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Die Schweiz unterstützt das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) auch 2021und 2022

Palestina-Protest in Zürich: Noch immer besetzt Israel palestinänsische Gebiete und eine Zweistaaten-Lösung ist nicht in Sicht. Bild: GMC/Gerd Müller

Bern, 18.11.2020 – Der Bundesrat beschloss an seiner Sitzung vom 18. November 2020, das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) für die kommenden zwei Jahre im gleichen Ausmass wie bisher zu unterstützen. Die Schweiz will die von der UNRWA eingeleiteten Managementreformen weiter unterstützen und eng begleiten. Mit ihrem Beitrag von 40 Millionen Franken trägt die Schweiz dazu bei, die prekäre humanitäre Situation zu lindern, Perspektiven zu schaffen, das Risiko einer Radikalisierung junger Leute zu reduzieren und die Stabilität in der Region zu verbessern.

Wie schon vom Bundesrat in der MENA-Strategie 2021–2024 bestätigt, ist die Instabilität im Nahen Osten eine grosse Herausforderung, lokal, international, aber auch für die Schweiz. Der 2011 ausgebrochene Syrien-Konflikt und die andauernde Blockade des Gazastreifens haben dramatische Konsequenzen für die Palästina-Flüchtlinge, sowohl in Syrien und Gaza wie auch in den Nachbarländern. 95 Prozent der Palästina-Flüchtlinge, die sich noch in Syrien befinden, sind auf humanitäre Hilfe durch die UNRWA angewiesen. Die Covid-19-Pandemie verschärft die Lage der Palästina-Flüchtlinge zusätzlich und stellt die UNRWA vor neue Herausforderungen.

Mit ihrem Beitrag an die UNRWA unterstützt die Schweiz das Hilfswerk dabei, seine Aufgabe trotz der derzeit schwierigen Bedingungen weiterzuführen. Der jährliche Beitrag der Schweiz an das Budget der UNRWA bleibt mit diesem Entscheid für die nächsten zwei Jahre auf dem bisherigen Niveau von rund 20 Millionen Franken pro Jahr. Er ist jedoch vorderhand beschränkt auf die nächsten zwei Jahre und wird nicht wie üblich für vier Jahre, also bis Ende 2024, gesprochen. Mit diesem Vorgehen nimmt die Schweiz weiter aktiv Einfluss auf die Politik und Arbeitsweise der UNRWA. Seit 2005 ist die Schweiz Mitglied der beratenden Kommission der UNRWA, welche den Auftrag hat, den Generalkommissar des Hilfswerks bei der Umsetzung seines Mandates zu unterstützen. Die Schweiz macht sich stark für die strukturellen Reformprozesse der UNRWA sowie die 2019 eingeleiteten Reformen auf Managementebene, damit das Hilfswerk sein Mandat erfüllen und die zur Verfügung gestellten Gelder effizient eingesetzt werden können.

Der Beitrag der Schweiz soll in erster Linie den Programmen der UNRWA zukommen, welche Palästina-Flüchtlingen den Zugang zu Bildung, Gesundheitsvorsorge und sozialen Dienstleistungen ermöglichen. Über die Hälfte des Budgets der UNRWA wird im Bereich der Bildung aufgewendet. An den 711 Schulen des Hilfswerks werden aktuell über eine halbe Million Kinder unterrichtet. Dadurch schafft die UNRWA Perspektiven und trägt dazu bei, das Risiko einer Radikalisierung junger Leute zu reduzieren. Die Abgängerinnen und Abgänger der durch die UNRWA angebotenen und zertifizierten Berufsbildung sind auf dem regionalen Arbeitsmarkt gesuchte Fachkräfte. Nach Ausbruch der COVID-19-Pandemie ergriff die UNRWA verschiedene Massnahmen, damit die Schülerinnen und Schüler nach wie vor vom Bildungsangebot profitieren können, beispielsweise durch E-Learning. Die UNRWA betreibt zudem 144 Gesundheitszentren in der Region, in denen 3,6 Millionen Palästina-Flüchtlinge pro Jahr Zugang zu qualitativ hochstehenden Gesundheitsdienstleistungen erhalten. Das Hilfswerk gewährt ausserdem rund 270 000 Palästina-Flüchtlingen Unterstützung in Form von Nahrungsmitteln oder gezielte Bargeldunterstützungen.

Seit der Gründung im Jahr 1949 ist die UNRWA eine der wichtigsten von der Schweiz finanzierten multilateralen Organisationen im Nahen Osten und ein wichtiger Faktor für Stabilität in der Region. Philippe Lazzarini, seit März 2020 Generalkommissar der UNRWA, ist einer der ranghöchsten Schweizer bei den Vereinten Nationen.


DEZA gewährt Einblick in die Entwicklungszusammenarbeit

Bern, 08.10.2015 – An der diesjährigen OLMA (Halle 9.0) lädt die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA Besucherinnen und Besucher zum Riechen, Schmecken und Entdecken ein. Sie zeigt an der Sonderschau an sieben ausgewählten Beispielen aus verschiedenen Kontinenten, wie sie zur Reduktion von Armut und Hunger und gleichzeitig zu einer umweltschonenden Landwirtschaft beiträgt. Die diesjährige OLMA in St. Gallen dauert vom 8. bis 18. Oktober 2015.

Franshesco ist ein 52-jähriger Kakaobauer in Honduras, der 34-jährige Silverio pflanzt Fichten im Hochland von Peru und die 18-jährige Gezime arbeitet im Gewächshaus in Kosovo. Sie alle haben dank Programmen, mit denen die DEZA zur Reduktion von Armut und Hunger beiträgt, ihre Lebensqualität verbessern können. An der Sonderschau, an der die DEZA ihr Engagement vorstellt, können interessierte Besucherinnen und Besucher buchstäblich über den Tellerrand schauen und sich mit DEZA-Mitarbeitenden austauschen. Ausserdem erzählen Angehörige des Korps für Humanitäre Hilfe (SKH) von ihren Einsätzen in Flüchtlingslagern, können junge Menschen Quizfragen beantworten und es wird gezeigt, wie Schokoladetafeln gegossen werden – selbstverständlich mit Kakaobohnen, die Menschen wie Franshesco in Honduras angebaut haben.

DEZA unterstützt beim Zugang zum Markt

Ob im Norden von Laos, in Honduras, Kosovo oder im Südkaukasus: Wer seine Produkte zu einem auskömmlichen Preis verkaufen kann, wird mehr produzieren, als seine Familie oder Dorfgemeinschaft verbraucht, und kann so zur Ernährung der Gesellschaft beitragen und für schlechtere Zeiten vorsorgen. Doch die Herausforderungen dabei sind gross: Der Zugang zu einem Markt und zu Investitionen ist hierfür notwendig. Millionen von Bäuerinnen und Bauern aber bleiben heute die lokalen, regionalen und nationalen Märkte verschlossen. Es mangelt unter anderem an Infrastruktur, an Anreizen und Konkurrenzschutz. Billige Fertigprodukte aus Industrieländern finden oft leichter Zugang zu den Märkten des Südens als die Produkte der eigenen Region.

Die DEZA unterstützt Bäuerinnen und Bauern bei der Entwicklung von Kooperativen und besseren Organisationsstrukturen, damit ihre Produkte zumindest den lokalen Markt erreichen. In Honduras sind es ertragreichere Kakaopflanzen und in Georgien zusätzliches Trockenfutter für das Vieh, die das Einkommen erhöhen. Im Kosovo werden die Menschen darin geschult, wie sie ihre Produkte weiterverarbeiten und haltbar machen können. Damit werden Arbeitsplätze für Menschen wie Gezime geschaffen.

Verteilung und Klimawandel als zusätzliche Herausforderungen

Hunger ist viel mehr als nur Mangel an Nahrung. Hohe Nahrungsmittelpreise und bewaffnete Konflikte führen häufig dazu, dass Menschen auch dort Hunger leiden, wo eigentlich ausreichend Nahrungsmittel vorhanden sind. Die Humanitäre Hilfe der DEZA verteilt in Flüchtlingslagern in Afrika energiereiche Notnahrung, ermutigt die Bevölkerung aber gleichzeitig, einer bezahlten Beschäftigung nachzugehen, da es auch dort einen Alltag gibt.

Auch Klimaveränderungen in aller Welt stellen die Landwirtschaft vor enorme Herausforderungen. In den Anden unterstützt die DEZA die Einwohner wie beispielsweise Silverio bei der Anpassung an die bereits sichtbare Klimaveränderung, etwa durch die Anpflanzung von Bäumen. In Benin, wo 10 bis 20 Prozent der Getreideernte wegen Insekten und Pilzbefalls während der Lagerung verloren gehen, testet die DEZA die Einführung einfacher Metallsilos, welche diese Verluste minimieren können.

Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, Selbstversorger, Hirten und Fischer schaffen die Grundlagen, damit die Weltbevölkerung ernährt werden kann: 500 Millionen kleine Familienbetriebe produzieren zusammen rund 50% aller Nahrungsmittel. Die Landwirtschaft ist bis heute die wichtigste Erwerbsquelle und der größte Wirtschaftszweig der Welt. Ein Drittel aller arbeitenden Menschen ist in der Landwirtschaft beschäftigt – dort finden sich aber auch 70% der Menschen, die in Armut leben. Verbesserte Anbaumethoden, meist einfache Technologien und Kenntnisse, geeigneteres Saatgut und eine Vielzahl von agrarökologischen Strategien bergen ein gewaltiges Produktivitäts- und Nachhaltigkeitspotential. Sie tragen dazu bei, dass zusätzlich produzierte Lebensmittel tatsächlich da zur Verfügung stehen, wo sie benötigt werden.

Zusätzliche Verweise: