fast 80 Prozent des weltweiten Handels und agieren skrupellos. Der Fall «Gunvor» im Kongo, die Machenschaften der «Credit Suisse» in Mosambik sowie die Geldwäscher-Affäre in Bulgarien zei-gen exemplarisch die Spitze des Eisbergs der Korruption. Der Bundesrat bestätigte zwar in einem Bericht „das grosse Kor-ruptionsrisiko“, tat aber nichts weiter, um die Bankenaufsicht zu stärken und die Geldwäscherei einzudämmen. Die Rohstoff-händler «Glencore», «Trafigura», «Vitol», «Mercuria» und «Gunvor» erhielten nach Recherchen von Public Eye von 2013 bis 2019 insgesamt 363,8 Milliarden US-Dollar an Krediten. «Public Eye» untersuchte auch die hochrisikoreichen Finanzin-strumente und -praktiken der Rohstoffhändler, die mittlerweile selbst als Banken fungieren, sich aber weitgehend der Finanz-kontrolle und der Banken- und Finanzaufsicht «finma» entziehen. «Gunvor» zahlte in den USA 164 Millionen Strafe für die Verfehlungen in Brasilien, Equador und Mexico. Es ist stossend, dass sich grosse Konzerne, Banken und Superreiche immer wieder mit lächerlichen Bussen freikaufen können, derweil andere für viel geringe Taten ins Gefängnis wandern.

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Südsee-Perlen 1996: An der Pforte zum Paradies

Sonnenuntergang im Südsee-Paradies Bora Bora. Sunset in the pacific island paradies Bora Bora. © GMC

Die Magie der Südsee hat schon viele Poeten ins Schwärmen gebracht. Der ganze Fundus abendländischer Poesie und Fantasie wurde ausgeschöpft um die Herrlichkeit Polynesiens und die sanftmütige Lebensart der Maori zu beschreiben. Ein Mosaik aus Licht und Farben umspielt die weit versprengten Inselkette. Wie leuchtend weisse Perlencolliers heben sich die schillernden, von smaragdgrüner Vegetation überzogenen und von kranzförmigen Riffen umsäumen Inseln von erst türkis, dann tief blauen Pazifischen Ozean ab. Weit über 2500 Atolle verlieren sich in der unbegrenzten Weite des Pazifischen Ozeans, der mit seinen 182 Millionen Quadratkilometern ein Drittel der Erdoberfläche verschlingt. Die Vulkaninseln und Korallenatolle begrenzen die Tiefe des Meeres, kehren dessen opulente Unterwasserpracht nach oben und entfalten die Schönheit der farbenprächtigen Korallengärten mit grosser Artenfülle und schirmen die oft nur wenige Meter über der Meeresoberfläche gelegenen Inseln gegen die Brandung ab. Tahiti, die «Insel der vielfarbigen Wasser» ist auch Symbol für den verklärten Mythos, der die Südsee wie ihr funkelndes Firmament mit zauberhaften Impressionen überziehen.

In der Südsee hat der Schöpfer einmal zeigen wollen, was er zu leisten vermag, hielt der Dichter Robert Brooke fest. Auch Gaugin geriet in einen malerisch impressionistischen Farben- und Sinnesrausch. Vor allem Moorea die keine halbe Stunde mit dem Katamoran von Papeete entfernt ist, wird von vielen ins Herz geschlossen. Gleich neben dem 900 Meter hoch aufragenden Mount Rotui liegt die berühmte Cook Bay. In der Tat kommt man nicht umhin, die Südsee in den schönsten Farben zu malen und in den höchsten Tönen zu loben. Angesichts der sanftmütigen und starken Ausstrahlung der Insulaner, ist man versucht ihre Welt zum Paradies auf Erden hochzustilisieren, wenn anmutige, kräftige Männer pfeilschnell mit ihren Kanus durch das Wasser rudern oder anmutige Geschöpfe unter den Kokospalmen, Mango-, Papaya-, Avocado- und Brotfruchtbäumen sitzen.

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Mauritius: Symphonie in Türkis und Weiss mit den weltbesten Spa-Resortsa

Unter Schatten spendenen Filaos am korallenweissen Sandstrand unter dem stahlblauen Himmel und die türkisblau schim-mernde Lagune vor Augen zu haben – solch paradiesische Ausblicke bietet Mauritius. Maler müsste man sein, denkt man, wenn man Mauritius zum ersten Mal sieht. Die Blauschattierungen des Meeres und des Himmels, die sich so klar vom Weiss der Strän-de abheben, nehmen einen gefangen. Dahinter das satte Grün von Wiesen, Palmen, Zuckerrohrplantagen und tropischer Vegetation. Die fruchtbare Vulkanerde lässt die herrlichsten Früchte gedeihen, zum Beispiel zuckersüsse Ananas, Mangos, Papayas oder Zimtäpfel. Was für eine Vielfallt an Farben. Das gleiche trifft auf die Mauritianer zu. Von Ebenholz schwarz über safrangelb bis perlweiss reichen die Farbschattierungen der mauritianischen Bevölkerung. Es ist ein buntes Völkergemisch, zwei Drittel der Insulaner sind Hindus, rund 180‘000 sind Araber, vorwiegend Sunniten. Auch leben hier auch noch einige zehntausend Chinesen, Hakkas und Weisse mehrheitlich französischer Herkunft. Die über 300‘000 Kreolen stammen von afrikanischen und madagassischen Sklaven, weissen Siedlern, indischen Landarbeitern und chinesischen Händlern ab. So vermischt sich asiatische Lebenskunst mit dem europäischen Kolonialerbe, das Ergebnis macht den Zauber dieses Inselraums aus und schlägt die Touristen in Bann.

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Australiens fantastische Naturparadiese und die dreckige Kohleindustrie

Australien: Ein Kukulanji Aborigines bläst ins Diggeridoo im Tjapukai Cultural Village nahe Cairns. A Kukulaji-Aborigines men plays the diggeridoo in the Tjapukai Village near Cairns.
Australien: Ein Kukulanji Aborigines bläst ins Diggeridoo im Tjapukai Cultural Village nahe Cairns. A Kukulaji-Aborigines men plays the diggeridoo in the Tjapukai Village near Cairns. © GMC/Gerd M. Müller

Fraser Island ist uralt und trägt die Ewigkeit von über 220 Millionen Jahre Evolutionsgeschichte auf dem Buckel. Seit zwei Millionen Jahren wird Sand auf die Insel angeschwemmt und angehäuft. Im Eiszeitalter wurde diese Landschaft geformt und in ihrer heutigen Prägung existiert sie seit ungefähr 6000 Jahren. Mit der Erwärmung des Klimas vor 140‘000 Jahren, tauchten dort auch die ersten Spuren der Aborigines auf, doch geht man davon aus, dass die Butschulla-Ureinwohner sich erst vor 20 Millionen Jahren auf «KGari» Island niederliessen, wie sei die Insel damals nannten. Der Reiz des Inselmikrokosmos sind die bis zu 240 Meter hohen Sanddünen, 120 Kilometer Strand, über 100 kristallklare Süsswasserseen, die sich zwischen Eukalyptuswäldern, Palmenhainen und einem Meer aus Farnen in der gigantischen Dünenlandschaft ausbreiten sowie eine grosse, geschützte Bucht, die Hervey Bay, welche den Buckelwalen zwischen August und Oktober einen geschützen Rückzugsort bietet. Das kristallklare Wasser des Lake Mc Kenzie lockt zum erfrischenden Bad ein. Sein von weissem Sand gesäumtes Ufer ist nicht nur ein beliebter Rastplatz nach dem Trip durch den Regenwald, auch die Dingos und Walabis (Mini-Kängurus) kommen hier zur Tränke. Die Dingos kommen aber auch wegen der prall gefüllten Provianttüten der Touristen. Da fällt manch ein feiner Happen für die Wildhunde ab.

Dann geht es weiter zum Lake Wabby, der diesseits von dichtem Regenwald umschlungen ist, während man am anderen Ufer von den beinahe in den Himmel ragenden Sanddünen herunterrollen und ins Wasser klatschen kann. Die gigantischen Süss-wasser-Reservoire bergen zusammen gerechnet zehn bis zwanzig Millionen Mega-Liter Frischwasser. Fraser Island ist uralt und trägt die Ewigkeit von über 220 Millionen Jahre Evolutionsgeschichte auf dem Buckel. Seit zwei Millionen Jahren wird Sand auf die Insel angeschwemmt und angehäuft. Im Eiszeitalter wurde diese Landschaft geformt und in ihrer heutigen Prägung existiert sie seit ungefähr 6000 Jahren. Mit der Erwärmung des Klimas vor 140‘000 Jahren, tauchten dort auch die ersten Spuren der Aborigines auf.

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Nicht weit der Stadt Cairns befindet das «Tapukjai Cultural Village», in dem die Besucher/innen der Kultur und den Gebräuchen der hiesigen Aborigines näher geführt werden. Fährt man der Küste entlang weiter nördlich, kommt man erst nach Palm Cove, ein kleines charmantes Nest, dann geht es nach Port Douglas weiter, wo die berühmte Thala Beach Lodge und die Daintree Forest Lodge situiert sind, letztere wurde mehrfach als umweltfreundlichste Unterkunft Australiens gekürt. Im Wawu-Jirakul Spa (was in der Sprache der Ureinwohner so viel wie «Reinigung des Geistes» bedeutet), werden die fünf Elemente Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther zu einem fantastischen Wellness-Cocktail inmitten eines Wasserfalls im Urwald zelebriert, der den Kuku Yalanji Aborigines als heiliger Reinigungskral und Brook Shields als Yoga Ort diente. Für die Spa-Behandlungen werden nebst ätherischen Ölen auch verschiedene Sandsteine verwendet, welche die Aborigines nicht nur für ihre Körperbemalung sondern auch als Nahrung dient. Ich staune, worauf der Aborigines mit mir um die Quelle herum läuft, an drei Stellen in die lehmige Erde greift und einen Abstrich auf mein nacktes Bein streicht. Sofort sehe ich dass der eine Streifen sandgelb, der zweite lehmgrau und der Dritte rötlich gefärbt ist. „Siehst du hier haben wir Zink, Kupfer und Kalzium mineralhaltige Schichten. Wenn du einmal keine Nahrung mehr hast“, meint er zu mir, „spülst du den Lehmbrei mit Wasser runter und kommst so zu Mineralstoffen“! Nicht schlecht, dachte ich, trotzdem möchte ich nicht in so eine Lage kommen, diesen Brei essen zu müssen.

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Opalsucher in Coober Pedy: Die Hoffnung lebt im Untergrund

Australia: The Opal miner city Coober Pedy cementary. © GMC/Gerd M. Müller

Zwischen Adelaide und Alice Springs irgendwo inmitten einer glühend heissen, unwirtlichen Mondlandschaft liegt das damals 5000 Seelen zählende Nest Coober Pedy, auch «Opal-Miner City» genannt. Die Bewohner leben in unterirdischen maulwurfartigen Bauten und verbringen auch den Tag unter der Erde, im Stollen, mit Dynamit bestückt, um weitere Spren-gungen vorzunehmen. Einblicke in das Leben der Opalschürfer in einem dynamitgeladenen Untergrund, angetrieben von der Hoffnung auf schnellen Reichtum und dem Risiko ausgesetzt, mausarm zu scheitern – echte Glücksucher also, aus allen Teilen der Erde sind hier bei ihrer gefährlichen Arbeit anzutreffen. Männer aus Albanien, Italien, Kroatien, Griechen, Serbien, Polen und auch Schweizer schürfen hier im heissen Outback nach den kostbaren Steinen. Einöde, sengende Hitze, jede Menge Staub und Geröll sowie Strapazen ohne Ende, nichts bleibt den Opalschürfern erspart. Vierfünftel der Bevöl-kerung lebt im Untergrund in den zu Wohnungen ausgebauten Stollen, die Licht- und Lüftungsschächte nach oben haben. Auch der Supermarkt, die Tankstelle und die Kirche sind im Untergrund. Noch Ende der 90er Jahre konnte man sich einfach einen «Claim» abstecken und zu bohren und sprengen beginnen. Glückspilze, die Coober Pedy als reiche Männer verlassen haben, gibt es nur wenige. Dafür ist der grosse Friedhof in dem Wüstennest ein beredtes Zeugnis. 

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Malediven 93: Erste Anzeichen des Klimawandels werden sichtbar

Klimawandel Malediven: Vom UNtergang bedrohtes Inselparadies
Klimawandel Malediven: Vom UNtergang bedrohtes Inselparadies. © GMC/Gerd M. Müller

Wie eine leuchtend weisse Perlenkette heben sich die knapp 1800 Korallenatolle vom tiefblauen Indischen Ozean ab. Ein Mosaik aus Licht und Farben umspielt die von Norden nach Süden über sieben Breitengrade hinweg versprengte Inselkette. Jedes dieser von smargdgrüner Vegetation überzogenen und mit türkisblauen Lagunen und kranzförmigen Riffen umsäumte Eilande, welche sich aus der Tiefe des Meeresbodens erheben und dessen opulente Unterwasserpracht nach oben kehren, sieht wieder etwas anders aus. Die Aussenriffe schirmen das oft nur wenige Zentimeter über die Wasseroberfläche heraus-ragende Atoll gegen die Brandung ab. Die farbenprächtigen Korallengärten beherbergten damals eine ungeheure Artenfülle. Eine Bilderbuchidylle von Meer, Sonne und Palmenstrand und abgeschiedener Inselromantik sowie ein Eldorado für Taucher als auch Wassersportler, erwartete mich auf der ersten Touristeninsel Ihuru. Die Schattenseiten dagegen sind: Ein fragiles Ökosystem, das nebst dem Antieg des Meeresspiegels insbesondere durch den Tourismus gefährdet ist. Ein Inselreich, das durch die globale Klimaerwärmung bereits in den frühen 90er Jahren sichtbar in seiner Existenz bedroht war und wohl unwiderruflich dem Untergang geweiht ist.

Hinzu kommen die Abfallberge, die die Touristen auf den Inseln und auf der nahe Male gelegenen Müllinsel zurücklassen, sind Zeugnisse der wachsenden Umweltverschmutzung und der Zerstörung fragiler Ökosysteme. Seit der Tourismus den Fischfang als Haupteinnahmequelle abgelöst hat, hat sich mit dem Touristenboom auch eine Müllflut über die Touristeninseln und die Korallengärten ergossen. Ausser Fisch, Kokosnüssen und Bananen müssen alle anderen Konsumgüter importiert werden. Der Spritverbrauch für den Transport der Güter zu den Touristeninseln verschlang damals schon viel Treibstoff und schlug sich an zweiter Stelle in der Importstatistik nieder.

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Im Reich der liebenden Hände bei den Top Ayurvedaresorts in Kerala

Buddhist monk and ayurvedic doctor showing old sanskrit letters in Galle-City, Sri Lanka. © Gerd Müller

Kein anderes medizinisches System der Welt weist ein derart allgemein gültiges, tief greifendes und ganzheitliches Reini-gunssystem auf, wie die uralte ayurvedische Pancha-Karma Kur. Wo gestresste Westler von östlicher Weisheit und medi-tativer Ruhe erfüllt wieder gesund werden und welches die besten Ayurveda-Jungbrunnen in Sri Lanka und Indien sind, darauf möchte ich hier näher eingehen. Langsam läuft das warme Kräuter-Sesamöl bei der Shirodhara-Behandlung in einem feinen Strahl über die Stirn. Hin und her, gleichmässig und beruhigend. Gut 20 Minuten lang. Die Alltagsgedanken lösen sich auf und geben Raum für eine wohltuende Leere. Die Aufmerksamkeit richtet sich nach innen. Tiefe Entspannung breitet sich in meinem Körper aus. Der Spiegel zur Seele öffnet sich, auch alte Erinnerungen tauchen aus der Tiefe auf des Bewusstseins auf.

Zwar fühlt man/frau sich bei den öligen Ayurveda-Massagen wie eine Ölsardine, doch gewöhnt man sich schnell daran und geniesst die wohltuenden Berührungen. Ein äusserst entspanntes Erlebnis ist die Synchronmassage, genannt Abhayanga, auch bekannt als die Massage der liebenden Hände. Dies beschreibt die Empfindung während der Massage sehr gut, denn von vier Händen synchron massiert zu werden, ist schöner als jede Liebkosung. Die sanften Handbewegungen massieren das Kräuteröl in die Haut ein, damit es die unteren Schichten des Gewebes erreicht, das Blut- und Nervensystem mit einbeziehen und die Gift- und Schlackstoffe isolieren um sie hernach ausscheiden zu können. Was vor tausenden vor Jahren in Nordin-dien entwickelt wurde, ist ein ganzheitliches Natursystem, das Körper, Geist und Seele als Einheit ansieht. Denn die Ayur-veda-Philosophie geht davon aus, dass alle Materie, so auch der Mensch, auf die fünf Elemente Erde, Luft, Wasser, Feuer, und Raum zurückzuführen. Aus der Verbindung bilden sich drei Grundkonstitutionen, die sogenannten Doshas, die man als essenziellen Bioenergien versteht.

Die Elemente Luft und Raum bilden das Vata-Dosha und stehen für das Lebensprinzip Bewegung. Es steuert die Bewegungsabläufe im Körper, die Atmung und das Nervensystem. Das zweite Dosha trägt den Namen Pitta und wird durch das Element Feuer dominiert. Die Pitta-Energie ist für alle Reaktionen zuständig, also für die Verdauungs- und Stoffwechselvorgänge. Die Elemente Erde und Wasser beeinflussen das dritte Dosha, das sogenannte Kapha. Ihre Energie ist strukturierend, formgebend und verantwortlich für den Zell- und Skelettaufbau als auch für die charakteristischen Eigenschaften. Nur wenn die Doshas im Gleichgewicht sind, sind Körper und Seele gesund.

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Cannabis: Die Prohibition hat nie funktioniert, das medizinische Potenzial wurde kastriert

Hempplants (Cannabis) withTHC (Tetrahydrocanabinol) and legal CDB (Cannabidiol), used for medical treatment, in a private garden. © GMC/Gerd M. Müller

Die Hanfpflanze und ihr medizinisches Potential hab das gleiche Schicksal erlitten, wie die Ayurveda Medizin. Auch sie wurde 50 Jahren verboten. Daher machen wir noch eine spirituelle Cannabis-Reise von den Hochkulturen indigener Völker bis zu den heutigen Niederungen, Irrungen und Wirrungen beim Drogengenuss, vertiefen uns dabei auf die internationale und staatliche Repressionsmaschine im Umgang mit psychoaktiven Substanzen und fokussieren auf die hiesige Drogenpolitik, die vor allem die Pharmaindustrie schützt und stützt, aber wenig mit Prävention und Volksgesundheit zu tun hat. Denn derweil die weltweit salonfähige Droge Alkohol, weit mehr Gesundheitsschäden und Tote fordert, wird die Hanfpflanze und der THC-Konsum noch immer stigmatisiert und sind in Nordeuropa verboten. Spanien und Portugal sowie die Tschechoslowakei haben die Gesetze gelockert und den Konsum im beschränkten Rahmen in sogenannten Social Clubs zugelassen. Nebst den USA und Kanada, die schon lange die Legalisierung vollzogen haben, folgt nun auch Mexico und weitere Länder.

Berthel und andere SuchterxpertInnen sind überzeugt, in einer freiheitlichen Gesellschaft brauchen Erwachsene keine «Le-bensführungs-BesserwisserInnen», das gelte auch für psychoaktive Substanzen aller Art. Verbote bringen nichts, eine ge-regelte Abgabe verbunden mit Sucht-Prävention sei der bessere Weg, ist Berthel überzeugt, «eine drogenfreie Gesellschaft eine Illusion». Zudem sei es nicht haltbar, eine Droge mit geringem Suchtpotential und wenig schädlichen Indikationen wie Cannabis zu verbieten, derweil eine Substanz mit einem so hohen Suchtpotential wie Alkohol blauäugig konsumiert werde. In diesem Punkt sind sich Berthel und der Pharmakopsychologe Boris Quednow, der an der Psychiatrischen Universitäts-klinik in Zürich zu Substanzkonsum und dessen Folgen forscht einig. Auch er ist der Meinung, dass der Konsum so bald wie möglich entkriminalisiert werde, «sonst bestrafe man die Schwerstbetroffenen weiterhin».

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Hempplants (Cannabis) withTHC (Tetrahydrocanabinol) and legal CDB (Cannabidiol), used for medical treatment, in a private garden. © GMC/Gerd M. Müller

Auf bei Typ-2-Diabeteskommt Cannabis zum Zug. Bestimmte Moleküle der Cannabispflanze können dazu beitragen, die Krankheit zu verhindern und zu therapieren. Bei Typ-1-Diabetes geht es sich um eine genetische Störung, bei der der Körper kein Insulin produzieren kann. Typ-2-Diabetes oder Diabetes mellitus kommt viel häufiger vor und tritt auf, wenn die Bauchspeicheldrüse, nicht genügend Insulin produziert. Ein in Grossbritannien entwickeltes Cannabismedikament, das die Notwendigkeit von Insulininjektionen bei Diabetes ausschaltet. Es zielt auf die Verwendung der Cannabinoide CBD und THCV (Tetrahydrocannabivarin) ab, die den Blutzuckerspiegel senken und die Insulinproduktion verbessern. THCV ist ein wirkungsvolles Cannabinoid und hat sich schon als Appetitzügler erwiesen. Die Cannabinoide CBD und THC verstärken sich wiederum gegenseitig in ihren therapeutischen Eigenschaften. Cannabigerol (CBG) ist wie Cannabidiol (CBD) ein nicht-psychoaktives Cannabinoid aus der Cannabispflanze. Dabei ist der CBG-Gehalt in der Regel in Indica-Sorten höher als in Sativa-Sorten und wirkt entzündungshemmend, antibakteriell, schmerzlindernd sowie augeninnendrucksenkend.

Forscher der «University of Barcelona» haben bewiesen, dass CBG ein partieller Agonist des Cannabinoidrezeptors 2 (CB2) und als Regulator der Endocannabinoid-Signale wirkt. Italienische Forscher belegten, dass Entzündungen und oxidativer Stress bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson und Multipler Sklerose eine zentrale Rolle spielt und fanden heraus, dass Cannabis auch neuroprotektive Wirkungen gegen Entzündungen und oxidativen Stress ausübt und so die neuronaler Zellen schützt. Forscher der «Uni-versidad Complutense» Madrid in Spanien untersuchten die Auswirkungen von CBG und identifizieren Gene, die mit der Huntington-Krankheit in Zusammenhang stehen (z. B. das Gamma-Aminobutter-säure-A-Rezeptors (GABA). Die Untersuchung wurde unter der Aufsicht von WissenschaftlerInnen aus 18 Ländern vorge-nommen wurde.

Das „Journal of Investigative Dermatology“ publizierte eine Studie, in der Mäuse mit Melanomen mit THC und CBD behandelt wurden und ein internationales Team von Forschern hat herausgefunden, dass diese Stoffe durch Apo-ptose und Autophagie zum Tod der Krebszellen führen. Unter dem Begriff Autophagie versteht man einen Prozess bei dem die Zelle sich selbst demontiert, um geschädigte Teile loszuwerden. Die Apoptose ist der natürliche Selbstmord der Zelle. Sie bricht auseinander und dann räumt das Immunsystem den Rest auf.

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Machtmonopol-Missbrauch & Medien-Misstrauen

Im Schlusskapitel möchte ich Sie noch auf eine zeitgenössische und futuristische Reise mitnehmen und mit Ihnen die Errungenschaften und Gefahren der Digitalisierung, die Glaubwürdigkeit der Medien und die disruptive Spaltung der Gesellschaft durch selbst ernannte Gurus, (a)soziale Fake-News und Filterblasen hinterfragen und reflektieren.

Rupert Murdoch ist einer der übelsten Strippenzieher bei der Spaltung der Gesellschaft in Grossbritannien und in den USA, er war ein Irak-Kriegstreiber und ist ein bekennender Klimaskeptiker wie Donald Trump. So unterstützten er und seine Me-dien nach dem Niedergang der Konservativen in Grossbritannien den Kurs der Regierung von Toni Blair, der ein Referen-dum über den Euro Beitritt Grossbritaniens im Wahlkampf 1997 versprach. Unter anderem wird Murdoch vorgeworfen, dass Fox TV und die 175 Zeitungen der «News Corporation» im Vorfeld des Irak-Krieges eine euroskeptische Grundhaltung eingenommen hätten.

«The Sun» und die 2011 eingestellte «News of the world» waren für ihre EU-kritische und antideutsche Haltung bekannt. «Fox TV» wurde immer wieder wegen einseitiger Parteinahme zugunsten der Regierung Bush kritisiert. 2007 räumte Murdoch in einem Interview am «World Economic Forum» in Davos öffentlich ein, dass er aktiv versucht habe, die öffentliche Meinung zu Gunsten George W. Bush Nahost-Politik zu beeinflussen. Murdoch war öfters bei Blair, als der britische Aussenminister oder andere Regierungsmitglieder in der heissen Phase und Debatte zum Kriegseintritt Grossbritanniens in Allianz mit den USA. Murdoch hat Blair dazu gedrängt sich auf die Seite der USA zu schlagen. Erst desa-vouirten Murdochs Boulevardmedien unter der Thatcher-Regierung alle Minister der Labour Regierung mit Schmutz-kampagnen und brachten so die Torries an die Macht.

Unter Cameron kam es dann zur Aufdeckung im gigantischen Abhörskandal der «News of the world“. Der Journalist Nick Davis hat 2009 hat die Hintergründe des Abhörskandals im «The Guardian» publiziert. Demzufolge wurden systematisch Hunderte von Politikern und Prominenten jahrelang ausspioniert, überwacht, erpresst oder bestochen. Vier britische Premier-minister wurden schliesslich zum «Leveson-Untersuchungsausschuss» eingeladen. Dort erfuhr man auch, dass Murdoch auch Nigel Farage von der «UKIP» dazu ermunterte, den Brexit weiter zu forcieren und es so geschafft hat, die britische Gesellschaft stark zu spalten. Murdoch stelle eine echte Gefahr für liberale Demokratien dar – ohne ihn hätte es keinen «Brexit» gegeben, sind sich Politiker und Politologen einig. Der «Brexit» war der Höhepunkt Murdochs Macht in Grossbritan-nien und mit «FOX NEWS» hat er Trump gross gemacht und zum Präsidenten befördert – nicht die Russen. Yvanka Trump verwaltete offenbar die Vermögen von Murdochs Töchtern – so kam der Kontakt zustande. Erst war Murdoch von Trump nicht begeistert, aber er erkannte Trumps Potential für seine Zwecke. Das Treffen der Stammeshäuptlinge fand 2006 in Schottland auf dem Golfplatz statt. Dort entschied Rupert sich für Trump statt für Hillary Clinton. Der Rest ist Geschichte. Trump wäre ohne «Fox News» nie Präsident geworden, soviel steht fest. Murdoch ist direkt verantwortlich für die politische Verseuchung der Medien und damit die Verseuchung der Gesellschaft.

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Mensch oder Maschine – wer ist überlegen? Wer trifft die Entscheidungen?

Ein Beispiel von Big Data im militärischen Einsatz mit tödlichen Irrtümern und Konsequenze: Ende August 1988, als der neun jährige Krieg zwischen dem Iran und dem Irak zu Ende geht, wurden zivile Öltanker am Persischen Golf angegriffen. Nach der Bitte Kuweits an die USA um Geleitschutz, begannen die amerikanischen Truppen Tankereskorten einzusetzen. Vor Ort war auch der US Kreuzer «USS Vincennes», der über ein vollständiges Luftabwehrsystem aus damals modernsten Radars, umfangreicher Luftabwehrbewaffnung und Luftaufklärungszentrale verfügte. Im «Combat Information Center» (CIC) laufen alle Fäden zusammen. Das High Tech Radar System «Aegis» hat die Aufgabe, komplexe Luftkämpfe mit bis zu 200 Flugzeugen in Echtzeit auszuwerten und eine grosse Anzahl Bedrohungen einzusortieren, sei es durch Boden-Raketen oder zur Erkennung feindlicher Flugzeuge, deren Bewaffnung, Kurs und weitere Details.

Gerade als die «USS Vincennes» von einem feindlichen Boot am 3. Juli 1988 angegriffen wurde, tauchte auch ein Flugobjekt am Himmel auf, das vom Iran ausgestartet war. Zur Identifikation der Flugzeuge werden Handbücher mit zivilen Flugplänen und die «IFF Codes» konsultiert. «IFF» steht für «Identification, Friend or Foe». Was sich dann abspielte ist eine Abfolge von Chaos, Software-Proble-men und Desinformation, die zu einem der tragischsten Flugverkehrsunglücke führte, bei dem 298 Menschen starben. Um 10.17 hatte Kapitän Mohsen Rezaian den kurzen Routine-Flug von Bandar Abbas nach Dubai gestartet mit 290 Mekka-Pilgern an Bord. Die nur 120 Meilen Flugstrecke erforderten einen kurzen Anstieg des Airbus 320.

Zum Verhängnis wurde dem Flug der Iran Air 655 wohl, dass am Tag zuvor aufgrund der militärischen Luftaufklärung auch Militärmaschinen auf dem Flughafen Bandar Abbas gelandet waren. Als der weisse Punkt auf dem Radar der «US Vincennes» auftaucht und die Verkehrsmaschine nicht auf die Warnungen des US-Marine-Officers hörte und das «Aegis»-System das Flugzeug irrtüm-licherweise als ein «IFF Model II», also einen Kampfjet einstufte, eskalierte die Situation. Da auch ein Feuerleitstrahl die iranische Maschine nicht zum Abdrehen bewog, kam es zum Abschuss und über 290 Menschen verloren ihr Leben. Was war die Ursache für die katastrophale Fehleinschätzung, die Kapitän Rodgers zum Feuerbefehl veranlassten?

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Ein weiteres Beispiel aus den Tragödien der Luftfahrtsgeschichte und dem Konflikt zwischen Mensch und Maschine bei der Kollision zweier Flugzeuge bei Überlingen am Bodensee am 1. Juli 2002, bei der die Boing auf ihrem Weg nach Brüssel mit der russischen Tupolew der Bashkirian Airlines 2937 auf dem Weg nach Barcelona in der Bodenseeregion zusammensties-sen. Dieses Luftverkehrsunglück wurde aber mitunter von einem Schweizer Lotsen verursacht, der dafür mit seinem Leben zahlt, da der Vater einer getöteten Tochter Rache nahm und den Fluglotsen ermordete. Zurück zum Unfallhergang: Als der Sicherheitsabstand der beiden Flugzeuge gefährlich gering wurde, verarbeiteten beide Flugobjekte mit dem Traffic Alert and Collison Avoidance System «TCAS», die Daten des Kontaktes, wie Kurs und Geschwindigkeit und warnten ihre Besat-zungen. Während das System des russischen Piloten, Alexander Gross, anweist, zu steigen, erhält der britische Pilot Paul Philipps die Anweisung zu sinken, was er auch sofort befolgt. Erst jetzt schaltet sich der Fluglotse von «Skyguide» in Zürich zu und es kommt zu einem Mensch-Maschine Entscheidungskonflikt und folgenschweren Eingreifen eines Menschen.

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Verkehrte Welt: Whistleblower werden bestraft und gefoltert, die Massenmörder laufen frei rum

Zum Schluss noch ein Abstecher in die politischen Abgründe und die Rolle und das Schicksal von Whistleblowern. Vor 20 Jahren fanden die Terrorattacken vom 11. September auf die Twin Towers des «World Trade Centers» in New York statt. Diese veränderten die Welt grundlegend und der «War on Terror» löste den “Kalten Krieg” mit der Sowjetunion ab, wobei die NATO Bündnispartner sich sofort mit bedingungsloser Solidarität den USA anschlossen und zum ersten Mal in der Nato-Geschichte den Bündnisfall ausrief. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion stand der US-Sicherheitsapparat ohne nennenswerten Feind da.

Der «War on Terror» hat der Kriegsmaschinerie wieder kräftig Auftrieb verliehen und grosse Militär-Budgets beschert, die Rüstungskonzerne haben noch mehr davon profitiert. Der Krieg im Irak und in Afghanistan waren die Folgen und Europa hat munter mitgemacht – auch im Wissen um die Foltergefängnisse der USA in Afghanistan, im Irak, im Ostblock und auf Guantanamo. Bei den US-Entführungs- und Folterflügen hat auch die Schweiz mitgeholfen und humanitär gesehen eine katastrophale kollaborative Rolle gespielt. Deutschland steht nicht besser da und die Briten machen sowieso was die Amis wollen. Auch wir Schweizer sind Schosshündchen der Vereinigten Staaten und kuschen auf allen Ebenen. Zudem sind wir auch die europäische, um nicht zusagen globale Geheimdienst-Operations-Drehscheibe mit all den inter-nationalen Organisationen und den vielen Oligarchen, Steuerhinterziehern und Mafiosis die hier leben und arbeiten. Sie alle lieben die Schweiz, nicht nur der schönen Berge wegen.

Da es international keine völkerrechtlich anerkannte Definition von Terrorismus gibt, haben die Staaten den Begriff immer weiter ausgedehnt, den Sicherheitsapparat zu einem Präventivüberwachungsstaat hochgefahren und aufgebläht und mittlerweile ist jeder und jede eine verdächtige Person. Unter Terrorismus fallen heute Delikte, die nichts mit politischer, um-stürzlerischer Gewalt zu tun haben. So auch im neuen «Schweizer Polizeimassnahmengesetz» (PMT), das einem schon sehr zu denken gibt, weil in dem Gesetz schon die Verbreitung von Furcht und Schrecken als «Terror» gilt. Im Strafrecht hat suk-kzessive eine Verschiebung in den präventiven und damit in den privaten Bereich stattgefunden.

Die vorsorgliche Überwachung hat dramatisch und unverhältnismässig zugenommen. Nach 2015 beschloss auch die Schweiz eine Anti-Terror-Strategie und verschärfte das Nachrichtendienstgesetz, wobei nun zwangsrechtliche Massnahmen aufgrund von Vermu-tungen, vagen Indizien und genauso undurchsichtigen Algorithmen bei der Rasterfahndung zulässig sind. Da frage ich mich doch glatt, wo sind da all die Freiheits-Trychler, die innerschweizer Urgesteine, SVP-Corona-Leugner und Verschwörungs-theoretiker geblieben sind, als unsere Grundrechte seit zwei Jahrzehnten laufend beschnitten wurden und die Bevölkerung alle Verschärfungen und Einschränkungen abgenickt hat. Ein Trauerspiel und eine Heuchelei sondergleichen.

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Dank mutigen Whistleblower, wie Wikileaks-Gründer Julian Assange, oder Edward Snoden oder Investigativ-JournalistIn-nen und Recherche-Netzwerken wie «Bellingcam» oder «correctiv» kommen so einige Schweinereien von Despoten, korrupten Politikern, Militäroperationen, Überwachungsmassnahmen und Wirtschaftsdelikte ans Tageslicht. Zum Glück sollte man meinen. Doch weit gefehlt. „Julian Assange hat Beweise für schwerste staatlich sanktionierte Verbrechen erbracht, wie Folter und Massenmord“, sagt kein Geringerer als der UN-Sonderberichterstatter Nils Melzer in seinem Buch «Der Fall Julian Assange – Geschichte einer Verfolgung». Offenbar hat Melzers in der equadorianischen Botschaft im April 2019 angekündigter Besuch zur Untersuchung angeblicher Menschenrechtsverletzungen dazu geführt, dass die drei involvierten Staaten in einer dreitägigen koordinierten Blitzaktion es ermöglicht haben, dass Assange an die britische Polizei aus-geliefert wurde und seither wieder in Haft sitzt. Erst habe ihm die equadorianische Botschaft den Asylstatus und die Staats-bürgerschaft ohne rechtsstaatliches Verfahren entzogen, gleichzeitig hat die britische Regierung von den US-Behörden ein Auslieferungsgesuch erhalten und daraufhin wurde Assange der britischen Polizei übergeben. Davor hielt er sich sieben Jahre lang im Asyl in der ecuadorianischen Botschaft auf, um der Auslieferung an die USA via Schweden zu entgehen.

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„Dass derjenige, der Massenmörder und Folterverbrechen gegen die Menschlichkeit aufgedeckt habe, nun selbst als Verbrecher für 175 Jahre ins Gefängnis soll, derweil kein einziges Verbrechen gesühnt oder die Verantwortlichen bestraft seien worden“, sei übel für Europa, fährt Melzer fort. „Ich hielt es zuerst nicht für möglich, dass Schweden oder Grossbritannien die Menschenrechte derart missachten. Aber wenn es ums Eingemachte geht, funktioniert der Rechtsstaat auch bei uns in Europa nicht mehr. Assange ist sozusagen „die Leiche im Keller des selbstgerechten Westens.“ Das habe ihn (Melzer) schon erschüttert, obschon er ja als IKRK-Delegierter einiges erlebt und gesehen habe. Auch das Verfahren in Schweden wegen angeblicher Verge-waltigung an und anderer Sexualdelikte sei eingestellt worden, nachdem Meltzer der Schwedischen Regierung einen Brief geschrieben und sie auf rund 50 zum Teil schwerste Verfahrensverletzungen hingewiesen hatte. Auf die Frage, ob dies auch in der Schweiz passieren könne, lautet die Antwort des UN-Sonderberichterstatters: „Durchaus.“ Er müsse auch hierzulande regelmässig auf massive Behörden-Kollusion zugehen.

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Schmetterlingseffekt: Hedge Fonds sind die Treiber von Kriegen und Klimawandel

Seien wir uns bewusst, die Finanzmärkte stehen im Zentrum der neoliberalen Wirtschaft, sie bestimmen weltweit die Preise für Rohstoffe und Lebensmittel und sie diktieren das Geschehen rund um den Globus. Hedge-Fonds sind der Fluch des Nahrungs-, Wasser- und Rohstoff-Kapitalismus in Reinkultur. Schauen wir uns dies einmal näher an: 2008 stiegen die Preise für Lebensmittel und Rohstoffe stark an, obschon sich die Welt nach der Finanzkrise in einer Rezession befand. Das zeigt, dass die Preise aufgrund von Spekulationen und nicht aufgrund einer erhöhten Nachfrage gestiegen sind. Was in den 80er Jahren mit Thatchers und Reagans Neoliberalismus begann und als Flügelschlag eines Schmetterlings an der Wallstreet 2010 bekannt wurde, führte fortan zu Aufständen, Kriegen und weltweiten Flüchtlingskrisen. Den Flügelschlag lösten der damalige Präsident Bill Clinton und der Nationalbankpräsident Alan Greenspan mit dem «Commodity Modernisation Act» aus, d.h. mit der Liberalisierung der seit den 30er Jahren strikt regulierten Märkten und einer begrenzten Anzahl von Spekulanten. Doch von da an, konnte jeder unbegrenzt mit Rohstoffen und Lebensmitteln spekulieren, worauf die Finanzmärkte Blut leckten und die Wallstreet und Hedge-Fonds das Geschehen fortan auf übelste Art und Weise diktierten.

Diese Spekulationen und die Entwicklung in den Ölstaaten hatten zudem noch weitreichendere Folgen. Durch den enormen Kursanstieg der Petrodollars kamen Russland und Saudi Arabien aber auch Venezuela zu immensem Reichtum und vergrösserten ihre Militärbudgets und Polizeikräfte entweder zur Unterdrückung von Revolten im eigenen Land oder für weitere Offensiven, wie Russland in Syrien, in der Ukraine und zuletzt auf der Krim. Im Falle von Saudi Arabien kam es zu kriegerischen Zuspitzung in Jemen und in vielen weiteren Regionen im Konflikt zwischen Schiiten und Sunniten, derweil der Iran, den Nahen Osten auf seine Weise infiltrierte und mit seinen kruden Ideologien, Waffen und Kämpfern vollpumpte. Der Anstieg des Ölpreises war auch der Anfang des Verderbens für Venezuela, das letzlich am Ressourcen-Fluch zu Grunde ging. Die Spekulanten waren auch hier letztlich Auslöser und verantwortlich für die Flüchtlingsströme von Lateinamerika in die USA und von Afrika und dem Orient nach Europa.

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Gut 500 Firmen mit weit über 10‘000 Angestellten arbeiten in der Schweiz in der Rohstoffbranche, die mit March Rich ihren ersten berüchtigten Protagonisten hatte, der es zu zweifelhafter Berühmtheit brachte, als er zum erstenmal in den 70er Jahren in die Schlagzeilen geriet. Der in Belgien geborene US Bürger sorgte dafür, dass der Rohstoffhandel in der Schweiz bedeu-tend wurde. Seine skrupellosen Öldeals mit Südafrika und dem Iran unter Umgehung internationaler Sanktionen während der Apardheit verhalfen dem „Vater des Schweizer Erfolgsmodels“ zu immensem Reichtum und brachte ihn auf die Liste der meistgesuchten Verbrecher in den USA, bis Bill Clinton ihn 2001 begnadigte. Wir erinnern uns, dass Clinton und Greenspan auch die Liberaliserung der Nahrungsmittel-Märkte vorantrieben und damit die Hedge-Fond Plage auslösten. In die Schweiz gehörten Christoph Blocher und Martin Ebner zu den skrupellosesten Liberalisierer in den 90er Jahren. Von den «Bloomberg» Journalisten Javier Blas und Jack Farchy wissen wir, dass Ebner zu den Rettern von Marc Richs Imperium gehörte und auch der «Glencore»-Chef Ivan Glasberg seine Sporen in Johannesburg in Südafrika abverdiente.

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3. In the South African underground fighting against apartheid

FOREWORD

The author, Gerd Michael Müller, born in Zürich in 1962, traveled as a photo-journalist to more than 50 nations and lived in seven countries, including in the underground in South Africa during apartheid. In the 80 years he was a political activist at the youth riots in Zürich. Then he was involved in pioneering Wildlife & eco projects in Southern Africa and humanitarian projects elsewhere in the world. As early as 1993, Müller reported on the global climate change and in 1999 he founded the «Tourism & Environment Forum Switzerland». Through his humanitarian missions he got to know Nelson Mandela, the Dalai Lama and other figures of light. His book is an exciting mixture of political thriller, crazy social stories and travel reports – the highlights of his adventurous, wild nomadic life for reportage photography .

(please note that translation corrections are still in progress and images will follow soon)

Zürich-City: Nelson Mandela’s speach as president and nobel prize winner at the Dolder Hotel in front of the swiss economy elite

Politically sensitized by the youth unrest of the early 1980s, as an opponent of nuclear power plants, a pacifist, and a conscientious objector on the political left, as well as focused on South Africa from a humanitarian point of view through my professional activities during my apprenticeship at the „Oerlikon Bührle“ Waffenschmiede, I decided to fly to Johannesburg at the end of 1986 with the aim of getting to know the tense situation and the inhumane conditions on the spot. I had made contacts with ANC exiles in London and had also made contacts with the „Anti Apartheid Movement“ (AAB) in Switzerland. And since one of the tour guide colleagues in London had a brother living in South Africa and we were planning an expedition to the Okavango Delta in neighboring Botswana in 1987, I had an ambitious and adventurous program ahead of me.

First, my former supervisor in London and I lived for a few weeks in the posh white man’s quarters in Hillbrow. The first thing to get used to was the black housekeeper who was included in the rent! Then, of course, there were the restrictions on the black population in all areas of public life, that inhuman racial segregation and discrimination, with the corresponding pass laws for the respective ethnicities. There was also an Indian community in Durban and the Malay mixed race in Cape Town, which was quite complicated, especially the resettlement plans, which were also put into action. Thus, according to the Ministry of Home Affairs and the NGO „Black Sash“, over half a million black people were forcibly resettled in the homelands and dispossessed. This gave the white farmers access to their large farms in high-yield regions.

I carefully familiarized myself with the local conditions, visited the „Khotso House“ in Johannesburg where some resistance organizations like the „Black Sash“ but also the „UDF“ union had their offices. The house was spied on around the clock and often searched by the police. Many committed „ANC“ activists were arrested, tortured or imprisoned without charge. One of the most prominent victims of the apartheid regime, along with Nelson Mandela, was Stephen Biko. Biko participated in the founding of the grassroots Black Community Programs (BCP) movement in 1972, which was banned by the government. He was also involved in the establishment of the „Zimele Trust Fund,“ a fund for victims of the apartheid regime. In August 1977, he was arrested by the security police for violating conditions. They interrogated and tortured Biko and dragged him unconscious 1000 kilometers to Pretoria, where he died on September 13, 1977. Biko’s violent killing led to an international outcry. Biko became a symbol of the resistance movement against the apartheid regime.

I arrived in South Africa just at the time when the „New Nation“, one of the last liberal, critical papers of the Catholic Bishops‘ Conference under Desmond Tutu was banned and closed down and conducted a last interview with the just dismissed editor-in-chief Gabu Tugwana, which appeared at that time in the „WOZ“ (weekly newspaper) and was thus the first foreign journalist to see and photograph the decree of the hated Minister of the Interior. The apartheid regime censored or banned many newspapers until all possible critical voices were silenced. Spending on internal security, that is, on maintaining the racist apartheid system, gobbled up more than 20 percent of the gross domestic product.

Then I dared to take the suburban train from Down town Johannesburg to Soweto, that is, to the black townships, at that time an extremely dangerous thing to do. Once you arrived in Soweto, you were quite alone and conspicuous as a white person at that time. Fortunately I had long hair and looked neither like a Boer nor like an Englishman, which probably kept many from killing me in the townships. Then the curiosity rather grew in them, what I had to look for here and so I could calm them down thanks to my „ANC“ contacts made in London and Zurich, so that they trusted me and introduced me to the Town Ships.

For a few weeks I lived with a family of eight in a small wooden shack surrounded by tens of thousands of other wooden shacks without light, electricity or water. The goal was to experience the living conditions of the blacks and their everyday life within the framework of the racist laws first hand and to explore them with my own eyes. Soon it was possible for me to move freely and safely with my black friends in Soweto. And so I myself was scared as hell when I suddenly stood in front of an armored vehicle of the „SADF“ (South African Defence Force) again and firearms were pointed at me.

Mandela’s release and his visit to Switzerland

From this first trip I developed a deep connection with the country that I visited more than 20 times and met Nelson Mandela twice. The first time shortly after his release here in Soweto, the second time, as President of South Africa and newly elected Nobel laureate in Zurich’s „Dolder Hotel“ in front of the „class politique“ and economic elite (National Bank President and bank representatives), when Mandela spoke about his vision of a new South Africa as a „rainbow nation“.

I was also invited to this historic meeting and took a few pictures of Mandela. However, I was not prepared for the fact that he would be blinded by flash light as a result of his lost eyesight due to his long imprisonment, and I had the wrong film speed in the box without flash light. I could have slapped myself for not having another roll of film with me. When Mandela mingled with the crowd at the aperitif after his speech, I stayed discreetly in the background. But obviously Mandela had a good memory and very attentive eyes, maybe he even remembered where and when in Soweto I stood in the crowd of blacks as the only white person shortly after his release.

In any case, this prompted him to approach me and ask if we had ever met. I was taken aback. When I replied, „yes in Soweto,“ he amazingly extended both hands to me. That was very touching! The feeling that I had made a difference and that I had received a prominent thank you and unbelievable appreciation. Thereupon everyone in the room stared at me and wondered who the long-haired freak was here. Fortunately, this remained a secret between me, Mandela and the South African ambassador in Bern, Dr. Konji Sebati, with whom I was once a guest at the embassy in Bern for a high-ranking event.

Through this contact, I came to work as a travel journalist and PR consultant at that time, and received a PR mandate for the South African tourist office „SATOUR“. In addition, I received the PR mandate of the South African airline („SAA“) for years. I owed this to the diplomatic balancing act between the underground contacts (of which only a few knew) and the contacts to the white elite, which also took place very discreetly. And also to the sad fact that the Swiss played a central role in South Africa in the gold trade, in the „AKW’s“, in the military support of the apartheid regime with fighter jets and pilot training, and ultimately in both the debt restructuring and the transformation process, and thus also took over the gold trade. To this day, Switzerland has remained the gold trading superpower, handling nearly 80 percent of the precious metals trade.

At this point, let’s look back just under two decades, to August 5, 1962, when Mandela, together with Cecil Williams, was arrested during a car ride near Howick in Natal on the charge that he was leading the banned „ANC“ underground. The arrest came after he had spent nearly a year and a half at liberty and working in the political underground, interspersed with public appearances for the „ANC“ abroad. The start of the trial was set for October 15, 1962. As a result, Mandela was sentenced on November 7, 1962, to five years in prison for inciting public disorder (three years in prison) and traveling abroad without a passport (two years). He undertook his own defense at this trial.

After the verdict was announced, he was taken to Robben Island prison at the end of May 1963, but was soon brought back to Pretoria after the rest of the „ANC“ leadership was arrested on July 11. From October 7, 1963, Mandela stood trial in Pretoria in the „Rivonia“ trial with ten co-defendants for „sabotage and planning armed struggle.“ On April 20, 1964, the last day of the trial before the verdict was handed down, Mandela gave a detailed explanation in his four-hour prepared speech of the need for armed struggle because the government had not responded to appeals or to the nonviolent resistance of the nonwhite population in its quest for equal treatment and had instead enacted increasingly repressive laws.

On February 11, 1990, Mandela was released from prison after 26 years. President Frederik de Klerk had arranged this and days earlier had lifted the ban on the African National Congress (ANC). Mandela and de Klerk received the Nobel Peace Prize in 1993 for their services. On the day of his release, Mandela gave a speech from the balcony of the City Hall in Cape Town, and days later he made another appeal to the 120,000 or so listeners at the soccer stadium in Johannesburg. There he presented his policy of reconciliation („Reconciliation“).

South Africa 94: ICRC interventions in the „ANC-IFP“ civil war

After the apartheid regime collapsed due to the UN boycott and South African resistance, a bitter power struggle between the „ANC“ (African National Congress) and Buthelezi`s „IFP“ (Inkhata Freedom Party) ensued. The civil war claimed X-thousand victims and turned tens of thousands into refugees. Another tragedy, because previously the white regime had forcibly relocated hundreds of thousands of black people like cattle in the course of racial segregation.

Now there was again a wave of displaced people in the country and trench warfare among blacks. It was a declared strategy of the outgoing or endangered rulers to sow discord among the blacks by all means, and so the Botha regime put up Buthelzi as a counter-candidate to Mandela. All means of destabilization were used and the seeds were sown. The civil war was terrible.

In post-apartheid South Africa, people were concerned with one thing above all: the ever-growing violent crime rate. Whereas in the past the police had primarily targeted political opponents, the security forces and politicians were now fighting an almost hopeless battle against brutality and criminality. The „taxi/minibus war“ in Durban claimed numerous innocent lives for years. In Cape Town, a gang war raged among 80,000 youths, and Johannesburg was also the scene of numerous crimes.

As a tourist or business traveler, one felt the „atmosphere of fear“ intensely. The police forces operated like paramilitary organizations and had a bad reputation in the respective cities. Unemployment was almost 40 percent, causing widespread poverty and crime to skyrocket, aided by the impotence and corruption of the self-absorbed judicial and police apparatus, which was paralyzed in the wake of radical reconstruction. More than 60 people were killed every day in South Africa, for a total of about 20,000 annually. South Africa’s prisons were bursting at the seams. Criminal investigations remained unresolved for years. Even young people under the age of 14 were often imprisoned for long periods.

At the end of 1993, I accompanied a friend of mine, Daniel S., who was stationed in Johannesburg as an ICRC/Red Cross South Africa delegate, on his trip to the refugee camps to assess the situation there, to help the victims and to support the peace efforts to stabilize the country with a view to a democratic constitution and government for the „Rainbow Nation“. We went to the then hotspots „Margate“ and „Ladysmith„, „Ezakhweni“ and „Emphangeni„, „Mfung“ and „Obizo“ as well as „Empendle“ logged the burned houses and the dead, talked to bereaved families and tried to mediate between the conflicting parties.

A difficult, if not almost hopeless task. In 1994, another interesting meeting took place, with Miss South Africa Basetsana Kumalo and at her side Kwezi Hani, the young daughter of Chris Hani, who had just been murdered. Chris Hani was Secretary General of the South African Communist Party (SACP), a senior member of the „ANC“ as well as Chief of Staff of its be-armed arm „Umkhonto we Sizwe“ (MK).

As the end of apartheid loomed in the early 1990s, he was one of the most popular leadership figures in the „ANC“ after Nelson Mandela. Hani was assassinated in April 1993 by the Polish immigrant Janusz Waluś. Behind it was a plot whose mastermind was former Member of Parliament Clive Derby-Lewis of the Konserwatiewe Party. The goal was to destroy the negotiation process that was supposed to lead to the end of apartheid. A diabolical plan that worked.

The meeting with Basetsane took place in a casino and was obviously being watched. It was, after all, a red-hot time and the spying on political actors and their families and surroundings was a well-known fact. And so I also became a target of observation. First a black man and later two white gentlemen tried to question me discreetly but emphatically. And another illustrious person tried to contact me even in Gabarone, in Botswana, and to involve me in South Africa’s internal power struggles. I rejected all overtures and thus escaped unscathed from the turmoil of the political power struggles.

In February 1996, the Truth and Reconciliation Commission (TRC) set up by Mandela and headed by Nobel Peace Prize winner Desmond Tutu. began to come to terms with the crimes committed during the apartheid era. This was used primarily to settle accounts with and dismantle Winnie Mandela, who had suffered much more and had to fight harder than her husband in those years after Madiba’s release. It was the ANC leadership at the time that decided Winnie had to distance herself from Nelson Mandela.

Winnie’s star was always below Nelson’s, but she was the real power woman who was Mandela’s eyes and ears during his imprisonment, and it was she who mobilized the masses. For some groups, the social improvements achieved during Mandela’s time in office, including those related to the AIDS crisis, did not go far enough. Critics also complained that the apartheid regime’s crimes were not sufficiently punished. Children under six and pregnant and nursing mothers received free health care for the first time; in 1996, health care became free for all South Africans. Steps toward land reform were taken with the Land Restitution Act (1994) and Land Reform Act 3 (1996).

During his term, numerous apartheid-era laws were revoked. The army and police were reorganized. As part of my humanitarian work in South Africa, thanks to the Zulu healer Credo Vusama Mutwa, I was also able to visit Pollsmoor Prison in Cape Town (where Nelson Mandela spent the last years of his imprisonment) in 1997 with a Canadian team of UN health inspectors. The prison, designed for 3,000 inmates, held about 7,000 prisoners. Nearly 30% of the inmates were HIV-positive at the time and many prisoners were held for years without charge, quite a few died. The conditions we encountered were shocking. A spoonful of food in the prison kitchen was enough to give me staphylococci and streptococci. It was also pedagogically disconcerting that the only toy in the children’s playroom was a plastic firearm. In this way, a new generation of poverty-driven criminals is bred from childhood on.

I met the Zulu Sangoma, Bantu writer & historian Credo Vusama Mutwa in the „Shamwari Game Reserve“ together with Dr. Jan Player, the rhino rescuer and „Wilderness Leadership School“ founder. All night long this educated man told me the spiritual secrets and ethnic connections as well as cultural characteristics and peculiarities of the Bantu people from North to South Africa. He was also the first to recognize climate change and to explain to me what it means for the peoples and regions when one or another beetle, various insects, the turtles or other species of wild animals and marine mammals become extinct and this leads to droughts and plagues. In prophetic foresight, Credo recognized the conflicts that would arise from this, as well as it always comes to conflicts with dams, because that changes the livelihood of many people in several countries. He also predicted the plagues we have experienced in the last 20 years.

And that was a good 10 years before the first IPPC climate report. Only I was traveling with my daughter and her mother and had appointments and meetings regarding wildlife and eco-projects and could not stay here to help Credo with the „Kaya Lendaba“. I was torn. The Zulu healer wanted to heal the wounds of the Rainbow Nation and build a multicultural village at the Shamwari Game Reserve where all South African ethnic groups would be represented. It was to serve as a beacon for the reunification of South Africa and help end the conflicts.

I would have gladly trained to become a „sangoma,“ or healer, because Credo believed I had the qualifications and the spiritual worldview. This filled me with pride and would probably have been a groundbreaking switch in my life. For originally I wanted to work as a game ranger in one of these emerging wildlife reserves. I couldn’t imagine anything more rewarding than working as a wildlife manager in an intact environment that was protected or worth protecting. So I kept traveling to Botswana, South Africa and Namibia to fulfill a little bit of this dream and it was always a great feeling to be out in the bush and wilderness.

Now let’s move on to the current situation at the Cape of Good Hope, which has by no means become rosier. After the outrages of the apartheid regime came a new black elite, who enriched themselves just as shamelessly as their white predecessors. Two examples:

2011: Gadaffi’s billions in Zuma’s and Ramapho’s hands in hiding

Aziz Pahad was appointed by Mandela as deputy foreign minister in 1994 and worked for the government from 1999 – 2008. Before that, he collected donations for Mandela’s election campaign and also received about 15 million from Gadaffi. The Libyan dictator also supported Tabo Mbeki. But Mbeki did not want to comply with Gadaffi’s wish to become „King of Africa“ and refused to support him, which led to Gadaffi buying Jacob Zuma as his next choice and helping him to become South African president. Through the decades of relations with the „ANC“ Gadaffi planned to have in the worst case a retreat and base abroad from where he could start the counterrevolution and for this he had a part of his unimaginable fortune of about 150 billion dollars (Forbes) flown to Johannesburg on 26 December 2010.

The plane landed directly on the military base Waterkloof, which was deserted on the 2nd day of Christmas. Reportedly, there were a total of 179 such flights from Tripoli, all of which were carried out by military pilots. Flight data was also erased, after each operation. Allegedly, the value of the cargo, which was in ICRC crescent labeled containers with Libyan dialect from Syrte was about 12.5 billion. US dollars. Besides mountains of cash also tons of gold and diamonds. Serbian George Darmanovitch, a Secret Service agent known as Zuma’s henchman, photographed the shipment upon arrival in Johannesburg and confirmed to investigators that the money was picked up by trucks from the „ANC.“ He was apparently a little too vocal about the contents and size of the cargo. In any case, a short time later Darmanovitch was shot dead in the street in Belgrade, where he was meeting his family, and his two killers were also subsequently found only as corpses. So this had been a bit too big for Darmanovitch and his killers.

From then on, Gaddafi’s billions disappeared somewhere in South Africa and few know where they are. In 2012, the first rumors surfaced that considerable assets of the dead dictator were in South Africa. As a result, the transitional Libyan government contacted Eric Goaied, a Tunisian who was a close friend of Gaddafi. He was to search South Africa for the missing assets. Among other things, because the new government needed to build an army and procure over 200 combat helicopters and G5s and other war material for a good five billion, but had no money. When the Libyan government, namely Taha Buishi, confirmed the high finder’s fee (of 10 percent, i.e. $1.25 billion) for the repatriation of the Gaddafi assets, this attracted a few treasure seekers who did not want to miss out on this deal.

Goaied, a Tunisian, contacted his friend Johan Erasmus in South Africa, a former agent of the apartheid regime and a flamboyant arms dealer with good contacts to arms companies like „Denel“ in South Africa but also in Libya. Darmanowitch was also involved in the weapons of war deal. And it was he, after all, who revealed to the Libyans that some of their national wealth was here. He also sent Fannie Fondse, then the head of a special unit of the „ANC Secret Service“ and a special mercenary force that operated in Libya in violation of international law to protect Gaddaffi. During the uprising, the mercenaries had to flee headlong. He also knew Darmanovitch and received the photos with the containers from him.

When Taha Buishi, the Libyan envoy contacted the former head of security of the „ANC“ Tito Maleka and accused the ANC of having appropriated the Gadaffi assets, the latter went with his friend Dr. Jackie Mphaphudi, who knew Winni Mandela well and treated Mandela’s daughter Zondwana Gadaffi Mandela to Jacob Zuma to ask about the missing billions. The latter replied that although he was the President of South Africa, „this is the business of the Minister of Finance, Matthew Phosa.“ Then there was another meeting of high-ranking „ANC“ members on the subject of Libya funds, which Jackie Mphaphudi recorded. Finally, Jackie also organized a meeting between Taha Buishi, the Libyan government representative, and South African President Jacob Zuma at the latter’s estate in Khandla regarding the $12.5 billion that Gadaffi shipped to South Africa in 2010.

So Zuma, Esposa, and some other ANC leaders knew about the money, but they told the Libyan envoys that there had to be a formal request from the Libyan government as to the value of the money. And this request would have to be legitimized by a stable government and signed by the acting Libyan Prime Minister, the Minister of Finance and the Governor of the National Bank as well as by the head of the repatriation authorities. With the Libyan mandate and the belief that they are serving the South African government, Tito Maleka’s team not only wants to clean the dirt off the ANC and put a stop to the looting of the state, but to return the money to the Libyan people.

Mohammed Dschibril, Prime Minister Transitional Government of Libya 2011, met with Zuma and wanted to make it clear to him to get Gaddafi to step down. That didn’t work. But in the spring Zuma flew to Libya, then Zuma calls Jibril for meetings with Zuma and Phosa, but then everything got out of control: apparently Gaddafi gave Zuma money to stay in power and Zuma could help him Gaddafi escape Libya. Matthey Phosa, as treasurer, led the operation to get Gadaffi and his assets out of the country. Both teams come to the same conclusion that Phosa was the key figure. He wanted part of the commission. Fannie has the receipt for „the commission payment.“

So Phosa made his claim to some of the money. He also made that clear to Tito’s team, who had meanwhile booted out Taha Buishi in Libya. As if this were not exciting enough, the treasure hunt thriller has been enriched by a dubious chapter. For Gaddafi’s finance minister, Bashir Al Sharkawi, alias Bashir Saleh, a man now wanted by Interpol for years, is still on the loose in Johannesburg, while Gaddafi’s son Said, who has gone into hiding, is preparing to run for president in unknown exile. After ex Gaddafi’s Johannesburg banker was injured in an assassination attempt and his laptop stolen, he fled the country. In 2018, Zuma was forced to resign due to „state corruption on a grand scale“ and Libya sank into civil war. Now for the next chapter of corruption and kleptocracy in South Africa.

Gupta Leaks: South Africa as prey to Indian klepocrats“.

Human rights lawyer Brian Currin was leaked information in 2017 that came from a Gupta clan laptop. This led him to the trail of a huge corruption scandal that reached the features of state capture by private entrepreneurs. The country at the Cape of Good Hope was systematically plundered. The Guptas made billions in deals in the energy and transportation sectors, laundered the money in Dubai, the Arab Emirates and Hong Kong, and when it got to them, they absconded to Dubai with all the stolen money. The two investigative journalists Susan Comrie and Thanduxolo Jika (Sunday Times/Mail & Guardian) also researched how the South African state looting came about. The Guptas first attracted attention when they flew in some 200 wedding guests by charter plane to military airfields, escorted by police vehicles and security.

The Guptas diverted the costs of about two million dollars for the wedding from the dairy industry through „Estina“ and plundered the contributions for the black farmers for it. The money was laundered with the help of „KPMG“ in Dubai and then used to pay the cost of the wedding in millions. Also „McKinsey“ and „SAP“ profited considerably from the shadow elites and corrupt ministers in the service of the Guptas. Pravin Gordhan, South Africa’s Minister of Finance (2009 to 2014) says that South Africa had a gigantic blackout just weeks after Zuma’s enthronement and that it was no accident. Barbara Hogan, then minister of state-owned enterprises was fired by Zuma. She also comes down hard on him, saying, „Zuma promised gigantic investments in the country’s infrastructure, but we didn’t have the money. „He just didn’t get that,“ Hogan says, and went on to say, „He’s not about the country, he’s not about the problems of South Africa, he’s only about his chosen few.“

The mischief started with Malusi Gigaba when he came into government and successively filled all the important posts in state-owned enterprises with Gupta confidants. Where is most of the public money spent and how do we get it? That was the business model of the three Indian brothers who came to South Africa with their mouse-poor father in 1993. First came „Transnet.“ „Transnet“ manages all airports, train stations and transport companies. Malusi Gigaba appointed Brian Molefi as CEO and Arnosch Sinn as CFO (2 orders for locomotives worth 5 billion went to two Chinese companies) „Mc Kinsey“ received more than a billion for consulting contracts from Salim Essa, business partner of the Guptas. 450 million commission jumped out for the Guptas on the locomotive deal. Money that flowed through offshore companies to Hong Kong and the Arab Emirates. Then Duduzane Zuma, Zuma’s son, came into the picture. He was closely associated with the Guptas and worked with them to perfect corruption and promote kleptocracy.

Also, Cyril Ramaphosas, once a union leader who became a billionaire through the mining company licenses at the end of apartheid, becomes Zuma’s vice president and shortly thereafter travels to Russia for a nuclear deal and the construction of eight nuclear power plants in South Africa that would cost more than $100 billion. US dollars, after which the „Shiva“ uranium mine was bought by the Guptas and Zuma’s son was given a leading position. This was how they positioned themselves for the nuclear deal, which would increase the windfall. And Russia wanted to make South Africa dependent on the donor country, and the Zuma clan, with the help of the Guptas, intended to engage in even greater plundering of the state.

Moe Shaik, head of South African intelligence (2009 -2011) was hired by Zuma, but when the Americans were concerned that the money for the nuclear power plants was coming from Iran, the then head of intelligence had to talk to his boss, President, Zuma about it and unceremoniously resigned from his job because of the disagreement. Zuma is like Trump, only his own interests count. Finance Minister Nhlanhla Nene, who simply could not conjure up the money for the nuclear deal with Russia, did not fare much better. He was also dismissed and replaced by friends of the Guptas. Desmond van Rooyen was then chosen as the new finance minister, came to the Ministry of Finance with three advisors, but was in office for only four days, then Zuma was forced to remove the trio and replace them with long-time Finance Minister Pravin Gorham because of the protests and huge price drops on the stock market.

From 2016 onwards, there were more and more revelations about the kleptocracy of the Guptas and a courageous ANC member, the then deputy finance minister Mcebesi Jonas, revealed that he had also been offered a ministerial post by the Guptas. Mcebesi was the first to openly voice and criticize the venality of individuals and the tight web of corruption between Zuma, the Guptas and some ANC profiteers. He refused to become a vassal of the Guptas because it would be a stab in the back to South Africa’s hard-fought democracy. The Guptas Leaks confirm the crooked deals with the state-owned corporations „Escom“, „Transnet“ in coal mining and at the arms company „Denel“. In 2015, Brian Molefi is also made the head of „Eskom“ and Arnosch Sinn also joins. The two plunder the company shamelessly and make the Zuma clan and the Guptas much richer.

Mandela would turn in his grave and foam with rage if he saw how quickly the black elite has enriched itself and exploited the country at the Cape of Good Hope. Therefore, we are now leaving South Africa for a trip to the neighboring country of Botswana, which is one of the richest African countries thanks to its diamond mines and, moreover, because of its wealth, has also been able to protect its wildlife better than the surrounding countries. The Central Kalahari and the Okavango Delta, the world’s largest inland delta are also the habitat of the Bushmen and women.

1986-2006: Roaming the Kalahari with the Khoi-San

Botswana can claim to possess all the facets of a sparkling diamond. The grandiose wealth of species in the Okavango Delta of fauna and flora, the multifaceted wilderness that constantly changes its face. An eye-opener as a fence-sitter in Africa’s Garden of Eden, where a vital network of water veins supplies the largely parched southern Africa from the Atlantic to the Indian Ocean with the vital elixir. The Okavango, third largest river below the Tropic of Capricorn, originates in the rain-fed highlands of Angola. Although it would only be a few hundred kilometers to the sea, the river heads for the 800,000 square kilometer Kalahari after 1600 kilometers of wandering – and fans out in the world’s largest inland delta.

In bands, the river branches advance into the barren and thirsty desert and form a unique biotope in the middle of the Kalahari. The world’s largest inland delta is about the size of Schleswig-Holstein. 95 percent of all Botswana’s water reserves come from the Okavango Delta, through which more than 18.5 billion liters of water flow in normal years. Almost 80 percent of this water seeps into the sands of the Kalahari. If you look down on the pristine landscape of the Okavango swamps, which is crisscrossed by a labyrinth of river arms, swamps, islands, steppes and lagoons, the Kalahari shimmers to the horizon, sometimes golden yellow, sometimes deep green with blue spots.

In 1986, after my first stay in South Africa with three Swiss guides from London, I set out on an expedition to the Okavango Delta in the neighboring country of Botswana. From Johannesburg we drove with two Landrovers first to Pretoria, then further north until we reached the border river Limpopo, where the first real challenge came. The crossing of the 40 meter wide river could only be done with two vehicles and winches. This means that the winch of the front vehicle is brought across the river by floating or by boat and is attached to a tree there. The second winch is attached to the back of the first vehicle and then it’s off into the water, which just sloshes over the hood. Pulling the front winch and stabilizing it with the rear one with the Landrover standing on the bank requires good cooperation from both vehicle drivers.

The crossing of the Limpopo with the second vehicle takes place then only with the rope winch of the vehicle driven before by the river and runs somewhat more turbulently but nevertheless most smoothly, since one already put a track. Then it went through the Madikgadikdadi Salt Panels, a barren, salt encrusted, pot level salt pan to Maun and from there over Kasane further to the 3rd Bridge, then to the Savuti Channel in the Moremi Game Reserve and finally we arrived at the Victoria Falls. It sounds easy now, but it was a hell of a trip with many lessons on survival in the African wilderness. Luckily, Johann, an experienced and reliable South African safari guide, was there to introduce us to the dangers of the bush experience. It was scary to sleep in a small tent and have a couple of elephants standing in front of or above you, with branches pelting down as they munched on the canopies above us with their trunks.

At first we did not want to sleep in, on or under the Land Rovers and so we surrounded our tent with the Camping Fortunately, our guide had a good ear and sixth sense turned on and warned us one night with the words. „The lions are here, get here quick and climb up on the roof.“ So we hopped nimbly like gazelles with giant leaps to the vehicles and once there, lithely up. And lo and behold, the loud roar of the lions was heard and a considerable pride was immediately surrounding our vehicles. There it would have become most uncomfortable in the tent, because the predators have finally a giant hunger and must feed their babies. Another night I woke up and had to rinse out all the beer we drank every night. So, with the flashlight out of the tent slit, I scanned the area for reflective eyes that would flash in the flashlight’s glow. Still somewhat dazed by the alcohol and the nightly heat over 40 degrees I saw nothing of the kind and wanted already out, there the hippopotamus, which stood directly no two meters before the tent entrance and grazed, ran a few steps further and now I saw significantly more of the nocturnal environment, remained however due to the animal neighbor precaution noiselessly in the tent, because hippopotamuses are the cause of death number 1 in Botswana.

When we finally arrived at the 3rd Bridge, half thirsty after a week of dust-dry tour at over 40 degrees (at night), there was no stopping us when we finally saw the delicious rinsal. Everyone rushed into the hippo and crocodile pool like high-spirited children, happily splashing around as if there were no dangers. We were quite „lucky“ at that time, because this place is teeming with crocodiles, hippos and other wild animals. Later, at the feudal wildlife lodges, a motorboat circled around the swimmers to make sure that no crocodile or hippo was near the bathing guests and developed feeding desires. Another time, while roaming the bush, I had to put an approaching lion to flight by throwing stones, kicking up dust, hissing angrily, and cursing goddamn. What exactly tipped the scales for its majestic retreat, I never learned. In any case, my pulse remained at record levels for a long time. But a stone fell from my fluttering heart.

Then we came across Willy Zingg, a former Swiss military pilot who got stuck here in Botswana and grew into a legend. Not only his fearless alligator prey but also his daredevil flying acrobatics were known far and wide. He was a swashbuckler like in the picture book. We met him at that time under most dramatic circumstances. We were driving towards one of the rarely encountered safari parties in the deserted Okavango Delta and saw, to our horror, that a mighty elephant had taken the one Landrover by the scruff of the neck and was shaking it vigorously with its trunk. Later we learned from Willy that the elephant had been after the oranges.

Next we saw a man sprinting to the other vehicle, who then took off with it without further ado and drove into the elephant’s rear end from behind. This worked in the best way! The elephant turned left with a loud trumpet howl, but in doing so accidentally trampled over a tent in which a woman was lying and whom he then severely injured on the hip during his escape. Yes, such or similarly hot situations there were some on this trip. But we were all spared, thank God. The madness! Another adventurous situation arose when the Swiss safari pioneer had completed his landing strip at the Tsodillo Hills, the sacred mountains of the Khoi-San, the indigenous people of the Kalahari also known as the Bushmen, and wanted to make a sightseeing flight with the San chief.

Since the landing gear would not fold out on landing, the experienced fighter pilot had to do a daredevil loop and roll the plane over in order to deploy the jammed landing gear again thanks to centrifugal force. He succeeded, and the first Bushman to take off into the sky was a bit „gimpy“ and slightly traumatized afterwards, but still brightly enthusiastic. This must have been for the San about the same as if we would suddenly take off with a moon rocket.

At that time, there were about 16,000 Bushmen living in the central Kalahari, and their number is estimated at about 100,000 in the whole of southern Africa. They are masterful trackers, notorious hunters, gifted archers – and true ecologists. They live according to the Eros principle, which connects everything with everything else: „Everything belongs to Mother Nature and Mother Earth. No one owns anything. Everything is shared,“ is how the young Khoi-San Suruka explains to me the worldview of the San at the foot of the Tsodillo Hills, the four sacred, whispering hills with the ancient petroglyphs, the oldest of which are said to be more than 30,000 years old, which probably brings us to the cradle of human civilization. And then there are So in the northwest of the Kalahari lies the great treasure of the Khoi-San, the „Louvre of the Bushmen culture“, so to speak.

To illustrate their closeness to nature, the smallish, tough people with the short, pitch-black curls and peach-colored skin tones tell us about hunting. They coat the shaft of their arrows with a poison they extract from caterpillars. The dose of the poison is chosen precisely depending on the animal that is being killed. Nothing is wasted – not even a drop of the poison. So it is with all other things as well, the Bushmen and their wives take only what they need just to survive. If they dig a fruit or a vegetable out of the ground, they cut it off at the bottom and leave the rest with the roots in the ground so that new shoots can grow again.

The San have learned to survive even in the most inhospitable and arid regions of the Kalahari. This adaptability was born out of necessity, as Suruka continues to tell us, „When the Boers and other white masters threatened us, drove us out and killed us, we had to flee to areas without water. So we filled ostrich eggs with water and buried them in the desert sand. So we could survive there as well. In addition, we Bushmen know no private property, neither fences nor borders. Our rhythm of life is coordinated with the migration of the animals and the tides, and we live according to the principle that nature belongs to all people and that everyone should take only what he needs. Yet for centuries our people have been hunted, driven out and killed like fair game. Perpetrators were other African tribes as well as the European colonial masters among them the Germans.

Today, a road leads from Shakawe to Tsodillo, which Sir Laurence van der Post described in his bestseller „The Lost World of the Kalahari“. Around the steeply rising pyramid hill „Male“ over 6000 years old rock paintings of the Bushmen can be seen. Since June 2002 this cultural site is a UNESCO World Heritage Site. The side hills are called „Female“, „Child“ and „Grandschild“ by the San. I had a truly mystical experience while climbing up to the ancient petroglyphs in the jagged rocks. Suruka tried to tell me something in his clicking language, something like that we will come across guards, but I should not be afraid of them. The guards were probably the two rattlesnakes that slithered across before our eyes from one ledge to the other, and from two sides at the same time. If I had been alone, I probably would not have gone on. With Suruka I felt safe and was allowed to marvel at the magical, ancient rock paintings with him. 12 years later I saw a film on the British TV station „BBC“ in which Suruka appeared again and led the film crew to the Tsodillo Hills, just like me at that time.

The Okavango Delta is a uniquely dazzling and almost unearthly natural paradise and an animal kingdom, as long as man remains outside. The government in Botswana, one of the richest African countries, has succeeded well in this thanks to its abundant diamond deposits. It recognized and promoted the benefits of sustainable safari tourism early on and has placed many large areas under protection. I have traveled to the Okavango Delta several times during the 1990s, but then in a more luxurious way with visits to the most expensive luxury lodges of „Wilderness Safari“.

On the game drive with the M’koros, the dugout canoe in which the Tswanas can also transport two adult cattle, we poke through the dense reeds past the hippos, water buffalo and crocodiles to Jao Camp. It’s like gliding on a lily pad over the mirror-smooth surface of the water through the dense reeds, as the edge of the M’koros‘ boat rises only a few inches out of the water. A queasy feeling. If a hippo opens its huge mouth, you could drive the M’koros like into a tunnel. But we were spared this fate thanks to the caution of the attentive and knowledgeable staker. When the author was in the Okavango Delta for the first time before 1986, it was completely dry and had only a few water holes.

With the traditional means of transportation, the M’koros, one did not get very far. On the second visit it was just the other way around. For 46 years, the delta in the African depression had not been flooded so much. Getting around with 4×4 vehicles was impossible in many parts of the Okavango Delta around Moremi and Chief Island. What had happened? Jao Game Ranger Cedric Samotanzi knows the answer: „After tectonic shifts, for the first time the water also came back through the underground network into the Lynanti and Savuti Channel“, so Cederic explained and the phenomenon desert under water.

When the author was in the Okavango Delta for the first time before 1986, it was completely dry and had only a few water holes. With the traditional means of transportation the M’koros (dugout canoes) one did not get very far. On the second visit it was just the other way around. For 46 years, the delta in the African depression had not been flooded so much. Getting around with 4×4 vehicles was impossible in many parts of the Okavango Delta near Moremi and around Chief Island. What had happened? Jao Game Ranger Cedric Samotanzi knows the answer: „After tectonic shifts, for the first time the water also came back through the underground network into the Lynanti and Savuti Channel“, so Cederic explained and the phenomenon desert under water.

Botswana, with its natural environment and unspoiled nature and thanks to the numerous protected reserves, offers the highest concentration of wildlife in southern Africa and therefore spectacular wildlife viewing. Botswana’s greatest treasure is its vast diamond deposits, which make it one of the richest African countries. „Already since 1990, the protection of fauna and flora and the development of ecologically oriented sustainable tourism has enjoyed the highest priority in Botswana, said the then director of the Ministry of Tourism in Botswana Tlhabolongo Ndzinge. Nearly two-fifths of the country is protected natural areas, which are among the largest ecological resources in the world. Botswana is a signatory to the World Trade Organization’s Global Codes of Ethics for Tourism, which set the framework for responsible and sustainable development in the early 21st century. The progressive development of eco- and ethno-tourism is of particular importance for the sustainable development of rural areas.

More than one third of the 90 programs running in Botswana are „community based development projects“. But the problem of illegal poaching is now being exacerbated by a new epidemic affecting elephants as a result of climate change. In 2020 alone, 330 dead animals had been counted in Botswana in the Okavango Delta at the Moremi Game Reserve, and the mysterious mass deaths continued in 2021. At that time, authorities had identified cyanobacteria, or blue-green algae, as a possible cause of death. The International Fund for Animal Welfare (IFAW) concludes that the mass die-offs have to do with limited access to fresh water and that their habitats are becoming increasingly constricted by livestock farming, among other factors. In addition, the increase in cyanobacteria is due to climate change.

The unspeakable poaching could probably only be stopped if China were to stop imports and drastically control and also consistently enforce import restrictions. So why shouldn’t the international community and the countries of Africa hold the main perpetrator of the slaughter responsible and put massive pressure on China to get the Chinese government to take rigorous action against the elephant leg trade in their own country. China alone, with all its surveillance and education efforts, would be able to make a significant contribution to solving the problem.

Africa’s pioneering wildlife and ecology projects

During more than ten trips to Southern Africa between 1986 and the millennium, I discovered the „Shamwari Game Reserve“ near Port Elisabeth at the Addo Elephant Park in 1993. At that time it was developing into one of the pioneering and in the southern hemisphere unique animal protection and wildlife reintroduction projects. For this purpose, former farmland was renaturalized and converted into bush, after which the „Big Five“ were gradually resettled there. In the early 1990s, Adrian Gardiner, the owner, bought the first five black rhinos from the Natal Parks Board for half a million euros and reintroduced them to the Garden Route near Addo Elephant Park and Port Elisabeth.

During my first visit, the farmland had just been renaturalized and I remember the self-built fire pots and fireplace chimneys with which every single tree stump was smoked out. After a short time, the then 1200 ha farm has become a wildlife sanctuary of over 20’000 ha with a wildlife population of over 10’000 wild animals. This happened in the period from 1993 to 1997. Besides the Long Lee Manor House, the Shamwari Game Reserve has created five other exclusive lodges, which included Eagles Crag and Bushmen River Lodge as well as Lobengula Spa Lodge. In November 2005 Adrian Gardiner received for the sixth time the international award at the „Word Travel Market“ in London (WTM) as „world’s best private game reserve with the highest ecological standards“. In addition, the „Shamwari Game Reserve“ was also classified as the „second most important project in the southern hemisphere“ and received the „British Airways for tomorrow Award“.

Not only this, but also other pioneering eco- and wildlife projects in South Africa and Botswana I accompanied or represented for almost a decade and reported again and again about the progress and obstacles, because I was in South Africa every year and always visited the South African tourism trade fair „INDABA“ in Durban. At the „Londolozi Game“ Reserve of the Varty Brothers, who shot spectacular animal films, I was there from the very beginning and had the right nose, as I did at various places all over the world. Also in Australia with the „Daintree Forest Lodge“ and in Botswana with the „Wilderness Leadership School“ I proved to have a fine sense and was among the absolute top performers of the time. Then there were the „Mara Mara“, „Sabi Sabi“ and „Phinda Game Reserve“ and finally „The Pezula“ in Knysna, where the Swiss tennis ace Roger Federer has his villa. In the noble „Mount Nelson Hotel“ in Cape Town, Margret Thatcher suddenly sat next to me in the hairdressing salon, which made it very easy to talk to the former British Prime Minister. Only the old lady of British politics made a demented impression.

Due to my many contacts in South Africa, I received from the South African Tourist Office (SATOUR) via the embassy contact the assignment to represent South Africa in Switzerland with PR campaigns, whereby I, as a result of my aviation knowledge, also came close to the „South African Airways“ mandate and, as a result of my many visits to South Africa, wrote two travel guides about South Africa. Whether it was about „Ecotourism – and its social significance“ (Bund), the stirring report and successful fundraising campaign for the endangered „Orang Utan in the rainforest of Borneo“ („Brückenbauer“), the „Saving of the whales“ (in the „SonntagsZeitung“) or the „Climate disaster in the Alps“ („Südostschweiz“), I always had my distinctive nose in the (counter)wind and was often far ahead of my time.

This was also the case with the „Swissair scandal“, whose demise I anticipated as early as 1997 in „Der Bund“ with the report „Will Swissair survive?“ and in two other newspapers. Climate change, which today almost 30 years later is still a hot topic and the biggest problem on planet earth, concerned me very early on and I drew conclusions from this and from 1999 onwards largely renounced air travel and for the last 10 years completely. For destinations in Europe I never used an airplane, there the train was announced. Of course, one can rightly accuse me, as a travel journalist, of boosting global air travel with my travel reports, which I cannot deny. But I have always taken the trouble to promote ecologically sustainable projects and environmentally sound travel. and I have always taken a lot of time in one place, usually spending 20-30 days in one country. Finally, I have accepted the radical consequences of not flying, even though it has made my work more tedious and difficult.

Due to my many contacts in South Africa, I received from the South African Tourist Office (SATOUR) via the embassy contact the assignment to represent South Africa in Switzerland with PR campaigns, whereby I, as a result of my aviation knowledge, also came close to the „South African Airways“ mandate and, as a result of my many visits to South Africa, wrote two travel guides about South Africa. Whether it was about „Ecotourism – and its social significance“ (Bund), the stirring report and successful fundraising campaign for the endangered „Orang Utan in the rainforest of Borneo“ („Brückenbauer“), the „Saving of the whales“ (in the „SonntagsZeitung“) or the „Climate disaster in the Alps“ („Südostschweiz“), I always had my distinctive nose in the (counter)wind and was often far ahead of my time.

This was also the case with the „Swissair scandal“, whose demise I anticipated as early as 1997 in „Der Bund“ with the report „Will Swissair survive?“ and in two other newspapers. Climate change, which today almost 30 years later is still a hot topic and the biggest problem on planet earth, concerned me very early on and I drew conclusions from this and from 1999 onwards largely renounced air travel and for the last 10 years completely. For destinations in Europe I never used an airplane, there the train was announced. Of course, one can rightly accuse me, as a travel journalist, of boosting global air travel with my travel reports, which I cannot deny. But I have always taken the trouble to promote ecologically sustainable projects and environmentally sound travel. and I have always taken a lot of time in one place, usually spending 20-30 days in one country. Finally, I have accepted the radical consequences of not flying, even though it has made my work more tedious and difficult.

The press and photo agency business was going like clockwork. Cooperations with leading picture agencies like „Action Press“ and „dpa“ in Germany and „Ringer“, „Keystone“ in Switzerland and the more and more numerous publications as well as the picture archive, which had grown to a good 30,000 slides from almost 50 countries, were a solid basis for my job. In addition, I had set up the cooperation with „Singapore Airlines“ and with „Malaysia Airlines“. An exciting PR mandate, in which I conceived the PR campaigns for „Malaysia Airlines“, planned the ad placements and made many exciting trips and then published the reports. The cooperation with „Singapore Airlines“ lasted almost 15 years. So I came several times to Sri Lanka, Vietnam, Thailand, Cambodia, the Maldives and several times to Australia, where I visited almost all states except the Northern Territories and covered thousands of kilometers alone in an off-roader. But back to Africa, one of the most fascinating continents.

Kenya: ICRC mission in the Rift Valley after the ethnic unrest

When I came to Kenya in 2008, I first visited the region near Samburu National Park and was stationed at „Joys Camp“. The Samburu National Reserve is a 165 square kilometer conservation area in central Kenya. The Shaba National Reserve to the east of it belongs to the same ecological area. Characteristic of the area are the very dry habitats for oryx antelopes, gerenuks, grant gazelles, two dikdik and grevyzebras. Also typical of the region are the reticulated giraffes, which are distinguished from other giraffe subspecies by their particularly contrasting coloration. Other ungulate species of the reserve are eland and waterbuck.

Among the predators, lions, leopards, cheetahs and striped hyenas are present here. In addition, the park was once characterized by large herds of elephants and numerous other game species such as waterbuck and Nile crocodiles. However, elephant populations are declining. Their number in the Samburu, Buffalo Springs and Shaba National Reserves was still over 2500 animals in 1973, but by 1976/1977 it had already declined to 531. Now there are even fewer. It was a nice, relaxing trip and then we went on to Mombasa to see the tourist enclave on the shores of the Indian Ocean.

Not far from Mombasa is Haller Park, a wildlife reserve renaturalized by a Swiss. It was extremely impressive! From chimpanzees, macaques, to crocodiles and giant tortoises, there was a great variety of animals. School children came in droves. For them, it was not only their trip to the zoo but also a lesson on wildlife conservation and the importance of their ecosystems, meaning their environment and the behavior of local people that can help preserve wildlife. Exemplary! René Haller grew up in Lenzburg in the canton of Aargau. He learned the profession of a gardener, specialized in landscape design, attended the agronomy course of the „Swiss Tropical Institute“ of the University of Basel before he went to East Africa in 1956. His best known project is the ecological restoration of the mining area of the „Bamburi Cement“. He renaturalized a part of the then devastated large fossil coral lime mining area. Haller is the author of many well-known technical articles and speaker on the topics of ecology/economy and revitalization of devastated industrial agro-lands as well as founder of the „Haller Foundation“, worked as chairman of the „Baobab Trust“ and was a long-time advisory member of the „Kenya Wildlife Service“.

The journey continued to the „Ol Pejeta Rhino & Chimpanzee Sanctuary“ near Mount Kenya. As the name suggests, rhinos are protected from poachers and a large chimpanzee colony is cared for. For the first time I touched the carapace skin of a rhinoceros there, as I stood reverently next to the Landrover and one of these colossi, hoping that the two-ton muscular package regarded me as a harmless sparrow and did not swat me like a fly. Fortunately, nothing actually happened. The rhino would not be disturbed while grazing. After my wildlife adventure lust was quenched, it was back to the humanitarian mission. Back in Nairobi, I went to the „ICRC“ African headquarters and did an interview with Deputy Secretary General James Kisia about the situation of refugees in the Rift Valley after the bloody riots and ethnic displacement, since Kofi Annan was absent. Political unrest in Kenya began on December 30, 2007, the day the official results for the presidential election were released.

Opposition leader Odinga was still in a narrow lead in election forecasts and preliminary results. After incumbent President Mwai Kibaki was declared the winner of the election, protests arose from the opposition party ODM. Its presidential candidate Raila Odinga declared that the election results were fraudulent. In the ensuing unrest, it is estimated that over 1,500 people were killed and 623,692 people, mostly members of the Kikuyu, were forced to flee the violence. Finally, I flew to Eldoret and went to the local „ICRC Red Cross Committee“. With the staff there, I spent three days driving around the refugee camps and looking at the reconstruction projects. It seemed to me that there was still a long way to go back to normality and the misery in the refugee camps with a total of over 100,000 people was very depressing. I had never seen such a scale, not even in South Africa at the time of the ANC-IFP conflict.

Over 10 million Kenyans were starving. Hundreds died daily from water shortages and lack of food. 3.2 million people were affected by acute water shortages at the time. Many of them had to walk up to 30 kilometers a day for a bucket of water and then carry it back. These are some of the staggering figures that the Assistant Secretary General of „ICRC“ and „Red Cross Kenya“ presented to me in his office in Nairobi. And more than 100000 people were staying in refugee camps. At the end of the trip I interviewed Tourism Minister, Najib Balala, whom I also approached about the conflicts and who was surprised about the political flank and questioning about the unrest, but reacted very confidently. From Nairobi, the next mission was back to the Bush. Via Johannesburg, Gabarone and Maun I flew once again to the Okavango Delta to the renowned „Wilderness Wildlife Fund“ Bush lodges and visited the HIV foundation „Children in the Wilderness“.

Namibia: EZA, HIV schools and in the realm of the cheetahs

Due to the many travels and conflict experiences in numerous countries, I finally wanted to get into development cooperation („EZA“) and fly to Namibia via „Interteam“ (a Swiss aid organization) to work locally for three years in the field of tourism and development cooperation, starting in 2011. Specifically, it was a project with the local parastatal organization „NACOBTA“, which wanted to integrate the indigenous people ecologically and more sustainably in the tourism industry to let the indigenous tribes participate in the development. Unfortunately, shortly before the mission, a few foreign aid organizations cut their budget for „NACOBTA“ and so the „EZA“ mission in Namibia was cancelled. Nevertheless, the „Interteam NACOBTA“ assessment made me curious about the Southwest African country with a German colonial past and I decided to travel there.

First, I arranged to meet with the local „Interteam“ representative to see the work on the ground and the challenges of the job. The first thing I was to learn is that helping is not for adventurers, as it was in the 70’s and 80’s when droves of people set out all over the world to show solidarity with local populations or liberation movements. „Know-it-alls and do-gooders“ are out of place in this work. Today’s volunteer work has become very professionalized, said Martin Schreiber, the then managing director of „Unite,“ the umbrella organization of development policy organizations in Switzerland. Today, almost 80 percent of those working in the field have a university degree, and there are also special environmental experts, telecommunications specialists, management coaches, nutritionists and social specialists.

During the one-year assessment, the candidate not only has to reflect on his or her will to persevere and reasons for motivation, but is also confronted with completely different values and religions. At the same time, there would be many hurdles to overcome, such as unreliability of people, the pitfalls of technology and lack of infrastructure, as well as in communication and socio-cultural differences. Finally, each person who is deployed is part of a whole that is constantly adapting to the needs and is in consultative exchange with local partners as to which strategies are being developed. The success of the individual is the success of all.

After this introduction, I met with representatives of „NACOBTA“ in Windhoek and decided to visit a hospital in Rehoboth, which was financed by Swiss people, before I drove across the huge, deserted country and visited the protected wildlife reserves. I also covered a good 5000 kilometers by car in Namibia but relatively little off-road, from the Caprivi Strip in the north, which extends to the four-country corner of Botswana, South Africa, Zimbabwe at Victoria Falls, and down to Fishriver Canyon, the second deepest in the world in the south of the country. First of all, there was Etosha National Park, which was placed under protection as early as 1907, after the formerly rich game population had been reduced to the brink of extinction by poaching and unthinking big game hunting, thus seriously endangering the meat supply of the population.

Today, Etosha National Park impresses with its fantastic animal wealth, which even surpasses the Okavango Delta, as far as giraffes, antelopes and zebras are meant. But not only the wild animals, also the locally resident Herero and Ovambo were mercilessly exterminated after the 1904 uprising, which was fueled by existential fears. Even women and children were not spared by Lieutenant General Lothar von Trotha, who acted on behalf of Chief of General Staff Alfred Graf von Schlieffen and also had the support of Kaiser Wilhelm I. This was one of the first genocide.

Unique cheetah conservation project in Ojjowaringo

The „Cheetah Foundation“ (CFF) in Ojjowaringo is one of the impressive wildlife projects with unique experiences. It was the first time I watched these noble, elegant predatory cats in the wild and hunting for some poor rabbits, which were thrown to the cheetahs as breakfast food. CCF’s Namibian cheetah population study has been ongoing since 1990, with over 750 tissue samples and 1000 fecal samples collected to date. These samples allow research on Namibian cheetah populations over a 30-year period. Population monitoring within the 50,000 hectare game reserve is made possible by combining it with genetic analysis via microsatellite markers. This allows CCF researchers and game rangers to identify individual cheetahs based on both visual and genetic characteristics.

A key challenge in rural Namibia is building capacity to manage human-wildlife conflict. „CCF“ has identified several landscapes in central-northern and central-eastern Namibia that require an urgent focus on science-based solutions to mitigate human-wildlife conflict (HWC).Key focus regions include the Greater Waterberg Landscape, the Gobabis Landscape, and large areas of communal land in eastern Namibia’s Kalahari ecosystem. In Namibia, 80 percent of wildlife lives outside of protected areas, but in some areas such as the eastern communal lands, the absence of wildlife threatens species such as wild dogs, cheetahs, and leopards that prey on livestock.

One of the biggest challenges in these rural areas is managing human-carnivore conflict. Cheetahs and other predators, including leopards, African wild dogs, brown hyenas, and jackals, live in large territories on livestock areas.To reverse the situation, a research-based solution that involves the community is needed. To this end, B2Gold, a Canadian gold mining company with a presence in Namibia, has provided $50,000 to support conservation research and outreach programs for communities living with carnivores. With support from B2Gold, „CCF“ has developed a comprehensive research project to assess key strategies and approaches to reduce human-carnivore conflict. The research will inform conservation efforts aimed at improving rangeland, livestock, and wildlife management, reducing livestock loss on open cropland, and restoring habitat.

The „CCF“ hosts a world-class research facility unique in Africa. The „Life Technologies Conservation Genetics Laboratory“ is the only fully equipped on-site genetics laboratory in a conservation facility in Africa. From this facility, „CCF“ collaborates with scientists around the world. The research benefits not only the cheetah and its ecosystem, but also other big cats and predators. Trained dogs to recognize the droppings also help. The poop dogs use various signals to their handler to indicate what type of animal feces is present. Once the sample is collected, it is taken to the lab. DNA is extracted to identify individual cheetahs and understand population structures of cheetahs and other carnivores.

At a later date, in the very south of Namibia, at the Fish River Canyon and the Giants Playground, we drove around with a farmer on his huge farm and there we met two magnificent cheetahs in the wild, which we approached on foot to sniff each other, because they crept slowly and smoothly towards us on their velvet posts and had obviously become accustomed to humans and knew no shyness. Nevertheless, they did not behave like tame house cats. As I soon surprisingly lay on the ground under the snout of the animal and took close-up pictures from there, the very close contact with the dangerous cuddly cats ended in the end against expectation for me with feelings of happiness instead of deadly bites. But the tingling feeling of lying under a wild cat as its prey, so to speak, only holding the camera protectively in front of my face, was already an adrenaline rush of the first order that I will never forget.

After this wonderful experience in the realm of wildlife, I would like to add a dark chapter of colonial history.

Genocide, Slavery, Land Theft, Rape, Humiliation

In 1884, Africa is partitioned among the European powers and colonial masters at the Congo Conference in Berlin. Germany rises to colonial power, whereupon German Southwest Africa, now Namibia, was officially established and developed into a colony. By 1914, some 15,000 white settlers had arrived in German Southwest Africa, including more than 12,000 Germans. The German colonial administration ruled the area with the help of racial segregation and oppression. The natives were treated as second-class people by the European settlers and were practically disenfranchised. Native tribes were forced to clear their land. Vital grazing land thus increasingly passed into the hands of the settlers. This threatened the livelihood of the semi-nomadic Herero pastoralists.

Slavery, land theft, public execution, forced labor, rape and humiliation became the doctrine and agenda for the oppressed population. With Samuel Maharero, the uprising against the white occupiers began in 1904. The Na’ama chief, Capitain Hendrik Witboo was the icon of the anti-colonial resistance. He accused the Ovambo leader of cooperating with the so-called „protecting power“ of the Germans, thus opening the floodgates for conquest. Only after 20 years of oppression by the Herrenmenschen, the peoples of Namibia for the first time unitedly resisted their oppressors.

On January 12, 1904, the first shots were fired against the occupiers. The insurgents besieged military stations, blocked rail lines and raided trading posts. In the first months of the war, the Herero dominated the fighting.  The representatives of the German Empire were surprised by the uprising. The governor of German Southwest Africa, Theodor Leutwein, was ordered to put down the rebellion militarily. In May 1904, the command was transferred to Lieutenant General Lothar von Trotha. Von Trotha purposefully conducted the clashes as a war of extermination.

The 2,000-strong imperial Schutztruppen were reinforced by 14,000 soldiers, who proceeded with brutal harshness against the insurgents. He wrote: „I want my troops to go out there and wipe the whole community off the face of the earth. Clean it up, hang it up, gun it down! I destroy the insurgent tribes with streams of blood and money. Inside the German border, every Herero will be shot, with or without a rifle, with or without cattle. I will take no more women and children, drive them back to your people or have them shot.“ Then Von Trotha issued the extermination order and the genocide took its course.

In August 1904, the German army had surrounded the Herero people on the Waterberg plateau. The cornered Herero were forced to flee to the Omaheke Desert, which the Germans sealed off with a 250-kilometer cordon.  During the Battle of Waterberg, about 85,000 people starved and died of thirst in agony because the Germans had poisoned and surrounded the water holes. In total over 100’000 people were murdered by the German occupiers, the survivors enslaved, tortured and interned, Shark-Island is only one of many concentration camps in the country.

In Swakopmund on the Atlantic coast, right in front of the town hall stands the stone of contention: the war memorial of the German navy, which honors the German soldiers who killed over 100,000 people here. This annoys the city deputy Uahimisa Kaapehi massively. „The monument should be torn down, thrown in the garbage or shipped to Germany“.  Even more shocking is that to this day Germany has not officially apologized to the Namibian peoples for the first genocide in history. Nor has any land been returned that was stolen from the natives at the time. Even today, the owners of large farms and the towns are owned by the Germans, while for the Hereros and Na’ama’s only unemployment and hopelessness remained.

The genocide of the Hereros and Namas and the concentration camps and methods of extermination were the model for Nazi fascism and for apartheid in South Africa. Discrimination and oppression against both populations continued until World War I. German colonial rule over Southwest Africa did not end until 1915, when the imperial Schutztruppen surrendered to South African troops of the British Empire. Namibia was the last African country to become independent in 1990 after a nearly 25-year struggle for freedom by SWAPO against the mandate power of South Africa. Vekuii Rukuro, the head of the Herero, says: „This is how three generations have been ruined for over 100 years. Driven from their land, from their grazing grounds, driven into poverty from the graves of their ancestors. And the suffering has no end!

In the south of the country in Maltahöhe, HIV mortality was particularly high, and there were almost 40 percent orphans at that time who lost either one or even both parents in the 1980s and early 1990s. And so there is also an HIV orphan school in Maltahöhe, where poverty and unemployment are particularly high. It was moving to listen to the „Oa Hera“ children’s choir, which is supported by the backpacker camp. The bright, poignant angelic voices of the orphans impressed me as much as the wealth of imagination and creativity in the school with design tools or children’s toys. And when one considers the dangers the school children face on their considerably long marches in this inhospitable region, the composure and cheerfulness of the children in the face of their difficult fate is astonishing.

Gupta Leaks: „Südafrika als Beute“ eines indischen Klepokraten-Clans

Auszug aus dem Buch

VORWORT

Dieses Buch des Zürcher Foto-Journalisten Gerd Michael Müller nimmt Sie ab den wilden 80er Jahren mit auf eine spannende Zeitreise durch 30 Länder und 40 Jahre Zeitgeschichte mit Fokus auf viele politische Vorgänge in Krisenregionen. Er beleuchtet das Schicksal der indigenen Völker, zeigt die Zerstörung ihres Lebensraumes auf, rückt ökologische Aspekte und menschenrechtliche Schicksale in den Vordergrund, prangert den masslosen Konsum und die gnadenlose Ausbeutung der Ressourcen an, zeigt die Schmetterlingseffekte der Hedge Funds und Auswirkungen wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Prozesse auf und skizziert Ansätze zur Bewältigung des Klimawandels. Pointiert, hintergründig, spannend und erhellend Eine gelungene Mischung aus gehobener Reiseliteratur, globalem Polit-Thriller, gespickt mit abenteuerlichen Geschichten und persönlichen Essays – den Highlights seines abenteuerlich wilden Nomaden-Lebens für die Reportage-Fotografie eben. Der Autor publizierte Hunderte von Reportagen in deutschsprachigen Tageszeitungen und Magazinen.

Der Menschenrechtsanwalt Brian Currin erhielt 2017 Informationen zugespielt die von einem Laptop des Gupta Clans stammt. Das führt ihn auf die Spur eines riesigen Korruptionsskandal der die Züge von Staatsvereinnahmung durch private Unternehmer erreicht. Das Land am Kap der guten Hoffnung wird systematisch geplündert. Die Guptas machen Milliardengeschäfte im Energie- und Transport-sektor, waschen das Geld in Dubai, den Arabischen Emiraten und in Hong Kong und als es Ihnen an den Kragen geht, setzten sie sich mit all dem gestohlenen Geld nach Dubai ab. Wie es zur südafrikanischen Staatsplünderung kam, recherchierten auch die beiden Investigativ-Journalisten Susan Comrie und Thanduxolo Jika (Sunday Times/Mail & Guardian).

Zum ersten Mal richtig aufgefallen: Rund 200 Hochzeitsgäste mit Charter-Flugzeug auf Militärflug-platz eingeflogen, von Polizeifahrzeugen und vom Sicherheitsdienst eskortiert. Die Kosten von rund zwei Millionen Dollars für die Hochzeit haben die Guptas über «Estina» aus der Milchwirtschaft abge-zweigt und dafür die Beiträge für die schwarzen Bauern geplündert. Das Geld wurde mit Hilfe von «KPMG» in Dubai gewaschen und dann wurde damit die Kosten für die Hochzeit in Millionenhöhe bezahlt. Auch «McKinsey»und «SAP» profitierten erheblich von den Schatteneliten.

Pravin Gordhan, Südafrikas Finanzminister (2009 bis 2014) sagt, dass Südafrika schon wenige Wochen nach Zumas Inthronisierung einen gigantischen Stromausfall hatte und dass der nicht von Ungefähr kam. Barbara Hogan, die damalige Ministerin für staatliche Unternehmen wurde von Zuma gefeuert. Auch sie geht hart mit ihm ins Gericht: Zuma versprach zwar gigantische Investitonen in die Infrastruktur des Landes, doch das Geld dafür hatten wir nicht. „Das begriff er einfach nicht“ Und: „Ihm geht es nicht ums Land, nicht um die Probleme Südafrikas, ihm geht es einzig um seine Auserwählten“.

Mit Malusi Gigaba fing das Unheil an, als er in die Regierung kam und alle wichtigen Posten in den Staatsunternehmen sukkzessive mit Gupta-Vertrauten besetzte. Wo werden die meisten öffentlichen Gelder ausgegeben und wie kommen wir daran? Das war das Geschäftsmodel der drei indischen Brüder, die mit ihrem mausarmen Vater 1993 nach Südafrika kamen.

Zuerst kam «Transnet» dran. «Transnet» verwaltet alle Flughäfen, Bahnhöfe und Transportunternehmen. Malusi Gigaba setzte Brian Molefi als CEO und Arnosch Sinn als Finanzvorstand ein (2 Aufträge für Lokomotiven im Wert  von 5 Mia. gingen an zwei chinesische Firmen) Mc Kinsey» erhielt mehr als eine Milliarde für Berater-aufträge von Salim Essa, Geschäftspartner der Guptas. 450 Mio. Provision sprangen für die Guptas beim Lokomotiven-Deal heraus. Gelder die über Off-shore Firmen nach Hong Kong und in die Arabischen Emirate abflossen. Dann kam Duduzane Zuma,der  Sohn Zumas zum Zug. Erwar eng mit den Guptas verbandelt und hat mit ihnen die Korruption perfektioniert und der Kleptokratie Vorschub geleistet. 

Auch Cyril Ramaphosas, einst ein Gewerkschaftsanführer, der durch die Lizenzen der Bergbau-Unternehmen am Ende der Apartheid zum  Milliardär, wird Vizepräsident von Zuma und reist kurz darauf nach Russland für einen Atom-Deal und den Bau von acht Atomkraftwerken in Südafrika, die mehr als 100 Mia. US Dollar kosten würden, worauf die «Shiva» Uranmine von den Guptas gekauft wurde und Zumas Sohn einen Führungsposten zugeschanzt bekam. So brachten sie sich für den Atom Deal in Stellung, der den Geldregen noch vergrössern sollte. Und Russland wollte damit erreichen, dass Südafrika vom Geberland abhängig ist und der Zuma-Clan beabsichtigte sich mit Hilfe der Guptas einer noch grösseren Staatsplünderung zu verschreiben.

Moe Shaik, Leiter des südafrikanischen Geheimdienstes (2009 -2011) wurde zwar von Zuma angeheuert, aber als die Amerikaner besorgt waren, dass das Geld für die Atomkraftwerke aus dem Iran kämen, musste der damalige Geheimdienstchef mit seinem Chef, Präsidenten, also mit  Zuma darüber sprechen und kurzerhand aufgrund der Meinungsverschiedenheiten von seinem Job zurücktreten. Zuma ist wie Trump, nur die eigenen Interessen zählen.

Nicht viel besser erging es Finanzminister Nhlanhla Nene, der das Geld für den Atom-Deal mit Russland einfach nicht herbei zaubern konnte. Er wurde ebenfalls entlassen und durch Freunde der Guptas ersetzt. Desmond van Rooyen wurde darauf hin zum neuen Finanzminister erkürt, kam mit drei Beratern ins Finanzministerium, war aber nur vier Tage lang im Amt, dann wurde Zuma aufgrund der Proteste und gewaltigen Kursstürze an der Börse dazu gezwungen, das Trio wieder ab- und durch den langjährigen Finanzminister  Pravin Gorham zu ersetzen.

Ab 2016 gab es immer mehr Enthüllungen über die Kleptokratie der Guptas und ein mutiges ANC Mitglied, der damalige stv. Finanzminister Mcebesi Jonas enthüllte, dass auch ihm ein Ministerposten von den Guptas angeboten wurde. Mcebesi  war der erste, der die Käuflichkeit einzelner Personen und das enge Korruptionsgeflecht zwischen Zuma, den Guptas und einigen ANC-Profiteuren offen aussprach und kritisierte. Er lehnte es ab, ein Vasall der Guptas zu werden, weil es der hart umkämpften Demokratie Südafrikas einen Dolchstoss versetzen würde.

Die Guptas Leaks bestätigen die krummen Deals mit den staatlichen Konzernen «Escom», «Transnet» im Kohlebergbau und bei beim Waffenkonzern «Denel». 2015 wird Brian Molefi auch noch zum Chef von «Eskom» gemacht und auch Arnosch Sinn stösst dazu. Die beiden plündern das Unternehmen schamlos aus und machen den Zuma-Clan und die Guptas noch viel reicher.

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IN EIGENER SACHE: IHR BEITRAG AN HUMANITAERE UND OEKO-PROJEKTE

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Libanon: Im Palästinenser-Flüchtlingscamp «Schatila»

Auszug aus dem Buch des Zürcher Fotojournalisten Gerd Michael Müller

© GMC/Gerd Müller

VORWORT

Dieses Buch des Zürcher Foto-Journalisten Gerd Michael Müller nimmt Sie ab den wilden 80er Jahren mit auf eine spannende Zeitreise durch 30 Länder und 40 Jahre Zeitgeschichte mit Fokus auf viele politische Vorgänge in Krisenregionen. Er beleuchtet das Schicksal der indigenen Völker, zeigt die Zerstörung ihres Lebensraumes auf, rückt ökologische Aspekte und menschenrechtliche Schicksale in den Vordergrund, prangert den masslosen Konsum und die gnadenlose Ausbeutung der Ressourcen an, zeigt die Schmetterlingseffekte der Hedge Funds und Auswirkungen wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Prozesse auf und skizziert Ansätze zur Bewältigung des Klimawandels. Pointiert, hintergründig, spannend und erhellend Eine gelungene Mischung aus gehobener Reiseliteratur, globalem Polit-Thriller, gespickt mit abenteuerlichen Geschichten und persönlichen Essays – den Highlights seines abenteuerlich wilden Nomaden-Lebens für die Reportage-Fotografie eben. Der Autor publizierte Hunderte von Reportagen in deutschsprachigen Tageszeitungen und Magazinen.

Es war wieder einmal eine alte „Airline-Connection“ die mich in den Libanon verfrachteten sollte, denn dorthin wollte ich schon immer. In meiner Jugend war der Libanon die «Schweiz des Nahen Ostens», eine kulturelle Hochburg im Orient, ein Schmelztiegel von Jet Set, Aussteiger und kreativen Musik-Freaks. Zudem kam von der Beeka Ebene in meinen Augen der weltbeste Shit, also Haschisch aus von Hand geernteten Hanfblüten, von feinstem Geschmack und bestem Feeling sowie besonders intensiven und wohlriechenden Geschmacksnoten versehen. Tempi passati, als ich endlich in den Libanon kam. Da war das Land bereits vom Krieg mit Israel gezeichnet und wirtschaftlich am Boden zerstört, sowie gesellschaftlich zu tiefst gespalten zwischen ethnischen Gruppen wie den Shiiten, Suniten, Drusen und Maroniten sowie anderen Minderheiten. Beirut war ein heisser Boden und eine heikle Mission, selbst für einen krisenerprobten Reporter. Das grösste Problem war, dass ich kein Wort arabisch sprach oder verstand.

Ich habe Ich habe ja schon viele Konfliktregionen besucht und das selbst kritisch heisse Phasen erlebt, aber in die Hisbollah-Quartiere vorzustossen, habe ich mich ohne entsprechende Kontakte und Verbindungen oder eine ortsvertraute Person im Hintergrund dann doch nicht getraut. Doch um Kontakte zu knüpfen, war die Zeit bis zur Abreise innert wenigen Tagen zu knapp. Ausserdem ist einer der wichtigsten Schutz-Faktoren in meiner Tätigkeit, nicht nur die Sprache der Bevölkerung zu sprechen, sondern wenn möglich gar nicht als Ausländer oder Fremdling erkannt zu werden..

Während meines kurzen Aufenthaltes wurde ich alleine drei Mal an einem Tag von der libanesischen Armee angehalten und kurz verhört und in den Hisbollah Quartieren wurde es noch ungemütlicher. Fast an jeder dritten Ecke wurde man als Ausländer angehalten und gefragt, wer man sei und was man hier wolle. Die Hisbollah ist Irans wichtigster Verbündeter im Libanon und das nicht nur aus militärischer sondern auch aus politischer Sicht, denn die Hisbollah ist zusammen mit ihren Verbündeten die wichtigste politische Kraft im implodierten Land an der Levante. Doch der Libanon dient dem Iran als militärische Front gegen Israel und das ausserhalb des eigenen Staatsgebietes. Daher ist das Assad Regime in Syrien auch ein Verbündeter und Irans einziger strategischer Partner des Irans mit starken Kräften im Libanon.

Aufgrund der prekären Sicherheitslage und ohne lokale Kontaktpersonen sowie einen angemessenen Schutz zog ich mich aus diesem Quartier zurück und kam stattdessen im Palästinenser-Flüchtlingscamp «Schatila» an. Dort zeigte mir ein Palästinenser die drei Massakerstätten. Als Massaker von «Sabra» und «Schatila» wird eine Aktion von phalangistischen Milizen , also maronitisch-katholischen Gruppen bezeichnet, die gegen die im Süden von Beirut lebenden palästinensischen Flüchtlinge gerichtet war.

Im September 1982 – mitten im libanesischen Bürgerkrieg – wurden die Flüchtlingslager «Sabra» und «Schatila» gestürmt, die zu jener Zeit von israelischen Soldaten umstellt und Hunderte von Zivilisten massakriert. Da es sich bei der Kampfhandlung um einen Konflikt zwischen christlichen Milizen und palästinensischen Kämpfern handelte, entzündete sich die internationale Empörung an der israelischen Mitverantwortung. Denn nach dem Abzug des israelischen Militärs in eine Sicherheitszone vor der israelischen Grenze übernahm Syrien die militärische Kontrolle des Gebiets rund um das Flüchtlingslager.

Da auch Syrien daran interessiert war, die im Libanon verbliebenen «PLO»-Kämpfer und palästinensischen Nationalisten zu schwächen, wurde die Lage der Menschen im Flüchtlingslager noch schlimmer. Im Zuge der Lager-Kriege verübte die schiitische Amal-Miliz im Mai 1985 ein von libanesischen und syrischen Armeeverbänden geduldetes Massaker an Zivilisten in denselben palästinensischen Flüchtlingslagern von Sabra und Schatila. Der libanesische Bürgerkrieg dauerte noch bis 1990. Das Massaker wurde daraufhin von der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 16. Dezember 1982 als Genozid gewertet. Soviel zu dieser tragischen Geschichte der palästinensischen Flüchtlinge im Libanon.

Nachdem ich Beirut ein wenig erkundet hatte, machte ich einen Abstecher nach Byblos, das zu den ältesten Städten der Welt zählt und seit über 7000 Jahren besiedelt ist. Der Hafen wurde schon seit der Steinzeit genutzt. Berühmt wurde der Ort auch durch die Sage von Adonis, der eine Tagesreise entfernt bei der Quelle des Adonis Flusses ums Leben kam. Der Aufstieg Byblos kam mit dem Bedarf der Aegyptischen Pharaonen am libanesischen Zedernholz für ihre Schiffe.

Dann kamen die Griechen, die dem Ort den heutigen Namen gaben, als Papyrus die grösste Rolle beim Aufstieg der Phönizier spielte, weil hier das erste Alphabet entstand und Byblos daher auch zum Geburtsort der Schrift und der Bibel wurde. Nach den Asyren und Babyloniern eroberten die Perser den Raum bis Alexander der Grosse den griechischen Einfluss durchsetze. Schliesslich kamen auch die Römer in Byblos an. Eine Stadt also, die geschichtlich gesehen immer eine grosse Rolle gespielt hat und verschiedenste Einflüsse und Strömungen erlebt hat.

Wenn man bedenkt, dass der Libanon in den 70er und frühen 80er Jahren ein sehr liberales Land mit einem ausgeprägtem französischen Savoir vivre war und Beirut, als auch Teheran im Iran und Kabul in Afghanistan, Hochburgen des Vergnügens waren und des internationalen Jet-Set ebenso wie Aussteiger auf dem Weg nach Indien anzog.  Heute strahlte Beirut nur noch einen erbärmlich heruntergekommen „Katastrophen-Chick“ aus. Die Spuren der vielen Kriege und Bombenattentate sind unübersehbar und äusserst bedrückend. Als 2020 auch noch der ganze Hafen in die Luft flog und das umliegende Quartier pulverisierte, war der von einigen Clans ausgeblutete Staat total am Ende angelangt.

Zudem beherrbergt der Libanon auch noch eine weitere Last, die der über eineinhalb Millionen syrischen Flüchtlinge. Eine aussichtslose Lage für das Zedernland. Mit dem Mietauto fuhr ich von den Tempelruinen des Unesco Welterbe Byblyos nach Tripolis und dann in das Hochgebirge weiter bis nach Bsharreh zu den maronitischen Felsenklostern hoch. Für die Bekka-Ebene reichte die Zeit leider nicht. Heute ist der Libanon ein implodierter, höchst korrupter, abgehalfter Staat und die religiösen Gruppen sind zerstrittener, den je zuvor. Aber halten wir uns in Erinnerung, dass auch Europa über 150 Jahre von religiösen Konflikten erschüttert wurde bis eine säkulare Gesellschaft entstand.

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IN EIGENER SACHE: IHR BEITRAG AN HUMANITAERE PROJEKTE

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