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Menschenrechte / Human Rights

Die Weltklasse-Gitarristen und Vizeweltmeister im Gypsy Blues von Tonic Strings spielen am 12.1.2023, um 20 Uhr, im Zürcher GZ Heuried in Zürich, anlässlich der Buchvernissage und Fotoausstellung des Zürcher Foto-Journalisten Gerd M. Müller.

Toni und Nic Niedermann aus Baden sind als Tonic Strings bekannt und touren mit anderen bekannten Bands. Bild: z.V.g.

Gypsy-Jazz, Latin oder World, Tonic Strings, mit Toni Donadio und Nic Niedermann spielen virtuos, mit grosser Perfektion und Leidenschaft. Passagen höchster Harmonie und Synchronität im Wechsel mit intensiven Solo-Intervallen. Sie sind Fahrende in der Welt der Musik und Suchende in der Welt der Töne und begeistern ihr Publikum seit mehr als 30 Jahren. Die Klänge verwandeln sich in Sprache, die Sprache in Geschichten und die Geschichten in Bilder. Kompositionen voll mediterraner Lebensfreude, Sinnlichkeit und Wärme machen jedes Konzert zu einem mitreissenden und einmaligen Erlebnis. Am 12. Januar 2023 sind sie im GZ Heuried in Zürich. Die Vernissage beginnt um 18.00 Uhr und ab 20.00 Uhr bis 22.00 Uhr spielt das Weltklasse Duo aus Baden. Der Zürcher Foto-Journalist Gerd M. Müller freut sich sehr, auf alle, die auch bei der Buchvernissage und Eröffnung der Fotoausstellung zu Gast sind und hernach das Konzert geniessen. Das wird bestimmt ein unvergesslicher Abend.

Der Zürcher Foto-Journalist Gerd M. Müller, der in den 90er Jahren für alle Deutschschweizer Tageszeitungen arbeitete, hat ein Buch «DAS PENDEL SCHLAGT ZURÜCK – POLITISCHE & ÖKOLOGISCHE METAMORPHOSEN» geschrieben, dass zur Zeit als E-Book Reader Version verfügbar ist. Zur Kapitelübersicht gehts hier.

Zur Buchvernissage hat Müller drei Fotoausstellungen aufgegleist, im Juni 2022 eine 100 Meter lange Freiluft-Fotoexpo im Zürcher Kreis 4 und die zweite Werkschau wird im Zürcher GZ Riesbach vom 29. September bis zum 14. November 2022 ausgestellt.

Die Vernissage ist am 29. September um 18.00 Uhr. Zur FOTO-EXPO GZ RIESBACH

Anfangs 2023 findet vom 12.1. bis 8.2.2023 im GZ Heuried statt. Dazu wird ein hochkarätiges Gypsi-Blues-Konzert mit Tonic Strings und den Weltklasse Gitarren- Virtuosen Toni Donadio und Nic Niedermann das Publikum begeistern. Die Vernissage beginnt um 18.00 Uhr. Zum KONZERT & FOTO-EXPO GZ HEURIED im Januar 2023.

VORVERKAUF KONZERT 12.1.2023

Da die Platzzahl der Konzertgäste auf max. 500 Personen beschränkt ist, haben wir einen Vorverkauf eingerichtet, sodass man sich die Konzert-Tickets von FR. 9.90 was dem E-Book-Reader Preis entspricht reservieren kann.

Via gmc1(at)gmx.ch) kann man die Konzert-Tickets reservieren und entweder via Pay Pal oder via QR-Code Einzahlungsschein überweisen. Nun zur Foto-Expo.

Auf über 40 grossen Panels werden Bilder und Reportagen des Zürcher Foto-Journalisten aus über 30 Ländern gezeigt. Via QR-Code auf den Panels gelangt man direkt zu den Buchkapiteln. Die Panels sind beidseitig bestückt und werden in der Mitte der Laufzeit umgedreht, sodass der 2. Teil der Werkschau enthüllt wird.

Das Buch des Zürcher Foto-Journalisten Gerd Michael Müller nimmt Sie ab den wilden 80er Jahren mit auf eine spannende Zeitreise durch 30 Länder und 40 Jahre Zeitgeschichte mit Fokus auf politische Skandale und ökologische Vorgänge in Krisenregionen rund um den Globus. Er beleuchtet das Schicksal indigener Völker, zeigt die Zerstörung ihres Lebensraumes auf, rückt ökologische Aspekte und menschliche Schicksale in den Vordergrund und analysiert scharfsichtig die politischen Transformationsprozesse. Er prangert den masslosen Konsum und die gnadenlose Aus-beutung der Ressourcen an, zeigt die fatalen Auswirkungen wirtschaftlicher Ausbeutung und politische Ignoranz auf und skizziert Ansätze zur Bewältigung des Klimawandels.

E-Book Version  / Manuskript  / Leseproben 

Konzert und Foto-Expo im GZ Heuried (12.1 bis 8.2.2023)

 Printmedien  /  Autorportrait  / Facebook

Freiluft-Fotoexpo / Bildershop / Shutterstock-Portfolio

Portrait des Zürcher Fotojournalisten und Buchautoren Gerd M. Müller

Zuerst zu einigen spannenden Begegnungen mit berühmten oder berüchtigten VIPs

PORTRAIT DES FOTO-JOURNALISTEN UND BUCHAUTOREN

Gerd M. Müller ging 1986 (24-jährig) in Südafrika in den Untergrund, um sich ein Bild über die Apartheid zu machen. Später traf er Nelson Mandela und den Dalai Lama beide zwei Mal, 1987 sass er neben dem polnischen General Wojciech Jaruselski, (der den russen die Stirn bot) in einem für die polnische politische Elite vorbehaltenen Restaurant, 2006 traf er den russischen Aussenminister Schewardnadse in der damals führenden österreichischen Schlafklinik Lanzerhof, im Jahr 2000 Margaret Thatcher als demente Person im Coiffeur-Salon des Mount Nelson Hotels in Kapstadt.

2014 traf er den iranischen Aussenminister Mohammed Shawar Sarif in der iranischen Botschaft in Bern zum 35. Jährigen Jubiläum der Revolutionsgarden, Wladimir Putin begegnete er im deutschen Bundestag und den chinesischen Staatschef Wen Jibao sah er am WEF. Zudem wurde Müller auf das Kriegsschiff USS John Rodgers vor der Küste Grenadas zum Pressefrühstück eingeladen, nachdem er zufällig an der Feier zum 9. Jahrestag der US-Invasion und einer Ansprache des Ministerpräsidenten Nicolas Breathwater an die Marines beigewohnt war.

Auch sonst hat der Fotoreporter etliche krasse Dinge erlebt, wie zwei Militärverhöre von zwei verfeindeten Staaten, deren Grenze er da und dort überschritten hatte (Senegal & Guinea-Bisseau) an einem Tag. Im Libanon gestaltete sich schon das Überschreiten gewis-ser Stadtgrenzen als sehr abenteuerlich bis zuweilen tödlich. Während Müllers stationärem Einsatz im Sinai gab es zwei der drei Terroranschläge. Auch die IKRK-Missionen während dem Bürgerkrieg in Südafrika (ANC-IFP-Konflikt) und später in Kenya nach den Unruhen im Rift Valley, waren prägende Eindrücke und Er-lebnisse, die sich alle in seinem Buch wiederspiegeln.

Bevor Müller sich 1992 als Fotojournalist selbstständig machte und die Presse- und Bildagentur «GMC Photopress» aufbaute, war er nach der Lehre bei «Oerlikon Bührle» erst im int. Exportgeschäft tätig, wechselte dann in die Werbewirtschaft zum «Media Daten Verlag» («Werbewoche») und war Anzeigenleiter der «NZZ» und des damaligen englisch sprachigen Magazins «The Swiss Review of World Affairs».

Prägende Lebensereignisse waren jedoch die 80er Jahre Jugendunruhen und das Umfeld im AJZ, dass ja auch nebst subersiven Avancen und radikal anarchstischen Tendenzen auch zu der flächendeckenden Überwachung der Bevölkerung führten, was sich im Fichenskandal von 1992 manifestierte. Heute ist ja tausendmal schlimmer.

In den 80er und 90er Jahren produzierte er die Wälzer «Portraits der Schweizer Werbewirtschaft» und «Portraits der Schweizer Kommunikationswirtschaft» beim «Bertschi Verlag und arbeite hernach beim «Radio Tropic» als Moderator und Produzent sowie beim Aargauer Lokalradio «Kanal K», wo er die vier Parteipräsidenten anlässlich der Burka-Initiative und Verschärfung des Asylrechts ins Studio einlud und die heisse politische Debatte souverän moderierte.

Ab 1986/87 war Müller als Resident Manager für «Imholz Reisen» erst im Sengegal, dann in Polen und schliesslich in London für jeweils drei Monate stationiert. Später war er für «Direkt Reisen» in Brasilien (Fortaleza) stationiert und kehrte nach kurzer Zeit nochmals privat nach Brasilien zurück um eine 6000 km langen Fahrt durch vier Bundesstaaten bis nach Manaus zu machen. 2009 beteiligte er sich an einer von Wissenschaftlern, Klimaforschern, Natur- und Umweltschützen begleiteten Expeditions ins Amazonas Delta.

1999 liess er sich für drei Jahre in Samedan im Oberengadin nieder und gründete das «Tourismus & Umwelt Forum Schweiz», dessen Präsident und Geschäftsführer er dann war. So organisierte er eine Rail-Expo mit der Rhätischen Bahn an sechs Bahnhöfen im Kanton Graubünden und dank dem Engagement des berühmten St. Moritzer Tourismus-Delegierten Hans-Peter Danuser viele weitere Gelgenheiten den Klimawandel in den Fokus der Bevölkerung zu lenken. Das war vor 30 Jahren. Seither hat sich die Welt radikale dagegen entschieden, etwas gegen den Klimawandel zu tun – zumindest in dem Ausmass wie esnötig gewesen wäre. Und auch heute 2022 werden die ersten ernsthaften zarten Pflänzchen für das Energie-Umdenken sichtbar. Angesichts eines unsäglichen Krieges. Wie traurig und schwach. Hoffentlich geht nun auch ein Ruck durch die Bevölkerung, die Hauseigentümer, die Immobilien-Gesellschaften, die Industrie. Es ist Zeit aufzuwachen und zu Handeln.

Zum Buch

Das Buch des Zürcher Foto-Journalisten Gerd Michael Müller «DAS PENDEL SCHLÄGT ZURÜCK – POLITISCHE & ÖKOLOGISCHE METAMORPHOSEN» nimmt Sie ab den wilden 80er Jahren mit auf eine spannende Zeitreise durch 30 Länder und 40 Jahre Zeitgeschichte mit Fokus auf politische Skandale und ökologische Vorgänge in Krisenregionen rund um den Globus. Er beleuchtet das Schicksal indigener Völker, zeigt die Zerstörung ihres Lebensraumes auf, rückt ökologische Aspekte und menschliche Schicksale in den Vordergrund, analysiert scharfsichtig und gut informiert die politischen Transformationsprozesse. Müller prangert den masslosen Konsum und die gnadenlose Ausbeutung der Ressourcen an, zeigt die fatalen Auswirkungen wirtschaftlicher Ausbeutung, gesell-schaftlicher Fahrlässigkeit und politische Ignoranz auf und skizziert Ansätze zur Bewältigung des Klimawandels. Pointiert, hintergründig und erhellend erzählt Müller anhand seiner persönlichen Erlebnissen aus seiner investigativen Reise und Reportagetätigkeit für namhafte Medien rund 30 Länder. Ein Mix aus spannenden Polit-Thrillern, tieferen Einsichten und tollen Bekanntschaften und Begegnungen mit berühmten Persönlichkeiten. Eine etwas ab gehobene, nicht alltägliche Reiseliteratur, gespickt mit sozialkritischen und abenteuerlichen Geschichten sowie persönlichen Essays – den Highlights und der Essenz seines abenteuerlich wilden Nomaden-Lebens für die Reportage-Fotografie eben. Nach der Lektüre dieses Buchs zählen Sie zu den kulturell als auch ökologisch sowie politisch versierten GlobetrotterInnen.

Die E-Book-Version ist auf hier zu finden. Zum Manuskript. Zu Facebook.

Zu den Fotoaustellungen

Die Freiluftausstellung im Kreis 4 im Juni 2022. © GMC Gerd M. Müller

2023: GZ Heuried (11.1. bis 8.2.2023) mit Blues-Konzert von Tonic Strings

2022: GZ Riesbach, Zürich Seefeld  (29.9. bis 14.11.2022) Flyer runterladen

2022: Freiluft-Ausstellung Ecke Kanzleistrasse/Urselweg

2021: Freiluft-Fotoausstellung in Zürich im Kreis 4

2017: Werkschau und Konzert in Kirchdorf (AG)

1999: Klima-Fotoausstellungen im Bahnhof von St. Moritz, Pontresina, Davos, Samedan, Pontresina in drei Güterzügen der Rhb

1994: Fotoausstellung an der Berner Ferienmesse

1993: Karibik-Fotoausstellung im Hotel International in Zürich-Oerlikon

Bildershop / Shutterstock-Portfolio

Medien, für die Müller gearbeitet hat:

Annabelle, Animan, Aargauer Zeitung, Airport-Magazin, Badener Tagblatt, Der Bund, Berner Zeitung, Bündner Zeitung, Excellence International, Globo, Glückspost, Der Landbote, facts, Luzerner Zeitung, Luzerner Neuste Zeitung, Mittelland-Zeitung, Modeblatt, Relax & Style, On Bus-iness, Schaffhauser Nachrichten, Solothurner Nachrichten, Die Südostschweiz, Tages-Anzeiger, Tourbillon, Sonntags-Blick, Sonntags-Zeitung, Weltwoche, Welt am Sonntag, Wellness live, World of Wellness, Touring Magazin, WOZ. Zu den Printmedien-Publikationen

Weltklasse Guitarren-Virtuosen Konzert zur Foto-Ausstellung des Zürcher Foto-Journalisten im GZ Heuried in Zürich (12.1 bis 8.2.2023)

French Polynesia: Helicopter flight and airshot from Bora Bora Island. © GMC Gerd M. Müller

Vom 12. Januar bis 8. Februar 2023 wird der Zürcher Foto-Journalist und Buchautor Gerd M. Müller im Gemeinschaftzentrum Heuried in Zürich seine Dritte Fotoausstellung präsentieren, die via QR-Codes zu seinen Buchkapiteln und Stories «DAS PENDEL SCHLAGT ZURÜCK – POLITISCHE & ÖKOLOGISCHE METAMORPHOSEN» führen.

Auf über 40 grossen Panels werden über 200 Bilder und zahlreiche Printmedien-Reportagen aus über 30 Ländern gezeigt. Die Panels sind beidseitig bestückt und werden in der Mitte der Laufzeit umgedreht, sodass der 2. Teil der Werkschau enthüllt wird. Schon zuvor präsentierte Müller seine Ausstellung im Juni 2022 auf 100 Metern Länge im Freien im Kreis 4 und am 29. September 2022 eröffnet er seine Werkschau im GZ Riesbach, die bis zum 14. November dauert.

An der Vernissage und Fotoausstellung im GZ Heuried werden am 12.1.2023 die diesjährigen Vizeweltmeister im Genre Gyppsi-Blues Toni Donadio und Nic Niedermann von Tonic Strings aus Baden ein weltklasse virtuoses Guitarren-Konzert geben. Ich freue mich sehr, dass an diesem Event Literatur, Publizistik, Fotografie und Musik verschmelzen und zu einem fantastisch inspierenden Erlebnis führen.

Nic Niedermann, Vizeweltmeister im Blues, Musiker unterwegs mit Tonic Strings und mit Justina Lee Brown einer begandeter Soul Sängerin. Viel Spass am 11.1.2023

Hier geht es zu den Interpreten

Nun zum Buch, dass der in den 90er und Nuller Jahren bekannte Zürcher Fotojournalist Gerd M. Müller geschrieben und vorerst als E-Book-Reader Version veröffentlicht hat.

Der Oa Hera HIV Kinderchor in Maltahöhe, Namibia. © GMC Gerd M. Müller

Printmedien-Publikationen / E-Book Version

Autor & Fotografenportrait

Bildershop / Shutterstock-Portfolio

FA-18 military jets from Swiss Airforce escorting civil airplaine in the swiss alps. © GMC Gerd M. Müller

Freiluft-Fotoexpo

Facebook

Wer Interesse hat ein wenig im Buch herumzuschmökern, hier die Links zu den Kapiteln:

AFRIKA

Zürich-City: Nelson Mandela’s speach as president and nobel prize winner at the Dolder Hotel in front of the swiss economy elite. © GMC Gerd M. Müller

INHALTSVERZEICHNIS UND KAPITEL

Afrikas wegweisende Wildlife- und Ökoprojekte

Südafrika: Im Kampf gegen die Apartheid im Untergrund

Südafrika 94: IKRK-Einsätze im «ANC-IFP» Bürgerkrieg

Die Bushmänner, deren Leben bald Geschichte ist

Mit den Khoi-San durch das Okavango-Delta pirschen

Kenya: Nach ethnischen Konflikten in der IKRK-Mission in Eldoret

Namibia: EZA, HIV-Schule Oa Hera und im Reich der Geparde

Senegal 86: Zwischen den Fronten und in der Welt der Hexen und Heiler

ASIEN

Portrait von Mahtma Ghandi – dem grossen indischen Freiheitskämpfer und Friedensaktivisten im Aufstand gegen das British Empire. © GMC Gerd M. Müller

Sri Lanka 1992: Die Perle des Orients nach dem Bürgerkrieg

Malediven 93: Die ersten Anzeichen des Klimawandels

Malaysia: Bei den versehrten Orang Utans in Borneo

Indonesien: Dramatische Abholzung und Artensterben

Vietnam 1993 entwickelte sich schneller als ein Polaroid

Magische Mekong Delta Cruise durch die Mäander der 4000 Inseln

LATINAMERIKA

Kuba: 2 Havanna Beauties in Havanna
Kuba: 2 bildhübsche Ladies in traditionellen Kostümen in Havanna. © GMC Gerd M. Müller

Kreuzweg im Kreuzfeuer der Religionen

Osterprozessionen der Mixteken und Indio-Aufstände

Kuba 1993: Auf der Insel der Idealisten, die sich von Hoffnung ernähren

Protest und Lebenslust zu Calypso in London, Trinidad und Zürich

Kolumbien 97: Höllentrip im Dienste der Swissair

Frz. Guyana: Bei den Fremdenlegionären im Survival Camp

Zum Frühstück auf dem Flugzeugträger US John Rodgers

Highlights in Brasilien und Amazonas Cruise-Expedition

KLIMAWANDEL

Aerial shot of the Heart Reef in the Whitesundays. © GMC Gerd M. Müller

Artensterben & Pandemien: Werden wir das überleben?

Endzeit: Das sechste Massensterben hat begonnen, gehen wir mit unter

Die Dürren in Europa sind hausgemachte EU-Agrarsubventionspolitik

Schmetterlingseffekte: Hedge Fonds potenzieren Kriege und den Klimawandel

Ohne radikalen Paradigmenwechsel schaufeln wir unser eigenes Grab

NAHOST/ORIENT

Bild von Rafik Hariri, Libanons ermordeter Ministerpräsident an seiner Gedenkstätte im Zentrum Beiruts.

Aegypten: Bei den Beduinen im Sinai

Libanon: Im Beiruter Flüchtlingscamp «Schatila»

Zu Gast in der iranischen Botschaft zum 35. Jahrestag der Revolution

Südafrika 94: IKRK-Einsätze im «ANC-IFP» Bürgerkrieg

AUSZUG AUS DEM BUCH «DAS PENDEL SCHLÄGT ZURÜCK POLITISCHE & ÖKOLOGISCHE METAMORPHOSEN» DES ZÜRCHER FOTO-JOURNALISTEN GERD MICHAEL MÜLLER

Der HIV-Waisenkinderchor von Oa Hera bei Maltahöhe im Süden Namibias

VORWORT

Das Buch des Zürcher Foto-Journalisten Gerd Michael Müller nimmt Sie ab den wilden 80er Jahren mit auf eine spannende Zeitreise durch 30 Länder und 40 Jahre Zeitgeschichte mit Fokus auf politische Skandale und ökologische Vorgänge in Krisenregionen rund um den Globus. Er beleuchtet das Schicksal indigener Völker, zeigt die Zerstörung ihres Lebensraumes auf, rückt ökologische Aspekte und menschliche Schicksale in den Vordergrund, analysiert scharfsichtig und gut informiert die politischen Transformationsprozesse. Müller prangert den masslosen Kon-sum und die gnadenlose Ausbeutung der Ressourcen an, zeigt die fatalen Auswirkungen wirtschaftlicher Ausbeutung, gesellschaftlicher Fahr-lässigkeit und politische Ignoranz auf und skizziert Ansätze zur Bewältigung des Klimawandels. Pointiert, hintergründig und erhellend erzählt Müller anhand seiner persönlichen Erlebnissen aus seiner investigativen Reise und Reportagetätigkeit für namhafte Medien rund 30 Länder. Ein Mix aus spannenden Polit-Thrillern, tieferen Einsichten und tollen Bekanntschaften und Begegnungen mit berühmten Persönlichkeiten. Eine nicht alltägliche Reiseliteratur, gespickt mit sozialkritischen und abenteuerlichen Geschichten sowie persönlichen Essays – den Highlights und der Essenz seines abenteuerlich wilden Nomaden-Lebens für die Reportage-Fotografie eben. Nach der Lektüre dieses Buchs zählen Sie zu den kulturell als auch ökologisch und politisch versierten GlobetrotterInnen.

IKRK-Einsätze im «ANC-IFP» Bürgerkrieg

Das IKRK protokolliert die Geschehnisse und die Toten und Verwundeten oder Verschwundenen © GMC

Nach dem das Apartheid-Regime durch den UNO-Boykott und den südafrikanischen Widerstand zusammenbrach, kam es zu einem erbittertem Machtkampf zwischen dem «ANC» (African National Congress) und Buthelezi`s «IFP» (Inkhata Freedom Party). Der Bürgerkrieg forderte X-tausend Opfer und machte Zehntausende zu Flücht-ingen. Eine weitere Tragödie, denn zuvor hatte das weisse Regime im Zuge der Rassentrennung Hundertausende von schwarzen Menschen wie Vieh zwangsumgesiedelt. Nun gab es wieder eine Welle von Vertriebenen im Land und Grabenkämpfe unter den Schwarzen. Es war eine erklärte Strategie, der abtretenden, beziehungsweise gefähr-deten Machthabern, mit allen Mittel Zwietracht unter den Schwarzen zu säen und so hat das Botha-Regime Buthelzi als Gegenkandidat zu Mandela aufzustellen. Alle Mittel der Destabilisierung wurden angewandt und die Saat ging auf. Der darauf folgende Bürgerkrieg war fürchterlich.

Südafrika: Red Cross ICRC Ambulances
South Africa: Red Cross / ICRC Ambulances in Zamokhule, one of the riot hot spots at this time. © GMC

Im Südafrika der Nach-Apartheid beschäftigten die Menschen vor allem eins: die ständig wachsende Gewalt-Kriminalität. Hatte die Polizei früher in erster Linie die Verfolgung politischer Gegner zum Ziel, fochten die Sicherheitskräfte und Politiker nun einen fast aussichtslosen Kampf gegen die Brutalität der Kriminalität aus. Der «Taxi-/Minibus-Krieg» in Durban forderte seit Jahren zahlreiche unschuldige Menschenleben. In Kapstadt tobte ein Bandenkrieg unter 80000 Jugendlichen, auch Johannesburg wurde Schauplatz zahlreicher Verbrechen. Als Tourist oder Geschäftsreisender spürte man die «Atmosphäre der Angst» intensiv. Die Polizeikräfte operierten wie paramilitärische Organisationen und hatten einen üblen Ruf, in den jeweiligen Städten.

Die Arbeitslosigkeit betrug fast 40 Prozent und liess so die weit verbreitete Armut und die Kriminalität in die Höhe schnellen, begünstigt durch die Ohnmacht und Korruption des mit sich selbst beschäftigten Justiz- und Polizei-apparates, der im Zuge des radikalen Umbaus gelähmt war. Täglich wurden in Südafrika über 60 Menschen, also jährlich insge-samt gegen 20‘000 Personen umgebracht. Südafrikas Gefängnisse platzten aus allen Nähten. Strafuntersuchungen bleiben jahrelang unbearbeitet liegen. Auch Jugendliche unter 14 Jahren waren vielfach lange Zeit inhaftiert.

Südafrika: Poolsmoor Jail 805
Mit einer UN-Sonderkommission auf Inspektion im Poolsmoor Jail in Kapstadt. © GMC

Ende 1993begleitete ich einen Freund von mir, Daniel S., der als IKRK-/Rotkreuz Südafrika-Delegierter in Johannesburg stationiert war, auf seiner Reise in die Flüchtlingslager, um die dortige Lage zu sondieren, den Opfern zu helfen und die Friedensbemühungen zur Stabilisierung des Landes im Hinblick auf eine demokratische Verfassung und Regierung der «Regenbogen-Nation» zu unterstützen. Wir fuhren zu den damaligen Hotspots «Margate» und «Ladysmith», «Ezakhweni» und «Emphangeni», «Mfung» und «Obizo» sowie «Empendle» protokollierten die abgebrannen Häuser und die Toten, führten Gespräche mit Hinterbliebenen und versuchten zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln.

Eine schwierige, wenn nicht fast aussichtslose Aufgabe. 1994 kam es zu einem weiteren interessanten Treffen, mit Miss South Africa Basetsana Kumalo und an ihrer Seite Kwezi Hani, die junge Tochter von Chris Hani, der gerade ermordet worden war. Chris Hani war Generalsekretär der South African Communist Party (SACP), ein hochrangiges Mitglied des «ANC» sowie Stabschef von dessen be-waffnetem Arm «Umkhonto we Sizwe» (MK).

Als sich in den frühen 1990er Jahren das Ende der Apartheid abzeichnete, war er im «ANC» nach Nelson Mandela eine der beliebtesten Führungsfiguren. Hani wurde im April 1993 von dem polnischen Einwanderer Janusz Waluś ermordet. Dahinter stand ein Komplott, dessen Drahtzieher der ehemalige Parlamentsabgeordnete Clive Derby-Lewis von der Konserwatiewe Party war. Ziel war es, den Verhandlungs-prozess, der zur Beendigung der Apartheid führen sollte, zu zerstören.

Ein teuflischer Plan, der aufging. Das Treffen mit Basetsane fand in einem Spielcasino statt und wurde offensichtlich beobachtet. Es war ja auch eine brandheisse Zeit und die Bespitzelung politischer Akteure und deren Familien und Umfeld eine wohlbekannte Tatsache. Und so wurde auch ich zur Observationszielscheibe. Erst versuchte ein Schwarzer und später zwei Weisse Herren mich unauffällig diskret aber mit Nachdruck auszufragen. Und eine weitere illustre Person versuchte mich dann sogar in Gabarone, also in Botswana zu kontaktieren und in Südafrikas interne Machtkämpfe zu involvieren. Ich lehnte alle Annäherungs-versuche ab und kam so ungeschoren aus den Wirren der politischen Machtkämpfe davon.

Nelson Mandela im Dolder Hotel Zürich bei seinem ersten Staaatsbesuch. © GMC

Im Februar 1996 begann die von Mandela eingesetzte Wahrheits- und Versöhnungskommission (TRC) unter Leitung des Friedensnobelpreisträgers Desmond Tutu. mit der Aufarbeitung der Verbrechen zur Zeit der Apartheid. Die wurde vor allem zur Abrechnung und Demon-tage von Winnie Mandela genutzt, die in diesen Jahren nach Madibas Freilassung viel mehr gelitten hatte und härter kämpfen musste, als ihr Mann. Es war die damalige ANC-Spitze, die beschloss Winnie müsse sich von Nelson trennen um ihm die Wahl zum Präsidenten zu sichern. Winnies Stern stand immer unter dem Nelsons, aber sie war die eigentliche Powerfrau, die während seiner Haftzeit Mandelas Augen und Ohren waren und sie war es, die die Massen mobilisierte.

Einigen Gruppen gingen die in Mandelas Amtszeit erreichten sozialen Verbesserungen auch in Bezug auf die AIDS-Krise, nicht weit genug. Kritiker bemängelten ebenso, dass die Verbrechen des Apartheid-Regimes nicht strafrechtlich genug gesühnt wurden. Kinder unter sechs Jahren, schwangere und stillende Mütter erhielten zum ersten Mal eine kosten-lose Gesundheitsfürsorge; 1996 wurde die Gesundheitsfürsorge für alle Südafrikaner kostenfrei. Mit dem «Land Restitution Act» (1994) und dem «Land Reform Act 3» (1996) wurden Schritte zu einer Landreform unternommen. Während seiner Amtszeit wurden zahlreiche Gesetze der Apartheid-Zeit widerrufen, Armee und Polizei wurden neu aufgestellt.

Das Besuchszimmer sieht recht ordentlich aus. Doch das Gefängnis ist völlig überbelegt. © GMC

Im Rahmen meines humanitären Engagements in Südafrika konnte ich dank dem Zulu-Heiler Credo Vusama Mutwa 1997 auch das Pollsmoor-Gefängnis in Kapstadt (in dem Nelson Mandela die letzten Jahre seiner Haft verbrachte) mit einem kanadischen UN-Gesundheitsinspektorenteam besuchen. In dem für 3‘000 Häftlinge konzipierten Gefängnis waren rund 7‘000 Häftlinge inhaftiert. Fast 30% der Insassen waren damals HIV-positiv und viele Häftlinge wurden jahrelang ohne Anklage festgehalten, etliche verstarben. Es waren schockierende Zustände, die wir da antrafen. Ein Esslöffel als Kostprobe in der Gefängnisküche reichte aus, dass ich hernach Staphy-lokokken und Streptokokken hatte. Pädagogisch befremdend war auch, dass es im Kinderspielzimmer einzig eine Plastik-Schusswaffe als Spielzeug gab. So züchtet man von Kindesbeinen an eine neue nachwachsende Generation von Armut getriebener Krimineller heran.

Vusama Credo Mutwa, der zweithöchste Zulu-Sangoma ist ein sehr weiser und gütiger Mann

Den Zulu-Sangoma, Bantu-Schriftsteller & Historiker Credo Vusama Mutwa lernte ich im «Shamwari Game Reserve» kennen zusammen mit Dr. Jan Player, dem Rhinozeros-Retter und «Wilderness-Leadership-School»-Gründer. Die ganze Nacht über erzählte mir der gebildete Mensch die spirituellen Geheimnisse und ethnischen Zusammenhänge sowie kulturellen Eigenschaften und Besonderheiten der Bantu-Völker von Nord- bis Südafrika. Auch war er der erste, der den Klimawandel erkannte und mir erklärte, was es für die Völker und Regionen bedeutet, wenn der eine oder andere Käfer, diverse Insekten, die Schildkröten oder andere Wildtierarten und Meeressäuger aussterben und das zu Dürren und Plagen führe. In prophetischer Weitsicht hat Credo die Konflikte erkannt die daraus entstehen würden sowie es auch bei Staudamm-Projekten immer wieder zu Konflikten kommt, weil das ja die Lebensgrundlage vieler Menschen in mehreren Ländern verändert. Auch die Plagen wie wir sie in den letzten 20 Jahren erleben, hat er voraus gesagt. Und das gute 10 Jahre vor dem erste «IPPC»-Klimabericht.

Nur war ich gerade mit meiner Tochter und ihrer Mutter unterwegs und hatte noch Termine und Treffen bezüglich Wildlife- und Ökoprojekte und konnte nicht hier bleiben, um Credo beim «Kaya Lendaba» zu helfen. Ich war hin und her gerissen. Der Zulu-Heiler wollte die Wunden der Regenbogennation heilen und beim «Shamwari Game Reserve» ein multikulturelles Dorf bauen, in dem alle südafrikanischen Ethnien vertreten sein würden. Es sollte als Leuchtpfahl für die Wiedervereinigung Südafrikas dienen und helfen, die Konflikte zu beenden.

Das Dorf Kaya Lendaba sollte die Stämme der Regenbogennation zusammenführen. © GMC

Gerne hätte ich die Ausbildung zu einem «Sangoma», also einem Heiler gemacht, da Credo mir die Qualifikationen und die geistig-spirituelle Weltsicht zutraute. Dies erfüllte mich mit Stolz und wäre wohl eine wegweisende Weiche in meinem Leben gewesen, denn ursprünglich wollte ich auch mal als Game Ranger in einem dieser neu entstehenden Wildlife-Reservate arbeiten. Ich konnte mir nichts Schöneres vor stellen, als Wildlife-Manager in einem intakten und geschützten oder schützenswerten Umfeld zu arbeiten. Daher reiste ich immer wieder nach Botswana, Südafrika und Namibia, um mir einen Teil dieses Traums zu erfüllen und es war immer ein grossartiges Gefühl im Busch und in der Wildnis unterwegs zu sein.

Nach den Freveln des Apartheidregimes kam eine neue schwarze Elite, die sich an Südafrika ebenso schamlos bereicherten, wie ihre weissen Vorgänger. Hier zwei Beispiele:

Headerbild Südafrika Township Soweto 499
Township Soweto © GMC

2011: Gadaffis Milliarden in den Händen Zumas untergetaucht

2017: Gupta-Leaks: Wie indische Kleptokraten dank Zuma Südafrika plünderten

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E-Book Neuerscheinungen: «DAS PENDEL SCHLÄGT ZURÜCK – POLITISCHE & ÖKOLOGISCHE METAMORPHOSEN»

Das Buch des Zürcher Fotojournalisten ist nun als E-Book Reader Version für Euro 9.90 erhältlich. Dazu gab es eine der längsten Buchvernissagen der jüngeren Geschichte mittels einer Freiluft-Fotoausstellung auf über 100 Metern im Zürcher Kreis 4.

Zudem stehen zwei hochkarätige Events an: Zunächst die Werkschau im GZ Riesbach in Zürich, Kreis 8 vom 29. August 2022 bis zum 14. November 2022.

Danach das Neujahr-Konzert am 12. Januar 2023´ im zürcher GZ Heuried mit den Weltklasse Guitarren-Virtuosen aus Baden, Toni Donadio und NIc NIedermann, von Tonic Strings die diesjährigen Vizeweltmeiser im Gypsy-Soul, Blues und Jazz Genre.

Über den Autor & Pressefotografen

Müller ging 1986 in Südafrika in den Untergrund um sich ein Bild über die Apartheid zu machen. Später traf er Nelson Mandela und den Dalai Lama beide zwei Mal, 1987 sass er neben dem polnischen General Wojciech Jaruselski, (der den russen die Stirn bot) 1986 in einem für die polnische politische Elite vorbehaltenen Restaurant, 2006 traf er den russischen Aussenminister Schewardnadse in der damals führenden österreichischen Schlafklinik Lanzerhof, im Jahr 2000 Margaret Thatcher als demente Person im Coiffeur-Salon des Mount Nelson Hotels in Kapstadt. 2014 traf er den iranischen Aussenminister Mohammed Shawar Sarif , in der iranischen Botschaft in Bern zum 35.  Jährigen Jubiläum der Revolutionsgarden, Wladimir Putin begegnete er im deutschen Bundestag und den chinesischen Staatschef Wen Jibao sah er am WEF.

Zuden wurde Müller auf das Kriegsschiff USS John Rodgers vor der Küste Grenadas zum Pressefrühstück eingeladen, nachdem er der Feier zum 9. Jahrestag der US-Invasion beigewohnt war. Auch sonst hat der Fotoreporter etliche krasse Dinge erlebt, wie zwei Militärverhöre von zwei verfeindeten Staaten, deren Grenze er da und dort überschritten hatte (Senegal & Guinea-Bisseau) an einem Tag. Im Libanon gestaltete sich schon das Überschreiten gewisser Stadtgrenzen als sehr abenteuerlich bis zuweilen tödlich. Während Müllers stationärem Einsatz im Sinai gab es zwei der drei Terroranschläge. Auch die IKRK-Missionen während dem Bürgerkrieg in Südafrika (ANC-IFP-Konflikt) und später in Kenya nach den Unruhen im Rift Valley, waren prägende Eindrücke und Erlebnisse, die sich alle in seinem Buch wiederspiegeln.

Bevor Müller sich 1992 als Fotojournalist selbstständig machte und die Presse- und Bildagentur «GMC Photopress» aufbaute, war er nach der Lehre bei «Oerlikon Bührle» erst im int. Exportgeschäft tätig, wechselte dann in die Werbewirtschaft zum «Media Daten Verlag» («Werbewoche») und war Anzeigenleiter der «NZZ» und des damaligen englisch sprachigen Magazins «The Swiss Review of World Affairs».

Dann produzierte er die Wälzer «Portraits der Schweizer Werbewirtschaft» beim «Bertschi Verlag und arbeite hernach beim «Radio Tropic» als Moderator und Produzent sowie beim Aargauer «Lokalradio Kanal K, wo er die vier Parteipräsidenten anlässlich der Burka-Initiative und Verschärfung des Asylrechts ins Studio einlud und die heisse politische Debatte souve-rän moderierte.

Ab 1986/87 war Müller als Resident Manager für Imholz Reisen erst im Senegal, dann in Polen und schliesslich in London für jeweils drei Monate stationiert. Später war er für Direkt Reisen in Brasilien (Fortaleza) stationiert und kehrte nach kurzer Zeit nochmals privat nach Brasilien zurück um eine 6000 KM lange Fahrt durch vier Bundesstaaten bis nach Manaus zu machen.

1999 liess er sich für zweieinhalb Jhre in Samedan im Oberengadin nieder und gründete das Tourismus & Umwelt Forum Schweiz, dessen Präsident und Geschäftsführer er dann war. So organisierte er eine Rail-Expo mit der Rhätishen Bahn an sechs Bahnhöfen im Kanton Graubünden.

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Konzert und Foto-Expo GZ Heuried (12.1.2023)

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PRESSE PORTFOLIO (Medien für die Müller gearbeitet hat)

Annabelle, animan, Aargauer Zeitung, Airport-Magazin, Badener Tagblatt, Der Bund, Berner Zeitung, Bündner Zeitung, Excellence International, globo, Glückspost, Der Landbote, facts, Luzerner Zeitung, Luzerner Neuste Zeitung, Mittelland-Zeitung, Modeblatt, Relax & Style, On Business, Solothurner Nachrichten, Die Südostschweiz, Sonntags-Blick, Sonntags-Zeitung, Weltwoche, Welt am Sonntag, Wellness live, World of Wellness Schaffhauser Nachrichten, Tages-Anzeiger, Tourbillon, Touring Magazin, WOZ.

FOTOAUSSTELLUNGEN

2023: GZ Heuried, Zürich (11.1. bis 8.2.2023) mit KOnzert von Tonic Strings

2022: GZ Riesbach, Zürich Seefeld  (29.9. bis 14.11.2022)

2022: Freiluft-Ausstellung Ecke Kanzleistrasse/Urselweg

2021: FreiluftFotoausstellung in Zürich im Kreis 4

2017: Werkschau und Konzert in Kirchdorf (AG)

1999: Klima-Fotoausstellungen im Bahnhof von St. Moritz, Pontresina, Davos, Samedan, Pontresina in drei Güterzügen der Rhb

1994: Fotoausstellung an der Berner Ferienmesse

1993: Karibik-Fotoausstellung im Hotel International in Zürich-Oerlikon

EINLADUNG ZUR FREILUFT-FOTO-EXPO UND BUCHVERNISSAGE AM FREITAG, 17. JUNI 2022

Liebe Freunde, Bekannte, Anwohner und Medienschaffende

Seit zwei Tagen ist die Freiluft-Foto Expo und Werkschau des Zürcher Fotojournalisten Gerd Michael Müller im Zürcher Kreis 4 (Ecke Kanzleistrasse 137/Urselweg) auf 100 Metern aufgehängt und hat regen Zuspruch erfahren. Diesen Freitag von 18.00 bis 20.00 Uhr ist eine Buch-Vernissage geplant, die nun auf www.self-publishing.com als E-Book Reader Version erhältlich ist.

Die Werkschau umfasst 50 Panels, die beideitig bebildert und mit Müllers Reportagen bestückt sind. Via den QR-Codes auf den Panels gelangt man direkt zu den Stories auf der Webseite von GMC Photopress, der Presse- und Bildagentur, die Müller in den 90er Jahren aufgebaut hat.

Nach wie vor kann man also alle Stories kostenlos nachlesen und die spannenden Reportagen so vertieft anschauen. Hier die Links zu den weiteren Infos. Ich freue mich auf Ihren/Euren Besuch oder Kommentare.

Der Zürcher Fotojournalist Gerd Michael Müller hat soeben sein Buch

«DAS PENDEL SCHLÄGT ZURÜCK POLITISCHE & ÖKOLOGISCHE METAMORPHOSEN»

veröffentlicht und dazu einige Fotausstellungen aufgegleist und aktuell die Freiluftausstellung im Zürcher Kreis 4 eröffnet. Weitere Foto-Expos sind im GZ Riesbach (29.9.22 bis 14.11.22) und im GZ Heuried (Januar 2023) geplant. 

Die Fotoausstellung führt mittels Barcode zu den Online-Stories auf der Webseite von GMC Photopress – der Bild & Presseagentur von Gerd Michael Müller. Die Ausstellungs-Panels sind auf der Vorder- und auf der Hinterseite mit Bildern und Reportagen bestückt und werden in der Mitte der Ausstellungszeit umgekehrt.

Die Panels wurden möglichst ökologisch, nachhaltig und wiederverwertbar hergestellt. Auch wurden die Bilder und Exponate von früheren Ausstellungen und publizierten Reportagen verwendet. Die Werkschau entspricht daher nicht den schönsten und edelsten Kriterien doch die Inhalte machen den Kompromiss wett. Ein Augenschein gefällig.

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PRESSE PORTFOLIO (Medien für die Müller gearbeitet hat)

Annabelle, animan, Aargauer Zeitung, Airport-Magazin, Badener Tagblatt, Der Bund, Berner Zeitung, Bündner Zeitung, Excellence Internatio-nal, globo, Glückspost, Der Landbote, facts, Luzerner Zeitung, Luzerner Neuste Zeitung, Mittelland-Zeitung, Modeblatt, Relax & Style, On Bus-iness, Solothurner Nachrichten, Die Südostschweiz, Sonntags-Blick, Sonntags-Zeitung, Weltwoche, Welt am Sonntag, Wellness live, World of Wellness, Schaffhauser Nachrichten, Tages-Anzeiger, Tourbillon, Touring Magazin, WOZ.

FOTOAUSSTELLUNGEN               

2023: GZ Heuried, Zürich (11.1. bis 8.2.2023) mit Blues-Konzert von Tonic Strings

2022: GZ Riesbach, Zürich Seefeld  (29.9. bis 14.11.2022)

2022: Freiluft-Ausstellung im Juni (Ecke Kanzleistrasse/Urselweg)

2021: Freiluft-Fotoausstellung in Zürich im Kreis 4

2017: Werkschau und Konzert in Kirchdorf (AG)

1999: Rail Expo in drei Güterzügen der Rhb an sechs Stationen im Graubünden

1999: Fotoausstellung im Chesa Suder in Samedan

1994: Fotoausstellung an der Berner Ferienmesse

1993: Karibik-Fotoausstellung im Hotel International in Zürich-Oerlikon

HUMANITÄRE EINSÄTZE

2010: Interteam Assessment für Einsatz als Experte für nachhaltige Tourismusentwicklung

2010: Projektmanagement Foto-Expo „Humanität & Nachhaltigkeit“ (3 Monate in Zürich)

2009: Namibia/Nacobta: Besuch im Spital Rehoboth, beim HIV-Kinderprojekt „Ama Buruxa, bei der Cheetah Foundation (CCF)

2008: Kenya: Red Cross Mission in Eldoret, Rift Valley, Interview mit stv. ICRC Generalsekretär Dr. James Kisia

2006: Amazonas-Cruise-Expedition mit Wissenschaftlern (Amazonas- und Artenvielfalt-Experten, Meeresbiologen,

99-02: Tourismus & Umwelt Forum Schweiz: Veranstaltungen, Ausstellungen und Medienarbeit

1998: Expedition zu den Iban-Kopfjägern und Besuch der Orang Utan Reha auf Sabah/Sarawak in Borneo

94-08: PR- und Medienarbeit für das Wildlife-Projekt „Shamwari Game Reserve“ in Port Elisabeth in Südafrika

91/92: Begleitung humanitärer Einsätze des Red Cross South Africa während dem ANC/IFP-Bürgerkrieg

86/87: Im Untergrund in Soweto und Begleitung von UN-Inspektoren bei Gefangenenbesuchen im „Poolsmoor Jail“ in Capetown.

Herzlichen dank für Ihre Aufmerksamkeit. Ich freue mich, Sie allenfalls auch an der Vernissage am 29. September 2022 oder am  Umkehr-Event am 17.10.22 im GZ Riesbach (Zürich-Seefeld) oder im januar 2023 im GZ begrüssen zu dürfen

Ihr
Gerd Michael Müller

Indonesien & Malaysia: Dramatische Abholzung und Artensterben in Kauf genommen

Auszug aus dem Buch des Zürcher Fotojournalisten Gerd M. Müller. Das ganze Manuskript ist als E-Book-Version vorhanden und Leseproben finden Sie hier.

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Vorwort

Das Buch des Zürcher Foto-Journalisten Gerd Michael Müller nimmt Sie ab den wilden 80er Jahren mit auf eine spannende Zeitreise durch 30 Länder und 40 Jahre Zeitgeschichte mit Fokus auf politische Skandale und ökologische Vorgänge in Krisenregionen rund um den Globus. Er beleuchtet das Schicksal indigener Völker, zeigt die Zerstörung ihres Lebensraumes auf, rückt ökologische Aspekte und menschenliche Schicksale in den Vordergrund, analysiert scharfsichtig und gut informiert die politischen Transforma-tionsprozesse. Müller prangert den masslosen Konsum und die gnadenlose Ausbeutung der Ressourcen an, zeigt die fatalen Auswirkungen wirtschaftlicher Ausbeutung, gesellschaftlicher Fahrlässigkeit und poli-tische Ignoranz auf und skizziert Ansätze zur Bewältigung des Klimawandels. Pointiert, hintergründig und erhellend erzählt Müller anhand seiner persönlichen Erlebnissen aus seiner investigativen Reise und Reportagetätigkeit für nahmhafte Medien rund 30 Länder.

Nun zum Bericht über Borneo, Malaysia und Indonesiens Regenwald-Vernichtung:

Dramatische Abholzung und Artensterben in Kauf genommen

Malaysia: A man is trying to cruise on the river in Sarawak which is full of cut off timer trees. © GMC

Wie sieht die Situation heute aus? Der Lebensraum der Menschenaffen hat sich weiter drastisch reduziert und so ist auch ihr Bestand nicht gewachsen sondern wurde weiter dezimiert. Zwar haben Genomiker an Universität in Zürich kürzlich eine neue Art auf Sumatra entdeckt, den Tapanuli-Orang Utan, deren Refugium in den zerklüfteten Bergen der Region Batang Toru in Indonesien liegt. Ein erschossener Orang Utan in Raja wurde näher untersucht und von den Wissenschaftlern als neue Art eingestuft. Sie wird zugleich aber auch die Art sein, die am schnellsten wieder auf dem Primatenradar verschwinden wird. Die geschätzten 800 Primaten sind, wie auf Borneo auch hier in Indonesien von Waldrodungen für Palmölplantagen, Zersiedlung und von einem Staudamm-Projekt betroffen. Und nicht nur sie sterben lautlos aus. Auch viele andere Spezies gehen unter. Eine Million Arten sind in den nächsten Jahrzehnten vom Aussterben bedroht. Dies ist das vernichtende Fazit des «Weltbiodiversitätsrates» (IPBES) von 2019. Reptilien und Vögel haben es schwer, aber auch immer mehr Säugetiere sterben aus. 540 Landwirbelarten wurden im 20 Jahrhundert ausgerottet. Die meisten im asiatischen Raum.

Der Lebensraum vieler Tierarten geht verloren, das Massensterben und der Raubbau gehen weiter. © GMC

Die Schweiz hat gerade eben mit Indonesien ein umstrittenes Wirtschaftsabkommen abgeschlossen und setzt dabei im Abkommen auf «RSPO»-Standards, die in Zusammenarbeit mit Unternehmen, Umweltorganisationen und Hilfswerken entstanden war. Gemäss dem Verordnungsentwurf würden Zertifizierungen nach vier Standards geprüft. Neben dem «Round table on sustainabel Palm Oil» (RSPO), dem «Standard ISCC Plus» (International Sustainability and Carbon Certification) und der sogenannten «POIG» (Palm Oil Innovation Group). Doch damit werden weder die Abholzung noch Staudamm-Projekte gestoppt und auch der Lebensraum der Orang Utan und vieler anderer Spezies ist weiterhin dem Untergang geweiht. Ein Abkommen mit Nachhaltigkeitszielen ist zwar ein kleiner Fortschritt, ändert aber leider nichts an der Tatsache, dass der Raubbau weiter geht und es zu wenig Schutzgebiete gibt, denn der Bedarf an Palmöl ist extrem gestiegen und steigt weiter.

Hier stand einmal ein Regenwald mit unglaublicher Artenvielfalt und Biodiversität, heute nur noch Palmöl

Entsprechend wuchs auch die Anbaufläche, die durch die Rodung des Primärwaldes zustande kam. Seit 2008 ist die Fläche dafür jährlich um 0,7 Millionen Hektaren angestiegen, eine Fläche viermal so gross wie der Kanton Zürich. Und der Bedarf wird sich bis 2050 voraussichtlich nochmals mehr als verdoppeln. Auf der Insel Borneo gehen 50 Prozent der Rodungen auf den Palmölanbau zurück. Im viel grösseren Indonesien sind es auch schon 20 Prozent. Es gibt zwar auch positive Anzeichen der «RSPO»-Zertifizierung, doch das Gros der Betriebe handeln nach dem Prinzip der Ökonomie der Grösse (70 Prozent) und nur ein Drittel werden über Kleinbauern und Kooperativen angebaut, womit das weitere Zerstörungspotential eminent hoch bleibt.

Palm oil plantation in Sarawak, where before the primary forest was destroyed completely. © GMC

Sechs Prozent aller Tierarten befinden sich auf der Insel Borneo. Seit über 4000 Jahren werden die Regenwälder Borneos von den Indigenen bevölkert. Im Laufe der letzten 50 Jahren wurde knapp die Hälfte des Regenwaldes in Kalimantan, dem indonesischen Teil Borneos abgeholzt. Es gibt Tausende von Landkonflikten von indigenen Gemeinden gegen grosse Holzunternehmen, doch der Staat und die Justiz machen es der Bevölkerung schwer, an ihre Rechte heranzukommen und ihr Land gegen den Raubbau zu verteidigen. Zwar gibt es seit 30 Jahren eine Konvention zum Schutz der Regenwälder, doch die wurde nie vom indonesischen Parlament ratifiziert und umgesetzt. Ausserdem ist zu beobachten, dass fast alle Politiker entweder ehemalige oder noch amtierende Holzindustrielle in Jakarta sind, wie Norman Jiwan von der NGO «TuK» berichtet. Und von der Palmölindustrie profitieren nur weniger als 30 der reichsten indonesischen Familien. Da die Rechte der indigenen Völker und ihre seit Jahrhunderten ökologisch genutzter Grundbesitz nicht annerkannt sind, kann die Holzindustrie schalten und walten wie sie will, notabene mit den notwendigen Papieren der Regierung.

Malaysia/Borneo: Iban Headhunter sitting in a typical long house with lot’s of kids around. © GMC

Die Abnehmer der Holzfirmen sind auch die Eigentümer der Palmölindustrie-Betriebe, die so durch den Raubbau gleich doppelt verdienen, denn nur fünf Jahre nach dem Abholzen des Regenwaldes können schon erste Gewinne aus dem Palmölgeschäft vernbucht werden. Die Kleptokratie in Indonesien kennt keine Grenzen. Die Rechte der Indigenen Völker werden gnadenlos unterminiert, ihr Grundbesitz kaum oder ohne Entschädigung  enteignet. Ist der Urwald einmal gerodet kann die Regierung ihn problemlos als minderwertigen Wald bzw. landwirtschftliche Nutzfläche deklarieren und durch Lizenzen an die Palmölgesellschaften verpachten womit die lokalen Gemeinschaften so für immer ihre Rechte an eigenen Land verlieren. Die internationalen Profiteure nebst den indonesischen Firmen sind global Players wie «Nestle», «Cargill», «Unilever», «Procter & Gamble» usw..

Malaysia: A typical Iban Headhunter long house in the rain forest of Sarawak on Borneo Island. © GMC

Die Hafenstadt Samarinda an der Mündung des Flusses Mahakam, ist ideal gelegen um das „Grüne Gold“ nach Übersee zu verschiffen. Das lokale Sägewerk in Samarinda und die Holzfällerfirma sind «FSC»-zertifiziert. Viele streben die «FSC»-Zertifizierungen an und erhalten sie auch, obschon sie ihr Geschäft mit Landraub auf indigenen Gebieten rücksichtslos ausdehnen. Daher kann man den wenigsten Zertifizierungen Glauben schenken. Es ist reine Augenwischerei, darauf vertrauen zu wollen. Denn die Kontrolleure sogenannter Zertifizierungslabels sind private Firmen, die sich die nächsten Aufträge dadurch sichern wollen, dass sie möglichst viel und bedenkenlos zertifizieren, vermeldet die österreichische «Greenpeace-Sprecherin» Ursula Bittner. „Eines der grössten Probleme bei den Kontrollen sind die Akteure im Geschäft. Je lascher die Kontrollen sind, desto mehr Aufträge fliessen den Kontrolleuren zu“. Das führe zu wenigen und ungenügenden Kontrollen, zu Intransparenz, die kaum eine echte Ursprungs-Rückverfolgbarkeit zulassen, moniert «Greenpeace». Die Entscheidungen orientieren sich an der Industrie und der korrupten Politik. Auch Lukas Straumann vom «Bruno Manser Fond» in Basel bestätigt, dass die Korruption in Malaysia und in Indonesien weitverbreitet ist.

Innert 30 Jahren hat der Mensch 60 Prozent der Arten durch seinen rücksichtlosen Raubbau ausgerottet

Tropisches Regenwald-Sperrholz gelangte so auch zu den Olympischen Spielen in Tokyo und wurden via die «Firma Sumitomo Forestry», einer der wichtigsten Holzlieferanten für die Olympischen Spiele in den Stadien dafür gebraucht wurden, die Betonfundamente auszuformen, so Hanna Heineken, Finanzexpertin von «Rainforest Action Network». Die japanische Regierung musste in der Folge zugeben, dass in allen Olympischen Stadien tropisches Regenwaldholz verbaut wurde, das aus zwielichtigen Quellen und von Firmen kamen, die in Landkonflikte, Menschenrechtsverletzungen, Steuerbetrug, Lizenz-Betrug und viele andere Wirtschaftsdelikte involviert waren. Tja und wo ist der Sitz der Olympischen Gemeinde? In der Schweiz, in Lausanne. Da fragt man sich doch, wie weit die Verantwortung des Olympischen Kommitees reicht? Offensichtlich nirgendwo hin! Das «Olympische Kommitee» scherte sich offensichtlich keinen Deut um nachhaltige Spiele und sollte fortan vermehrt in die Pflicht genommen werden.

Malaysia: A handicaped orang utan baby lying on a wood bridge near Orang Utan Reha in Sepilok. © GMC

Leider ist es aber auch so, dass die Schweizer Regierung mit der Indonesischen Regierung ein als nachhaltig gelobtes Witschaftsabkommen abgeschlossen hat, das wie soviele Papiertiger, keinen Cent Wert ist. Es dient lediglich zur Beruhigung allzu gläubiger KonsumentInnen, der Rechtfertigung durch die Ausbeuter und Profiteure in Banken- und Wirtschaftskreisen, niemals aber zum Schutz des Regenwaldes oder zur tatsächlichen Einhaltung indigener Menschenrechte. So auch im malayischen Teil von Borneo.

Die Sarawaker Familie Taib Mahmud ist anüber 400 Firmen beteiligt und hat ihr Vermögen in Dutzende von Ländern verschoben. 150 Millionen US Dollar wurden nach Angaben von «Interpol» jährlich von der Taib Mahmud Familie nachweislich über ein internationales Bankengeflecht gewaschen. Die «Deutsche Bank» war da sehr stark involviert und dem Malayischen Premierminister Najib Rasak wurde im «1MbD-Skandal» nachgewiesen, dass er 681 Millionen Dollar von einer Singaporer Bank erhalten hat, die er im Zusammenhang mit der immensen Geldwäsche beim «1MbD-Fund» abgezweigt hat.

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Im Reich der liebenden Hände bei den Ayurveda Pionieren in Kerala

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GZ-Riesbach Werkschau 29.9.bis 14.11.22)

Konzert und Foto-Ausstellung im GZ Heuried (12.1 bis 8.2.2023)

Autor/Fotografenportrait / Facebook

Bildershop / Shutterstock-Portfolio

WALLPAPER-WERKSCHAU ZUR BUCHVERNISSAGE IM GZ RIESBACH VOM 29. SEPTEMBER BIS ZUM 14. NOVEMBER

Der «Oa Hera» HIV-Waisenkinder Chor bei Maltahöhe in Namibia, wo fast ein Drittel aller Kids Waisen sind

Wallpaper-Werkschau im GZ Riesbach, 8008 Zürich vom 29. September bis 14. November 2022

Vernissage: Donnerstag, 29. September, 19.00 – 21.00 Uhr

Ich freue mich, Sie zu meiner Buchvernissage im Gemeinschaftszentrum Riesbach in Zürich am 29. September 2002 einladen zu dürfen. Es erwartet Sie eine Fotoausstellung auf zwei Etagen mit über 30 grossformatigen mit Bildern und Reportagen bestückten Panels.

Die Werkschau umfasst weit über 150 Bilder aus über 30 Jahren Reportage-Fotografie beleuchtet Einzigartiges in vielen Ländern rund um den Globus von Australien bis Zimbabwe. Dazu kann man/frau mittels der QR-Code auch gleich während dem Spaziergang durch die Fotoausstellung zur Story gelangen.

In der Mitte der Laufzeit, am 17. Oktober, werden die Panels umgekehrt und der 2. Teil der Werkschau kommt zum Vorschein, da alle Panels beideitig bestückt sind. Es sind sowohl Reportagen als auch Bilderstrecken zu sehen, die zu den einzelnen Buchkapiteln führen und dazu animieren, mehr über die Story zu erfahren.

Das Buch liegt als E-Book Version-Version für Fr. 9.90 vor und die einzelnen Kapitel können Sie sich auch hier auf meiner Webseite anschauen. Wer sich ein Bild über den Foto-Fundus machen will, der kann sich entweder via www.shutterstock.com oder auf das Bildarchiv von GMC Photopress via www.allmyphotos.ch zugreifen.

Die Freiluft Fotoausstellung des Zürcher Fotojournalisten im Zürcher Kreis 4 auf fast 100 Metern länge.

Vorwort zum Buch

Das Buch des Zürcher Foto-Journalisten Gerd Michael Müller nimmt Sie ab den wilden 80er Jahren mit auf eine spannende Zeitreise durch 30 Länder und 40 Jahre Zeitgeschichte mit Fokus auf politische Skandale und ökologische Vorgänge in Krisenregionen rund um den Globus. Er beleuchtet das Schicksal indigener Völker, zeigt die Zerstörung ihres Lebensraumes auf, rückt ökologische Aspekte und menschenliche Schicksale in den Vordergrund, analysiert scharfsichtig und gut informiert die politischen Transformationsprozesse. Müller prangert den masslosen Konsum und die gnadenlose Ausbeutung der Ressourcen an, zeigt die fatalen Auswirkungen wirtschaftlicher Ausbeutung, gesellschaftlicher Fahrlässigkeit und politische Ignoranz auf und skizziert Ansätze zur Bewältigung des Klimawandels. Pointiert, hintergründig und erhellend erzählt Müller anhand seiner persönlichen Erlebnissen aus seiner investigativen Reise und Reportagetätigkeit für nahmhafte Medien rund 30 Länder.

Nun ein paar Fakten über den Zürcher Fotojournalist und Buchautor Gerd M. Müller.

HIGHLIGHTS OF A WILD LIFE

Einzigartig: Hand in Hand mit einem handicapierten jungen Orang Utan durch den Regenwald spazierend. © GMC Gerd M. Müller

Portrait des Fotojournalisten & Autors Gerd Michael Müller

PRESSE PORTFOLIO (Medien für die Müller gearbeitet hat)

Printmedien: Annabelle, animan, Aargauer Zeitung, Airport-Magazin, Badener Tagblatt, Der Bund, Berner Zeitung, Bündner Zeitung, Excellence International, Globo, Glücks-post, Der Landbote, facts, Luzerner Zeitung, Luzerner Neuste Zeitung, Mittelland-Zeitung, Modeblatt, Relax & Style, On Business, Solothurner Nachrichten, Die Südostschweiz, Sonntags-Blick, Sonntags-Zeitung, Weltwoche, Welt am Sonntag, Wellness live, World of Wellness, Schaffhauser Nachrichten, Tages-Anzeiger, Tourbillon, Touring Magazin, DIe Welt, WOZ.

Agenturen: action press, age, comet, dpa, dukas, Keystone, GMC Photopress, picture alliance, RDB.

Online: Adobe, Alamy, dreamstime, shutterstock

Shutterstock-Portfolio: https://www.shutterstock.com/g/GMC+Photopress

Radiostationen: Moderator und Produzent bei Radio Tropic in Zürich und Moderator beim Kanal K in Aargau

Anzeigenleiter NZZ und Swiss Review of World Affairs

FOTOAUSSTELLUNGEN        

  2023: GZ Heuried, Zürich (12. Januar Konzert mit Tonic Strings)   

2022: GZ Riesbach, Zürich Seefeld  (29.9. bis 14.11.2022)

2022: Freiluft-Ausstellung Ecke Kanzleistrasse/Urselweg (Juni)

2021: Freiluft-Fotoausstellung in Zürich im Kreis 4

2017: Wallpaper-Werkschau und Konzert in Kirchdorf (AG)

1999: Rail Expo in drei Güterzügen der Rhb an sechs Stationen im Graubünden

1999: Klima-Fotoausstellungen Bahnhof St. Moritz, Pontresina, Davos, Samedan

1994: Fotoausstellung an der Berner Ferienmesse

1993: Karibik-Fotoausstellung im Hotel International in Zürich-Oerlikon

HUMANITÄRE EINSÄTZE

ICRC MISSION IN ELDORET NACH DEN ETHNISCHEN UNRUHEN IM RIFT VALLEY. © GMC Gerd M. Müller

2010: Interteam Assessment für Einsatz als Experte für nachhaltige Tourismusentwicklung

2010: Projektmanagement Foto-Expo „Humanität & Nachhaltigkeit“ (3 Monate in Zürich)

2009: Namibia/Nacobta: Besuch im Spital Rehoboth, beim HIV-Kinderprojekt „Ama Buruxa, bei der Cheetah Foundation (CCF)

2008: Kenya: Red Cross Mission in Eldoret, Rift Valley, Interview mit stv. ICRC Generalsekretär Dr. James Kisia, Treffen mit Tourismusminister Najib Balala

2006: Amazonas-Cruise-Expedition mit Wissenschaftlern (Amazonas- und Artenvielfalt-Experten, Meeresbiologen von Iquitos (Peru) via Guayana bis nach Kuba

99-02: Gründer und Geschäftsführer des Tourismus & Umwelt Forum Schweiz: Veranstaltungen, Ausstellungen und Medienarbeit

98: Expedition zu den Iban-Kopfjägern und Besuch der Orang Utan Reha auf Sabah/Sarawak in Borneo

94-08: PR- und Medienarbeit für das Wildlife-Projekt „Shamwari Game Reserve“ in Port Elisabeth in Südafrika

91/92: Begleitung humanitärer Einsätze des Red Cross South Africa während dem ANC/IFP-Bürgerkrieg

86/87: Im Untergrund in Soweto und Begleitung von UN-Inspektoren bei Gefangenenbesuchen im „Poolsmoor Jail“ in Capetown.

Photojournalist Müller is trying the food of the kitchen in pollsmoore jail and had afterwards a serious infection. © GMC Gerd M. Müller

Links:

GZ-Riesbach Werkschau 29.9.bis 14.11.22)

Konzert und Foto-Ausstellung im GZ Heuried (12.1 bis 8.2.2023)

Manuskript / E-Book Version

Autor/Fotografenportrait / Facebook

Bildershop / Shutterstock-Portfolio

INHALTSVERZEICHNIS VON DAS PENDEL SCHLÄGT ZURÜCK   

Zürich-City: Nelson Mandela’s speach on his first foreign visit in Switzerland after elected as president and for the nobel prize at the Dolder Hotel in front of the swiss economy-elite. © GMC Gerd M. Müller

1. Die Jugendunruhen und Politskandale in den 80er Jahren

Legal, illegal, scheissegal, war das Motto der rebellischen Jugendlichen

Im Strudel Schweizer Politskandale

Die Schweiz als Apartheid Gehilfen der Buren

2. Internationalisierung, Politisierung und Solidarität     

Senegal 86: Zwischen den Fronten und in der Welt der Hexen und Heiler

Warschau 86: In Pole Position hinter dem Eisernen Vorhang                       

London 87: Die ersten Kontakte zu «ANC»-Exilanten»

Der Schweizer Geheimdienst diente Wouter Basson alias «Dr. Tod»

Schweiz-Südafrika: Makabere Waffengeschäfte und Atomdeals

3. Südafrika 87: Im Kampf gegen die Apartheid im Untergrund

© GMC Gerd M. Müller

93: Mandelas Freilassung und sein Besuch in der Schweiz

93/94: IKRK-Einsätze im «ANC-IFP»-Konflikt

2011: Gadaffis Milliarden in den Händen Zumas untergetaucht

2017: Gupta-Leaks: Wie indische Kleptokraten dank Zuma Südafrika plünderten

Botswana: Mit den Khoi-San durch die Kalahari gestreift

Afrika: Wegweisende Wildlife- und Öko-Projekte im Fokus

Kenya 2008: IKRK-Einsatz nach den ethnischen Unruhen im Rift Valley

Namibia 2013: Entwicklungshilfe, Herrenmenschen und das Reich der Geparde

Das dunkle Kapitel Deutschlands: Völkermord, Sklaverei, Landraub, Vergewaltigungen

4.  Karibik, Kuba, Karneval und US-Invasoren        

Das US-Kriegsschiff John Rodgers vor der Küste Grenadas zum 9. Jahrestag der US-Invasion. © GMC

Mexico 84: Von Göttern inspiriertes, von Gott beseeltes Reich                 

Mexico 94: Zeuge der zapatistischen «MAROS» Aufstände in Chiapas

Kuba 93-13: Augenschein bei den Idealisten, die sich von Hoffnung ernähren

Grenada 92: Zum Frühstück auf dem Flugzeugträger «US John Rodgers»

Kolumbien 97: Höllentrip im Dienste der Swissair zu den Drogenkartellen

Frz. Guyana89/05: Vom Urwald direkt in den Weltraum

Salvador de Bahia: 2002: Im Hexenkessel magischer Sklavenenergie

Brasilien: Artensterben und Raubbau im Amazonas

                     

5. Asien: Magische Highlights versus desaströse Entwicklung

Malaysia: A man is trying to cruise on the river in Sarawak which is full of cut off timer trees. © GMC

Sri Lanka 92: Die Perle des Orients nach dem Bürgerkrieg

Malediven 93: Erste Anzeichen des Klimawandels im untergehenden Inselparadies

Borneo 96: Spaziergang mit handicapiertem Orang Utan im Regenwald

Philippines 95: Auf den Spuren der Geistheiler, die Körper mit blossen Händen öffnen

Vietnam 93: Das Land entwickelte sich schneller als ein Polaroid-Foto 

2013: Abenteuerliche Flussreise durch Laos im Norden

Indien 96: Bei den Ayurveda Pionieren in Kerala

Gujarat Reise 2013 und das Treffen mit Narenda Moodi in Ahmedabad

6. Orient: Im Sinai, im Libanon und in der iranischen Botschaft 

Grabstätte des getöteten libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Haririr und 23 weiterer Personen bei dem Attentat im Zentrum Beiruts. Rafik Hariri Memorial and cemetary in the center of Beirut.

Ägypten 2004: Bei den Beduinen im Sinai zwei Terroranschläge miterlebt

Libanon 2006: Im Palästinenser-Flüchtlingscamp «Schatila» und bei der Hisbollah

Iran 70er Jahre: Der persische Mohn-Schah und seine diplomatischen Drogenprinzen

7. Paradiesische Sehnsuchtsorte: Mauritius, Australien und Südsee-Perlen   

French Polynesia: Airshot from Bora Bora Island in the Pacific Ocean. © GMC Gerd M. Müller

Mauritius: Symphonie in Türkis und Weiss mit den weltbesten Spa-Resorts

Australiens fantastischen Naturparadiese und die dreckige Kohleindustrie

Opalsucher in Coober Pedy: «Die Hoffnung lebt im Untergrund»

Südsee-Perlen: Bora Bora, Huhine, Moorea, Tetiaroa

8. Klimawandel: Wie begegnen wir dem epochalen Challenge?

Die Steinschlaggefahr erhört sich in den Alpen durch den Klimawandel und den schmelzenden Permafrost | The global clima change makes the alps more dangerous due to melting permafrost. © GMC Gerd M. Müller

Chronologie guter Absichten und jahrzehntelangem Versagens

Artensterben & Pandemien: Werden wir das überleben?

Endzeit: Das sechste Massensterbern hat begonnen, gehen wir mit unter?

Die Dürren in Europa sind hausgemachte EU-Agrarsubventionspolitik

Schmetterlingseffekte: Hedge Fonds potenzieren Kriege und den Klimawandel

Ohne radikalen Paradigmenwechsel schaufeln wir unser eigenes Grab

9. Spirituelle Reisen in Indien und Heilverfahren mit Cannabis & Co.

© GMC Gerd M. Müller

Ayurveda-Medizin: Im Reich der liebenden Hände

Die Canabis-Prohibition hat nicht funktioniert, das medizinische Potenzial wurde kastriert

10.   (A)soziale Medien(mogule) Big Data, KI und Whistleblower

Die Rolle aller Medien und Quellen kritisch hinterfragen und Konsequenzen ziehen      

Der Fluch von Big Data und unsere vorsätzliche Fahrlässigkeit im Umgang damit

Mensch oder Maschine: Wer übernimmt das Kommando?

Verkehrte Welt: Whistleblower werden gefoltert, die Massenmörder laufen frei herum      

Die Jugendunruhen und Politskandale in den 80er Jahre

Auszug aus dem Buch von Gerd M. Müller. Das ganze Manuskript ist als E-Book Version verfügbar und die Leseproben finden Sie hier.

Der «Oa Hera» HIV-Waisenkinder Chor bei Maltahöhe in Namibia, wo fast ein Drittel aller Kids Waisen sind

Vorwort zum Buch

Das Buch des Zürcher Foto-Journalisten Gerd Michael Müller nimmt Sie ab den wilden 80er Jahren mit auf eine spannende Zeitreise durch 30 Länder und 40 Jahre Zeitgeschichte mit Fokus auf politische Skandale und ökologische Vorgänge in Krisenregionen rund um den Globus. Er beleuchtet das Schicksal indigener Völker, zeigt die Zerstörung ihres Lebensraumes auf, rückt ökologische Aspekte und menschenliche Schicksale in den Vordergrund, analysiert scharfsichtig und gut informiert die politischen Transformationsprozesse. Müller prangert den masslosen Konsum und die gnadenlose Ausbeutung der Ressourcen an, zeigt die fatalen Auswirkungen wirtschaftlicher Ausbeutung, gesellschaftlicher Fahrlässigkeit und poli-tische Ignoranz auf und skizziert Ansätze zur Bewältigung des Klimawandels. Pointiert, hintergründig und erhellend erzählt Müller anhand seiner persönlichen Erlebnissen aus seiner investigativen Reise und Reportagetätigkeit für nahmhafte Medien rund 30 Länder. Ein Mix aus spannenden Polit-Thrillern, tieferen Einsichten und tollen Bekanntschaften und Begegnungen mit berühmten Persönlichkeiten. Eine etwas ab gehobene, nicht alltägliche Reiseliteratur, gespickt mit sozialkritischen und abenteuerlichen Geschichten sowie persönlichen Essays – den Highlights und der Essenz seines abenteuerlich wilden Nomaden-Lebens für die Reportage-Fotografie eben. Nach der Lektüre dieses Buchs zählen Sie zu den kulturell als auch ökologisch sowie politisch versierten GlobetrotterInnen. Nun zum 1. Buchkapitel:

Die Jugendunruhen und Politskandale in den 80er Jahre

Die Reise rund um den Globus zu verschiedenen Konfliktherden und kulturellen Highlights beginnt in meiner Heimatstadt Zürich. Mit 18 Jahren bereits berufstätig rollte ein Tsunami auf das konservative Bürgertum und die politische Klasse zu. 1980 war das Jahr, das die biedere Gesellschaft in der Schweiz aufrütteln und im Laufe der 80-Jahre umpflügen sollte. Im Mai desselben Jahres begannen die «Opernhaus-krawalle» als Auftakt zu den «Zürcher Jugendunruhen». Auslöser dafür war die Unzufriedenheit der Jugend mit den für sie zur Verfügung stehenden Einrichtungen und Freiräumen. Das manifestierte sich am augenfälligsten Beispiel der bevor-stehenden Abstimmung über einen Subventionsbeitrag von 60 Mio. Franken an das Opernhaus und im Gegenzug keine 10‘000 Franken für die «Rote Fabrik», damals das ein-zige Jugendkulturzentrum der Stadt Zürich. Zu jener Zeit gab es noch die Sperrstunde für alle um Mitternacht. Eine halbe Stunde später mussten alle brav zu Hause sein. Der Freizeitspass und weitere kulturelle Angebote hielten sich in engen Grenzen. Freiräume für pubertierende Jugendliche gab es überhaupt keine, nur ein oder zwei Freizeitzentren, die auf Sport fokussiert waren.

Drei kurze Sätze waren in meiner Jugend prägend: „Das kannst du nicht!“ „Das darfst du nicht!“ Und: „Das geht nicht!“. Das war Motivation pur für eine Revolution nach dem Motto: „Klar geht das!“ Warst du einen Zacken neben der Spur, das heisst abseits der biederen bürger-lichen Norm von Moral und Ordnung, wurdest du gleich eines Aussätzigen behandelt. Radio und TV waren tote Hose damals. In der Schweiz und in ganz Europa war es in den 70er grau Jahren und trist in jeder Hinsicht. Die Bevölkerung verharrte in ihrem biederen, konser-vativen Korsett. Ein Nachtleben, Internet oder Streaming gab es nicht. Gute Musik oder Filme waren rar bis Videotheken aufkamen und der «Walkmen» die Musikwelt veränderte. Aber Handy, Labtop, PC, Social Media und Co. gab es nicht. Kein Wunder, dass es in der jugend-lichen Szene schon länger brodelte. Und plötzlich entlud sich das Pulverfass, das die Gesellschaft nicht nur in der Schweiz sondern in ganz Europa erschütterte. Nach den 68ern kam die nächste anarchistische Jugendrevolte.

Die Tristesse war eine Folge der Ölkrise, des «Kalte Krieges», der Mauer und Bedrohung durch die Kommunisten, des Vietnamkrieges, der immer brutaler und grotesker wurde. Erst die flächendeckenden Napalm-Bombardements auf die Zivilbevölkerung mit den grauenhaften Bilder von brennenden Menschen und Kindern, dann die «Agent Orange» Entlaubungsaktionen, schliesslich all die verstümmelten Toten und die Gefangenenlager. „Einfach nur grauenhaft und sinnlos“. Da schrien Herz, Seele und Verstand nach Gerechtigkeit, wenn nicht gar nach Vergeltung. Unerklärlich an diesem Vernichtungskrieg war, dass er jahrzehntelang nicht vom US-Kongress abgesegnet sondern von der «CIA» finanziert wurde und die hat die Kriegskosten dadurch bezahlt, indem die US-Truppen im Goldenen Dreieck das Opium tonnenweise in die leeren Bombenflugzeuge verfrachteten und nach Mexico brachten, wo das Opium zu Heroin verarbeitet wurde. So hat sich Amerika die Heroinflut vor die eigene Haustüre geschaffen und den Mexikanern ihre Drogenlabore und -kartelle beschert.

Bei dieser kafkaesken Operation ist der «CIA» definitv das «I» also die «Intelligence» abhanden gekommen. Nebst dem «Kalten Krieg» kam die atomare Bedrohung hinzu und nicht zuletzt die Gefahr von den Atommeilern selbst. Die Schweiz wollte damals eine Atommacht werden und im Zuge dieser irrwitzigen Absicht, ist es in der Schweiz im Januar 1969 zu einem Reaktorunfall in Lucens im Kanton Waadt gekom-men. Dann kam es zu dem Reaktorunfall in Tschernobyl und später haben die Gebrüder Tinner skandalträchtig wieder einmalbewiesen, dass man das Schweizer Atom Know How auch exportieren kann. Schon Peter Regli, ein Schweizer Geheimdienst-Offizier, arbeitete mit dem Apartheidregime beim ABC-Waffenprogramm zusammen. Die Schweiz hat also nicht nur ihre politische Kurzsichtigkeit exportiert, sondern auch Südafrika und Pakistan mit Atom-Know-how und Uran versorgt. Dazu kommen wir noch im Detail. Doch zurück nach Zürich zur hiesigen explosiven Lage im Vorfeld der Abstimmung für den Opernhauskredit. Am jährlich stattfindenden «Allmendfest» über Pfingsten mit den ersten Open Air Konzerten, wurden Flyer für eine Demo verteilt und Jugendzentren gefordert. An diesem warmen und wunder-schönen Pfingst-Wochenende wurde mir die Bedeutung der Hippie-Bewegung vor Augen geführt, so nach dem Motto: «Peace, Love, Happi-ness & Freedom». Natürlich kifften fast alle auf dem Gelände. Einige hatten auch einen LSD-Trip intus und die Stimmung war absolut gran-dios. Die Musik war rockig, punkig und auf Rebellion getrimmt. Schliesslich brodelte es schon seit den 68ern in der Subkultur unter den Jugendlichen und so kam dieser Power-Sound gerade zur richtigen Zeit.

Zufällig fuhr ich am Samstag-Nachmittag des 30. Mai 1980 mit dem Tram beim Zürcher Opernhaus vorbei, exakt in dem Moment, als Hundertschaften von Polizisten aus dem von Demonstranten blockierten Opernhaus-Eingang herausquollen und auf die am Boden liegenden Personen (die sogenannten «Kulturleichen») einschlugen. Sie traten auf Frauen und Männer gleichermassen ein. Diese brutalen Szenen verschlugen mir und auch anderen Passanten den Atem und liessen die Wut in meinen Bauch explodieren. Sogleich stieg ich aus dem Tram, da brannten schon die ersten Container und die Scharmützel mit der Polizei begannen. Als die Polizisten gleich mit aller Härte vorgingen und mit Tränengas und Gummigeschossen um sich schossen, als auch Wasserwerfer einsetzten, eskalierte die Situation innert wenigen Stunden, da sich an diesem frühen Samstagabend viele Jugendliche infolge des Bob Marley Konzert im Hallenstadion befanden und dann in die Innenstadt strömten. Viele nahmen spontan an den Protesten, die sich schon nach kurzer Zeit zu veritablen Strassenschlachten ausgeweitet hatten, teil. Von da an hatte die Polizei für drei, vier Tage nichts mehr unter Kontrolle und die Strassenkämpfe entluden sich mit voller Wucht.

Der Kantonspolizeiposten am Limmatquai wurde umzingelt, zwei der Polizeifahrzeuge brannten völlig aus und auch der Eingang zum Rathaus sah dementsprechend übel aus. Die Stadtluft im Niederdorf war geschwängert mit beissenden Tränengasrauchschwaden, dich-ter, als London im November-Nebel. Das Ausmass der Zerstörung war ebenso unfassbar, wie die Ohnmacht der Sicherheitskräfte, als sich der jahrelang aufgestaute Frust der Jugendlichen und Alt-68ern in blanke Wut verwandelte (angestachelt durch die Gewalt der Ordnungskräfte beim friedlichen Opernhaus-Protest), mit dem die Demonstranten den Opernhausbesucher die einseitige Subventionspolitik aufzeigen wollten. Der ersten Krawallnacht folgten einige weitere Strassen-Schlachten im Lauf dieses Jahres, in der sich die «Bewegig» der Autono-men jeweils Mittwoch’s in den Volksversammlungen (VV’s) im Volkshaus oder vereinzelt auch auf dem Platzspitz formierte. Fast jeden Samstag waren Demonstrationen angesagt. Regelmässig verbarrikadierten die Geschäfte im Niederdorf um 14.00 Uhr ihre Schaufenster mit Brettern, weil die Proteste weiterhin an Fahrt aufnahmen und sich bis hin zu Grossdemonstrationen mit fast 20‘000 Personen formierten. Die Forderung der Jungend war schlicht und einfach: „Ein Autonomes Jugendzentrum“, ein «AJZ» muss her! Und zwar „subito!“

Am 15. Juli 1980 spielte sich in der Sendung «CH-Magazin» einer der grössten Skandale in der Geschichte des Schweizer Fernsehens ab und wurde zum Gesprächsthema Nr. 1 des Landes. Die Zürcher Jugendunruhen, die mit solcher Heftigkeit über das biedere Land hereinge-brochen waren, schlugen Wogen bis zum Hudson River und wurden auch von der «New York Times» aufgegriffen. Die beiden vom Fernsehen eingeladenen Vertreter/innen der Jugendbewegung, Herr und Frau Müller, liessen den beiden Stadtvertreter/innen, im Gespräch mit Stadträtin Emillie Lieberherr und dem Polizeikommandanten mit ihrer Polit-Persiflage die Hosen runter. Die Protagonisten der Jugend-bewegung, „Herr und Frau Müller“, kehrten den Spiess nämlich um und präsentierten sich als stock konservatives Paar, dass die Politik geradezu unverschämt dazu aufforderte, mit aller Härte gegen die «Krawallanten» vorzugehen, denn zur Option stünden viel grössere und härtere Geschosse z.B. aus Nord-Irland. Auch der Einsatz von Napalm müsse diskutiert werden. Ansonsten wäre es auch mit einem «Ticket nach Moskau“ ohne Rückfahrkarte getan. Zuerst war auch ich verblüfft, konsterniert und traute meinen Ohren nicht, verstand dann aber rasch die Pointe des kafkaesken Auftritts, der schweizweit für Entrüstung und Schlagzeilen sorgte.

Die überschäumende Kreativität der «Bewegig» und ihrer Aktivisten und Aktivistinnen gipfelte in einem weiteren Medien-Coup. Als der Tagesschausprecher Leon Huber am 3. Mai 1981 die Nachrichten verlass, hielten ihm plötzlich zwei maskierte Männer das Schild «Freedom für Giorgio Bellini» (ein anarchistischer Tessiner Buchhändler, der mit einer Gruppe militanter Autonomer Sprengstoffanschläge auf AKWs verübte und einen Strommasten in die Luft sprengte, weil sie Atomkraftwerk-Gegner waren) vor die Brust und in die Kamera und ver-schwanden unerkannt. „Wir haben uns köstlich amüsiert über diese unverfrorene und medial spektakuläre Aktion“. Ein paar Details gefällig, wie die spektakuläre TV-Aktion ablief? Insgesamt fünf als PolizistInnen verkleidete Personen, zwei Frauen und drei Männer betraten das Fernsehstudio unter dem Vorwand einer Drogenrazzia, was damals offenbar beim Schweizer Fernsehen kein Stirnrunzeln oder einen Ver-dacht hervor rief. So drangen zwei Personen in den Regieraum ein und sorgten dort für Ablenkung und ein wenig Chaos. Zeitgleich drangen zwei weitere Personen in die Sprecherkabine ein und hielten dem Nachrichtensprecher das Schild frech vor die Nase in die Kamera der Hauptausgabe.

Doch es kommt noch besser: Als die beiden Chaoten aus dem Regieraum angehalten und der Polizei übergeben werden sollten, holten die KollegInnen von der Sprecherkabine die beiden ab und sagten, sie nähmen sie gleich mit. So kamen alle fünf unerkannt davon. Zurück zum Tessiner Giorgio Bellini, der in Zürich einen revolutionären Buchladen an der Engelstrasse betrieb. Als das Schweizer Stimmvolk am 18. Februar 1979 die «Atomschutzinitative» mit einem knappen Anteil von 51,2 Prozent ablehnte machte sich eine kleine Gruppe von militanten AKW-Gegnern auf den Weg ins Fricktal. Die Gruppe «Do it yourself» hatte acht Kilo Sprengstoff im VW-Bus und sprengte damit den Informations-Pavillion beim geplanten KKW Kaiseraugst in die Luft. Personen kamen keine zu Schaden – da legte die Gruppe grössten Wert drauf, doch über den materiellen Schaden hinaus, entzündeten die AktivistInnen eine harsche politische Debatte, denn Sprengstoffanschläge hatten in der Schweiz bis anhin zum Glück Seltenheitswert. Nach dem Sprengstoffanschlag in Kaiseraugst folgten weitere Anschläge auf die AKWs Leibstadt und Gösgen.

Auf die Frage, wie die Gruppe an den Sprengstoff heran kam, sagte Bellini, dass dieser in der Landwirt-schaft und auf dem Bau verfügbar war und zu seiner Zeit sowas wie das Spielzeug für „die dem Kindesalter entwachsenen war“. In der Tat kann ich das bestätigen und hinzu fügen, dass wir schon als Kinder auch mit Armee-Pistolen und anderen Waffen gespielt haben und bereits als 14 jährige auf grösseren Motorrädern ohne Helm mit riskanten Jumps die gut zehn Meter hohe Steilwand in der Kiesgrube hochbretternd unsere Akrobatenküste übten. Das was damals alles nichts aussergewöhnliches und natürlich auch mit gewissen Risiken verbunden. Doch welch eine grossartige Freiheit unter vielen weiteren. Kein Vergleich zur heutigen Schisskultur und Risikoarmut.

Doch zurück zur Gruppe «Do it yourself». Die AktivistInnen gingen sehr professionell vor und lernten vom Klassenfeind und seinen Institutionen. So wurde das berühmte Guerillia-Handbuch eines Schweizer Geheimdienst-Offiziers «Der totale Widerstand – Kriegsanleitung für jedermann» zur Hilfe genommen und bei der Spurentilgung half die Fachzeitschrift «Kriminalistik» den militanten AKW-Gegnern weiter. Dann gab es auch noch den zum Bündner «Öko-Terroristen» abgestempelten Marco Camenisch, der 1979 ebenfalls zwei Spreng-stoffanschläge auf Strommasten verübte und zu zehn Jahren Zuchthaus verbannt wurde. Die beiden waren aber nicht die einzigen radikalen AKW-Gegner. Einer ging noch weiter, Chaim Nissim, der später für die Grünen im Genfer Kantonsparlament sass, griff 1982 mit einem Raketenwerfer sowjetischer Bauart, Typ RPG-7 den Reaktor Creys-Malville im französischen Rhônetal an, ohne ihn allerdings in die Luft jagen zu wollen.

Dann kam der Aushebungstermin für die Rekrutenschule beim Militär, auf die ich gar nicht erpicht war, denn im Zuge des Vietnamkriegs und des Eisernen Vorhangs, der Europa teilte, war mir nicht danach zu Mute, Teil einer Kriegsmaschine zu werden. Ganz im Gegenteil: Ich war pazifistisch eingestellt und habe auch für die Armee-Abschaffungsinitiative gestimmt, womit ich also ein veritabler Staatsfeind in den Augen von Politik und Militär war. Nichts desto trotz, setzte ich alles daran, nicht eingezogen zu werden. Und der Zufall half mir dabei. Denn kurz vor dem Aushebungstermin fand das Allmendfest statt, einer der ersten Hippi-Events in Zürich. Es war ein sehr heisses Pfingswo-chenende, sodass ich mit nacktem Oberkörper auf dem Festivalgelände rum lief und einen alten Schulkollegen traf, der mit Siebdruck grosse Cannabisblätter auf die T-Shirts druckte. Da ich keines anhatte, druckte er das Hanfblatt direkt auf meinen Rücken und da ich schnell bräunte war drei Tage später beim Abwaschen der Farbe, das Cannabisblatt viel heller, als der Rest der Rückenhautoberfläche. Das führte dazu, dass ich bei der Musterung in der Reihe stehend auffiehl und sich Gelächter verbreitete, worauf ich sofort zum Aushebungsoffizier überstellt wurde. Als der dann im Fragebogen auch noch las, dass ich Marihuanna täglich konsumiere und auch noch ein paar andere Substanzen aufführte, wurde ich zwei Jahre zurückgestellt und beim zweiten Aushebungstermin dann in Folge unveränderter Situation vom Militärdienst befreit und dem Zivilschutz zugeteilt. Das war einer der glücklichsten und befreiendsten Momente der damaligen Zeit. Auch wenn damit eine Pilotenkarriere ausgeschlossen wurde.

Amore et anarchia: Die 80er Jahre waren der Zenit des letzten Jahrtausend

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Wie Putin sich mit Hilfe Deutschlands die Staatsanwaltschaft untertan machte

Berlin, den 16.01.2009 Bundeskanzleramt Foto: Wladimir Putin, Ministerpräsident von Russland.

von David Crawford , Marcus Bensmann (Correctiv vom 24. Juli 2015)

Auch große Geschichten beginnen manchmal unscheinbar. Diese hier 2007, in dem sächsischen Städtchen Delitzsch, wo einige Steuerbeamte einen Computerhändler überprüfen –Ralf K., CDU-Mitglied und Kreistags-Abgeordneter in Nordsachsen. Nicht lange, und die Beamten stolpern über Ungereimtheiten, über Abschreibungen in Höhe von 21 Millionen Euro, die so gar nicht zu den anderen Geschäften des Kleinunternehmers passen. Der Computerhändler hat den Ermittlungen zufolge Millionenaufträge in Russland abgerechnet, obwohl seine Firma weder das Personal noch die Logistik für solche Aufträge hat. Etwas ist faul. Die Staatsanwaltschaft wird eingeschaltet – und die INES, die „Integrierte Ermittlungseinheit Sachsen“, spezialisiert auf komplizierte Korruptionsfälle. Bald wird aus dem Verdacht auf Steuerhinterziehung eines Delitzscher Kleinunternehmers ein Korruptionsfall, der bis in die russische Staatsspitze führt, denn es stellt sich heraus, dass der Umsatz von dem amerikanischen Computerriesen Hewlett-Packard (HP) stammt.

Offenbar, so die Erkenntnis der Staatsanwälte,hat Ralf K. seit Frühjahr 2004 im Verbund mit HP eine schwarze Kasse eingerichtet. Demnach hat erst eine deutsche Tochterfirma von Hewlett-Packard Rechner und Software für gut elf Millionen Euro an Ralf K. geliefert. Und dann soll Ralf K. die gleiche Ware für rund 21 Millionen Euro zurück an HP verkauft haben. Der Gewinn, nach Abzug von Provision und Spesen: rund 9,3 Millionen Euro. Mindestens 7,6 Millionen Euro Schmiergeld sollen ausgezahlt werden. Schwarzgeld, das Ralf K. wenig später auf Konten in der ganzen Welt verteilt haben soll.Ralf K. ist nach Ansicht der Ermittler aber nur ein Handlanger, ein Rädchen in einem größeren Spiel. Die Weisungen kommen dabei nicht von HP. Sondern von dem Russen Sergej B. Er ist mit Ralf K. seit Anfang der 1990er Jahre befreundet.

Sergej B. machte damals ein Praktikum in Sachsen. Danach gründeten der Russe und der Deutsche Firmen mit fast identischen Namen und machten gemeinsam Geschäfte in den Weiten des ehemaligen Sowjetreichs. Auch die Empfänger des Schwarzgeldes können die Fahnder ermitteln – allen voran Mitarbeiter des russischen Geheimdienstes und der Generalstaatsanwaltschaft. Deren Vizechef Juri Birjukow, ein kleiner, stahlharter Mann mit einer unschönen Reibeisenstimme, unterschreibt die zum Teil gefälschten Dokumente, die die Schwarzgeldzahlungen in Gang setzen. Birjukow ist eine außerordentlich wichtige Figur in Putins Machtgefüge. Nur ein Beispiel: Als 2003 der Ölkonzern Yukos zerschlagen wird und dessen Chef Michail Chodorkowskij in Lagerhaft kommt, stellt eben dieser Juri Birjukow den Haftbefehl aus. Von 2004 an fließen, so die Ermittler, die von Birjukow ausgehandelten Bestechungsgelder über Tarnfirmen an Mitarbeiter von Generalstaatsanwaltschaft und Geheimdienst – der in diesen Jahren schon nicht mehr KGB heißt, sondern FSB.

Berlin, den 16.01.2009-Bundeskanzleramt. Foto: Wladimir Putin, Ministerpraesident von Russland. Copyright by: GMC Photoweb Reiner Zensen,
Berlin, den 16.01.2009-Bundeskanzleramt. Foto: Wladimir Putin, Ministerpraesident von Russland. Copyright by: GMC Photoweb/Reiner Zensen

Die Fakten

  • Im November 1999 ermöglicht Wladimir Putin den Kauf eines Computernetzwerks für die russische Generalstaatsanwaltschaft. Den Zuschlag bekommt der US-Computerriese Hewlett-Packard, der keineswegs das günstigste Angebot abgegeben hat. HP zeigt sich erkenntlich und zahlt mindestens 7,6 Millionen Euro Schmiergeld.
  • Das Geld landet unter anderem bei russischen Staatsanwälten und Geheimdienstmitarbeitern. Seit dieser Zeit hat nie wieder ein russischer Generalstaatsanwalt gegen Präsident Putin ermittelt.
  • Ohne deutsche Hilfe wäre der Deal nicht möglich gewesen: Das HP-Geschäft wurde mit Hermes-Bürgschaften abgesichert.

Wir entdecken die Bedeutung des Falls, als wir zurückgehen in das Jahr 1999. Es ist ein schicksalhaftes Jahr für Russland. In diesem Jahr inszeniert Wladimir Putin einen Sexskandal, zettelt einen Krieg an, bricht die Unabhängigkeit der russischen Staatsanwaltschaft, steigt auf zum russischen Präsidenten – und ermöglicht das Schmiergeldgeschäft mit HP. 

Als das Jahr 1999 beginnt, trägt Russland, trotz Korruption und Willkür, noch die Grundzüge eines Rechtsstaates. Eine Gewaltenteilung ist vorhanden, im Parlament, der Duma, erheben unabhängige Abgeordnete ihre Stimme, Teile der Justiz arbeiten eigenständig. Der Präsident heißt Boris Jelzin. Doch er steckt in Schwierigkeiten. Der Generalstaatsanwalt der russischen Föderation ermittelt gegen Jelzin und seine Verwandten. In der Schweiz sind ungeklärte Vermögen der Familie aufgetaucht, von denen Luxuswaren bezahlt wurden. Der Generalstaatsanwalt heißt Juri Skuratow, er traut sich, sogar gegen den Präsidenten zu ermitteln. Boris Jelzin ist in höchster Not. Doch er erhält Hilfe von einem gewissen Wladimir Putin. Im Jahr zuvor, die Ermittlungen gegen Jelzin haben gerade begonnen, hat er Putin zum Chef des Inlandsgeheimdienstes FSB gemacht, dem Nachfolger des KGB. 

Der Druck auf Generalstaatsanwalt Skuratow ist immens. Doch er ermittelt weiter. Bis zum 18. März 1999. An jenem Tag wird im russischen Fernsehen ein Film gezeigt, auf dem sich ein Mann, der dem Generalstaatsanwalt ähnlich sieht, mit zwei Frauen im Bett vergnügt. Schaut man das verwaschene Schwarzweiß-Video heute an, liegt der Verdacht nahe, dass es eine plumpe Fälschung ist – die Beteiligten agieren wie in einem Pornofilm, genau wissend, wo sich die Kamera befindet. Und Staatsanwalt Skuratow schwört Stein und Bein, dass er nicht der Mann im Film sei. Doch das Dementi rettet ihn nicht.  Denn Geheimdienstchef Putin sagt in einem Fernsehinterview: Seine Experten hätten festgestellt, dass der nackte Mann in dem Sexvideo sehr wohl Generalstaatsanwalt Skuratow sei. Das Wort von Geheimdienst-Chef Putin wiegt schwerer. Generalstaatsanwalt Skuratow ist nach dem Putin-Interview erledigt.

Wenig später wird er beurlaubt. Ein Nachfolger steht schon bereit: Wladimir Ustinow, begleitet von seinem Stellvertreter, eben jenem Juri Birjukow mit der Reibeisenstimme. Die beiden kennen sich aus dem Nordkaukasus, aus den wirren Jahren nach dem ersten Tschetschenien-Krieg. Die Ermittlungen gegen Boris Jelzin liegen fortan auf Eis. Der Dank des Präsidenten lässt nicht lange auf sich warten: Am 9. August 1999 ernennt er Putin zum Premierminister, zum zweiten Mann im Staat. Putins Amtszeit beginnt mit Tod und Terror. Im Wochenrhythmus werden Sprengstoff-Attentate auf große Wohnhäuser verübt, knapp 300 Menschen sterben. Am 22. September beobachten Hausbewohner in der Kleinstadt Rjasan Männer, wie sie Säcke in einen Hauskeller wuchten. Die herbeigerufene Polizei beschlagnahmt die Säcke – in denen Sprengstoff ist, wie ein Sprengmeister feststellt. Die Männer, so stellt sich heraus, sind Agenten des Geheimdienstes FSB.

Der russischen Öffentlichkeit gilt der Wohnhausterror weiterhin als das Werk tschetschenischer Terroristen. Den ersten Kriegsgang gegen Tschetschenien hatten die russischen Truppen verloren, im Jahr 1996 zogen sie sich zurück. Putin empfand diese Niederlage stets als Schmach, er will sie ausmerzen. Nun hat er einen Vorwand, einen neuen Kriegsgrund: Am 1. Oktober 1999 marschieren russische Soldaten ein nach Tschetschenien. Die Justiz ist fortan in Putins Hand. Sie wird ihn nicht mehr behelligen. Über all dem ist ein anderer Beschluss völlig untergegangen. Am 14. November 1999 entscheidet Putin, etwas Gutes für die Generalstaatsanwaltschaft zu tun. In einem Regierungsbeschluss gestattet er der Behörde, 30 Millionen Dollar von einer ausländischen Bank zu leihen, um dafür ein Computernetzwerk anzuschaffen. Eine merkwürdige Entscheidung. Russland ist nach der Rubelkrise fast pleite. Krankenhäuser verrotten. Warum ausgerechnet jetzt ausländische Darlehen für die Generalstaatsanwaltschaft? Ein solcher Deal lädt förmlich ein zu Korruption. Das dürfte auch Putin wissen. Winkt er ihn ganz bewusst durch, damit sich die neuen Generalstaatsanwälte die Taschen füllen können — und er sich so ihrer Loyalität versichern kann? 

(Quelle: Correctiv)