Südafrika’s Ökopioniere und GMC’s Rolle

Südafrika's Ökopioniere: Adrian GArdiner (l) vom ShamwariWTA

Südafrika’s Ökopioniere: Adrian Gardiner (l) vom Shamwari Game Reserve, Mantis Collection

Mit fünf gekauften Exemplaren der sehr seltenen Schwarzen Nashörner fing es an: Adrian Gardiner, Besitzer des Shamwari Game Reserve, baute im Laufe der Jahre den weltbesten privaten Tierpark auf. Exklusive Lodges inklusive.

«Das Shamwari Game Reserve nahe Port Elizabeth hat zu Beginn der neunziger Jahre fünf der damals fast ausgestorbenen Schwarzen Nashörner vom Natal Parks Board für eine halbe Million Euro gekauft», erinnert sich Adrian Gardiner, Shamwari-Besitzer. Damit wollten er und Dr. Jan Player, der in den achtziger Jahren als «Nashorn-Retter» gefeiert wurde, den gefäh-rdeten Tieren eine sichere Schutzzone bieten und zu deren Verbreitung in ganz Südafrika beitragen. Zuerst hatten ihn die südafrikanischen Farmer belächelt und als Spinner tituliert, als er das Farmland kaufte, um es in jahrelanger Arbeit mühselig zu renaturieren und wieder in Buschland zurückzuverwandeln. Der Autor erinnert sich bei seinem ersten Besuch 1993 noch gut an die gebastelten Feuertöpfe und Kamine, mit denen jeder einzelne Baumstrunke bis auf die Wurzeln ausgeräuchert wurde. Mittlerweile ist aus der damals renaturierten 1200 ha großen Farm ein Wildpark von 20 000 ha Größe mit einem Bestand von über 10 000 Wildtieren entstanden.

5 Luxus-Lodges versüssen den Aufenthalt

Auch die «Big Five» sind hier zahlreich vertreten. Zudem gibt es heuer neben dem ursprünglichen «Long Lee Manor House» im Shamwari Game Reserve fünf weitere exklusive Busch-Lodges. Neben «Eagles Crag» und «Bushmen River» auch noch die «Lobengula Spa Lodge». Alle befinden sich inmitten des malariafreien Reservates und haben sich auf Wellness-Behandlungen im Busch spezialisiert. Im November 2005 erhielt Adrian Gardiner zum sechsten Mal die internationale Auszeichnung am World Travel Market (WTM) in London als «weltbester privater Tierpark mit den höchsten ökologischen Anforderungen». Das Shamwari Game Reserve wurde auch als «zweit-wichtigstes Projekt der südlichen Hemisphäre» eingestuft und mit dem British Airways Tourism-for-tomorrow Award gekürt. Sowohl die American Wilderness Society als auch der Deutsche Reisebüroverband zeichneten Gardiner für sein visionäres und ambitioniertes Lebensprojekt aus.

Der Autor hatte den aus Zimbabwe stammenden und in Port Elizabeth zum Autoindustriellen aufgestiegenen Menschen zweimal getroffen und sein soziales Engagement schon früh miterlebt und über all die Jahre mitverfolgen können. Beim zweiten Besuch baute Gardiner gerade mit einem weit über Südafrika hinaus bekannten Zulu-Sangoma (Heiler), BantuHistoriker und Buchautor ein multikulturelles Heilerdorf mit allen Stämmen Südafrikas auf. Auch engagierte sich Gardiner für die Born-Free-Foundation und arbeitete jahrelang mit Dr. Jan Player und seiner berühmten Wilderness Leadership School zusammen. Schon zu Beginn integrierte Gardiner die schwarze Bevölkerung, baute Schulen, säuberte Townships und setzte auf die örtlichen Gemeinschaften. Diese Vorreiterrolle zahlte sich für ganz Südafrika aus. Shamwari hat maßgeblich zur ökologischen Erfolgsgeschichte am Kap der Guten Hoffnung beigetragen. www.shamwari.com  www.mantiscollection.com

INTERVIEW MIT ADRIAN GARDINER, CHAIRMAN MANTIS COLLECTION

G.M.: Was war und ist auch heute noch Ihre Motivation? Süchtig nach Erfolg? Noch mehr Anerkennung? Oder geht Ihnen die Arbeit nicht aus?

Adrian Gardiner: Nun, mein Bestreben war immer, das Maximum aus mir und meinen Mitarbeitern sowie auch aus dem Leben im Allgemeinen herauszuholen. Für mich, für meine Frau, mit der ich 35 Jahre durch dick und dünn ging, für meine Kinder und Freunde und für mein soziales Umfeld. Das scheint uns auch nach 15 Jahren noch immer gut zu gelingen, obschon sich alles vergrößert hat und viel komplexer geworden ist. Mittlerweile beschäftigen wir gut 1500 Mitarbeiter und sind an zahlreichen Überseeprojekten beteiligt. Wir exportierenunser Know-how weltweit.

Wie lautet das Erfolgsrezept? Was sind die Ingredienzien? Visionen, Unternehmergeist, Glück?

A.G.: Eine Mischung aus unternehmerischem Gespür und harter Arbeit, glücklicher Freundschaften und einem hochmotivierten, langjährigen, eingespielten Team. Ein paar kluge Entscheide im richtigen (politischen) Moment, eine klare Zielsetzung sowie unser Bekenntnis zur sozialen Umwelt haben uns vorwärtsgebracht und lassen uns weiterhin viel innovativen Spielraum.

Wie lautet Ihre Philosophie? Worauf sind Sie am meisten stolz?

A.G.: Das Motto lautet: Einen vom Verschwinden bedrohten Lebensweg zu bewahren. Wie man das macht, hat mir Dr. Jan Player vorgemacht. Er ist mein bester Freund, von ihm habe ich viel gelernt. Auf diese Freundschaft und die daraus resultierenden Projekte von Weltruf bin ich stolz. Auch dass wir im südlichen Afrika eine ökologische Pionierrolle übernommen haben, erfüllt mich mit Zufriedenheit.

Wohl kaum die Zufriedenheit eines Mannes, der schon alles in seinem Leben erreicht hat?

A.G.: Nein, gewiss nicht. Die Lektion, die ich bis heute verinnerlicht habe, nachdem ich 1979 in Zimbabwe alles verloren habe, ist: Wir sollten nie zu lernen aufhören. Wir sollten nie aufgeben, für ein besseres Leben vieler Menschen zu kämpfen. Tierund Umweltschutz sind von zentralster Bedeutung für unser Leben auf dem ganzen Planeten.

Interviewer: Gerd Müller, gmc1@gmx.ch

GMC’s Rolle: Von Anbeginn dabei und höchst beeindruckt

GMC stiess 1992 auf das Shamwari Game Reserve und begleitete das Projekt von den Kinderschuhen über 15 Jahre lang auf der publizistischen Ebene. Mehr dazu lesen Sie hier:

 

 

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